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Kaufberatung PC-Lautsprecher 


Direkt zu den Lautsprechern

1. Anwendungszweck

2. Mit oder ohne Subwoofer?

3. Flach wie eine Flunder

4. Raumklang

5. Aktivlautsprecher

6. Magnetische Abschirmung

7. Die Leistung

8. Der richtige Anschluss

9. Die Klangqualität

Zu einem Computer gehören Lautsprecher. Ohne sie würde man keinen Warnton und keinen Maileingang wahrnehmen. Man könnte keine MP3s hören, keine Videoclips oder DVDs genießen. Also gilt: wer keine hat, muss welche kaufen. Zumeist liegen dem PC nämlich keine Boxen bei, so dass man selbst für den Klanggenuss sorgen muss. Doch zu welchen Lautsprechern soll man greifen? Wie findet man die besten? Wie viel muss man ausgeben? Und was bekommt man fürs Geld? (pr)

Dass Lautsprecher nicht gleich Lautsprecher ist, dämmert einem spätestens bei einem Blick auf die Preisspanne, sie reicht von knapp zehn bis etwa 1000 Euro. Auch äußerlich gibt es gewaltige Unterschiede. Neben unterschiedlichem Design, fallen vor allem die Gehäusemaße und deren Anzahl ins Auge. Von Kaffeebecher großen Paarlautsprechern bis zu mehrteiligen ausgewachsenen Beschallungsanlagen, die manche HiFi-Anlage in den Schatten stellen, reicht das Angebot.

In den folgenden Kapiteln möchten wir Ihnen daher die Unterschiede der einzelnen Systeme erläutern, so dass Ihnen die Wahl der für Sie richtigen Lautsprecher leichter fällt. (pr)

Anwendungszweck

Die erste Einschränkung bei der Auswahl der Lautsprecher ist der Anwendungszweck. Wie oft sitzt man vor dem PC, was will man hören und wie wichtig ist exzellente Klangqualität? Sicher ist es schön, dem Windows-Anmeldesound mit sattem vollen Klang und Ohren schmunzelnden klaren Höhen lauschen zu können. Doch wer kaum mehr als diesen Ton, sowie die Erinnerung des Terminkalenders oder den Emaileingang hören möchte, braucht keine Soundanlage, wie sie das nächste Kino bietet. Hier reicht meist das gute alte Stereopaket, bestehend aus zwei Lautsprechern. Sollen es wirklich nur Warntöne sein und vielleicht hin und wieder der Ton einer witzigen Webanimation oder eines Sharewaregames, kann man guten Gewissens zu kostengünstigen Boxen greifen.

Wer oft und gerne während der Arbeit Musik hört, sollte lieber etwas mehr investieren und auf wichtige Leistungs- und Ausstattungsdetails achten (mehr Informationen dazu in den folgenden Kapiteln). Ist Musik hören die Hauptanwendung und schauen Sie keine DVDs, oder spielen Sie nicht oder nur sehr selten ein aufwendiges PC-Game, reichen auch hier Stereolautsprecher, also zwei Gehäuse.

Wer dagegen den PC zur Multimediazentrale ausbauen möchte und DVDs mit Raumklang genießen und auch beim PC-Game, Gegner von hinten heranschleichen hören möchte, braucht mehr Boxen, die Sound von vorne und von hinten bieten.

Mit oder ohne Subwoofer?

Hat man sich für Stereolautsprecher entschieden, steht man vor der Frage: mit oder ohne Subwoofer. Bei einer Raumklanganlage stellt sich diese Frage nicht, da diese normalerweise mit einem Subwoofer ausgeliefert werden.

Ein Subwoofer ist eine etwa Schuhkarton große Lautsprecherbox, die ausschließlich tiefe Töne, die Bässe, wiedergibt. Kommt er zum Einsatz, kann man vollen satten Sound mit knackigen Bässen erwarten. Da er den beiden verbleibenden Lautsprechern, Satelliten genannt, die tiefen Töne abnimmt, kommen diese mit verhältnismäßig kleinen Gehäusen aus. Das spart Platz auf dem Schreibtisch, denn der Subwoofer braucht dort nicht zu stehen. Er findet irgendwo unter dem Schreibtisch Platz. Das ist möglich, weil das menschliche Ohr tiefe Töne kaum orten kann. Ein Subwoofersystem hat also zwei entscheidende Vorteile: Es bietet satteren Sound und spart Platz neben dem Monitor ist also ideal für kleine Schreibtische geeignet.

Flach wie eine Flunder

Wer absolut keinen Platz auf dem Schreibtisch hat, trotzdem aber nicht auf Musik verzichten möchte, kann zu Flachlautsprechern greifen. Sie sind flacher als ein TFT-Display, können mit Hilfe eines Standfußes aufgestellt oder ohne diesen an der Wand aufgehängt werden. Sie sind ungemein schick und sehr praktisch. Durch ihr kleines Gehäuse sind sie aber zwingend auf die Hilfe eines Subwoofers angewiesen. Doch unter dem Schreibtisch dürfte dieser kaum stören.

