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1. Papier ist nicht gleich Papier
2. Unterschiedliche Papierarten
3. Beschichtung entscheidend
4. Gewicht
5. Welches Papier für welchen Zweck?
6. Haltbarkeit der Leuchtkraft
7. Tipps
8. Fazit: Gutes Papier ist die halbe Miete
Direkt zum Papier
Papier ist nicht gleich Papier
Warum sehen eigentlich ausgedruckte Beispielfotos im PC-Shop oft viel besser
aus als die eigenen Ausdrucke? Nun, hier hat der Druckerhersteller zu optimalem
Papier gegriffen und natürlich auch eine perfekte Vorlage verwendet. Beides
ist besonders wichtig für überzeugende Druckergebnisse.
Viele unterschiedliche Papiere buhlen um die Gunst des Käufers. Günstige Papiere,
die in Drucker, Kopierer oder Schreibmaschine passen wie auch dicke Hochglanzvarianten
mit relativ hohen Seitenpreisen jedoch ideal für fotorealistische Ausdrucke.
Hier gilt es, den optimalen Mittelweg zu finden, also überzeugende Ausdrucke
auf bezahlbarem Papier. Oft ist man dabei auf Kompromisse angewiesen, so dass
es sinnvoll ist, verschiedene Papiersorten für unterschiedliche Zwecke zu verwenden.
Welche Papiersorten für welche Aufgabe am besten geeignet sind und worauf Sie
bei der Auswahl der besten Sorte achten sollten, erklären wir in den folgenden
Kapiteln. (pr)
Unterschiedliche Papierarten
Grundsätzlich gilt: je besser das Papier, desto höher die erzielbare Druckqualität.
Um abschätzen zu können, welche Ergebnisse sich mit den unterschiedlichen Papierarten
erreichen lassen, muss man deren Eigenschaften kennen. Wir stellen deshalb die
gängigsten Papiere vor und beschreiben kurz deren Charaktere.
Normalpapier
Hiermit ist Kopierpapier gemeint, das man häufig sogar als Angebot im Supermarkt
findet. Normalpapier ist sehr leicht und dünn und in der Regel unbeschichtet,
so dass es unkontrolliert Tinte absorbiert. Diese dringt tief in das Papier
ein und vermischt sich dort. Folge: die ineinander laufenden Farben - man spricht
auch von ausbluten - führen zu einem kontrastarmen, fast matschig wirkendem
Bild mit blassen Farben und geringer Leuchtkraft. Zudem führt die große Saugfähigkeit
des Papiers zu erhöhtem Tintenverbrauch.
Normalpapier eignet sich somit nicht zur Ausgabe von Fotos. Für den Briefwechsel
ist es schon eher verwendbar. Allerdings muss man auch hier mit Verlaufen der
Farbe rechnen. Dies macht sich durch leicht unscharf wirkende Buchstaben bemerkbar.
Für die Kündigung des Mietvertrages kann man es guten Gewissens verwenden. Eine
Bewerbung sollte man aber lieber auf anderem Papier ausgeben.
Für Schwarz-Weiß-Laserdrucker ist Normalpapier dafür sehr gut geeignet. Im Gegensatz
zur Tinte verläuft der aufgebrachte Toner nicht, das Schriftbild ist klar.
Inkjetpapier
Inkjetpapier ist weißer als Normalpapier und besitzt somit eine höhere Leuchtkraft.
Zudem saugt es die Farben nicht auf, wodurch das Ausbluten verhindert wird.
Dadurch erhält man besseren Kontrast, höhere Farbsättigung und leuchtendere
Farben gegenüber Normalpapier. Fotos wirken deutlich lebendiger und Texte sind
dank klarerem Schriftbild lesbarer.
Inkjetpapier bietet sich somit für jeglichen Schriftwechsel an, der einen guten
Eindruck hinterlassen soll. So lassen sich auch kleinere Fotos, wie beispielsweise
das Passfoto für eine Bewerbung, ansprechend wiedergeben.
Inkjetpapier ist ein absoluter Allrounder, das bei Texten, Grafiken, und Konstruktionszeichnungen
eine besonders gute Figur macht. Für Erinnerungsfotos, die man dauerhaft im
Bilderrahmen aufstellen möchte, ist es aber nicht die erste Wahl. Dafür eignet
sich Fotopapier deutlich besser.
