Testbericht Halis Aldemir



MSI Testers Keepers Aktion

Testbericht MSI Z170A MPOWER GAMING TITANIUM Mainboard von Halis Aldemir

  1. Einleitung + Unboxing-Video
  2. Verpackung und Zubehör
  3. Technische Eigenschaften
    3.1 Technische Hauptmerkmale
    3.2 I/O Anschlüsse
    3.3 Front- und Laufwerksanschlüsse
  4. Design und Layout
  5. Verarbeitung
  6. Praxis
    6.1 Einbau
    6.2 Übertaktung und Kühlung
    6.3 Besondere Features
    6.4 Lüftersteuerung
    6.5 SSD/HDD Speedtest, RAID & co
    6.6 Soundtest
    6.7 Netzwerk
    6.8 UEFI
  7. Software
  8. Pro/Con
  9. Fazit

1. Einleitung + Unboxing-Video

Zuerst möchte ich mich herzlich bei computeruniverse und bei MSI für die TEST IT & KEEP IT Aktion bedanken. Ich hatte das Glück einer der 10 Tester sein zu dürfen. Ich möchte natürlich im Vorfeld sagen, dass es sich hierbei um meine eigene Meinung zum Mainboard selbst, dessen Features und der Praxiserfahrung damit handelt. Ich werde versuchen alle wichtigen Stichpunkte interessant und leicht erklärlich an die Leser weiterzugeben. Ich hoffe in dem Sinne, dass mein Review potenziellen Käufern bei der Entscheidung helfen wird. Da ich von tabellarischen Auflistungen nichts halte, werde ich versuchen alles kurz & informativ an euch weiterzugeben.

Seit etwa Mitte Juli 2016 ist das MSI Z170A MPower Gaming Titanium bei den Händlern verfügbar. Die Titanium Serie steht bei MSI schon seit längerer Zeit für das HighEnd Segment, Enthusiasmus, herausragendes Design und einem Board was vollbepackt mit Features ist. Doch was genau bietet das 230€ teure Mainboard und ist es den Preis wert? Finden wir es gemeinsam heraus….

2. Verpackung und Zubehör:

Das Mainboard kommt in einer 27x36x8 cm großen Verpackung welches Silber/Grau glänzend bedruckt worden ist. Es macht optisch und qualitativ einen richtig tollen Eindruck. Auf der Vorderseite ist eine Frontdarstellung des Mainboards, die Modellbezeichnung und auf der linken unteren Ecke der Hinweis, dass es sich um ein Mainboard für den Enthusiasten-Bereich handelt. Auf der rechten Seite dann wieder Modellbezeichnung und das Etikett mit Seriennummer etc. Interessant wird es aber erst auf der Rückseite bei der wir alle technischen Spezifikationen und die Keyfeatures zu sehen bekommen. Nach dem Öffnen der Schachtel sieht man auch das MSI Z170A MPower Gaming Titanium welches in einem antistatischen Beutel in einer weiteren inneren Schachtel liegt. Dies soll verhindern, dass sich das Board frei bewegen soll während des Transports. Holt man diese raus kommt das Zubehör zum Vorschein welches im unteren Bereich in zwei Abteilen liegt. MSI liefert dem Preis entsprechend vieles an Zubehör mit. Angefangen mit einer Schnellstartanleitung und dem recht ausführlichen Handbuch in 4 Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch), gibt es zudem auch noch Sticker zum Beschriften der SATA Kabel. Diese sind nützlich wenn viele optische Laufwerke, SSDs oder auch HDDs eingebaut werden um noch einen Überblick bei so vielen Kabeln im Gehäuse zu haben. Das Handbuch ist sehr ausführlich aber dennoch leicht verständlich für Laien dank vielen Darstellungen und Bildern. Auch Personen die sehr wenig Wissen bezüglich des Zusammenbaus haben, können es mit Hilfe des Handbuches auch alleine erledigen. Mit einem Flyer bedankt sich MSI uns für den Kauf des Produktes und bittet uns zugleich das Board auf der darauf geschriebenen Webseite zu registrieren. Man bekommt wie gewöhnlich nicht 2 oder 4, sondern gleich schwarze 6 SATA Kabel mitgeliefert. Drei davon haben auf einer Seite um 90° abgewinkelte Stecker. Dies ist vor allem nützlich wenn man horizontal ausgerichtete HDDs und SSDs bzw. SATA Port 1 & 2 am Mainboard nutzen will, damit das Kabel nicht 5cm Richtung Gehäusemitte verläuft… Desweiteren gibt es von MSI noch einen Türhängeschild mit dem Text „I am not here“ und auf dessen Rückseite „I’m sorry busy gaming“ drauf steht. Sicher toll wenn man während dem Zocken nicht gestört werden will… Als letztes gibt MSI noch 2 Verlängerungskabel für die Mystic Light LEDs, die M-Connectoren für das leichte Anbringen der Kabel von den Frontanschlüssen und eine Treiber CD welche zusätzliche Software von MSI, Chrome, ein Anti Virus Programm und Hintergrundbilder erhält.

