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    Kaufberatung Akkuladegeräte

    Batterie-Tankstellen

    Technik macht Spaß, doch nur so lange auch Strom vorhanden ist. Der wird aber oft schneller knapp als einem lieb ist, besonders bei tragbaren Geräten, die nicht ans Stromnetz angeschlossen sind und Batterien brauchen. Manche Geräte benötigen dabei so viel Strom, dass man bei Dauerreinsatz beinahe täglich die Stromkonserven wechseln muss.

    Häufiges Austauschen von Batterien ist jedoch recht teuer und zudem nicht sehr umweltverträglich. Normalbatterien sind nämlich nicht wieder aufladbar und müssen gesondert entsorgt werden - in den normalen Hausmüll dürfen sie nicht. Eine clevere Alternative sind wiederaufladbare Batterien, also Akkus. Sie landen nicht nach jedem Gebrauch auf dem Müll, sondern in einem Ladegerät, das ihnen die verlorene Energie zurückgibt und sie wieder fit für den nächsten Einsatz macht.

    Eine Frage des Typs

    Bis zu 1000-mal sind einige Akkus wieder aufladbar, vorausgesetzt man behandelt sie gut. Mit aufladen ist es dabei oft nicht getan. Denn entscheidend ist die Frage, mit welchem Typ Ladegerät man wieder Strom in die Akkus pumpt. Es gibt unterschiedliche Techniken, mit denen die Stationen arbeiten und die jeweils Einfluss auf die Akkus nehmen.

    Nur wenn ein Ladegerät die Akkus gut behandelt, können diese ihre volle Lebenserwartung erreichen. Es ist also wichtig, auf ein gutes Ladegerät zu setzen. Doch woran erkennt man gute Ladegeräte? Lesen Sie in den folgenden Kapiteln, worauf Sie beim Kauf achten sollten.


    Technische Unterschiede

    Warum sich überhaupt Gedanken über ein Ladegerät machen? Auch einfachste Geräte machen doch ihren Job, oder? Jein! Strom in die Akkus schicken können alle. Entscheidend sind jedoch die Fragen, wie viel, wie lange und was passiert wenn der Akku voll ist? Vor der Kaufentscheidung sollte man daher die zur Verfügung stehenden Typen kennen und sich gezielt auf die Suche nach der besten Alternative machen. Denn selbst ein höherer Anschaffungspreis ist auf Dauer günstiger, wenn die verwendeten Akkus doppelt so lange leben und man seltener Nachschub kaufen muss.

    Unterschiede

    Grob gesagt unterscheidet man zwischen einfachen oder dummen und intelligenten Ladegeräten. Einfache Versionen laden Akkus ununterbrochen mit konstantem Strom und zwar solange bis man das Gerät ausschaltet oder vom Netz nimmt. Alle eingelegten Akkus behandeln sie gleich, unabhängig von deren Leistungsdaten oder ihrem aktuellen Ladezustand.

    Intelligente Ladegeräte passen demgegenüber den Ladestrom mit Hilfe eines Prozessors an. Sie schalten nach Erreichen der vollen Ladung den Ladevorgang ab und wechseln zur Erhaltungsladung, sorgen also dafür, dass die Akkus stets auf vollem Niveau bleiben und nicht wieder entladen. Zudem nehmen sie Rücksicht auf die jeweilige Verfassung eines Akkus und behandeln nicht alle gleich.


    Universalladegeräte

    So genannte Universalladegeräte gehören zu den einfachen Ladegeräten. Sie können meist mehrere Akkugrößen verarbeiten, von kleinen Mikrozellen (AAA) bis zu großen Monozellen (D) und häufig auch 9-Volt-Blöcke. In der Regel sind sie für Nickel-Cadmium- (NiCd) und Nickel-Metall-Hybrid-Akkus (NiMH) gleichermaßen geeignet. Beide Typen dürfen jedoch nicht gleichzeitig im Gerät liegen. In der Regel besitzen sie einen Schalter, mittels dem sie auf die eine oder die andere Version einzustellen sind, auf eine Automatik verzichtet man hier.

    Liegen Nickel-Cadmium-Akkus im Gerät, werden diese zunächst entladen bevor der Ladevorgang beginnt. Das soll dem gefürchteten Memoryeffekt vorbeugen, bei dem ein Teil der Kapazität verloren geht, wenn die Akkus stets nur teilentladen sind. Universalladegeräte sind relativ günstig, laden zuverlässig, bieten jedoch keinen Schutz vor dem Überladen und behandeln alle Akkus gleich.