Fotopapier
Fotopapier gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Angefangen vom leichten
matten Papier, bis zum schweren hoch glänzenden Karton. In diesem Abschnitt
behandeln wir das große Mittelfeld mit den günstigeren und leichteren Versionen.
Die Papiere sind optimiert für den Fotodruck. Das heißt, sie sind mit einer
Schicht überzogen, die den Farbauftrag absolut konstant hält, also dafür sorgt,
dass jeder Tintentropfen dort bleibt, wo der Drucker ihn hingesetzt hat und
nicht verläuft.
Es gibt sie meist mit matter oder glänzender Oberfläche. Somit hat man hier
die gleiche Wahl wie auch im Fotolabor für die Entwicklung herkömmlicher Fotos.
Allerdings ist es nicht nur eine Geschmacksfrage, denn die unterschiedliche
Oberfläche stellt auch die Fotos unterschiedlich dar.
Hochglanzpapier kann kleinste Bilddetails besser herausarbeiten, so dass die
Fotos schärfer und kontrastreicher wirken. Gleichzeitig deckt diese Eigenschaft
auch kleine Bildfehler gnadenlos auf, wie beispielsweise eine leichte Unschärfe
des Fotos. Diese würde man bei mattem Papier nur bei genauerem Hinsehen bemerken.
Insgesamt können Ausdrucke auf Fotopapier mit denen von Laboren konkurrieren.
Allerdings fühlt man bei leichteren dünneren Sorten in der Hand den Unterschied
zum professionellen Abzug.
Nachteil von Fotopapieren: sie sind für den Textdruck weniger geeignet. Wenn
auch das Schriftbild gar nicht so schlecht ist, hinterlässt ein Brief auf dickem
glänzendem Papier doch einen ungewohnten Eindruck. Hinzu kommt, dass der Seitenpreis
für den Textdruck zu hoch ist.
Premium Fotopapier
In diese Rubrik fällt das so genannte Glossy-Papier. Das ist dicker Hochglanzkarton,
also schweres Papier, dass exakt das gleiche Gefühl vermittelt wie ein Laborabzug.
Premium Fotopapier ist die erste Wahl, wenn man Fotos in allerhöchster Qualität
drucken möchte.
Die Bilder besitzen eine hohe Brillanz, kräftig leuchtende Farben und einen
ausgezeichneten Kontrast. Die Papiere sind hervorragend für Bilder geeignet,
die man im Bilderrahmen aufstellen und Verwandten und Bekannten schenken möchte.
Sonstige
Neben den genannten Arten, gibt es noch eine ganze Reihe Spezialpapiere, wie
beispielsweise für den Visitenkartendruck, CD-Hüllen und andere. Daneben gibt
es Transferpapiere für die Gestaltung von T-Shirts oder Kaffeetassen. Auch Spezialfolien
für die Präsentation auf einem Overhead-Projektor sind erhältlich. Ihre Anwendung
ist selbst erklärend und wird hier daher nicht näher erläutert.
Beschichtung entscheidend
Die bisher genannten Eigenschaften der unterschiedlichen Papierarten geben bereits
einen guten Überblick über deren Verwendungszweck. Doch um aus der Menge des
Angebots das Beste herauszufiltern und dem Probeausdruck im PC-Shop ein wenig
näher zu kommen, ist es nötig, sich etwas eingehender mit der Beschichtung der
Papiere zu befassen.
Man unterscheidet zwei Formen: quellendes und poröses Papier. Die Grundbasis
unter dem Beschichtungsauftrag ist in der Regel identisch, da sie auf das Bild
keinen Einfluss hat. Sie sollte nur möglichst dick sein, um das gleiche schwere
Gefühl eines Fotoabzugs zu vermitteln.
Quellend
Gilt ein Papier als quellend, zieht die Tinte relativ langsam in das Papier
ein. Dabei quillt das Papier bis auf etwa dreifache Dicke auf. Während des relativ
langen Trocknungsprozess' zieht es sich aber wieder zur Ursprungsdicke zusammen.
Dabei kapselt es die Farben, bzw. die Tinte förmlich ein. Somit sind diese besonders
resistent gegen Verwischen und auch weniger stark dem Alterungsprozess ausgesetzt,
soll heißen: sie leuchten länger.
Da die Tinte aber langsam einzieht, sind quellende Papiere nicht besonders gut
für sehr schnelle Drucker geeignet. Grund: die Tinte verwischt leicht beim Transport
durch das Gerät. Bei langsamen Tintenstrahlern besteht diese Gefahr nicht.