3. Technische Eigenschaften:

3.1 Technische Hauptmerkmale:

Beim MSI Z170A MPower Gaming Titanium handelt es sich um ein vollwertiges ATX Mainboard mit dem aktuellen 1151 Sockel und dem Z170 Chipsatz. Es ermöglicht den Einbau von derzeitigen Skylake und allen kommenden KabyLake-S Prozessoren (Dafür ist die UEFI Version 1.2 nötig). Der Z170 Chipsatz bietet 20 PCI Lanes. Jedoch sollte man wenn man 2-3 GPUs und gleichzeitig zwei PCIe 3.0 M.2 SSDs einbauen will lieber auf eine 2011-3 Plattform setzen. Die CPUs und die der X99 Chipsatz bieten deutlich mehr Lanes welches eine Limitierung zwecks Board und CPU Leistung ausschließen würde.

Die 4 RAM Bänke unterstützen maximal bis zu 64GB Arbeitsspeicher und Taktraten bis zu 3600Mhz mit dafür erforderlicher K-CPU. Die mit Steel Armor verstärkten RAM und PCIe x16 Slots werten nicht nur optisch das Mainboard sondern verbessern auch die Stabilität der Slots. Das Board verfügt über 3 PCIe x16 und 3 PCIe x1 Slots, somit werden auch Multi GPU Konfigurationen theoretisch unterstützt. Es sind maximal 2 way SLI für nVidia GPUs und 3 way CrossFire für AMD GPUs möglich. Jedoch sollte einem klar sein dass die Skylake CPUs nur eine Anbindung von 16 PCIe Lanes haben. Die oberen PCIe x16 Slots sind direkt mit der CPU angebunden. Die unterste PCIe x16 und die drei x1 Slots teilen sich die Anbindung und sind direkt mit dem Z170 Chipsatz verbunden.

3.2 I/O Anschlüsse:

Beim Blick auf den hinteren I/O Bereich wird einem klar, dass man für die Zukunft gerüstet ist. Angefangen mit dem PS/2 Anschluss für ältere Peripheriegeräte hat man 2 USB 2.0 Anschlüsse. Für den Fall, dass man die iGPU verwenden muss gibt es einen DVI-D und HDMI 1.4b Displayanschluss. Zwischen den Videoausgängen befinden sich die USB 3.1 Gen 2 Typ A und Typ C Anschlüsse welche anstatt dem Chipsatz an einen ASM1142 Controller von ASMedia angebunden ist und somit nicht weiter den Chipsatz belasten. Beide USB 3.1 Gen 2 Ports unterstützen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 10GB/s. Über der HDMI Ausgang sind zudem zwei weitere USB 2.0 Anschlüsse. Da jedoch 4 x 2.0 und zwei Gen 2 Ports nicht genug waren, verbaut MSI noch zwei USB 3.1 Gen 1 Ports (auch bekannt als der alte Standard USB 3.0, diese wurden jedoch umbenannt in 3.1 Gen 1) welche Lese- und Schreibraten bis zu 5GB/s ermöglichen. Darüber ist der Gaming LAN Anschluss. In Wirklichkeit verbirgt sich der Intel i219-V Gigabit LAN Controller dahinter. Der Port ist zudem gegen Überspannungen bis zu 15kV geschützt. Ganz rechts bzw vertikal betrachtet ganz unten, liegen die Audioanschlüsse. Neben den fünf vergoldeten 3,5mm Klinkenanschlüssen für den 7.1 Sound findet man zudem einen optischen TOSLink Anschluss.

