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Wenn die Grafikkarte zu heiß, laut oder zu langsam wird - Wärmeleitpaste erneuern!

Ihr Rechner ist zwar nicht mehr der neueste, aber auch noch nicht sonderlich alt. Dennoch stellen Sie immer wieder fest, dass es Probleme mit der Grafikkarte gibt. Zwischendurch hat sie sich sogar einmal ganz abgeschaltet, und das mitten im spannenden neuen Game, das Sie gerade gespielt haben. Es kann doch nicht sein, dass Sie schon wieder eine neue Grafikkarte benötigen, oder etwa doch? Keine Angst, wahrscheinlicher ist es, dass es nicht an der Grafikkarte liegt, sondern vielmehr an der Wärmeleitpaste. Was genau die Wärmeleitpaste ist, wofür sie benötigt wird und wie Sie sie ganz einfach erneuern können, erfahren Sie in unserem Ratgeber.


Das Thema im Überblick


Was macht die Wärmeleitpaste?

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Bei der Wärmeleitpaste handelt es sich um eine sehr ​dickflüssige Paste​. Diese wird zwischen einer Hardwarekomponente​ und einem ​Kühler​ verwendet. Ihre Aufgabe ist es, die ​Wärmeleitfähigkeit​ zu verbessern​. Durch die Wärmeleitpaste werden kleine ​Unebenheiten​ an der Fläche des Kühlers und der Kontaktfläche der Hardwarekomponente ​ausgeglichen​. Dadurch wird der Kühler optimal mit der Wärmequelle verbunden. Bei einem PC kommt Wärmeleitpaste überall zum Einsatz, wo ein Kühler eingesetzt wird, also meistens beim ​Prozessor​ und natürlich bei der ​Grafikkarte​. Nutzbar ist sie aber auch für Mainboard-Chipsätze. Wärmeleitpaste steht in unterschiedlichen Varianten zur Verfügung. Neben ​thermoplastisch​ basierten Pasten und Varianten auf ​Silikonbasis​ gibt es auch noch das sogenannte ​Liquid Metal​, das zurzeit sehr beliebt ist. Es ist lediglich eine Frage des Geschmacks, alle können verwendet werden.


Welche Vorbereitungen sollten getroffen werden?

Für den Austausch der Wärmeleitpaste sollten zunächst ein paar Vorbereitungen getroffen werden. Selbstverständlich sollte das entsprechende ​Werkzeug​ zur Verfügung stehen. Neben ​Schraubendrehern​ mit verschiedenen Bits wird auch ​Alkohol​ oder ein spezielles Mittel für die ​Entfernung​ der alten ​Wärmeleitpaste benötigt. Dazu kommen noch ​Tücher​ für die Reinigung oder das Trocknen von Komponenten. Vor dem Auftragen der neuen Wärmeleitpaste sollte die alte gründlich entfernt werden.


Wie entfernt man alte Wärmeleitpaste?

Wenn die alte Wärmeleitpaste noch vorhanden ist, kann die neue nicht aufgetragen werden. Daher ist es unbedingt notwendig, die alte Wärmeleitpaste zu entfernen. Dafür wird ein ​weiches Tuch​ benötigt, gut geeignet sind Mikrofasertücher. Zusätzlich ist noch ein ​hochkonzentrierter Alkohol​, also Isopropanol bzw. Isopropylalkohol, notwendig. Alternativ können auch spezielle Entferner genutzt werden.

Anleitung zum Entfernen der Wärmeleitpaste

  1. Zunächst muss der PC ​vom Strom getrennt​ werden.
  2. Im nächsten Schritt muss die ​Grafikkarte entfernt werden.
  3. Nun wird die ​Kühleinheit​ der Grafikkarte ​abgenommen​. Dafür ist es notwendig, die ​Schrauben​ des Kühlers zu ​lösen​. Diese befinden sich für gewöhnlich auf der Unterseite der Karte.
  4. Jetzt kann der ​Kühler​ vorsichtig ​abgenommen​ werden. Es ist durchaus möglich, dass der Lüfter zusätzlich durch Haken oder auch das Lüfterkabel an der Platine festgehalten wird. Darum ist es wichtig, mit äußerster ​Vorsicht​ vorzugehen. Sobald ein Widerstand spürbar ist, sollte nach dem Grund dafür gesucht und dieser beseitigt werden.
  5. Das Tuch mit ​Isopropanol​ befeuchten und damit ​vorsichtig​ die Wärmeleitpaste auf dem Grafikchip und der Bodenplatte des Kühlers ​entfernen​. Wichtig ist, wirklich ​sanft​ vorzugehen. Es ist besser, mehrmals über die Stellen zu gehen, statt heftig daran herumzureiben. Die Wärmeleitpaste sollte vollkommen ​rückstandslos​ ​entfernt​ werden. Wichtig ist, dass die ​Flächen​ hinterher komplett abtrocknen​.