Übrigens, bei Platzmangel helfen auch Wandhalterungen für normale kleine Satellitenboxen. Man muss also nicht unbedingt zu Flachmännern greifen, die optisch nicht unbedingt etwas für jeden sind.

Raumklang

Wer Sound wie im Kino hören möchte, braucht unbedingt auch Boxen neben oder hinter sich. Denn nur dann bekommt man das Gefühl tief im Geschehen dabei zu sein. Sind normale Stereolautsprecher auch noch so gut, sie binden den Zuschauer nicht so tief ins Geschehen ein. Auch wenn sie über so genannten virtuellen Raumklang verfügen, der per Tastendruck ein- und ausgeschaltet werden kann, vermitteln sie stets das Gefühl, das der Ton sich nur vor einem, nicht aber um den Betrachter herum abspielt. Virtueller Raumklang ist kaum mehr als ein Marketinggag. Die Lautsprecher strahlen bei einer entsprechenden Einstellung den Ton lediglich weiter nach außen ab, so dass zwar ein Unterschied aber kein Raumklang wahrnehmbar ist.

Echte Raumklangsysteme arbeiten meistens mit fünf Lautsprechern und einem Subwoofer. Dabei werden vorne zwei Lautsprecher rechts und links des Bildes aufgestellt und ein so genannter Center-Lautsprecher in der Mitte über oder unter dem Monitor. Zwei weitere Lautsprecher werden hinter dem Betrachter oder seitlich auf gleicher Höhe angebracht. Damit der Ton auch richtig auf die Boxen aufgeteilt wird, ist ein Dekoder nötig. Er ist entweder bereits auf der Soundkarte integriert, wird als externes Gerät mit den Lautsprechern geliefert oder muss zusätzlich erworben werden. Es existieren verschiedene Techniken, nach denen der Sound auf die Kanäle aufgeteilt wird. Empfehlenswert und am weitesten verbreitet ist zurzeit Dolby Digital.

Aber nicht nur Kinofans sollten auf Raumklang setzen. Die Technik ist für PC-Gamer mindestens genauso interessant. So hat man auch beim Spielen das Gefühl, sich mitten in der Szene zu befinden. Für Actiongames kann es sogar lebenswichtig sein, das Geschehen hinter der Spielfigur akustisch verfolgen zu können. Denn ansonsten würde man von hinten anschleichende Gegner gar nicht wahrnehmen.

Aktivlautsprecher

Da die Soundkarte und der PC keine eingebauten Verstärker besitzen, muss dieser in die Lautsprecher integriert werden. Auch in der HiFi-Welt gibt es solche Lautsprecher, man nennt sie Aktivlautsprecher. Man muss sie per Hand einschalten und extra mit Strom versorgen. Einige Systeme haben intelligente Stecker, die zwischen PC-Netzteil und dessen Netzkabel zwischen gestöpselt werden. Andere Lautsprecher benötigen eine eigene Steckdose für den Anschluss. Da das Netzteil oft nicht in eine der Boxen integriert, sondern im Stecker untergebracht ist, sollte man über ausreichend Platz in der Steckerleiste verfügen.

Magnetische Abschirmung

In Lautsprechern arbeiten, je nach Größe unterschiedlich starke Magneten. Direkt neben dem Monitor haben diese negativen Einfluss auf das Bild. So kann es zu Farbverfälschungen und Unschärfe kommen. Damit das nicht passiert, schirmen die Hersteller von PC-Lautsprechern diese ab, so dass die magnetische Strahlung die Boxen nicht verlassen kann. Aktivlautsprecher, die für Walkman, MP3-Player und Co angeboten werden, sind dagegen in der Regel nicht abgeschirmt, so dass man diese nicht am PC betreiben sollte. Anders herum kann man PC-Lautsprecher ohne weiteres mit tragbaren Musikgeräten benutzen.

Die Leistung

Bei der Angabe der Musikleistung hat sich in den letzten Jahren eine Unsitte eingebürgert: die Angabe in PMPO. Vermerke wie "450 Watt PMPO" sind keine Seltenheit und haben nur den einen Sinn, sie sollen verkaufen helfen. Die wirkliche Musikleistung, die sich dahinter verbirgt, beträgt aber etwa nur ein zehntel des PMPO-Wertes, oft sogar noch weniger. Manchmal findet man die wahre Leistung angegeben in RMS (Root Mean Square) in der Beschreibung. Dahinter verbirgt sich die wahre Musikleistung beziehungsweise die Durchschnittsbelastbarkeit.

