Schleifmaschinen – im Handumdrehen zu einer glatten Oberfläche

Mit einer Schleifmaschine werden Oberflächen aus Holz oder Metall schnell glatt und können lackiert oder lasiert werden. Verschiedene Modelle ermöglichen das Arbeiten in unterschiedlichen Arbeitsbereichen.


Saubere und glatte Oberflächen mit Schleifmaschinen

Sie sind ein Fan von alten Möbeln. Diese ganzen modernen Möbel, die es zu kaufen gibt, sind nichts für Sie. Statt neue Möbel zu kaufen, begeben Sie sich lieber auf die Suche nach alten Schätzen, die Sie dann entsprechend aufbereiten können und die anschließend einen Platz in Ihrem Haus finden. Für die Arbeiten an diesen alten Möbeln brauchen Sie einige Werkzeuge. Besonders wichtig ist für Sie Ihre Schleifmaschine. Viele der Möbelstücke sind gestrichen oder mit einer Oberfläche ausgestattet, die Sie entfernen möchten. Dafür ist eine Schleifmaschine ideal geeignet. Ihre Schleifmaschine ist mittlerweile aber etwas in die Jahre gekommen, darum möchten Sie sich jetzt eine neue kaufen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Schleifmaschinen es gibt und für welche Schleifarbeiten sie am besten geeignet sind.


Was ist eine Schleifmaschine?

Eine Schleifmaschine, oft auch einfach als Schleifer bezeichnet, ist ein Gerät, mit dem Beschichtungen entfernt werden können. Sie werden aber auch genutzt, um Oberflächen und Schnittkanten zu glätten. Der Schleifprozess ist ein spanendes Verfahren. Bei einem spanenden Verfahren wird Material abgetragen. Um das Material abtragen zu können, verfügen Schleifmaschinen beispielsweise über eine rotierende Scheibe, ein umlaufendes Schleifband oder auch einen Schleifkörper. Aus welchen Materialien die Schleifmittel bestehen, hängt vom zu bearbeitenden Werkstoff ab. Wird eine Schleifmaschine mit dem richtigen Schleifmittel ausgestattet, ist es möglich, fast jeden Werkstoff zu bearbeiten. Holz, Kunststoff, Glas, Metall, Keramik und Stein, alles kann geschliffen und poliert werden.


Welche Arten von Schleifmaschinen gibt es?

Winkelschleifer

Winkelschleifer sind auch bekannt als „Flex“ oder Trennschleifer. Sie werden hauptsächlich für die Bearbeitung von Metall genutzt. Es ist möglich, Metalle damit zu schleifen, zu entgraten oder auch zu trennen. Ein Winkelschleifer leitet die Motorkraft an eine rotierende Scheibe weiter, und zwar in einem Winkel von 90 Grad. Die Geräte sind mit einem Haltegriff ausgestattet und können neben Metall auch Stein und Keramik schleifen. Durch den Einsatz von speziellen Polierbürsten können auch Glanzpolituren durchgeführt und so Boote oder Autos auf Vordermann gebracht werden. Das Entfernen von Rost ist damit ebenfalls möglich.

Deltaschleifer

Da Deltaschleifer mit einer dreieckigen Schleifscheibe ausgestattet sind, werden sie häufig auch als Dreieckschleifer bezeichnet. Der Vorteil dieser dreieckigen Schleifscheibe ist, dass es damit möglich ist, auch in Ecken und Winkel zu gelangen. Deltaschleifer werden eingesetzt in allen Bereichen, die mit anderen Schleifern nur schwer erreichbar sind. Besonders häufig kommen Deltaschleifer für die Bearbeitung von kleinen Flächen zum Einsatz. Auch die Innenseiten von Schränken können damit geschliffen werden, ebenso wie kleine Werkstücke. Die Geräte sind sehr leicht und können ganz einfach bedient werden. Für die Benutzung stehen verschiedene Schleifblätter in unterschiedlichen Körnungen zur Verfügung.

Multischleifer

Multischleifer sind besonders flexible Schleifmaschinen. Sie können mit verschiedenen Aufsätzen und Bauteilen in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden. Es ist möglich, eine Dreiecksplatte wie bei einem Deltaschleifer zu montieren, aber auch Polierscheiben oder ein rechteckiger Schleifschuh können auf das Gerät gesetzt werden. In einem Multischleifer vereinigen sich die Vorteile von Delta- und Schwingschleifern, allerdings sind sie eher für kleinere Flächen geeignet. Multischleifer / Deltaschleifer werden oft für die Bearbeitung von Möbeln eingesetzt.

