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Defekte Festplatte auslesen - So retten Sie Ihre Daten

Es ist ein wahrer Albtraum für jeden Nutzer: Du speicherst Dokumente und Bilder auf einer externen Festplatte und diese beginnt auf einmal, seltsame Geräusche von sich zu geben oder geht sogar kaputt. Und das, ohne, dass du vorher alle deine Dateien und Fotos in Sicherheit bringen konntest. Doch nicht nur technische Probleme können für Datenverlust sorgen, auch menschliches Verhalten. Einmal nicht aufgepasst und verklickt und schon ist das Dokument, an dem du gerade gearbeitet hast, verschwunden. Ob nur menschliche Fehler oder technische Schwierigkeiten, Datenverlust gehört zu den unangenehmen Dingen des Lebens. Was du tun kannst, wenn dir so etwas passiert und welche Möglichkeiten du hast, um vielleicht doch noch an deine Daten, Bilder und Dokumente zu kommen, erklären wir dir im folgenden Artikel.


Das Thema im Überblick


Wie kann ich Daten von einer defekten Festplatte retten?

Daten werden auf Festplatten gespeichert. Auch das Betriebssystem befindet sich auf der Festplatte. Der Nachteil ist allerdings, dass diese oft nur eine begrenzte Lebensdauer haben, was dazu führt, dass sie plötzlich den Geist aufgeben. Was kann man also tun, wenn man eine defekte Festplatte hat und die Daten doch noch retten möchte?

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Zuerst muss die Festplatte aus dem Computer ausgebaut werden und danach an einen anderen Rechner angeschlossen werden.
  2. Im nächsten Schritt öffnet man die Suchfunktion oder über die Tastenkombination “Windows-Taste” und “E” den Datei-Explorer und wählt anschließend die angeschlossene Festplatte aus.
  3. Es kann sein, dass der Zugriff auf diese Festplatte verweigert wird. In diesem Fall muss man die Rechte für den Zugriff ändern. Dafür gibt es unterschiedliche Anleitungen, die man im Internet erfragen kann.
  4. Als Nächstes kann man die Daten, die sich auf der defekten Festplatte befinden, auf ein anderes Speichermedium übertragen.
  5. Wenn die Daten gesichert sind, kann die Festplatte formatiert werden.
  6. Wenn dieses Vorgehen nicht funktioniert, kann man ein spezielles Festplattentool herunterladen wie Recuva. Dieses kann die Festplatte scannen und gefundene Daten wieder herstellen.
  7. Sollte auch dieses Unterfangen keinen Erfolg bringen, muss ein Fachmann aufgesucht werden. Dieser könnte noch weitere Möglichkeiten haben, um an die Daten zu kommen.

Welche Möglichkeiten gibt es bei Datenverlust

Es gibt viele Ursachen für Datenverlust. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Technische Fehler (produktionsbedingt/nutzungsbedingt)
  • Menschliches Fehlverhalten
  • Malware, Virenbefall, Hackerangriffe
  • Datendiebstahl
  • Externe Einflüsse und höhere Gewalt (Hochwasser, Sturmschäden etc.)
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Datenverlust durch technische Probleme

Es muss erwähnt werden, dass jede Art der Datenspeicher ein menschengemachtes technisches Gerät ist. Aus diesem Grund ist es auch fehleranfällig. So kann auch eine bereits defekte Festplatte in einen Rechner eingebaut werden. Aber selbst einwandfreie Datenträger nutzen sich mit der Zeit ab und der Verschleiß ist ein Grund für den Datenverlust. Flash-Speicher-basierte Festplatten wie SSDs und USB-Sticks werden nach einer festgelegten Anzahl an Speichervorgängen ebenfalls unbrauchbar, auch wenn die Anzahl der Vorgänge dabei meistens sehr hoch ist. Im Gegensatz zu Hard-Disk-Drives (HDD), also den klassischen Festplatten, hat die SDD allerdings keine mechanischen Teile, die durch z.B. Erschütterungen kaputtgehen können. Besonders mobile Geräte sind also anfälliger für Datenverlust. Das ist einleuchtend, denn tragbare Geräte sind mehr möglichen Schäden ausgesetzt durch falsches Transportieren, Brüche, Stürze sowie allgemein durch erhöhten Verschleiß. Für diese technischen Ursachen für Datenverlust gibt es keine allgemeine Lösung. Back-ups und regelmäßige Datenübertragung auf andere Speichermedien kann dafür sorgen, dass Daten geschützt werden. Auch der Umzug von Daten in die Cloud ist eine gute Methode, die sich gerade bei großen Datenmengen anbietet. Darüber hinaus beugt die Cloud auch dem Datenverlust durch menschliches Fehlverhalten vor.