3.3 Front- und Laufwerksanschlüsse:

Vorhanden sind zwei M.2 Steckplätze für SATA M.2 und PCIe 3.0 M.2 SSDs. Für 2,5“ (SSDs) und 3,5“ (HDDs & DVD/BR) Laufwerke findet man 6 SATA Ports und zusätzlich einen U.2 Anschluss welches wie M.2 Schreib- und Leseraten bis zu 32GB/s unterstützt. Doch aufgrund der Lane-Verteilung des Z170 Chipsatzes können nicht alle Anschlüsse gleichzeitig genutzt werden. Dazu später mehr Infos im Praxistest…

Neben den USB 2.0 Headern findet man auch noch zwei USB 3.1 Gen 1 (ehemals USB 3.0) Anschlüsse für das Gehäuse. Was mich aber überrascht hat, war der USB 3.1 Gen 2 Typ C Front Anschluss. Dieser ist für neue Gehäuse mit einem Typ C Port erforderlich und für die Zukunft relativ nützlich weil kommende und manche aktuelle Smartphones den neuen Typ C Stecker haben.

4. Design und Layout:

Bezüglich des Designs hat sich MSI von der Konkurrenz mit der Titanium Serie abgehoben. Keine Schwarz bzw. dunklere Töne sondern eine Lackierungen aus Silber, Grau und Titanfarben differenzieren das Z170 MPower Gaming Titanium optisch von anderen Z170 Boards. Die großen Kühlkörper, die Blende auf der linken Seite welche den Soundchip und die hinteren Anschlüsse verdeckt verbessern die Optik enorm. Der Hingucker schlechthin ist jedoch die massive Backplate aus Stahl. Es verbessert nicht nur die Stabilität des PCB sondern auch wertet das Board auch optisch richtig auf... Die 3 recht großen Kühlkörper mit silbernen Alublenden an den Spannungswandlern und an der South-Bridge runden das Design ab.

Wenn man sich das Layout genau anschaut fällt einem auf, dass der erste PCIe x16 Slot weiter unten platziert worden ist als gewöhnlich. Dieser hat Platz für einen M.2 Slot geschaffen. Außerdem verhindert das, dass große CPU Kühler zu nah an die GPU kommen. Dadurch wird der Airflow im Gehäuse aber auch die Temperatur minimal verbessert.

5. Verarbeitung:

Die Verarbeitung lässt nichts zu wünschen übrig. Nachdem ich das Board ausgepackt habe sah ich, dass der äußerste Pin vom zweiten CPU Lüfter Anschluss um einen Millimeter verbogen war. Mit leichtem Gegendruck habe ich diesen wieder ausgebessert. Diese wurde wahrscheinlich bei der Kontrolle vor dem Verpacken übersehen. Ansonsten sind mir absolut keine Mängel aufgefallen. Die Schrauben sind fest, die Lackierungen sind ohne irgendwelche Fehler (keine Kratzer oder Farbeinschlüsse), die Spulen / Kondensatoren und alle Slots sind sehr gut verlötet worden. Sofern man selbst nicht dran schuld ist, bzw. Transportschäden ausschließt bekommt man ein Mainboard mit einem sehr hohen Qualitätsstandart.

6. Praxis

6.1 Einbau:

Der Einbau der Komponenten an das Z170A MPower Gaming Titanium und des Mainboards in ein Gehäuse ist gleich wie jedes andere Mainboard auch. Riegel der Sockelklappe lösen und aufklappen> CPU mit goldenem Dreieck nach unten links zeigend einbauen und dabei nicht drücken sondern einrasten lassen > Sockelklappe wieder schließen > falls der Boxed Kühler eingebaut wird einfach alle 4 Plastikhalterungen reindrücken, falls ein Custom CPU Kühler eingebaut wir dessen Anleitung durchlesen > RAM geht nur in eine Richtung rein. Dabei sollte der 2. Slot unbedingt belegt werden. Bei Dual Kits die DIMM-Slots 2 und 4 belegen > Alle Netzteilkabel und Frontanschlüsse entfernen vom alten Mainboard, Schrauben lösen, Mainboard und altes I/O Shield rausnehmen > falls nötig Abstandhalter an richtigen Stellen einsetzen > neues I/O Shield einbauen, Mainboard reinsetzen und mit 8 Schrauben befestigen. > Alle Front-, SATA-, und Netzteilkabel wieder anschließen…

Durch die Backplate und dem schweren Gewicht denkt man zuerst, dass Probleme entstehen könnten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Das Board sollte in jedes Gehäuse welches ATX Mainboards unterstützt eingebaut werden können.

Zum Test und erstem OC lief mein Board aber außerhalb vom Gehäuse.