Exzenterschleifer

Ein Exzenterschleifer ist mit einer Schwingscheibe ausgestattet, die nicht nur schwingt, sondern gleichzeitig auch rotiert. Exzenterschleifer ermöglichen ein sehr schnelles und effizientes Arbeiten. Damit können aber auch feine Schliffe erzielt und gewölbte Flächen geschliffen werden. Da diese Modelle über eine runde Form verfügen, ist die Bearbeitung von Ecken damit nicht möglich. Wird das passende Schleifpapier mit einer entsprechenden Körnung gewählt, können mit einem Exzenterschleifer auch Polierarbeiten durchgeführt werden. Sie kommen sehr oft bei der Restauration von Möbeln zum Einsatz und werden beispielsweise zum Abschleifen der Möbel oder das Polieren von Lackierungen genutzt. Exzenterschleifer erzielen ein sehr homogenes Schleifresultat, bei dem es meistens keine sichtbaren Übergänge gibt.

Schwingschleifer

Schwingschleifer ähneln den Exzenterschleifern, allerdings haben sie keine Drehbewegung. Diese Geräte sind mit einer rechteckigen Schwungplatte ausgestattet, die vibriert. Auf diese Schwungplatte wird das zum Material passende Schleifpapier geklemmt. Schwingschleifer werden genutzt, um Oberflächen zu schleifen, zu schmirgeln oder zu polieren. Das Entfernen von Lacken und Farben auf alten Möbeln oder Türen gelingt damit problemlos.


Welche Schleifmaschine für welches Material?

Mit einem Exzenterschleifer können Metall, Kunststoff, Glas, Holz, Lacke und Farben bearbeitet werden. Deltaschleifer eignen sich für die Bearbeitung von Lacken, Farben und Holz sowie das Schleifen von Metall. Für das Schleifen von Stein oder Metall ist ein Winkelschleifer eine gute Wahl. Er kann auch für Naturstein und Keramik genutzt werden. Ein Schwingschleifer ist optimal geeignet für die Bearbeitung von großen Holzflächen.


Was sollte man beim Kauf einer Schleifmaschine beachten?

Wer sich eine Schleifmaschine kaufen möchte, sollte dabei nicht nur nach dem geplanten Einsatzbereich entscheiden, sondern auch einen Blick auf die technischen Eigenschaften des Geräts werfen. Die folgenden Merkmale sind wichtig beim Kauf von Schleifmaschinen.

  • Leistung
    Die Leistung ist das entscheidende Merkmal für die Geschwindigkeit und Präzision einer Schleifmaschine. Je höher die Leistung einer Schleifmaschine ist, desto schneller bewegt sich auch der jeweilige Schleifteller. Es gibt allerdings viele Arten von Schleifmaschinen, die unterschiedliche Bauweisen haben und somit auch über eine unterschiedliche Leistung verfügen. Winkelschleifer beispielsweise können eine Leistung zwischen 1.000 und 2.500 Watt haben, bei Exzenterschleifern gibt es eine Bandbreite von 250 bis 700 Watt. Hochwertige Geräte wie Makita Schleifmaschinen oder Bosch Schleifmaschinen sind meistens mit einer hohen Wattzahl ausgestattet.
  • Gewicht und Griff
    Die meisten Schleifgeräte werden per Hand bedient. Daher ist es wichtig, dass eine solche Handschleifmaschine möglichst wenig Gewicht hat und über einen ergonomischen Griff verfügt. Nur dann ist es möglich, damit auch über eine längere Zeit problemlos arbeiten zu können. Auch beim Gewicht ist es so, dass dies von Art zu Art variiert. Während Winkelschleifer recht leicht sind und meistens zwischen 1,5 und 2,5 kg wiegen, können Exzenterschleifer um einiges schwerer sein, diese Modelle sind mit Gewichten zwischen 1 und 9 kg erhältlich.
  • Absaugfunktion
    Die Absaugfunktion ist besonders praktisch. Beim Schleifen entsteht immer viel Staub, ganz egal, welches Material bearbeitet wird. Eine Schleifmaschine mit einer Absaugfunktion sorgt dafür, dass der Staub sofort dann abgesaugt wird, wenn er entsteht. Dadurch wird die Arbeit erleichtert und es ist nicht nötig, nach der Arbeit den Staub mühsam aus allen Ecken zu entfernen.
  • Akkubetrieb
    Viele Schleifmaschinen stehen auch mit Akkus zur Verfügung. Diese Modelle können besonders flexibel genutzt werden. Alle Hersteller bieten mittlerweile Geräte mit Akku an. Auch viele der sehr beliebten Metabo Schleifmaschinen sind mit einem Akku ausgestattet.

Wie schleife ich richtig?

Holz schleifen

Rohes Holz mit einer rauen und unebenen Oberfläche sollte zunächst grob geschliffen werden, das Schleifpapier sollte dafür eine Körnung von 60 bis 80 haben. Dabei sollte in Richtung der Maserung gearbeitet werden, ein gleichmäßiger Druck ist bei der Arbeit sehr wichtig. Nach dem Grobschliff sollte das Werkstück entstaubt werden. Vor dem zweiten Arbeitsgang sollte das Holz mit einem Schwamm leicht angefeuchtet werden. Durch dieses Anfeuchten richten sich die Holzfasern auf, die beim ersten Arbeitsgang niedergedrückt wurden, diese können dann beim zweiten Gang mit erfasst werden. Sobald das Holz trocken ist, erfolgt der sogenannte Mittelschliff mit einer Körnung von 80 bis 120, dabei wird quer zur Maserung geschliffen. Abschließend erfolgt der Feinschliff mit einer Körnung von 120 bis 240.

