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Kaufberatung Schnurlostelefone 


Direkt zu den Telefonen

1. Bewegungsfreiheit

2. Analog oder Digital?

3. Reichweite

4. Display

5. Akkuleistung

6. Ausstattung

7. Leicht erweiterbar

Bewegungsfreiheit

Auf dem Balkon, im Garten oder einfach ohne Stolpergefahr durch die Wohnung laufen, mit einem Schnurlostelefon gewinnt man ungemein viel Bewegungsfreiheit. Kein Festnageln mehr an einen bestimmten Ort, Schluss mit verdrehten und verknoteten Kabeln. Selbst wenn sie noch so lang sind, haben sie doch ihr Ende. (pr)

Moderne Schurlostelefone sind auch längst nicht mehr klobig, sie gleichen viel mehr einem Handy, schrumpfen in Größe und Gewicht, bekommen immer ausgefeiltere Funktionen und passen bequem in die Hemdtasche. Störende Antennen sind oft ins Gehäuse integriert.

Die große Beliebtheit der Schnurlosen hat zu einer wahren Flut von unterschiedlichen Modellen geführt. Wer heute ein solches Telefon kaufen möchte, muss aus einer Riesenzahl von Modellen das passende heraussuchen. Das ist nicht immer ganz leicht. Telefonieren kann man zwar mit allen Telefonen, doch Design, Gewicht und vor allem Ausstattung trennen schnell die Spreu vom Weizen.

Mit dieser Kaufberatung hoffen wir Ihnen die Wahl des richtigen Telefons erleichtern zu können.

Analog oder Digital?

Es gibt sie immer noch, die analogen Schnurlostelefone. Doch obwohl sie relativ günstig sind, kann man nicht guten Gewissens zum Kauf raten, denn die Sprachqualität dieser Telefone entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Sie rauschen und knacken und können obendrein sehr leicht abgehört werden. Auch bei der Reichweite, also der möglichen Entfernung von der Basisstation - dem Empfänger -, können Sie nicht mit digitalen Geräten mithalten.

Digitale Varianten sollte man daher stets vorziehen. Zu erkennen sind sie in der Regel am Kürzel "DECT". Das steht für Digital Enhanced Cordless Telecommunications und beschreibt einen internationalen Standard für digitale Sprachübermittlung bei Schnurlostelefonen.

DECT-Telefone bieten ausgezeichnete Sprachqualität ohne Rauschen und Knacken und sind nahezu abhörsicher. Weiterer Vorteil: an einer Basisstation lassen sich mehrere Geräte betreiben (mehr Informationen dazu weiter unten). Aufgrund dieser Vorteile, beziehen wir uns in den folgenden Kapiteln explizit auf digitale Schnurlostelefone.

Reichweite

Die Reichweite beträgt bei den meisten Geräten bis zu 300 Meter im Freien und bis zu 50 Meter in Gebäuden. Allerdings handelt es sich dabei um theoretische Werte, die in der Praxis selten erreicht werden. So wird selbst bei Gebrauch im Freien die Basisstation im Haus stehen und somit mindestens eine Wand den Funkverkehr dämmen. Weiter können sich Büsche, Bäume, Gartenhäuschen und anderes hemmend auswirken und die Reichweite weiter verkürzen.

Im Haus spielt die Beschaffenheit von Wänden und Decken eine große Rolle. Massive Wände aus Stahlbeton lassen die Funkwellen wesentlich schlechter passieren, als Holz oder Rigipswände. Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt und vom fünften Stock in den Keller geht, muss damit rechnen, dass die Verbindung abbrechen kann. Innerhalb einer Wohnung und auch in normal großen Gärten wird man aber stets Empfang haben.

Wer auf die Überbrückung großer Distanzen angewiesen ist, kann den Empfangsradius mit einem sogenannten Range-Extender - auch Repeater genannt - vergrößern. Dieses Gerät ist eine Sende- und Empfangseinheit, die mit einer Basisstation oder einem weiteren Extender kommunizieren kann und somit die Ausdehnung der Empfangsfläche ermöglicht.

Display

Ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des Schnurlosen ist das verwendete Display. Es sollte in der Lage sein neben Zahlen auch Buchstaben darzustellen. Andernfalls werden nur Ziffern oder Sondersymbole als Platzhalter eingesetzt, deren Bedeutung aber nicht ersichtlich ist und die man auch schnell wieder vergisst. Zum Aufrufen bestimmter Einstellungen muss mitunter eine komplette Zahlenkombination eingetippt werden, was das Lesen des Handbuchs zwingend erforderlich macht.