6.2 Übertaktung und Kühlung:

Beim MSI Z170A MPower Gaming Titanium wurden hochwertige Military Class 5 Komponenten verwendet. Dem Board stehen zusätzlich zum 24Pin Anschluss noch ein 8Pin Anschluss für die CPU zur Verfügung. Das sind rund 330W welches sich das Board vom Netzteil holen kann. Dies bietet natürlich eine Menge an OC Potenzial. Natürlich hängt es auch vom jeweiligen CPU Exemplar ab, denn nicht jede CPU lässt sich gut übertakten. Ich beispielsweise hatte mit meinen i5 6600K etwas Pech. Meine CPU hat recht viel Spannung gebraucht um die 4,5Ghz stabil zu halten. Deswegen wurde mein i5 auch wieder verkauft, weshalb ich gerade nochmal auf eine Pretested CPU spare. Zudem steht KabyLake mit etwas höheren Taktungen schon vor der Türe weshalb ich warten will. Bis dahin läuft auf meinem Board ein i3 6100 welches vom alten Rechner ausgebaut wurde und noch paar Wochen als Ersatz dient.

Um das Board jedoch auf OC zu testen lieh mir ein Freund seinen i7 6700K der knapp 4,7GHz ohne Probleme mit akzeptablen Spannungen schafft. Die gleiche CPU schaffte auf dem MSI Z170A MPower Gaming Titanium die gleiche Taktung mit 0,08V weniger. Im ersten Blick scheint dass nach wenig zu klingen, ist jedoch ein recht guter Wert für die CPU Spannung. Zumal die CPU dadurch auch automatisch minimal weniger Wärme produziert.

Wer sich nicht traut selber zu übertakten bzw keine hohen OC Ergebnisse erzielen will, dem kann ich die Funktion „Game Boost“ empfehlen. Es taktet einen i5 6600K auf 4,1GHz und einen i7 6700K sich auf 4,4GHz hoch mit nur einem Klick. Diese kann man nicht nur im UEFI aktivieren sondern es gibt diese Funktion auch im „MSI Command Center“

Das wichtigste beim OC ist natürlich die Kühlung. Spannungswandler und SouthBidge werden durch recht große Kühlkörper temperaturtechnisch im grünen Bereich gehalten. Das Board hat 2x 4 Pin Header für CPU Kühler/Lüfter und 3x 4 Pin Header für Gehäuselüfter. Dies garantiert einen guten Airflow im Gehäuse sofern man ein gutes Kabelmanagement hat. Aber auch der CPU Kühler spielt natürlich eine wichtige Rolle. Mit dem Boxed Kühler oder billigen Custom CPU Kühlern sollte man nicht den Game Boost aktivieren bzw. selber übertakten. Empfehlenswert sind Custom Luftkühler im 30€+ Segment, All in One Wasserkühler und natürlich Custom Wasserkühlungen.

RAM OC ist der letzte Punkt den ich ansprechen will. Meinen Hyper X 2133 Mhz RAM Module konnte ich ohne Probleme auf 2400Mhz bringen ohne irgendwelche Stabilitätsprobleme. Es würde wahrscheinlich auch etwas mehr gehen, versucht habe ich es jedoch nicht. Und nachdem ich wieder vom i5 6600K kurzzeitig auf den i3 6100 zurückgewichen bin, machen Module mit mehr als 2133Mhz keinen Sinn da die CPU nicht diese unterstützt. Das Board selber unterstützt Arbeitsspeicher mit bis zu 3600 Mhz. Dafür ist jedoch eine K-CPU (i5 6600K oder i7 6700K) notwendig.

6.3 Besondere Features

Steel Armor:
Die PCIe x16 Slots und RAM Bänke sind mit „Steel Armor“ verstärkt. Durch mehr Lötpunkte wird somit Slot bzw die Bänke stabilisiert. Dies ist vorallem bei schweren Grafikkarten nützlich welche die PCIe x16 Slots leicht beschädigen können.Laut MSI sind die PCIe und RAM Signale besser gegen elektromagnetische Interferenzen geschützt.

DEBUG und POST LEDs:
Die Temperaturen kann man leicht kontrollieren wenn man einen kurzen Blick auf die POST LEDs wirft. Diese zeigen die CPU Temperatur nach dem Boot an. Falls Probleme beim Boot entstehen wird ein zwei stelliger Fehlercode angezeigt. Diesen kann man mit Hilfe des Handbuches schnell herausfinden. Daneben befinden sich zudem 4 kleine „EZ DEBUG“ LEDs (Boot, GPU, DRAM, CPU) welche zusätzlich leuchten wenn Probleme entstehen um auf die Fehlerquelle hinzuweisen.

