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1. Die Augen der Kamera
2. Anwendungszweck
3. Brennweite und Verlängerungsfaktor
4. Lichtstärke
5. Blende
6. Alleskönner oder Spezialisten?
7. Spezialisten
8. Bildstabilisator
9. Filter
10. Anschlüsse
11. Alte Objektive
12. Staub, Schmutz und Wasser
13. Sonnenblende
14. Günstig und gut?
15. Fazit
Direkt
zu den Objektiven
Die Augen der Kamera
Wer eine schlechte Brille hat, kann nicht gut sehen; zumindest wenn die Augen
ohne Sehhilfe nicht mehr auskommen. Was für das menschliche Auge gilt, trifft
auch für eine Spiegelreflexkamera zu. Diese ist ohne Linsenvorsatz nahezu blind
und braucht deshalb ein Objektiv, um überhaupt etwas erkennen zu können. Das
Schöne und einer der Hauptvorteile einer Spiegelreflexkamera: Man kann Objektive
wechseln und die Sehhilfen damit ideal jeder Situation anpassen.
Doch gilt wie auch für Brillen: Es gibt deutliche Qualitätsunterschiede. Was
letztendlich in der Kamera landet, muss erst die Linsen des Objektivs passieren.
Verursacht dieses Abbildungsfehler, kann die Kamera die nicht mehr ausbügeln.
Da ist es fast egal, wie gut Kamera und verwendeter Sensor sind. Sie müssen
mit dem leben, was sie zu sehen bekommen.
Kompromisslösung Einsteigerpaket
Schlechte Bildqualität sollte man deshalb nicht gleich der Kamera anlasten,
sondern zunächst einmal das Objektiv als Verursacher ansehen, vorausgesetzt
der Fotograf hat selbst keinen Fehler gemacht. Gerade einfache Objektive, wie
etwa solche die man häufig im Starterpaket einer digitalen Spiegelreflexkamera
findet, erfüllen oft nicht höchste Ansprüche, sondern sind ein Kompromiss. Für
Einsteiger, die erst einmal den Umgang mit einer Spiegelreflexkamera lernen
müssen, sind sie vollkommen in Ordnung. Doch wenn man mehr möchte, ist schnell
der Wunsch nach einem neuen, besseren Objektiv da.
Dabei steht nicht nur die Suche nach einem Ersatz des Einstiegsobjektives im
Interesse des Fotografen, sondern auch Spezialobjektive, die den Leistungsumfang
erweitern. Schnell stellt man jedoch fest, dass gute Objektive genauso viel
oder mehr als die eigentliche Kamera kosten können. Spätestens dann müssen ambitionierte
Knipser einsehen: Die Kamera ist nur ein Teil des Fotospaß', die Objektive sind
mindestens genauso wichtig, oder sogar noch wichtiger.
Gute Kenntnis wichtig
Aufgrund der zuweilen großen Preisunterschiede sollte man genau wissen, was
man mit dem Objektiv anstellen möchte und welche Eigenschaften für dessen Auswahl
wichtig sind. Dafür ist es unabdingbar einige Fachbegriffe zu kennen und die
technischen Werte der Objektive richtig einschätzen zu können. In den folgenden
Kapiteln finden Sie daher auf Ihrer Suche zum geeigneten Objektiv wichtige Informationen,
Tipps und Hilfestellung. (pr)
Anwendungszweck
Bevor man auf die Suche nach einem geeigneten Spielpartner für die Kamera geht,
gilt es zunächst zu entscheiden, wofür man ein neues Objektiv einsetzen will
und was und wo man damit überwiegend fotografieren möchte. Um für diesen Zweck
ein geeignetes Objektiv zu finden, ist es dann wichtig, die Vorstellungen in
technische Angaben zu übersetzen, nach denen die Objektive angeboten werden.
Denn an ihnen lässt sich ablesen, ob es sich um ein Weitwinkel-, ein Normal
oder ein Teleobjektiv handelt. Genauso ist ersichtlich, ob es sich problemlos
bei schummrigem Licht einsetzen lässt, ohne auf einen Blitz zugreifen zu müssen
oder auf einen Bildstabilisator angewiesen zu sein. Für viele ebenfalls wichtig:
Deckt ein Objektiv einen ganzen Bereich ab, also lässt sich damit auch zoomen,
oder ist man auf eine feste Einstellung begrenzt?
Brennweite und Verlängerungsfaktor
Welcher Teil eines Motivs in die Kamera gelangt, gibt die Brennweite an. Hier
kann man den zu fotografierenden Ausschnitt sowie eine mögliche Vergrößerung
ablesen. Mit dem Wort Brennweite meint man den Abstand von der Linse zum fokussierten
Punkt auf dem Sensor. Je näher Fokussierpunkt und Linse einander sind, desto
niedriger ist die Brennweite und desto weiter das Bild, das auf den Sensor trifft.