PMPO-Werte stellen die Grenze dessen dar, was ein Lautsprecher in extrem kurzer Zeit als Leistungsspitze verträgt, bevor er zerstört wird. Solche Werte lassen sich nur im Labor messen. Wer versucht einen Lautsprecher mit 450 Watt PMPO-Leistung mit einem 450-Watt-Verstärker zu betreiben, wird diesen unweigerlich zerstören.

Entstehen konnte solch eine Einheit eigentlich nur, weil sich in vielen Köpfen die Meinung eingepflanzt hat, dass mehr Leistung gleichzusetzen ist mit höherer Qualität und auch höherer erreichbarer Lautstärke. Dies stimmt aber nicht, beziehungsweise nur zum Teil. Für die hohe Lautstärke ist nicht nur die Belastbarkeit Maß gebend, sondern vielmehr der Wirkungsgrad eines Lautsprechers. Man misst ihn in Dezibel (dB). So spart beispielsweise ein um drei Dezibel höherer Wirkungsgrad die Hälfte der Verstärkerleistung. Haben die Boxen einen sehr hohen Wirkungsgrad, reichen bereits weniger als 5 Watt Dauerleistung, um Fensterscheiben zum Vibrieren zu bringen. Denn bei durchschnittlicher Zimmerlautstärke gibt ein Verstärker nur etwa ein Watt Leistung ab.

Der richtige Anschluss

Meist schließt man die PC-Lautsprecher mit einem kleinen Klinkenstecker an die Soundkarte an, einige Systeme kann man auch per USB anschließen. Das macht aber nur bedingt Sinn. So erspart man sich möglicherweise das unter den Tisch krabbeln, falls die USB-Anschlüsse besser zugänglich sind, doch eine Verbesserung des Klangs ist durch den USB-Port nicht zu erwarten, zumindest nicht per se. Einziger Unterschied: das Signal wird digital zum Lautsprecher übertragen, muss aber dort wieder ins Analoge zurückgewandelt werden.

Schließt man die Lautsprecher per USB an, wird die Soundkarte komplett umgangen. Einen dort integrierten Dolby-Digital-Dekoder kann man so nicht nutzen. Vorteilhaft ist das Umgehen der Karte nur, wenn man Musik gerne an einer schlechten Soundkarte vorbeilotsen möchte. Allerdings gilt zu bedenken, dass solch ein Lautsprechersystem auch einen freien USB-Anschluss blockiert, an den man sonst eventuell MP3-Player, Digicam oder andere Geräte anschließen würde. Hinzu kommt, dass man für ein USB-System einen Treiber installieren muss, was bei Anschluss an eine Soundkarte entfällt.

Vorteilhaft für die Installation und eventuelles Austauschen der Verbindungskabel, beispielsweise gegen längere, sind steckbare Verbindungen. Sind die Kabel dagegen fest mit den Lautsprechern verbunden droht Kabelsalat.

Wer hin und wieder Musik über einen Kopfhörer hören möchte, sollte auf einen Anschluss dafür an einer der Boxen achten. Stöpselt man den Kopfhörer dorthinein, verstummen die Lautsprecher automatisch. Für den Einsatz eines Headsets ist zusätzlich ein Mikrofoneingang nötig.

Die Klangqualität

PC-Lautsprecher bieten mitunter einen wirklich erstaunlich guten Klang. Doch sollte man nicht erwarten, eine durchschnittliche gute HiFi-Anlage übertrumpfen zu können. Dafür sind PC-Systeme nicht ausgelegt. Lediglich Lautsprecher für den Musikstudiobetrieb erreichen eine vergleichbare Qualität und übertrumpfen diese mitunter. Doch keine Angst, gute PC-Lautsprecher sind aber weit davon entfernt zu quäken, diese Gefahr besteht höchstens bei einigen kostengünstigen Systemen. Viele bieten sehr guten Sound, der allemal ausreicht, um den Alltag am PC zu meistern. Auch eine DVD kann man mit tollem Sound genießen, nur das allerletzte Quäntchen Qualität fehlt halt. Dazu müsste man dann doch den PC an die HiFi-Anlage anschließen.

Tipp: achten Sie für das Feintuning des Klangs unbedingt auf Klangregler. Denn nicht jeder mag den Klang genauso, wie er aus den Boxen kommt. Mal ist der Bass zu schwach oder die Höhen zu flau. Dann ist es gut wenn man etwas nachregeln kann. Es sollten aber für Tiefen und Höhen getrennte Regler am Lautsprecher sein. Ein gemeinsamer "Tone"-Regler führt eher zu matschigem Sound als zu besserer Qualität, denn der hebt und senkt das gesamte Klangspektrum.

Buchtipps

Weitere Informationen zum Thema Lautsprecher finden Sie in diesen Fachbüchern.



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