6.4 Lüftersteuerung

MSIs Smart Fan Steuerung macht seine Arbeit hervorragend. Das Board kann alle fünf 4 Pin Anschlüsse mit dem PWM Signal steuern. Dafür braucht man nur die 4 Pin PWM Lüfter an einen der freien Ports anschließen. Mit 3 Pin Lüftern welche mit der Spannung geregelt werden funktioniert das nicht. Das gute an der Lüftersteuerung ist, dass man diese nach eigenen Wünschen anpassen kann. Man darf selbst auswählen ab wieviel Grad und welcher Auslastung die Lüfter wie schnell sein sollen. Man kann es auch zB so einstellen, dass die Lüfter erst ab einer bestimmten Temperatur anspringen.

6.5 SSD/HDD Speedtest, RAID & co

Der Einbau von M.2 bzw. SATA SSDs und HDDs ist kinderleicht. Es stehen sechs 6Gb/s SATA Ports zur Verfügung welche RAID 0, 1, 5 und 10 unterstützen. Die beiden PCIe 3.0 x4 M.2 Slots mit bis zu 32Gb/s unterstützen RAID 0 und RAID 1. MSI hat zudem einen U.2 32GB/s Port eingebaut.

Plattformbedingt gibt es jedoch Probleme wenn man alle Slots gleichzeitig benutzen will:

  • Beide M.2 Ports mit PCIe SSDs besetzt => alle SATA Ports laufen, U.2 jedoch nicht
  • unteren M.2 Port mit PCIe SSD besetzt => alle SATA Ports laufen, U.2 jedoch nicht
  • im Oberen M.2 Port PCIe SSD im unteren M.2 Slot SATA SSD => SATA Ports 3-6 laufen, U.2 und SATA 1-2 nicht.
  • im Oberen M.2 Port SATA SSD im unteren M.2 Slot PCIe SSD => SATA Ports 1-4 laufen, U.2 und SATA 5-6 nicht.
  • nur eine SATA M.2 SSD im unteren M.2 Slot => SATA 3-6 laufen, U.2 und SATA 1-2 nicht
  • im oberen M.2 Slot nur eine SATA M.2 SSD => SATA 1-4 und U.2 laufen, SATA 5-6 nicht
  • im oberen M.2 Slot eine PCIe SSD => alle SATA und U.2 laufen, zweiter M.2 Slot nicht
  • keine M.2 Slots belegt = > Alle SATA und U.2 Ports laufen
  • beide M.2 Slots mit SATA M.2 SSDs belegt => nur SATA 3-4 laufen, SATA 1;2;5:6 und U.2 nicht.

Dies hängt mit den Anbindungen von den Anschlüssen an Chipsatz und der CPU zusammen. PCIe M.2 SSDs werden direkt an die CPU angebunden. SATA SSDs laufen jedoch über den Chipsatz welche bei Belegung der M.2 Slots die SATA Ports unbrauchbar machen.

Bezüglich der Lese und Schreibgeschwindigkeiten war ich überrascht. Meine SanDisk Ultra II 240GB erreichte im Crystal Disk Mark knapp 520MB/s sequenzielle Leseraten. Dies war bei meinem alten Board gerade mal 480MB/s. Die Bootzeit ohne Fast Boot liegt bei rund 11 Sekunden. Mit Fast Boot erspart sich der POST Screen wodurch der PC noch schneller startet!

6.6 Soundtest

Zum Test habe ich mir mein Corsair Void Dolby 7.1 RGB Headset genommen und dieses direkt an den hinteren 3,5mm Klinkenanschluss angesteckt. Nach mehreren Stunden LoL & CS:GO spielen, Filme anschauen und Musik hören, kann ich sagen, dass die Soundqualität hervorragend ist. Die Wiedergabequalität ist für den OnBoard Sound recht gut. Der Realtek ALC 1150 Audiocodec hat mich echt überzeugen können. Rauschen, Knirschen etc. konnte ich nicht feststellen.

Bezüglich der Aufnahmequalität bin ich auch zufrieden, jedoch ist dies natürlich mehr abhängig vom Mikrofon.

Sofern man wirklich kein Tontechniker ist und das Beste vom Besten braucht, reicht der OnBoard Sound vom MSI Z170A MPower Gaming Titanium für jeden Gamer aus.