Entfernt sich die Linse vom Fokuspunkt, wird der Bildausschnitt enger. Folge:
Es gelangen weniger Informationen in Kameranähe auf den Sensor und das Zoom
nimmt zu.
Von Weitwinkel bis Tele
Die Brennweite gibt man in Millimeter (mm) an. Ein niedriger Wert entspricht
dabei einer weitwinkligen Aufnahme, während ein hoher Wert für eine starke Vergrößerung
steht, also weit Entferntes an den Betrachter heranholt. Der Blickwinkel des
menschlichen Auges beträgt analog zur Fotografie etwa 45 Millimeter. Bei niedrigeren
Werten bilden die Objektive folglich mehr Informationen ab, als man mit einem
Blick selbst erhaschen könnte; bei höheren Werten nur einen Ausschnitt davon,
allerdings vergrößert also näher herangeholt.
Basis Kleinbildformat
Basis der Werte und Kennzahlen ist immer noch die Analogfotografie und damit
das Kleinbildformat. Auch heute beziehen sich die Angaben auf den Objektiven
immer noch auf dieses Format, selbst dann wenn ein Objektiv ausschließlich für
den digitalen Einsatz konzipiert ist. Analoge Objektive sind für die Belichtung
der Kleinbildfläche optimiert. Bei digitalen Spiegelreflexkameras sind die Bildsensoren
in der Regel jedoch kleiner als das Kleinbildformat. Meist erreichen sie nur
etwa zwei Drittel der Kleinbildfläche.
Verlängerungsfaktor
Der Sensor kann daher nur einen Ausschnitt (engl. Crop) des Gesamtbildes aufnehmen,
was sich wie eine Verlängerung der Brennweite auswirkt. Um wie viel sich die
Brennweite verlängert, gibt der Verlängerungs- oder auch Crop-Faktor an. Wie
groß dieser ist, errechnet sich aus dem Verhältnis der Sensorgröße zum Kleinbildformat,
meist liegt er zwischen 1,5 und 1,6, bei einigen Kameras aber sogar um den Faktor
2. Typischerweise weisen Nikon-Kameras einen Faktor von 1,5, Pentax 1,55, Canon
1,6 und Olympus von 2 auf.
Brennweite errechnen
Die tatsächliche Brennweite muss man daher stets errechnen, indem man den angegebenen
Wert mit dem Verlängerungsfaktor multipliziert. Dieser ist jedoch bei jedem
Hersteller und manchmal sogar von Kamera zu Kamera unterschiedlich. Beispiel:
Ist für ein Objektiv der Brennweitenbereich 16 bis 55 Millimeter angegeben,
muss man diese Werte mit dem jeweiligen Verlängerungsfaktor des Herstellers
multiplizieren. Beträgt dieser beispielsweise 1,5, so ergeben sich realistische
Brennweiten von 24 bis 82,5 Millimeter.
Eine Ausnahme bilden Vollformatkameras. Bei ihnen ist der Sensor genauso groß
wie ein Kleinbild. Hier muss man nicht umrechnen und kann sich an die angegebenen
Werte halten.
Lichtstärke
Ein weiterer wichtiger Wert ist die Lichtstärke. An ihm kann man ablesen, wie
viel des Lichts, das vorne auf das Objektiv trifft, hinten in der Kamera noch
ankommt. Je niedriger der Wert, desto weniger Licht geht verloren, umso lichtstärker
ist folglich das Objektiv. Im Idealfall sollte gar kein Licht auf dem Weg zum
Sensor verloren gehen.
Mehr Licht
Bei hoher Lichtstärke wird das Bild folglich heller, oder anders ausgedrückt,
die Belichtungszeit wird kürzer. Das führt dazu, dass man selbst bei schlechten
Lichtverhältnissen ohne Blitz knipsen kann und weniger Angst vor dem Verwackeln
haben muss. Von einem lichtstarken Objektiv spricht man etwa ab dem Wert f2.8.
Dieser wird meist im Verhältnis zur Brennweite angegeben, was dann 1:2.8 ergibt.
Man findet die Angaben zur Lichtstärke nicht nur in den technischen Beschreibungen,
sondern meist auch im Namen und kann ihn vorne am Objektiv ablesen. Ist dort
nur ein Wert angeben, etwa 1:2.8, bietet das Objektiv die genannte Lichtstärke
über den gesamten Brennweitenbereich. Oft findet man dort jedoch zwei Werte.
Beispiel: 1:3.5-5.6. Das bedeutet, dass die Lichtstärke nicht über die gesamte
Brennweite gleich hoch ist. Bester Wert ist f3.5 und der schlechteste f5.6.
Es ist ein Kennzeichen hochwertiger Objektive, wenn die Lichtstärke gleich bleibend
hoch ist. Bei günstigeren Modellen nimmt diese bei steigender Brennweite, also
kräftigerem Zoom, ab.