Datenrettung nach Festplatten Headcrash

Verallgemeinert gesagt, stellt der Headcrash einen Defekt oder eine Fehlfunktion des Schreib-Lesekopfs in der Festplatte dar. Er kann verschiedene Ursachen und auch Auswirkungen haben. Ob die Datenrettung möglich ist, ist immer auch vom Schaden abhängig. Wenn der Verdacht besteht, dass es sich um einen Schreib-Lesekopfschaden (Headcrash) handelt, so sollte die betroffene Festplatte sofort außer Betrieb genommen werden. Wenn der defekte Schreib-Lesekopf sich weiter auf der Festplatte bewegt, steigt die Wahrscheinlichkeit der Beschädigung. In der Regel äußert sich der Headcrash durch Geräusche wie Klicken, Schleifen, Klackern, Kratzen. Ursachen dafür sind meistens mechanische Einflüsse wie Umkippen, Stürze, Schläge oder aber auch herstellerbedingte Fehlfunktionen.

Bei einer mechanischen Beschädigung der Festplatte, vor allem im Bereich des Schreib-Lesekopfs ist es wichtig, dass eine Datenwiederherstellung durch Spezialisten durchgeführt wird. Wenn man selbst versucht, die Festplatte und die Daten zu retten, so macht man es meistens nur noch schlimmer.

Bei einem Fachmann sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass er das Know-how zur Festplattenrettung hat. Ein entsprechendes Reinraumlabor, erforderliche Ersatzteile und notwendige Kenntnisse sind hier Pflicht. Der Erfolg hängt immer vom Schaden ab. Je höher der Schaden, umso höher auch der Aufwand. Aber die Wiederherstellung der Daten ist in diesem Fall dennoch möglich.

Daten selbst wiederherstellen mit Datenrettungs-Software

Versehentlich wichtige Daten löschen kann jeden treffen. Das ist zwar nicht erfreulich, aber beruhigend ist es zu wissen, dass es spezielle Datenwiederherstellungssoftware gibt, die helfen kann, gelöschte Dateien wiederherzustellen. Selbst dann, wenn diese nicht gesichert worden sind. Folgende zwei Möglichkeiten sind zu empfehlen:

Disk Drill – Anleitung

Hat man die Software Disk Drill installiert und gestartet, werden alle Festplatten und USB-Sticks im Programmfenster angezeigt, welche mit dem Rechner verbunden sind. Hinter jedem Laufwerk gibt es einen Recover-Button. Mit diesem startet man die Suche nach den gelöschten Daten auf dem jeweiligen Laufwerk. Über Häkchen kann man noch zusätzliche Methoden der Suche auswählen, aber es ist zunächst sinnvoll, den Schnell-Scan und anschließend den Tiefen-Scan durchlaufen zu lassen. Der Tiefen-Scan kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, aber viele Daten können somit gefunden werden. Nachdem die Suche abgeschlossen ist, ist eine Wiederherstellung der Daten möglich. Hierbei bietet Disk Drill die Option an, die Dateien auf ein anderes Laufwerk oder einen bestimmten Ordner zu kopieren. Erst dann kann man sich auch anschauen, welche Dateien gefunden worden sind. Nach einer bestimmten Datei kann man allerdings nicht suchen. Es gehört also auch Glück dazu.

Die Funktion Recovery Vault macht es sogar möglich, Ordner und Dateien für einen verbesserten Schutz zu bestimmen. Auch ein Back-up auf Byte-Ebene von einem Laufwerk kann erstellt werden, welches für die Wiederherstellung von ausgefallenen Speichergeräten verwendet werden kann.

Recuva - Anleitung

Zunächst beginnt man den Installationsvorgang und bestätigt die Sprache “Deutsch”. Anschließend stimmt man den Lizenzbedingungen mit “Annehmen” zu. Die Vorgaben für das Anlegen eines Symbols auf dem Desktop, den Eintrag ins Startmenü sowie die automatische Updatesuche sollten übernommen werden. Mit “Fertigstellen”beendet man den Vorgang und Recuva wird gestartet.

Wenn man das Programm startet, erscheint der “Recuva Assistent”. Man kann hier das Kontrollkästchen aktivieren und auf „Den Assistent beim Start nicht anzeigen“ klicken. Anschließend kann man wählen, welche Art von Datei man wiederherstellen will. Hier kann man sich zwischen E-Mail, Dokumenten, Videos, Musik, Bildern etc. entscheiden. Möchte man allgemein suchen, klickt man auf “Sonstige” und dann auf “Weiter”.

Im nächsten Schritt kann man angeben, in welchem Verzeichnis sich die Datei, die man sucht, befunden hat, bevor man sie gelöscht hat. Falls man dies nicht mehr weiß, so kann man auf “Bin mir nicht sicher” klicken. Somit wird der gesamte PC durchsucht. Jetzt kann man mit einem Klick auf die Schaltfläche “Start” die Suche beginnen. Recuva durchsucht alle geschlossenen Laufwerke nach den Dateien, die über den Papierkorb gelöscht wurden. Wenn man diesen Schritt beendet hat, kann man auch hier den Tiefenscan aktivieren.