6.7 Netzwerk

Das Board hat einen Gaming LAN Port welcher Rot beleuchtet ist. Dahinter verbirgt sich der Intel-I219-V-Netzwerkcontroller. Der Port ist zudem laut MSI gegen Überspannungen (zB. Blitzeinschläge) bis zu 15kV geschützt. Zudem kann man mit dem MSI Gaming Lan Manager sein Netzwerk für Spiele optimieren damit niedrigste Latenzen ermöglicht werden. In der Praxis sah ich aber keinen großen Unterschied.

6.7 UEFI

Das UEFI heißt „CLICK BIOS 5“ ... An der 5 sieht man auch dass es eine immer weiter verbesserte Version ist. Meiner Meinung nach das übersichtlichste und beste UEFI was man haben kann. Die Auflösung ist hoch gehalten und die Schriften sind nicht verpixelt. Die Bedienung mit Maus und Tastatur erleichtern die Eingaben und die Auswahl. Die alten Zeiten mit dem blauen / weißen Bios will man nichtmehr zurückhaben.

Das UEFI kann man sich selbst anpassen: Die die Schwierigkeiten mit Englisch haben, können die Sprache wechseln. Unter den auswählbaren Sprachen ist natürlich auch Deutsch.
Man kann zudem das UEFI in zwei verschiedenen Arten anzeigen lassen indem man oben zwischen EZ & Advanced wählt oder einfach F7 drückt. Mit F12 kann man Screenshots aufnehmen und diese auf einem USB Stick mit Fat/fat32 Formatierung speichern.
Im oberen Hauptbereich findet man die Hauptinformationen bezüglich Mainboardname, verbautem Prozessor, Kernspannung, RAM-Menge, RAM Spannung und UEFI Version... Apropo das Board kam mit der UEFI Version 1.0. Damit das Board kommende KabyLake-S CPUs erkennen kann muss die Version 1.2 geflasht bzw installiert werden. Darunter sind nebeneinander alle Bootlaufwerke aufgelistet. Deren Reihefolge kann man mit Drag-n-Drop einfach ändern. Auf der linken oberen Ecke sind außer Datem und Zeit noch 2 große Buttons. Mit denen kann man die XMP Profile für den Arbeitsspeicher und Game Boost für das Auto-OC aktivieren.
Ein cooles Feature ist der Boardexplorer. Dieser zeigt mir eingebaute Komponenten mit deren Namen auf einer Darstellung der Mainboards…
Ansonsten bietet das UEFI alles was man einstellen könnte…

7. Software:

Auf der Treiber CD gibt es außer den wichtigen Mainboard Treibern zusätzlich noch viele zusätzliche Programme von MSI. Außerdem bietet MSI für die meisten Apps auch eine Smartphone Version. Natürlich ist es empfehlenswert die aktuellsten Treiber über die MSI Webseite herunterzuladen.


MSI Live Update 6:
Wenn man jedoch die einzelnen Programme und Treiber nicht suchen will bietet MSI eine einfache Lösung: das MSI Live Update 6… Das Programm ist dafür da alle Treiber und Zusatzprogramme von MSI auf dem neuesten Stand zu halten. Diese informiert euch auf mögliche Updates und kann auch auf Wunsch automatisch die Treiber downloaden und installieren. Aber nicht nur Treiber und Programme sondern auch das UEFI kann direkt im Windowsbetrieb aktualisiert werden. Dabei werden Maus und Tastatur während des Updatevorgang von der Software kurzzeitig gesperrt damit der Benutzer nicht neustartet oder etwas anstellt was das Update stoppen könnte um spätere Probleme mit zerflashtem UEFI zu verhindern.

MSI Fast Boot:
Fast Boot ist ein Minitool, welches die Schnellstartfunktion während dem Windowsbetrieb aktivieren bzw. deaktivieren kann. Mit Fast Boot werden die ganzen POST Anzeigen während des Bootvorgangs übersprungen weshalb es sich schwer gestaltet wieder in UEFI reinzukommen. Wenn man Fast Boot nicht deaktivieren will, hat man jedoch Schwierigkeiten das UEFI zu öffnen. Deswegen ist die zweite Funktion des Tools „GO2BIOS“ welches das Mainboard dazu zwingt beim nächsten Bootvorgang direkt in UEFI zu starten.