Besseres Spiel mit Schärfentiefe
Weiterer Vorteil hoher Lichtstärke: Man kann mit großen Blenden arbeiten (siehe
nächstes Kapitel) und damit besser Objekte und Personen freistellen, da die
Tiefenschärfe bei kräftigerem Licht geringer ist. Freistellen bedeutet, dass
ein Bildaspekt scharf abgebildet ist, während der gesamte Rest unscharf bleibt.
Hohe Lichtstärke vermittelt beim Bildbetrachter ein wenig das Gefühl, der Fotograf
hätte unmittelbar vor dem Motiv gestanden; ein Vorteil besonders bei Teleobjektiven.
Ebenfalls beim Fotografieren von Tieren ist das ein Plus. Denn dabei soll meist
kein Blitz stören, dessen Einsatz möglicherweise einen aufwendigen Aufbau für
die ideale Ausleuchtung nach sich ziehen würde und Zeit kostet, die bei der
Tierfotografie oft fehlt.
Aufwand nötig
Lichtstarke Objektive sind aber meist teurer, da die Hersteller großen Aufwand
treiben müssen, um möglichst wenig Licht zu verlieren. Bei kleinen Brennweiten
ist die Preisdifferenz nicht so groß, da der Weg durchs Objektiv hier meist
kurz ist und weniger Aufwand nötig ist. Je länger die Brennweite, desto schwieriger
wird es für die Hersteller. Die Folge ist oft ein wachsender Durchmesser des
Objektivs und damit größere Linsen. Somit wird solch ein Objektiv allerdings
dann auch immer schwerer. Bei ganz großen Brennweiten ist daher oft ein Stativ
nötig um die Schwergewichte ruhig zu halten.
Blende
Die Blende ist ein variabel einstellbarer Lichtdurchlass im Objektiv. Sie regelt
wie viel Licht auf den Sensor trifft. Zusätzlich bestimmt die eingestellte Blende
den Bereich des Motivs, der scharf abgebildet werden soll. Die Größe der Blendenöffnungen
wird durch Zahlen benannt. Diese können für Einsteiger jedoch zunächst verwirrend
sein. Denn eine große, also weit geöffnete Blende, besitzt eine kleine Zahl,
während eine nahezu geschlossene Blende eine sehr hohe Zahl kennzeichnet.
Der eingestellte Wert der Blende hat also stets Einfluss auf den Lichtdurchlass
und die Tiefenschärfe. Bei größter Blende (kleiner Wert) strömt am meisten Licht
ein und die Tiefenschärfe ist am geringsten. Das bedeutet gleichzeitig: Nur
ein kleiner Teil des Motivs ist scharf, der Rest verschwimmt in Unschärfe.
Blende als Vergleichswert
Die maximale Lichtstärke gibt auch zugleich die größte Blendenöffnung an. So
bedeutet 1:2.8, dass die größte Blende den Wert 2.8 hat. Nimmt die Lichtstärke
mit wachsender Brennweite ab, verringert sich die Blende entsprechend. Folglich
bedeutet 1:5.6, dass der Blendenwert maximal 5.6 betragen kann und damit weniger
Licht durch das Objektiv gelangt. Anhand dieser Werte lassen sich Objektive
gut miteinander vergleichen.
Da die Blende den Lichtdurchlass regelt, hat sie entscheidenden Einfluss auf
die Belichtungszeit. Ist es dunkel und die Blende klein, muss diese länger geöffnet
bleiben, damit ausreichend Licht auf den Sensor trifft. Ist die Lichtstärke
des Objektivs hoch und damit die Blende bei düsterem Licht weiter geöffnet,
verringert sich die Belichtungszeit entsprechend.
Scharfes Ergebnis
Doch es gilt zu bedenken: Ist die Blende komplett geöffnet (kleiner Wert) sind
die Bilder bei den meisten Objektiven nicht ganz scharf, erst bei verringerter
Blende wird die Schärfe besser, was ebenfalls für ein lichtstarkes Objektiv
spricht. Bei fast geschlossener Blende nimmt die Schärfe ebenso wieder ab. Am
schärfsten sind Objektive etwa zwei bis drei Blenden unter ihrer maximalen Öffnung.
Somit ist es wichtig, dass ein gutes Objektiv einen großen Bereich abdeckt,
von besonders großer bis zu besonders kleiner Blende. Allerdings muss man auch
hier bedenken: Ein Objektiv erreicht nur bei einer Blende optimale Ergebnisse,
bei anderen Blenden fällt diese leicht ab.
Alleskönner oder Spezialisten?
Manche Anwender möchten den ständigen Wechsel der Objektive gerne vermeiden
und lieber immer nur mit einem fotografieren. Hier stellt sich dann die Frage,
ob man mit einer Brennweite zufrieden ist oder einen mehr oder weniger großen
Brennweitenbereich abdecken möchte. Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile.