Das Ergebnis wird in Form einer Liste mit gefundenen Dateien angezeigt. Anhand der Farben kann man erkennen, ob eine Herstellung der Daten möglich ist:

  • Grün = problemlos
  • Gelb = eventuell
  • Rot = nicht möglich

Man kann nun die Dateien auswählen, die man wiederherstellen will, indem man einen Haken in das Kontrollkästchen vor den Dateinamen setzt. Anschließend klickt man auf “Wiederherstellen”.

Zu guter Letzt wird man dazu aufgefordert, einen Ordner anzugeben, wo die Dateien gespeichert werden sollen. Recuva wird dann die ausgewählten Dateien wieder herstellen und sie am gewünschten Ort abspeichern.


Wie kann ich die defekte Festplatte auslesen?

Datenrettung Festplatte - Festplatte auslesen

Das Auslesen einer defekten Festplatte ist nur dann möglich und zu empfehlen, wenn es sich um einen logischen Defekt handelt. Macht die Festplatte seltsame Geräusche, sollte ein Fachmann eingeplant werden. Ansonsten sind folgende Maßnahmen durchzuführen:

  1. Einen Klon der Festplatte anfertigen

    Für diesen Fall gibt es kostenlose Software, mit welcher die Festplatte 1:1 geklont werden kann. Die Kopie ist identisch mit der einst funktionierenden Festplatte und sorgt dafür, dass man gefahrlos eine Datenrettung durchführen kann.

  2. Zu rettende Festplatte beiseitelegen

    Die defekte Festplatte sollte ausgebaut werden oder aber alle Kabel sollten abgezogen werden, sodass die Festplatte nicht mehr benutzt werden kann. Danach startet man den PC und kann mit der Datenrettung beginnen. Auch hierfür gibt es kostenlose Anwendungen. Eine kostenlose Software ist für einen ersten Versuch ausreichend. Damit kann man testen, ob die Rettung mit einer solchen überhaupt erfolgreich sein kann.

  3. Analyse des Klons

    Egal welches Programm man für die Rettung der Daten verwendet, man muss anschließend die geklonte Festplatte durchsuchen. Das kann immer einige Zeit in Anspruch nehmen.

  4. Wiederherstellung der Daten

    Wenn alles gut gegangen ist, kann man die Daten im nächsten Schritt wiederherstellen. Man sollte die Daten nach der Wiederherstellung jedoch unbedingt prüfen. Wenn Daten fehlen oder beschädigt sind, kann man die tiefere Suche noch einmal starten.

    Sollte das Vorhaben nicht gelingen, so bleibt als letzte Instanz noch der Spezialist. Dieser hat eine Menge Erfahrung mit Hard- und Software und bessere Möglichkeiten, wie man doch noch an die Daten kommt.


Was kostet eine professionelle Datenrettung und wie läuft das ab?

Experten haben meistens mehr Möglichkeiten, um an verloren geglaubte Daten heranzukommen. Das Gute daran ist, dass eine Beratung meistens nichts kostet. Für gewöhnlich kann man seine Geräte auch einfach zu einem Fachmann bringen. Ein seriöser Fachmann wird für eine Analyse ebenfalls nichts berechnen, nur eine Einschätzung geben, ob die Wiederherstellung funktionieren kann. Erst dann kann man selbst entscheiden, ob man diesen Service annehmen möchten und den Auftrag auf Wiederherstellung erteilen will. Wenn man sich dafür entscheidet, wird der Fachmann zunächst die beste Datenrettungslösung für den individuellen Fall wählen. Seriöse Anbieter informieren ihre Kunden auch telefonisch oder via Mail über die Fortschritte. Im Labor oder Reinraum wird die Datenrettung durchgeführt. Wenn nötig werden physische Reparaturen an den Medien vorgenommen und mit vielen verschiedenen Tools wird es versucht, die Daten zu retten. Wenn das Vorhaben gelingt, werden die geretteten Daten verschlüsselt auf einer externen Festplatte gespeichert. Die Kosten können unterschiedlich ausfallen. Das liegt immer am Schaden selbst und am Aufwand. Eine Datenrettung für Einzelfestplatten liegt bei seriösen und kompetenten Spezialisten schnell im hohen dreistelligen Bereich. Will man seine Daten allerdings wiederherstellen, weil sie wirklich wichtig sind, so lohnt sich die Ausgabe.


Fazit:

Daten kannst du also wieder herstellen, wenn du sie gelöscht hast oder deine Festplatte ihren Dienst eingestellt hat. Es muss aber gesagt werden, dass du leider nicht damit rechnen kannst, dass du wirklich jede Datei wieder zurückbekommen wirst. Der Verlust wird vielleicht nicht so groß ausfallen, aber du musst damit rechnen. Es gehört eben auch ein wenig Glück dazu. Ein Fachmann kann dir bei deinem Problem wahrscheinlich am besten helfen, selbst wenn du dafür tiefer in die Tasche greifen musst. Gerade wenn du dich nicht wirklich mit Technik, Hard- oder Software auskennst, dir deine Daten aber besonders wichtig sind, solltest du dich an einen Spezialisten wenden, sonst kannst du den Schaden im schlimmsten Fall noch vergrößern.

Erstellt: 06. März 2022

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