MSI Command Center:
Das MSI Command Center ist sozusagen das abgespeckte UEFI für den Windowsbetrieb. Das Command Center bietet Funktionen für das übertakten der CPU,des Arbeitsspeichers und der iGPU. Nützliche Informationen die dabei angezeigt werden sind Sachen wie verbaute CPU, der aktuelle Takt, Temperaturen und Spannungen. Außerdem kann man die Lüfterprofile selbst anpassen oder automatisch kontrollieren lassen. Für Laien hat MSI sogar die GameBoost Funktion mit ins Command Center gepackt wodurch ein i5 6600K sich auf 4,1GHz und ein i7 6700K sich auf 4,4GHz hochtaktet mit nur einem Klick.
Zudem kann man mit dem Programm alle aktuellen wichtigen Infos bezüglich Spannungen, Taktungen und Temperaturen rund um Chipsatz, CPU, RAM, iGPU & co auslesen.

MSI M-Cloud:
M-Cloud ist ein Netzwerktool. Es ermöglicht den eigenen Rechner in ein Wi-Fi Acces Point zu wandeln und so auch Daten an andere Rechner zu schicken. Es benötigt dafür jedoch einen externen Cloud Service wie zB Google Drive oder Dropbox.

RAM DISK:
RAM Disk erlaubt dem Nutzer den Arbeitsspeicher als Speicherplatz zu nutzen. Es wird ein virtuelles Laufwerk angelegt bei dem man Größe und Datenformat selber festlegen kann. Zu Zeiten von M.2 und SATA SSDs und 8-16GB RAM in Gaming Rechnern ist das Programm meiner Meinung nach total überflüssig, da man in der Praxis zuviel RAM braucht um Programme im Arbeitsspeicher zu lagern.

CPU-Z:
CPU-Z kennt fast jeder. Es gibt alle wichtigen Infos wie Takt, Kerneanzahl, Cache, Sockel, … bezüglich der CPU aus. Zudem findet man Modellbezeichnung des Mainboards, Infos Timings und Taktraten zum eingebauten RAM, Infos zur GPU, …

Super Charge:
Super Charge erhöht die Spannung der Fron USB Ports. Dies soll beim Laden von Smartphones und Tablets die Akkuladezeiten verkürzen. Der Haken dabei ist jedoch, dass man währenddessen keinen Zugriff auf die an die Front verbundenen USB Geräte hat.

Gaming App:
Mit der MSI Gaming App hat man viele hilfreiche Funktionen. Es sind 3 Profile vorgespeichert: OC, Gaming und Silent. Für den OC Mode wird ein Neustart verlangt. Für die Steuerung der LEDs braucht man auch diese App. Es können alle vorhandenen LEDs auf dem Board selbst zusammen oder einzeln gesteuert werden. Auch die Steuerung der Mytsic Light LEDs die man zusätzlich an das Mainboard anschließen kann erfolgt mit der Gaming App. Um die Augen zu schonen gibt es die Funktion Eye Rest indem man die Farb und Helligkeiteinstellungen für Augenschonung, Gaming, Film oder nach eigenen Wünschen selber anpassen kann. Zusätzlich gibt es Funktionen wie MouseMaster um Makros & co für die Maus festzulegen oder DPI Werte zu ändern. Außerdem kann man mit der Gaming App Hotkeys für Funktionen anderer MSI Programme festlegen. Zuletzt gibt es auch die Möglichkeit ein OSD einzublenden während man spielt um wichtige Daten wie CPU Auslastung, Temperaturen, RAM-Auslastung & co in Echtzeit zu verfolgen.

Dragon Eye:
Dragon Eye ermöglicht die Wiedergabe von Streams und Videos im Vordergrund während man selber spielt. Positions des Overlays kann man selber auswählen. Unterstützt werden alle wichtigen Spiele wie LoL, CS:GO, BF, AC, … Dies kann nützlich sein wenn man kein Dual bzw Tripple Monitor Setup hat und nicht im Fenstermodus spielt, wenn man gleichzeitig ein Stream anschauen will.

Nahimic Audio Enhancer 2:
Nahimic ist ein Programm für die Soundeinstellungen. Es können die einzelnen Equalizer Einstellungen umgeändert werden. Man kann auch den normalen Stereo Sound in virtuellen Surround Sound umwandeln. Zudem gibt es diverse Funktionen wie BassBoost für tiefere Bässe, Lautstärkeausgleich & co… Man kann außerdem Einstellungen bezüglich der Mikrofone (Stimmanpassungen, …) vornehmen und ein HD Audio Rekorder ist miteingebaut im Programm. Interessant war jedoch die Sound Tracker Funktion. Diese kann nützlich in Shooterspielen sein. Es zeigt in einem kleinen Overlay die Richtung von der Geräuschquelle. Es ist ein tolles Feature für diejenigen die kein gutes 7.1 Headset besitzen.