Zoomobjektive
Wer aus Gründen der Bequemlichkeit zu einem Zoomobjektiv greift, sollte wissen,
dass er damit einige Kompromisse eingehen muss. Der Vorteil solch eines Zooms
ist zunächst, dass man kaum weite Wege gehen muss, um ein Motiv formatfüllend
vor die Linse zu bekommen. Denn viele Zoomobjektive beherrschen das Weitwinkelformat,
für eine hohe Abbildungsbreite von Motiven in unmittelbarer Nähe, wie auch Telebrennweiten,
um weit entfernte Szenen nahe an den Betrachter heranzuholen. Das erspart Fußmärsche
und ermöglicht großformatige Aufnahmen von Dingen, denen man sich nicht nähern
könnte.
Die Zoomleistung der Objektive ist dabei sehr unterschiedlich. Neben gängigen
Normalzooms, deren Brennweitenbereich oft zwischen 18 und 70 Millimeter, etwa
28 bis 105 Millimeter im Kleinbildformat, liegt, werden Superzooms zunehmend
populärer, die in Bennweitenbereiche von 200 Millimeter (Kleinbild 300 mm) und
mehr vordringen und auch eine Kirchturmuhr bildfüllend einfangen können.
Technische Herausforderung
Um zoomen zu können, müssen im Objektiv mehrere Linsengruppen hin- und herbewegt
werden können, das braucht einerseits Platz und andererseits Zeit. Um die Brennweite,
also das Zoom zu ändern, verändert sich im Objektiv der Abstand der einzelnen
Linsen. Dadurch verändert sich stets auch der Strahlenverlauf des Lichts. Damit
dieses immer parallel läuft, kommen zudem Korrekturlinsen zum Einsatz. Nur leichte
Ungenauigkeiten verstärken sich durch den Einsatz vieler Linsen. Auch Reflexionen
und Verzeichnungen sind durch diese technische Konstruktion begünstigt. Zudem
schluckt ein langes Objektiv mit vielen Linsen eine gehörige Portion Licht,
so dass man sich in der Regel mit weniger Lichtstärke zufrieden geben muss.
Auch die Detailschärfe kann leiden.
Je größer der Brennweitenbereich, desto größer in der Regel auch die Kompromisse.
Wer sich vorstellen kann, zumindest hin und wieder das Objektiv zu wechseln,
kann mit einem Normalzoom in Kombination mit einem Zoom für die oberen Brennweitenbereiche
mitunter eine höhere Qualität erreichen.
Vorteil Festbrennweite
Weniger Komfort, dafür aber eine höhere Bildqualität, verspricht eine Lösung
für alle, die eher bereit sind, Objektive zu wechseln oder sich auf nur eine
Brennweite zu beschränken. Als Standardobjektiv bietet sich ein so genanntes
Normalobjektiv mit einer Brennweite zwischen 40 und 60 Millimetern an, bezogen
aufs Kleinbildformat. Diese bilden die Umgebung etwa so ab, wie man sie selbst
sieht. Da die Brennweite nicht variabel ist, spricht man auch von Festbrennweite.
Dieser Typ verspricht eine höhere Bildqualität. Grund: Nur die für die Schärfeeinstellung
nötigen Linsen sind beweglich, alle anderen sind fest auf ihrem Platz und für
die jeweilige Brennweite optimiert. Auf lichtschluckende Korrekturlinsen kann
man weitgehend verzichten. Neben größerer Lichtstärke resultiert daraus ein
schärferes Bild mit höherem Kontrast und weniger Verzeichnung. Zudem fokussieren
solche Objektive schneller.
Wer wechselt gewinnt
Objektive mit Festbrennweite gibt es für jeden Brennweitenbereich, also auch
für Nahaufnahmen (Makro) oder Fernaufnahmen (Tele). Wer bereit ist zu wechseln
oder sich entsprechend auf ein Motiv zuzubewegen, wird in der Regel mit besserer
Bildqualität belohnt. Zudem sind Festbrennweiten meistens kompakter und - zumindest
bei kleineren Brennweiten - leichter als Zoomobjektive. Weiterer Vorteil: Man
fotografiert bewusster. Da man für den optimalen Bildausschnitt mitunter viele
Schritte gehen muss, denkt man mehr über jedes Foto nach. Mögliche Folge: bessere
Bilder.
Spezialisten
Ob nun per Zoomring oder durch Objektivwechsel: Für bestimmte Aufnahmen sind
jeweils besondere Fähigkeiten gefragt, die ein oder mehrere Objektive abdecken
müssen, um entsprechende Bilder schießen zu können.
Makroobjektive
Um ein Objekt aus nächster Nähe fotografieren zu können, muss das Objektiv Makroaufnahmen
erlauben. Das bedeutet, dass es auch noch scharfstellen können muss, wenn man
sehr dicht an ein Objekt herangeht oder zoomt, so dass dieses oder nur Teile
davon formatfüllend auf das Bild gelangen. Ablesen kann man diese Fähigkeit
an Begriffen wie Nahgrenze, minimaler Scharfstellbereich und ähnlichem bei Standardobjektiven
und am Wort Makro bei Spezialisten. Unterschreitet man die angegebene Grenze,
wird das Bild unscharf.