Bild: Hewlett Packard
Verhalten von quellendem Papier
Links: neues Papier; Mitte: nach dem Druck; Rechts: nach dem Trocknen
Porös
Poröses Papier nimmt die Tinte sehr schnell auf. Man erreicht das durch den
Auftrag kleinster Partikel, die so über- und nebeneinander liegen, dass die
Tinte schnell und gezielt in die Zwischenräume eindringen kann. Somit kommt
es auch bei sehr fixen Druckern nicht zu Verwischern.
Nachteil allerdings: die Oberfläche ist nicht versiegelt wie beim quellenden
Papier. Das bedeutet, dass Luft, insbesondere Ozon, genauso leicht wie die Farbe
in die Poren eindringen kann. Da das Ozon neben dem Sonnenlicht größter Feind
der Farben ist, verblassen sie auf diesem Papier schneller. Besonders ärgerlich:
selbst an dunklen Stellen, wie im Fotoalbum, wo kein Licht hingelangt, altern
auf porösem Papier gedruckte Bilder schneller, da auch dort das Ozon hingelangt.
Bild: Hewlett Packard
Verhalten von porösem Papier
Links: neues Papier; Mitte: nach dem Druck; Rechts: nach dem Trocknen
Nicht immer lässt die Beschreibung eines Papiers Rückschlüsse auf die Beschichtung
zu. Daher sollte man im Zweifelsfall die Webseite des Papierherstellers aufrufen
und dort die Beschaffenheit kontrollieren.
Einen kleinen Anhaltspunkt geben aber markante Aussagen in der Beschreibung.
So kann man hinter Ausdrücken wie "Schnell trocknend", "Instant dry" oder Vergleichbarem
meist ein poröses Papier vermuten. Spricht der Hersteller dagegen von langer
Haltbarkeit der Leuchtkraft, handelt es sich oft um quellendes Papier.
Gewicht
Wie schon in den vorherigen Abschnitten angesprochen, gibt es Papier mit unterschiedlichem
Gewicht. Man misst dafür das Gewicht eines Bogens von einem Quadratmeter Fläche.
Normalpapiere sind mit 90 bis 100 Gramm (pro Quadratmeter) sehr leicht. Sie
sind dünn und lassen das Gedruckte leicht durchschimmern. Für Laserdrucker und
Kopierer gibt es sogar noch leichtere Varianten mir nur 80 Gramm und darunter.
Fotopapier hat demgegenüber meist ein Gewicht von mindestens 150 Gramm und ist
somit schon nahezu doppelt so dick. Premium Fotopapier wiegt sogar noch mehr.
Bis weit über 200 Gramm bringt es auf die Waage. Das ist schon so dick, dass
man auch von Karton spricht. Erst ab etwa 200 Gramm kommt das Gefühl auf, ein
richtiges Foto in den Händen zu halten.
Doch bevor Sie schwere Wahre kaufen, kontrollieren Sie in jedem Fall, ob Ihr
Drucker damit auch zurechtkommt. Denn jedes Gerät hat eine Obergrenze. Nicht
jeder Drucker kann gewichtigen Karton aufnehmen.
Welches Papier für welchen Zweck?
Im Abschnitt zu den unterschiedlichen Papierarten haben wir bereits erklärt,
dass für Foto- und Textdruck jeweils andere Papiere nötig sind. Darüber hinaus
gibt es noch weiteres zu berücksichtigen.
Wer nämlich Papier von zwei Seiten bedrucken möchte, beispielsweise für ein
Faltblatt, sollte zu einer Sorte greifen, die explizit dafür ausgelegt ist.
Es muss entweder doppelseitig beschichtet sein oder so dick, respektive schwer,
dass nichts durchscheint oder gar Tinte durchsickern kann.
Apropos Faltblatt, für Dokumente, die durch viele Hände wandern und lange halten
sollen, bevor sie einreißen oder unansehnlich werden, sollte man etwas dickeres
Papier verwenden, da dieses widerstandsfähiger ist.
Haltbarkeit der Leuchtkraft
Einschneidender Nachteil selbst gedruckter Fotos gegenüber Laborabzügen ist
die kürzere Haltbarkeit. Oft fangen Bilder schon kurz nach dem Druck an zu verblassen.
Die Ursache liegt meist darin, dass die Tinte ungeschützt den Umgebungseinflüssen
ausgesetzt ist.