Intel Extreme Tuning Utility:
Das Intel Extreme Tuning Utility ist ein Programm welches auch zur Übertaktung der CPU und der iGPU dient. Zudem bietet es Stresstests für CPU, RAM und GPU. Zusätzlich kann man OC Profile anlegen und diese mit anderen Leuten teilen.

MSI Gaming LAN Manager:
Neben einem Speedtest, bietet das Tool eine Möglichkeit wichtigen Sachen wie Spielen die Möglichkeit das Netzwerk optimaler zu nutzen.

8. Pro / Con

Pro:

  • sehr tolles Design
  • hochwertige Military Class 5 Komponenten
  • Gute OC Möglichkeiten dank großer Kühlkörper an Spannungswandlern
  • POST und DEBUG LEDs
  • übersichtliches Click BIOS 5
  • zukunftssichere M.2, U.2 und USB Gen2 Ports /Anschlüsse
  • Backplate und I/O-Panel Blende werten das Board auf und können auf Wunsch entfernt werden
  • selbst Laien können mit dem Board dank Features wie GameBoost mit einem Klick leicht übertakten
  • fünf 4 Pin PWM-Anschlüsse
  • Guter OnBoard Sound

Neutral:

  • Kein WLAN
  • höheres Gewicht als Normal
  • Beleuchtung zu schwach, sodass man es weglassen hätte können
  • Plattformbedingt nicht alle M.2, U.2 und SATA Ports gleichzeitig belegbar

Con:

  • Preis

9. Fazit:

Für mich bietet MSI mit dem Z170A MPower Gaming Titanium das nahezu beste Mainboard für den 1151 Sockel, welches die Herzen von Overclocking und Gaming Fans schneller schlagen lässt. Egal ob Profiübertakter, Gamer oder Casemodder, das Z170A MPower Gaming Titanium spricht jeden an.

Die hochwertigen Military Class 5 Komponenten halten was sie versprechen. Die großen Kühlkörper an Spannungswandlern und Southbridge halten die Temperaturen im grünen Bereich selbst mit OC. Sofern man auch eine CPU hat die sich gut übertakten lässt, kann man mit dem Z170A MPower Gaming Titanium den Prozessor bis ans obere Limit pushen… Features wie die POST und DEBUG LEDs welche die Fehlersuche bei Problemen erleichtert, hat man gerne. Was ich mir vielleicht gewünscht hätte, wären CMOS Clear, Boot und Reset Tasten. Diese wurden jedoch absichtlich weggelassen weil es diese nur mit dem etwas teureren Z170A XPower Gaming Titanium gibt. Schnittstellen bzw. Ports wie M.2, U.2 und USB 3.1 Gen 2 bieten eine gewisse Zukunftssicherheit. Ggf. hätte integriertes WLAN die Z170 Titanium Boards von MSI weiter aufgewertet, wobei ich auch nachvollziehen kann wieso MSI diese weggelassen hat.

Schade finde ich, dass man nicht alle SATA / M.2 / U.2 Ports gleichzeitig belegen kann. Dies ist leider ein Plattformbedingtes Problem, welches man leider nur umgehen kann, wenn man auf den Sockel 2011-3 setzt. Der X99 Chipsatz bietet eine Anbindung mit mehr Lanes, aber auch die CPUs für den 2011-3 Sockel haben mehr PCIe Anbindungen.

Der Kaufpreis von 230€ spricht sicher nicht jeden Geldbeutel an. Jedoch muss man auch klarstellen, dass es sich um ein OC-Mainboard für Enthusiasten handelt. Wenn man auf „Nice-To-Have“ Features wie POST/DEBUG LEDs, das super Design, die große Backplate, die großen Kühlkörper, den U.2 Slot, etc. verzichten kann, könnt Ihr getrost auf halb so teure Z170 Boards greifen.

Abschließend möchte ich mich bei computeruniverse und bei MSI nochmals für die TEST IT & KEEP IT Aktion bedanken. Ihr habt mir die Gelegenheit gegeben dieses wunderbare Mainboard zu testen.

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