Makroobjektive gibt es mit unterschiedlichen Brennweiten. Niedrige Werte - etwa
50 bis 60 Millimeter - zeigen an, dass man sich einem Objekt physisch nähern
muss, um viele Details einzufangen, während eine große Brennweite - um die 100
Millimeter - Nahaufnahmen auch aus größerem Abstand erlaubt. Letzteres ist immer
dann praktisch, wenn man sich einem Objekt nicht nähern kann oder möchte, etwa
weil es beispielsweise gefährlich ist. Mit größerem Abstand zum Objekt verstärkt
sich jedoch die Gefahr des Verwackelns, so dass eventuell ein Bildstabilisator
(siehe unten) oder ein Stativ zum Einsatz kommen muss.
Weitwinkel
Um Aufnahmen in der näheren Umgebung zu machen und dabei möglichst viel aufs
Foto zu bekommen, benötigt man ein Weitwinkelobjektiv. Damit lässt sich auch
eine komplette Fußballmannschaft aus geringer Entfernung ablichten, wie auch
Innenräume gut erfassen. Von Weitwinkel spricht man bei einer Brennweite von
unter 35 Millimeter, bezogen auf das Kleinbildformat. Typische Werte liegen
bei 28, 24 oder gar 20 Millimetern.
Je geringer die Brennweite, desto stärker werden die Verzeichnungen, das Bild
wirkt runder. Solch ein Effekt kann auch gewollt sein und lässt sich mit geringerer
Brennweite noch verstärken. Dann spricht man jedoch von Fischaugen-Objektiven
(engl. Fisheye). Sie verzerren das Bild bewusst. Dieses wirkt dann oft wie das
Spiegelbild in einer Weihnachtskugel.
Fischauge
Bei den Fischaugen-Objektiven unterscheidet man zwischen Vollformat- und zirkularem
Fischaugen-Objektiv. Ein Vollformat-Fischauge erzeugt ein rechteckiges Bild,
das nur in der Diagonalen 180 Grad erfasst. Ein zirkulares Fischaugenobjektiv
generiert demgegenüber ein rundes Bild, und erfasst sowohl in Höhe und Breite
jeweils 180 Grad. Nachteil: Es nutzt dadurch die Sensorgröße nicht komplett
aus und muss deshalb mit geringerer Auflösung auskommen. Das Fotografieren mit
einem Fischauge ist nicht immer ganz unproblematisch. Wenn man nicht aufpasst,
hat man schnell die eigenen Füße oder die Stativbeine mit auf dem Bild.
Teleobjektive
Ein Teleobjektiv holt entfernte Szenen näher an den Betrachter heran; es wirkt
wie ein Fernglas. Damit ist es möglich, Aufnahmen von wilden Tieren, Kirchturmspitzen,
abgesperrten Orten, Sportlern oder Ähnlichem zu machen. Unterschied zum Zoomobjektiv:
Ein Tele arbeitet mit Festbrennweite, während ein Zoomobjektiv die Brennweite
verändern kann. Das Teleobjektiv hat weniger unter den Kompromissen eines Zooms
zu leiden, wie krumme Linien oder Wölbungen, die besonders bei Architektur-Fotografie
stören oder auch dunkle Bildecken (Vignettierung) sowie Schärfeprobleme.
Von einem Teleobjektiv spricht man ab Brennweiten von etwa 80 Millimeter. Typische
Brennweiten sind 135, 180 oder auch 200 Millimeter. Bei Werten über 300 Millimeter
spricht man von Superteleobjektiven, deren Brennweite bis über 1000 Millimeter
klettern kann. Dafür muss man dann aber den Preis eines Kleinwagens einkalkulieren.
Portraitobjektive
Spezielle Teleobjektive sind Portraitobjektive, die für eben solche Bilder optimiert
sind. Die Festbrennweite liegt typischerweise zwischen 70 und 100 Millimeter,
mitunter auch darüber. Portraitobjektive zeichnen sich durch hohe Lichtstärke
und damit durch geringe Schärfentiefe aus, so dass der Fokus direkt auf der
Person liegt.
Ultraschall
Kein spezielles Objektiv aber eine spezielle Ausstattung: ein Ultraschallmotor.
Normalerweise arbeitet der Autofokus, also das automatische Scharfstellen, mit
einem normalen kleinen Elektromotor. Diese funktionieren zwar recht gut, sind
jedoch nicht immer sehr schnell und mitunter auch deutlich hörbar. Wesentlich
schneller und auch leiser arbeiten Ultraschallmotoren. Gerade für Sport- und
Tierfotografie eignen sich entsprechend ausgestattete Objektive viel besser,
da damit schnelle Schnappschüsse besser gelingen und laute Knarzgeräusche keine
Tiere erschrecken und verjagen.