Ärgster Feind ist das direkte Sonnenlicht. Es nimmt den Farben schnell die Leuchtkraft.
Auch die Luft, insbesondere das Ozon, sowie die Luftfeuchtigkeit setzen den
Bildern zu. Wer lange Freude an seinen Bildern haben möchte, sollte daher einiges
berücksichtigen.
Wenn möglich, sollten Sie bei der Wahl des Papiers zu einer quellenden Version
greifen. Das konserviert die Farben von Haus aus schon recht gut. Weiterhin
kann man Spezialtinte wählen, die auf Langlebigkeit getrimmt ist und für länger
anhaltende Leuchtkraft sorgen soll.
Ist ein Bild gedruckt, hängen Sie es niemals in direktes Sonnenlicht. Da macht
früher oder später jedes Bild schlapp. Bewahren Sie Fotos am besten in einem
Bilderrahmen hinter Glas auf. Das Glas bremst die Luftzufuhr sehr stark, so
dass das Ozon nur eine kleine Chance hat. Auch vor Zigarettenrauch ist es dort
besser geschützt. Hohe Luftfeuchtigkeit gilt es ebenfalls zu vermeiden. Sie
weicht die Farben wieder auf und lässt sie vermischen. Das Bild wirkt dann mit
der Zeit immer matschiger.
Tipps
Wenn nicht ausdrücklich anders beschrieben, besitzt jedes Papier immer eine
optimierte Seite für den Ausdruck. Nur auf dieser kann man optimale Ergebnisse
erzielen. Achten Sie deshalb stets darauf, dass die bedruckbare Seite zu den
Druckköpfen zeigt. Bei Hochglanzpapier ist diese leicht auszumachen, schwieriger
kann es mitunter beim Inkjetpapier sein.
Können Sie die bedruckbare Seite auf dem Papier nicht ausmachen, sehen Sie auf
der Verpackung nach. Dort ist meistens eine Markierung für die jeweilige Seite
angebracht. Selbst bei Normalpapier gibt es häufig Markierungen. Suchen Sie
nach einem kleinen Pfeil an der Seite der Packung.
Leider allzu oft druckt man Fotos, die auf dem Monitor perfekt aussehen, auf
dem Papier aber einen Farbstich haben, oder zu hell respektive dunkel sind.
Ursache dafür ist, dass die Monitoreinstellungen nicht an den Drucker angepasst
sind. Abhilfe schafft eine Kalibrierung, also ein Abgleich der Farben. Besonders
leicht und effektiv geht das mit dem Digital
Quality Tool.
Leichte Unterschiede sind aber leider nie auszuschließen, da leuchtende Bilder
(wie am Monitor) immer lebendiger wirken als gedruckte. Hinzu kommt, dass das
vom Monitor verwendete RGB-Farbmodell mehr Farben darstellen kann als das vom
Drucker verwendete CMYK-Farbmodell.
Auch die Einstellungen im Druckdialog haben Einfluss auf die Bildqualität. Hier
muss unbedingt als Medium das eingelegt Papier gewählt sein, da der Drucker
den Farbauftrag nach dieser Einstellung vornimmt.
Fehlt eine mögliche Vorauswahl, müssen Sie durch Ausprobieren der vorhandenen
Parametereinstellungen die optimalen Werte für Ihr Papier suchen. Das verbraucht
leider etwas Papier und Tinte, doch wenn Sie die so ermittelten Werte abspeichern,
ist für die Zukunft gute Bildqualität gesichert.
Übrigens, testen Sie doch mal den Druck in niedrigeren Auflösungen. Sie werden
erstaunt sein, wie gut die Bildqualität ist und wie viel schneller der Druckvorgang
abgeschlossen ist.
Fazit: Gutes Papier ist die halbe Miete
Um das zu Beginn angesprochene Testbild in gleicher Qualität drucken zu können,
ist also auch entsprechend gutes Papier nötig. Selbst beste Drucker können auf
Normalpapier nur mittelmäßige Bildqualität liefern.
Doch mit dem richtigen Papier alleine ist es nicht getan. Man braucht auch eine
sehr gute Vorlage, einen guten Drucker, gute Tinte sowie optimale Einstellungen
für den Monitor und die Druckausgabe. Nur wenn alles stimmt, können Drucker
und Papier zur absoluten Höchstleistung auflaufen.
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