    Selbstengagement nötig

    Wer zu solch einem Gerät greift und eine möglichst lange Lebenserwartung seiner Akkus erzielen möchte, muss sich selbst einige Gedanken über Ladezustand und erforderliche Ladezeit seiner Akkus machen. Es gilt die Akkus voll zu laden ohne zu überladen. Nicht ganz geladene Stromspeicher machen schnell wieder schlapp und überladene nehmen Schaden. Dieser ist nicht sofort spürbar, resultier aber in einer deutlich verringerten Anzahl maximaler Ladezyklen. Statt bis zu 1000-mal lassen sich regelmäßig überladene Akkus nur wenige hundert Mal laden, zuweilen ist schon nach einhundert Durchgängen Schluss.

    Um Überladung zu vermeiden und den Akku nicht zu früh zu entnehmen, muss man genau errechnen, wie lange die Ladezeit für den jeweiligen Akku sein darf. Dazu benötigt man drei Angaben: Die Kapazität des Akkus, den Ladestrom des Gerätes und den so genannten Ladefaktor. Dieser stellt das Verhältnis zwischen zugeführter und entnommener Energie dar. Bei Nickel-Cadmium-Akkus liegt dieser in der Regel bei 1,4 und bei Nickel-Metall-Hybrid-Versionen bei 1,2.

    Ladezeit errechnen

    Die beiden erstgenannten Werte sollte man auf Akku und Ladegerät ablesen können. Zum Errechnen verwendet man folgende Formel: Kapazität mal Ladefaktor, geteilt durch den Ladestrom in Milliampere. Das sieht dann beispielsweise für einen NiMH-Akku so aus: (2000 mAh x 1,2 = 2400): 600 mA = 4 Stunden.

    Nicht immer geht es aber bei Universalladegräten so fix, mitunter laden diese mit sehr geringem Ladestrom, um die Folgen bei Überladen möglichst gering zu halten. So kann es in Extremfällen schon mal bis zu 24 Stunden dauern, bis ein Akku voll geladen ist. Normal sind aber etwa 6 bis 16 Stunden, abhängig vom eingelegten Akku.


    Ladegeräte mit Prozessorsteuerung

    In einem intelligenten Ladegerät steckt ein Prozessor, der dem Anwender die zuvor beschriebene Berechnung abnimmt. Zudem erkennt dieser den Zustand aller eingelegten Akkus und behandelt sie getrennt entsprechend ihrem Zustand. Sollte es nötig sein, entladen sie den Speicher zunächst, bevor sie einen schonenden Ladevorgang starten. Sind die Speicher voll, unterbrechen sie den Ladevorgang und wechseln zur Erhaltungsladung. Dabei ist gewährleistet, dass die Akkus stets ihre volle Kapazität erreichen, halten und nicht überladen werden. Schäden werden somit vermieden.

    Unkompliziert und sicher

    Einem solchen Ladegerät sollte man den Vorrang geben, wenn man sich selbst keine Gedanken über die Akkus machen möchte, jedoch deren Lebenserwartung soweit möglich ausschöpfen will. Allerdings überwacht nicht jedes Gerät, das mit einem Prozessor arbeitet automatisch alle Schächte getrennt. Hier sollte man stets einen Blick in die technischen Daten werfen, andernfalls besteht doch die Gefahr des Überladens, wenn das Gerät erst stoppt, wenn auch der letzte Akku voll ist.

    In aller Regel arbeiten die Geräte aber stets optimal. Somit benötigen sie auch keine Entlade- oder Auffrischfunktion, um älteren Akkus mehr Kapazität zu entlocken. Das bedeutet, man kann auch problemlos halb gefüllte Akkus aufladen, ohne dass diese Schaden nehmen oder ihre volle Kapazität verlieren. Am besten geeignet sind Ladegeräte, die nach dem so genannten Peak-Voltage-Detektion-Verfahren (PVD) oder mittels Delta U-Erkennung den Ladezustand ermitteln und die Ladeströme dahingehend anpassen, wobei erste Methode die genauere ist.