Bildstabilisator
Niemand möchte verwackelte Bilder. Doch manchmal lassen sie sich nur schwer
vermeiden, etwa wenn man eine Teleaufnahme macht oder unter widrigen Lichtverhältnissen
fotografieren muss und gerne auf den Blitz verzichten möchte. Um nicht stets
ein Stativ bemühen zu müssen, ist ein Bildstabilisator eine gute Hilfe. Dieser
gleicht Verwackeln aus und gibt dem Fotografen einen erhöhten Spielraum von
zwei bis vier Blenden.
Kamera oder Objektiv
Idealerweise besitzt das Kameragehäuse einen Stabilisator. Denn dann kann jedes
Objektiv davon Nutzen ziehen. Arbeitet dort keiner, kann man auf Objektive zurückgreifen,
die einen eigenen Stabilisator integriert haben. Antiverwacklungsmechanismen
in Kamera und Objektiv gleichzeitig einzusetzen macht übrigens keinen Sinn.
Denn beide Techniken würden sich vielmehr behindern und das Ergebnis sogar verschlechtern.
Dauereinsatz möglich
Verfügen Kamera oder Objektiv über einen Stabilisator, kann man diesen im Prinzip
ständig nutzen. Eine Ausnahme ist jedoch beim Verwenden eines Stativs möglich.
Einige Stabilisatoren bekommen Probleme, wenn es keine Bewegung zum Ausgleichen
gibt. Stellen Sie fest, dass Ihre Fotos mit Stativ unscharf werden, schalten
Sie einfach den Stabilisator aus. Möglicherweise ist das Problem damit gelöst.
Eigentlich sollten moderne Systeme jedoch keine Probleme bereiten, so dass ein
Ausschalten unnötig ist.
Übrigens, bei Objektiven und digitalen Spiegelreflexkameras trifft man eigentlich
nicht auf Softwarestabilisatoren, deren Technik zu Lasten der Bildqualität gibt.
Noch sind diese nur bei Kompaktkameras anzutreffen.
Filter
Früher ein beliebtes Stilmittel, heute jedoch umstritten: Filter. Sie lassen
sich vorne auf jedes Objektiv aufschrauben und können dem Motiv eine besondere
Wirkung verleihen. So gibt es beispielsweise Farbfilter, Verlaufsfilter, Weichzeichner
und andere mehr. Da sich entsprechende Effekte jedoch nachträglich am Computer
anfügen lassen, ist der Nutzfaktor gesunken.
Als Objektivschutz
Viele verwenden jedoch kaum oder nur schwach wirksame Filter als Objektivschutz.
Ihr Argument: Einen zerkratzten Filter auszutauschen ist günstiger als ein teures
Objektiv reparieren zu lassen. In Frage kommen Filter mit relativ geringem Einfluss
auf die Bildqualität, etwa ein Skylight- oder UV-Filter. Ersterer bringt ein
ganz bisschen mehr Wärme ins Bild, indem er die Rottöne verstärkt, letzterer
kräftig Farben und Kontraste.
Auch ein Pol-Filter ließe sich verwenden. Er verbessert ebenfalls die Leuchtkraft
der Farben. Zusätzlich kann er Reflexionen von spiegelnden Flächen entfernen
und somit etwa die Durchsicht durch Glasscheiben oder Wasseroberflächen ermöglichen.
Ein Polfilter wirkt jedoch ein wenig wie eine Sonnenbrille, d.h. bei schlechteren
Lichtverhältnissen wird das Bild schnell zu dunkel, was besonders in Gebäuden
zum Problem werden kann.
Umstritten
Allerdings ist der Einsatz als Filterschutz umstritten. Während die einen ihn
propagieren, lehnen ihn andere als qualitätsmindernd ab. Laut ihnen reduziere
ein Filter die Abbildungsqualität der Linse. Denn ein zusätzliches Glas vor
dem Objektiv verringere den Lichtdurchlass und könne den Autofokus stören, der
auf das Objektiv ohne Vorsatz optimiert ist. Zudem bestünde die Gefahr, dass
es zu Lichtreflexen käme und der Kontrast eher leide als zunähme. Sie propagieren,
als nahezu ähnlich wirksamen Schutz bei gleich bleibender Qualität, die Sonnenblende
(siehe unten).
Nicht sparen
Tipp: Wer einen Filter einsetzen möchte, sollte in jedem Fall nicht sparen,
sondern ausschließlich hochwertige Modelle kaufen. Dadurch stellt man sicher,
dass es nicht oder nur in sehr geringem Umfang zu einer Bildverschlechterung
kommt. Wer den Filter als Schutz einsetzen möchte, sollte zuvor aber das entsprechende
Objektiv genau betrachten. Denn manchmal integrieren die Hersteller selbst ein
Schutzglas ins Objektiv. Ist das Glas gewölbt, handelt es sich um eine ungeschützte
Linse, ist das Glas plan, hat der Hersteller ein Schutzglas integriert.