Wie am besten Wärmeleitpaste auftragen?

Wurde die alte Wärmeleitpaste vollständig entfernt, kann die neue Paste aufgetragen werden. Wärmeleitpaste wird meistens in ​Tuben​ verpackt, ist aber auch in Spritzen erhältlich. Da nur sehr wenig der Paste benötigt wird, enthalten sie meistens nur ein paar Milliliter.

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Anleitungen zum Auftragen der Wärmeleitpaste

  1. Zunächst wird die Wärmeleitpaste aufgetragen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass nur ganz wenig genommen wird, es soll lediglich ein ganz ​dünner Film​ entstehen. Mit einem kleinen Spachtel​ oder einem anderen stumpfen Hilfsmittel wird die Paste so verteilt, dass die Fläche von einem ​gleichmäßigen Film​ bedeckt wird. Alternativ ist es auch möglich, die Paste in die Mitte des Grafikchips zu setzen und den Lüfter zu montieren. In den meisten Fällen verteilt sich die Paste gleichmäßig. Besser ist es aber, auf Nummer sicher zu gehen und die Paste mit einem Spachtel zu verteilen. Wärmeleitpaste richtig auftragen ist gar nicht so schwierig, wie es zunächst aussieht.
  2. Jetzt kann schon der ​Lüfter​ in die Mitte gesetzt und wieder ​montiert​ werden. Wichtig ist, dass der Kühler und der Chip gleich beim ersten Ansatz ​sauber aufeinander gesetzt werden. Dabei sollte die ​Wärmeleitpaste nicht verschmiert​ werden.

Wann Wärmeleitpaste auftragen?

Die Wärmeleitpaste muss für gewöhnlich nicht sehr oft neu aufgetragen werden. Im Normalfall hält die Paste recht lange. Der Austausch ist jedoch empfehlenswert, wenn die ​Grafikkarte​ ungewöhnlich ​heiß​ wird, recht laut​ ist oder auch sehr ​langsam​. Das weist darauf hin, dass die ​Wärmeleitpaste​ wahrscheinlich zu ​alt​ ist und erneuert werden sollte. Auch wenn ​Teile neu eingebaut werden​ und dafür der Lüfter von der Grafikkarte oder dem Prozessor getrennt und wieder montiert wird, muss wieder eine neue Wärmeleitpaste aufgetragen werden.


Wie oft sollte man die Wärmeleitpaste ersetzen?

Normalerweise hält Wärmeleitpaste für eine recht lange Zeit, durchschnittlich sind es ​mehrere Jahre​. Wenn ein ​neuer Zusammenbau​ eines Geräts ansteht oder die​ Wärmeleitpaste ausgetrocknet​ ist, muss sie allerdings ersetzt werden. Das Austrocknen der Wärmeleitpaste passiert für gewöhnlich nicht sehr schnell. Es gibt allerdings Umstände, die dazu führen, dass die Paste schneller austrocknet als üblich. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn ​konstant hohe Temperaturen​ auf die Paste einwirken. Auch wenn der Hersteller des Rechners eine sehr ​minderwertige Wärmeleitpaste​ genutzt hat, kann dies passieren. Dasselbe gilt für den Fall, dass sich einzelne ​Komponenten​ außergewöhnlich ​stark erhitzen​. Viele Hersteller empfehlen, die Wärmeleitpaste der Grafikkarte spätestens nach ​drei Jahren​ zu erneuern, bei ​Gaming PCs​ sogar nach ​zwei Jahren​. Andere Hersteller empfehlen, wirklich erst dann die Wärmeleitpaste zu ersetzen, wenn dafür eine Notwendigkeit​ besteht, wenn die Grafikkarte also beispielsweise zu heiß wird oder etwas umgebaut wird.


Was passiert wenn man keine Wärmeleitpaste benutzt?