Besser sind Menüs, die ganze Worte anzeigen, sie machen die Bedienung einfacher und intuitiver. Damit aber sämtliche Einträge komplett lesbar sind, sollte das Display ausreichend groß sein. Weniger als drei Zeilen sollte es nicht darstellen können, besser sind vier oder fünf Zeilen, das erhöht die Übersicht.

Mehrzeilige Displays sind kein übertriebener Luxus, denn zu Zeiten mit Call-by-Call-Vorwahlen werden Telefonnummern mitunter sehr lang. Wird dann nicht die gesamte Nummer angezeigt, kann man nicht kontrollieren, ob man die Nummer korrekt eingetippt hat.

Wichtig ist auch, dass das Display sichtbar ist, wenn das Telefon zum Aufladen in der Basisstation steht oder liegt. Leider trifft man immer noch auf Geräte, deren Display nicht sichtbar ist. So kann man den Anrufer nicht identifizieren.

Akkuleistung

Mitentscheidend bei der Auswahl sollte der verwendete Akku und dessen Leistung sein. Günstige Telefone besitzen oft noch einen Nickel-Cadmium-Akku (NiCd). Diese sind zwar billig doch wiegen sie relativ viel und unterliegen vor allem dem so genannten Memory-Effekt. Das bedeutet, sie merken sich, wenn sie nie ganz entladen werden die verbrauchte Kapazität und stellen künftig nur diese zur Verfügung. Ihre volle Leistungsfähigkeit "vergessen" sie dabei. Das führt dazu, dass schon nach kurzer Zeit ein neuer Akku gekauft werden muss.

Deutliche Vorteile hat der Nickel-Metallhybrid-Akku (NiMH). Er ist etwas leichter, hält länger durch und unterliegt kaum dem Memory-Effekt. Um seine volle Leistungsfähigkeit zu erhalten, sollte man das Telefon aber etwa einmal pro Monat ganz leer laufen lassen.

Am besten geeignet sind Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion). Sie sind leicht und trotzdem sehr leistungsfähig. Außerdem unterliegen sie überhaupt keinem Memory-Effekt. Allerdings trifft man bei Schnurlostelefonen noch recht selten auf diesen Akku-Typ.

Um nicht nach jedem Gespräch zur Ladestation laufen zu müssen oder mitten im Dauergespräch unterbrochen zu werden, sollte der Akku möglichst leistungsfähig sein. Als Standard gelten heute etwa 100 Stunden Betriebsbereitschaft (Standby) und zehn Stunden Gesprächszeit. Je mehr, desto besser. Schön ist, wenn man das Telefon nur einmal pro Woche aufladen muss.

Ausstattung

An komfortablen Ausstattungsdetails darf es natürlich nicht mangeln. Zum guten Ton gehört ein Telefonbuch, das den gesamten Freundeskreis aufnehmen kann und noch Platz für neue Einträge lässt. Hundert Speicherplätze sollten es daher schon sein. Besonders praktisch ist es, wenn man häufig gewählte Nummern per Kurzwahl aufrufen kann. So muss man nicht ständig durchs Telefonbuchhangeln.

Fünf Kurzwahltasten gelten als Untergrenze, zehn oder mehr erhöhen den Komfort. Meist ist es selbstverständlich, dass innerhalb des Telefonbuches die Eingabe des Anfangsbuchstaben genügt, um sämtliche Namen, die damit beginnen, aufzurufen. Trotzdem schadet es nicht, nach diesem Detail Ausschau zu halten. Fehlt die Funktion wäre das schmerzhaft.

Noch nicht Standard aber sehr komfortabel ist die Möglichkeit, mehrere Call-by-Call-Vorwahlen abspeichern zu können. Je nach Ziel wählt man eine bestimmte Vorwahl per Tastendruck und wählt anschließend die Zielnummer oder ruft diese aus dem Telefonbuch auf.

Praktisch ist es auch, schon beim Klingeln erkennen zu können wer anruft. Dazu muss das Telefon die CLIP-Funktion (Calling Line Identification Presentation) unterstützen. Dann wird beim Klingeln automatisch die Nummer des Anrufers angezeigt. Steht dieser im integrierten Telefonbuch, sieht man sogar seinen Namen. Zusätzliche Voraussetzung für diese Funktion ist ein ISDN-Anschluss oder für Analogkunden, die Freischaltung des Dienstes bei der Telekom gegen Gebühr.