Unterschiedliche Durchmesser
Zu beachten gibt es, dass die Objektive unterschiedliche Durchmesser haben,
man also nicht jeden Filter verwenden kann. Wer Pech hat, braucht für jedes
Objektiv eine andere Filtergröße und kann nicht untereinander wechseln. Hier
gilt zudem, dass große Durchmesser teurer sind als kleine und teilweise das
Doppelte kosten können. Soll der Filter das Objektiv lediglich schützen und
hat dieser einen großen Durchmesser, kann es Sinn machen, vor dem Kauf den Objektivhersteller
zu kontaktieren und den Reparaturpreis für eine verkratzte Frontlinse zu erfragen.
Zuweilen ist dieser nicht oder nur unwesentlich höher als der Preis eines großen
Filters.
Nahlinsen
Eigentlich kein Filter, aber in Form und Anwendung gleich, sind Nahlinsen. Sie
wirken wie eine Lupe und verbessern die Makroleistung des Objektivs um den jeweils
angegebenen Faktor. Hat man eine Nahlinse aufs Objektiv geschraubt, lässt sich
allerdings auf entfernte Motive nicht mehr scharfstellen. Man schraubt sie nur
für den jeweiligen Schnappschuss auf. Nahlinsen haben den Ruf, die Bildqualität
zu verschlechtern, weshalb man sie möglichst nicht einsetzen sollte. Ausnahme:
Nahlinsen, die aus zwei Kombinierten Linsen bestehen (Achromaten).
Telekonverter
Auch Telekonverter sind keine Filter, lassen sich aber zusätzlich zum Objektiv
verwenden. Ihr Zweck ist es die Brennweite zu erhöhen, also die Zoom- oder Teleleistung.
Die Konverter führen in der Regel zur Bildverschlechterung, wenn sie nicht speziell
für das verwendete Objektiv entwickelt wurden. Auch dann ist aber eine Verschlechterung
nicht auszuschließen. Denn meist geht Lichtstärke verloren, je nach Konverter
um ein bis zwei Blenden. Als Faustregel gilt: Ein Zoom-/Teleobjektiv mit Konverter
ist nicht so gut wie ein Objektiv, dass von Haus aus dieselben Werte ohne Einsatz
eines Konverters erreicht.
Zu den Filtern
Anschlüsse
Man kann leider nicht jedes am Markt erhältliche Objektiv mit jeder Kamera betreiben.
Denn bei den Anschlüssen - auch Bajonett genannt - und den Steuerkontakten kochen
die Kamerahersteller ihr eigenes Süppchen. Folglich muss man bei der Auswahl
des Objektivs darauf achten, dass es mit dem eigenen Gehäuse kompatibel ist.
Die größte Auswahl an Objektiven gibt es für die Marktführer Canon und Nikon.
Aber auch für andere Kameras gibt es ein zufrieden stellendes bis gutes Angebot
an leistungsfähigen Objektiven.
Einheitlicher Standard
Um es den Käufern künftig leichter zu machen, hat man ein Objektivsystem entwickelt,
das auf die Kameras aller unterstützenden Hersteller passt: das Four-Thirds-System.
Es ist optimiert für die Digitalfotografie. Jedoch muss auch die Kamera diesen
Typ unterstützen, ansonsten passt es wieder nicht. Auf alte Kameras kann man
entsprechende Objektive nicht aufschrauben.
Four-Thirds
Das Four-Thirds-System regelt nicht nur den Anschlusstyp, sondern auch die Größe
des Bildsensors. Dieser muss kleiner sein als es normalerweise bei einer digitalen
Spiegelreflexkamera der Fall ist, was negativen Einfluss auf die Bildqualität
haben kann. Denn enger beieinander liegende Pixel neigen dazu das Bildrauschen
zu erhöhen. Profis dürften daher diesen Standard eher meiden. Auf der anderen
Seite gestatten kleinere Sensoren auch kleinere Kameras, die weniger sperrig
und leichter zu verstauen sind.
Ganz gleich, welchen Anschlusstyp man verwendet, gilt es zu beachten, aus welchem
Material dieser besteht. Generell trifft man auf Metallanschlüsse. Diese sind
stabil und haltbar. Die Gefahr eines Defekts ist relativ gering und Abnutzung
tritt nahezu nicht auf. Dafür erhöht dieser Typ das Gesamtgewicht. Leichter
aber weniger robust und weniger hochwertig sind Kunststoffverschlüsse.
Alte Objektive
Fotografen, die noch einen ganzen Park alter Objektive besitzen, die sie für
ihre alte Kamera verwendet haben, müssen diese nicht unbedingt versilbern. Oft
kann man sie noch guten Gewissens an einer digitalen Spiegelreflexkamera weiterverwenden.
Da die Objektive vermutlich viel Geld gekostet haben, sollte man sich schon
beim Kamerakauf überlegen, ein Modell zu wählen, das kompatibel zu den alten
Linsen ist.