Wenn gar keine Wärmeleitpaste verwendet wird, kommt es zu einer ​hohen Hitzeentwicklung​. Diese kann dazu führen, dass die ​überhitzte Komponente​, beispielsweise die Grafikkarte oder der Prozessor, ​abschaltet​. Fehlt die Wärmeleitpaste, kann die Hitze nicht korrekt auf den Kühler übertragen werden. Die Wärmeleitpaste sorgt dafür, dass die Hitze korrekt abgeleitet werden kann, indem sie die ​Ungleichmäßigkeiten​ auf den beiden Metalloberflächen ​verschließt​. Sie ist für die dauerhafte Ableitung der Hitze in den Kühlkörper verantwortlich. Ein dauerhafter Gebrauch des Rechners kann ohne Wärmeleitpaste nicht gewährleistet werden, das gilt vor allen Dingen dann, wenn der Rechner Höchstleistungen erbringen muss. Ist die Hitzeeinwirkung zu groß, schaltet die Komponente nicht nur ab, es kann durchaus passieren, dass Grafikkarte und Kühler praktisch wie zusammengeschweißt wirken. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Grafikkarte oder der Prozessor dabei​ Schaden nimmt​.

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Was ist die beste Wärmeleitpaste?

Es gibt verschiedene Arten von Wärmeleitpasten, diese unterscheiden sich in den verwendeten ​Inhaltsstoffen​. Generell ist es so, dass jede Wärmeleitpaste verwendet werden kann. Für gewöhnlich entwickelt jeder mit der Zeit eine Vorliebe für eine bestimmte Wärmeleitpaste. Diese Varianten stehen zur Verfügung:

Metall Wärmeleitpaste

Wärmeleitpasten auf Metallbasis sind ​am besten​ dazu ​geeignet​, die Temperatur von dem Chip der Grafikkarte zum Kühler zu leiten. Genutzt wird dafür eine ​Mischung aus unterschiedlichen Metallen​. So kann eine einwandfreie Funktion gewährleistet werden. Diese Metallpaste ist eher etwas für Profibastler und passionierte Gamer.

Keramik Wärmeleitpaste

Die beliebteste Wärmeleitpaste hinter der Metallvariante ist die Keramik Wärmeleitpaste. Sie ist ​günstiger​ als die Metall Wärmeleitpaste, erreicht aber ​nicht die gleiche Temperaturabsenkung​. Diese Variante ist aber sehr beliebt, da sie besonders ​einfach​ und ​sicher​ in der Anwendung ist, dabei aber trotzdem sehr gute Ergebnisse liefert.

Silikon Wärmeleitpaste

Silikonpasten liegen auf Platz drei der beliebtesten Pasten. Wärmeleitpasten aus diesem Material sind sehr einfach​ zu verwenden, da sie sehr ​weich​ sind und ​leicht aufgetragen​ werden können. Allerdings reichen sie von der Effektivität nicht annähernd an die anderen beiden Varianten heran. Ein Pluspunkt ist aber, dass Silikonpasten ​nicht so schnell austrocknen​.


Kann Wärmeleitpaste austrocknen?

Ja, Wärmeleitpaste kann austrocknen. Sowohl im Rechner als auch in der Tube kann Wärmeleitpaste austrocknen. Durch die ​Hitzeeinwirkung​ im Rechner wird die Paste für gewöhnlich ​nach und nach trockener​, bis sie ganz trocken ist und ersetzt werden muss. Da in diesen Pasten auch Lösungsmittel enthalten sind, werden sie auch in der Tube nach und nach ihre Eigenschaften verändern. Die Haltbarkeit von Wärmeleitpasten unterscheidet sich je nach Art und Hersteller.

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Kann man Wärmeleitpaste wiederverwenden?

Wenn die Wärmeleitpaste noch nicht eingetrocknet ist, könnte sie ​theoretisch wiederverwendet​ werden, jedoch wird davon abgeraten. Wenn der Kühlkörper erst einmal vom Grafikchip oder vom Prozessor entfernt wurde, sollte die Wärmeleitpaste ersetzt werden. Wird die alte Paste wiederverwendet kann es passieren, dass sich sogenannte ​Luftbrücken​ bilden. Diese sorgen dafür, dass die ​Wärme nicht ordnungsgemäß abgeführt wird. Dadurch kann die Leistung gemindert werden, im schlimmsten Fall überhitzt die Komponente und nimmt Schaden. Daher ist es nicht empfehlenswert, Wärmeleitpaste wiederzuverwenden.


Wo gibt es Wärmeleitpaste zu kaufen?

computeruniverse bietet natürlich eine große Auswahl an Wärmeleitpasten an.

 

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Fazit

Wenn die Grafikkarte laut oder sehr heiß wird bedeutet dies nicht immer gleich, dass Sie sich eine teure neue Grafikkarte zulegen müssen. Oft kann der Fehler ganz einfach mit einer Tube Wärmeleitpaste behoben werden. Überprüfen Sie einfach die Hitzeentwicklung und erneuern Sie bei Bedarf die Wärmeleitpaste. Das ist ganz einfach durchführbar und schon läuft die Grafikkarte wieder, als wenn sie neu wäre.

Erstellt: 19. März 2021