    Display vorteilhaft

    Weiterhin sollte man auf ein LCD-Display Wert legen, das den aktuellen Zustand der Akkus nicht nur grafisch, sondern auch in Prozentwerten angibt. Einfachere Ladegeräte zeigen nur per roter und grüner Leuchtdiode an, ob die Akkus geladen sind. Manche haben dabei die Angewohnheit, schon auf grün - also "voll" - zu schalten, bevor die Akkus wirklich komplett aufgeladen sind. Zuweilen haben diese aber erst zwischen 70 und 80 Prozent Ihrer Kapazität erreicht. Zwar sind sie dann einsatzbereit, halten allerdings nicht so lange durch. Bei einem Display mit Prozentanzeige ist man demgegenüber auf der sicheren Seite.

    Im Vergleich zu einfachen Ladegeräten sind prozessorgesteuerte Versionen etwas teurer. Durch längeres Leben der Akkus ist dieser Aufschlag jedoch schnell wieder eingespart. Hinzukommt ein deutlich höherer Komfort.


    Spezialladegeräte für kompakte Akkus

    Kleine Geschwister der Universalladegeräte sind Spezialversionen, die nur ein oder zwei Batterietypen aufladen können. Meistens sind das kleine Mikrozellen oder Mignonzellen (AA), von denen jeweils bis zu vier gleichzeitig hineinpassen. Überwiegend kommen diese Versionen nur mit Nickel-Metall-Hybrid-Typen zurecht.

    Ihr Vorteil: Sie sind klein, günstig und für manchen ideal für den Einsatz unterwegs. Handelt es sich um ein nicht intelligentes Ladegerät, gelten zudem die oben gemachten Einschränkungen, wie beispielsweise der fehlende Überladeschutz. Es gibt solche Versionen allerdings auch prozessorgesteuert. Lange Lebensdauer versprechen Kombipakete, die aus Ladegerät und Akkus bestehen. In der Regel sind beide aufeinander abgestimmt, so dass man eine hohe Lebensdauer erwarten kann.

    Nachteile dieser Gattung: Möchte man andere Akkutypen aufladen, benötigt man ein weiteres Ladegerät. Zudem braucht man bei vielen Versionen recht viel Platz an der Steckdose. Denn häufig sitzt der Stecker direkt am Gehäuse, so dass das komplette Gerät an die Dose muss. Dadurch blockiert es dabei benachbarte Steckdosen. Praktischer sind Ladegeräte, die per Kabel angeschlossen werden.


    Schnellladegeräte

    Hohen praktischen Nutzen versprechen Schnellladegeräte, die nur wenige Minuten benötigen sollen, bis die Akkus voll und einsatzbereit sind. Ganz so schnell wie die Hersteller versprechen geht es zwar oft nicht, denn die kurzen angegeben Zeiten lassen sich nur unter optimalen Bedingen erreichen. Meist dauert es aber weniger als eine halbe Stunde, bis der Ladevorgang abgeschlossen ist.

    Die Geräte sind sehr praktisch und arbeiten ebenfalls prozessorgesteuert. Trotzdem gibt es einen Nachteil, dessen man sich vor dem Kauf bewusst sein muss: Um so kurze Ladezeiten erreichen zu können, pumpen die Geräte sehr hohe Ladeströme in die Akkus. Für diese ist das allerdings nicht sehr gut, so dass sie sich nur etwa zweihundert- bis dreihundertmal aufladen lassen.

    Wer sich für solch ein Gerät interessiert und unterschiedliche Angebote miteinander vergleichen möchte, sollte bei den angegebenen Zeitwerten stets kontrollieren, für welchen Akkutyp die angegebene Zeit ermittelt ist. Der sollte bei den Herstellern idealerweise identisch sein, damit ein Vergleich der Geräte möglich ist.


    Ladegeräte mit Zeitschaltuhr

    Praktisch erscheinen Geräte, mit integrierter Zeitschaltuhr. Dabei handelt es sich um Universalladegeräte, bei denen die Uhr ein Überladen der Akkus verhindern soll. Die Funktionsweise: Die Geräte laden eine bestimmte Zeit und schalten anschließend einfach ab.