Weitere interessante Ausstattungsdetails sind ein integrierter digitaler Anrufbeantworter, der ohne Kassette auskommt und dadurch fixer "spult" oder auch ein ins Mobilteil integrierter Vibrationsalarm für flüsterleisen Empfang in kritischen Situationen. Wer beim Abwaschen oder bei der Gartenarbeit telefonieren möchte, sollte auf eine anschließbare Freisprecheinrichtung achten. Mit ihr kann man während des Telefonierens einfach weiterarbeiten. Auch eine ins Gerät integrierte Freisprechfunktion ist praktisch, wenn mehrere Teilnehmer mit dem Anrufer sprechen wollen und man nur ein Mobilteil zur Verfügung hat.

Wer Kinder hat oder alte Familienmitglieder pflegt, sollte auf die Funktionen Babyfon, Direktruf und Raumüberwachung achten. Für die Babyfon- und die Raumüberwachungsfunktion ist ein zweites Mobilteil nötig. Dieses wird im Kinderzimmer oder bei der älteren Person abgelegt. Registriert es ein Geräusch, schaltet es sich ein und überträgt alles an ein weiteres Mobilteil. Ähnlich funktioniert die Raumüberwachung, allerdings mit dem Unterschied, dass man aktiv den Kontakt zum Telefon im zu überwachenden Raum aufnimmt und hört, ob sich dort etwas rührt.

Sind Kinder oder hilfebedürftige Menschen allein im Haus, ist die Direktruffunktion sehr wichtig. Sie gestattet es durch Drücken einer beliebigen Telefontaste eine zuvor gespeicherte Nummer anzurufen. Wessen Kinder schon älter sind und gerne und viel telefonieren, freut sich sicher über die Möglichkeit, ein Kostenlimit pro Mobilteil festlegen zu können.

Schließlich sollte auch an der Basisstation ein Knopf nicht fehlen, der hilft ein verlegtes Mobilteil wiederzufinden. Ist das Telefon verschwunden, drückt man den Knopf und das Mobilteil fängt so lange an zu fiepen bis Sie es wiedergefunden haben.

Übrigens, wer zwei Mobilteile besitzt kann diese ohne Basisstation überall als Funksprechalternative einsetzen. Allerdings ist der Empfangsradius sehr begrenzt.

Leicht erweiterbar

Ein besonders angenehmer Vorteil von digitalen Schnurlosen, ist die Möglichkeit mit zusätzlichen Mobilteilen eine kleine Telefonanlage aufbauen zu können. Voraussetzung dafür ist, dass die Basisstation sowie die zu integrierenden Mobilteile den GAP-Standard (Generic Access Profile) unterstützen. Dieser ermöglicht das Einbinden weiterer Mobilteile ganz gleich welchen Herstellers. Wer also eine schnurlose Telefonanlage besitzt kann irgendein GAP-fähiges Mobilteil kaufen und in die Anlage integrieren.

Je nach Basisstation können bis zu zehn Mobilteile in einem Haushalt funken, üblich sind aber sechs bis sieben Geräte. Man spricht beim Einsatz mehrerer Telefone auch von Multilink. So kann jedes Familienmitglied sein eigenes Telefon bekommen. Auch Gespräche untereinander sind möglich und sogar kostenlos, da dafür keine Telefonleitung nötig ist. Praktisch wenn man im Garten, Keller oder beim Nachbarn ist und sich an etwas erinnern muss.

Es können auch mehr als zwei Teilnehmer telefonieren und so eine kleine Konferenz bilden. Auch externe Gesprächspartner können daran teilnehmen, steht ein ISDN-Anschluss zur Verfügung können sogar zwei Externe teilnehmen. Darüber hinaus kann man auch Gespräche durchstellen. Nimmt Mobilteil A ein externes Gespräch entgegen, kann das Telefonat an jedes angeschlossene Schnurlose weitergeleitet werden. Auch parallele Gespräche sind möglich. Sind zum Beispiel vier Mobilteile installiert können A und B sowie C und D miteinander reden, oder C spricht während dessen mit einem externen Teilnehmer.

Wer sich so sehr in sein Telefon verliebt hat, dass er es gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, kann dieses auch mit zur Arbeit oder Freunden und Bekannten nehmen und dort telefonieren. Voraussetzung dafür ist zum einen, dass dort auch eine DECT-Telefonanlage installiert ist und zum anderen, dass das Mobilteil so genanntes Multi-Base oder Multi-Environment unterstützt. Das gestattet, dass es an verschieden Basisstationen angemeldet sein kann.

Buchtipps

Weitere Informationen zum Thema Telefone finden Sie in diesen Fachbüchern.


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