Tipp:Das Holz kann auch öfters befeuchtet werden. Je öfter der Vorgang durchgeführt wird, desto glatter wird im Endeffekt die Oberfläche des Holzes.

Lackierte Holzflächen

Bei lackierten Holzflächen ist es ratsam, zunächst mit einem Spachtel alles Poröse grob zu entfernen. Am besten gelingt das Abschleifen von Lack mit einem Exzenterschleifer. Auch hier sollten die Flächen in mehreren Schritten geschliffen werden. Der erste Schliff erfolgt mit einer Körnung zwischen 40 und 80, quer zur Maserung. Danach mit immer feinerem Schleifpapier arbeiten, und zwar in Faserrichtung. Der abschließende Schliff sollte mit einer Körnung von 120 bis 240 erfolgen. Wichtig ist, dass nicht zu lange auf einer Stelle geschliffen wird, um Vertiefungen zu vermeiden. Zwischen den einzelnen Durchgängen immer den Staub entfernen.

Tipp:Um einen Lack aufzuarbeiten, kann die Fläche mit einer Körnung von 180 leicht angeschliffen und danach überlackiert werden.

Metall abschleifen

Metall ist ein Material, das sehr robust ist und für gewöhnlich viele Jahre lang gute Dienste leistet. Allerdings wird Metall auch schnell rostig und muss dann vom Rost befreit werden. Es gibt auch viele Metalloberflächen, die durch eine Bearbeitung ganz anders gestaltet werden können. Wer den Lack auf seiner Metalloberfläche nicht mehr sehen kann, schleift ihn einfach ab und lackiert die Fläche neu. Metalloberflächen können sehr gut mit einem Multischleifer, einem Deltaschleifer, einem Winkelschleifer oder einem Exzenterschleifer bearbeitet werden. Auch hier sollten poröse Stellen im Lack zuvor mit einem Spachtel entfernt werden. Metall sollte mit einer leichten Körnung bearbeitet werden, eine 180er Körnung ist eine gute Wahl. Wird mit grobem Schleifpapier gearbeitet, können schnell Kerben entstehen.


Was muss ich bei der Wahl des Schleifpapiers beachten?

Bei der Wahl des richtigen Schleifpapiers spielt die Körnung eine sehr wichtige Rolle. Die Körnung wird in Zahlen zwischen 6 und 1.000 angegeben. Diese Zahlen geben an, wie viele Körner pro cm² auf dem Schleifpapier vorhanden sind. Ein Beispiel: Die Körnung 100 zeigt an, dass das Schleifpapier über 100 Körner pro Quadratzentimeter verfügt. Generell gilt, je geringer die Zahl ist, desto grober ist das Schleifpapier. Beim Schleifen wird fast immer mit einer groben Körnung begonnen und bei jedem Durchgang wird eine feinere Körnung genutzt. Hier eine Übersicht:

  • Größere Schleifarbeiten: 6 bis 30, grobe Körnung
  • Vorschleifen von unbehandelten Oberflächen: 36 bis 80, mittlere Körnung
  • Anschleifen von zu lackierenden Oberflächen: 100 bis 180, feine Körnung
  • Polierarbeiten, Behandlung von grundierten Flächen: 220 bis 1.000, sehr feine Körnung

Welche Fehler sollte man beim Schleifen nicht machen?

Beim Schleifen sollte die Schleifmaschine nicht zu steil gehalten werden, sonst kann es zu Wellen im Holz kommen. Dieser Fehler wird sehr häufig gemacht, es bedarf ein wenig Übung, den richtigen Winkel zu finden. Ein weiterer Fehler ist, mit einer zu hohen Umdrehung zu arbeiten. In dem Fall kann es passieren, dass das Werkstück verbrennt oder schwarze Streifen im Holz entstehen. Auch bei der Wahl des Schleifpapiers können Fehler gemacht werden. Wird ein Schleifpapier mit einer zu groben Körnung genutzt, kann es beim Schleifen zu Kratzern kommen.


Schleifmaschinen – schnell zu einer sauberen, glatten Oberfläche

Eine Schleifmaschine kann sehr vielseitig eingesetzt werden. In der heutigen Zeit gehen immer mehr Menschen dazu über, alte Dinge nicht einfach zu entsorgen, sondern sie wieder aufzuarbeiten. Das gilt nicht nur für Möbel, auch Dekostücke aus Holz oder Metall werden heute oft bearbeitet. Dafür ist eine gute Schleifmaschine wichtig. Entscheiden Sie sich für den Schleifer, der am besten zum gewünschten Einsatzzweck passt. Schwingschleifer, Winkelschleifer, Exzenterschleifer oder Deltaschleifer, alle Modelle können sehr flexibel und vielseitig eingesetzt werden. Finden Sie in unserem Sortiment genau das Modell, das am besten zu Ihrem Einsatzbereich passt.