    Sind die Akkus zu diesem Zeitpunkt exakt gefüllt, ist alles in bester Ordnung. In der Praxis wird es aber vermutlich selten so genau passen. Oft dürfte es eher so kommen, dass die Akkus schon vor dem Abschaltzeitpunkt voll geladen sind oder ihre Kapazität noch nicht erreicht haben. In letzterem Fall machen die Akkus schon früher wieder schlapp, in ersterem nehmen sie gar Schaden durch Überladen. Setzt man solch ein Gerät ein, kann es hilfreich sein, ein Akku-Prüfgerät zu verwenden. Dies gibt genau Auskunft über den Ladezustand der Akkus.


    Wärme

    Beim Laden werden die Akkus warm, was durchaus in Ordnung ist (bis etwa 50 Grad). Werden sie jedoch sehr warm oder heiß, sollte man sie umgehend entfernen. Dann sind sie entweder überladen oder defekt. Test: Man sollte die Akkus unmittelbar nach dem Aufladen in der Hand halten können. Dann sind sie nicht zu warm.

    Einige Ladegeräte besitzen einen Kühler, um die Temperatur der Akkus niedrig zu halten. Das ist aber eher ein schlechtes Zeichen, denn wenn das Gerät seine Leistung ideal auf die Akkus abstimmt, werden diese nicht so warm, dass eine Kühlung notwendig wäre. Eine Kühlung könnte vielmehr einen Überladeeffekt verschleiern, weshalb man nicht guten Gewissens zu solch einem Gerät raten kann.

    Ein gutes Ladegerät sollte immer eine Temperaturüberwachung haben, auch wenn es mit Prozessor arbeitet. Diese würde den Ladevorgang immer dann unterbrechen, falls es einmal zu warm werden sollte. Ein Überladen ist somit in jedem Fall ausgeschlossen.


    Extras und Tipps

    Bei der Wahl des Ladegerätes sollte man stets darauf achten, dass man alle im Haushalt verwendeten Akkus damit aufladen kann, um eine Zweitanschaffung zu vermeiden. Diese kann aber immer dann sinnvoll sein, wenn man ein kleines Ladegerät mit in den Urlaub nehmen möchte. Dafür kann es dann unter Umständen auch wichtig sein, wenn Adapter für ausländische Steckdosen zum Lieferumfang gehören oder als Zubehör erhältlich sind.

    Nützliches für die Reise

    Auch ein 12-Volt-Adapter fürs Auto kann sehr hilfreich sein. Fürs Ausland ist es zuweilen nötig, die Geräte auch mit 110 Volt betreiben zu können. Dies ist in der Regel mit allen möglich, man sollte aber sicherheitshalber immer einen Blick in die technischen Daten werfen. Wer in sonnige Gefilde fährt, könnte auch auf ein Solarladegerät setzen. Das ist aber nur zu empfehlen, wenn man den Strom dringend braucht und sonst keine Gelegenheit zum Aufladen hat. Denn diese Typen liefern nur sehr geringe Ströme, so dass ein Akku extrem lange braucht bis er gefüllt ist. Problem auch: Der Ladestrom ist nicht konstant, was die Lebensleistung genauso verkürzen kann, wie Überladen.

    Viele Geräte, wie beispielsweise Digitalkameras, die mit handelsüblichen Batterien betrieben werden, benötigen häufig vier Akkus. Ein Ladegerät sollte für solch einen Fall auch in der Lage sein, die entsprechende Anzahl zeitgleich aufladen zu können. Um während des Ladens das jeweilige Gerät trotzdem nutzen können, kann man mit einem zweiten Satz Akkus arbeiten.

    Im Doppel laden

    Manche Geräte, in der Regel einfache Universalladegeräte, verlangen, dass Akkus immer paarweise aufgeladen werden müssen; sie kommen mit einzelnen Akkus nicht zu recht oder können diese beschädigen. Ausnahmen machen hier allerdings 9-Volt-Blocks. Sie lassen sich von jedem kompatiblen Ladegerät auch einzeln aufladen. Ja oft gibt es sogar nur einen entsprechenden Steckplatz.

    Übrigens, auch Akkus können auslaufen. Das ist sogar gewollt. Und zwar immer dann, wenn sie zu stark überladen werden. Dann bilden sich Gase, die aus Sicherheitsgründen entweichen müssen, um eine Explosion zu verhindern. Dazu öffnet sich ein Sicherheitsventil und der Akku läuft aus. Ist das geschehen, muss er entsorgt und darf nicht mehr wieder verwendet werden.