Einschränkungen
Einige Einschränkungen muss man jedoch in Kauf nehmen. Da ist zunächst der Verlängerungsfaktor,
der die gewohnten Brennweiten jeweils erhöht. In der Regel büßt man dadurch
die Weitwinkelfähigkeit ein. Daneben können die Kontakte zur Steuerung des Objektivs
Probleme machen, weil diese möglicherweise an der falschen Stelle sitzen oder
gar nicht vorhanden sind. dadurch verliert man beispielsweise eine Programm-
und Blendenautomatik und muss alle Einstellungen per Hand vornehmen.
Kein Autofokus
Besitzt ein altes Objektiv keinen Autofokus oder lässt sich dieser nicht über
die Kamera steuern, muss man manuell fokussieren. Bevor man dann jedoch auslösen
kann, benötigen einige Kameras eine Bestätigung, dass das Bild scharf ist, andernfalls
lösen sie nicht aus. Man muss also erst einen Knopf drücken, was umständlich
sein kann und Schnappschüsse unmöglich macht. Praktisch ist es, wenn ein manuell
zu fokussierendes Objektiv mit der Kamera kommunizieren kann, so dass diese
automatisch eine Fokusbestätigung gibt, wenn das Motiv scharf gestellt ist.
Spiegelungen
Weiterer möglicher Knackpunkt alter Objektive: ungewollte Spiegelungen. Die
Sensoren der Kameras reflektieren einfallendes Licht und werfen dieses auf die
letzte Linse des Objektivs zurück. Diese muss folglich vergütet sein, um die
dadurch mögliche Verschlechterung der Bildqualität zu unterdrücken. Da ein Film
allerdings nicht spiegelt, besitzen ältere Objektive oft nicht die nötige Vergütung.
Staub, Schmutz und Wasser
Ein Objektiv zu wechseln birgt jedesmal das Risiko, dass Schmutz oder Staub
ins Kameragehäuse und auf den Sensor gelangen kann. Dadurch gibt es unschöne
Flecken oder auch lokale Unschärfen auf den Fotos. Doch nicht nur das Kameragehäuse
ist gefährdet, sondern auch die Objektive selbst. Auf den Linsen kann sich ebenfalls
Staub absetzen, was auch die betrifft, die nur ein Objektiv kaufen und niemals
wechseln wollen.
Staub auf der Linse
Ist Staub auf dem Sensor oder einer Linse, sollte man diesem keinesfalls mit
einem Tuch zu Leibe rücken, um Beschädigungen und Kratzer zu vermeiden. Zudem
können Tüchern minimale Fettreste von den Fingern anhaften, die für lästige
Schlieren sorgen könnten. Zuerst sollte man es stets mit Luft versuchen. Aber
nicht pusten! Dann kann Feuchtigkeit auf Linse oder Sensor gelangen und das
Problem ist größer als zuvor. Gegen Staub hilft in der Regel ein Pinsel, der
mit einem Blasebalg kombiniert ist. Bläst die Luft die Staubkörner nicht weg,
kann man es vorsichtig mit dem Pinsel versuchen.
Fingerabdrücke
Fingerabdrücke sollten niemals auf eine Linse gelangen, denn das Fett ist nur
schwer abzubekommen, ohne die Qualität der Linse zu beeinträchtigen. Man kann
es mit Mikrofaserreinigungstüchern versuchen, die speziell für solche Zwecke
angeboten werden. Für bestmögliche Resultate verwendet man stets ein neues Tuch.
Erst wenn das nicht den gewünschten Erfolg bringt, sollte man zu flüssigen Reinigungsmitteln
greifen. Aber auch hier stets nur zu speziellen Linsenreinigern, nicht zum Allzweckreiniger.
Staub im Objektiv
Ein größeres Problem kann Staub darstellen, der ins Objektiv gelangt. Dies sollte
normalerweise nicht geschehen, ist aber ein hin und wieder auftretendes Problem
bei Zoomobjektiven. Durch die ständigen Bewegungen des Ausfahrens und Einziehens
können dort mit der Zeit Staubkörner ins Gehäuse gelangen. Dies kann man nicht
selbst entfernen. Man muss entweder damit leben oder das Objektiv zur Reinigung
an den Hersteller schicken.
Spritzschutz
Einige Objektive bieten einen Extraschutz gegen das Eindringen von Staub, was
jedoch oft nicht ganz billig ist, aber den Aufpreis wert sein kann. Greift man
zu einem Objektiv, das gegen Spritzwasser geschützt ist, hat man den Staubschutz
gleich inklusive. Zudem kann man auch bei schlechtem Wetter unbekümmert Fotos
machen. Selbstredend nützt dieser Vorteil aber nur etwas, wenn die Kamera einen
ähnlichen Schutz bietet. Für Unterwasseraufnahmen sind solche Objektive jedoch
nicht geeignet.
Vorteilhaft ist ein Schutz gegen Stöße, besonders wenn es sich um ein größeres
Objektiv handelt. Da kann es schon mal vorkommen, dass es beim Transport irgendwo
gegen schlägt, etwa gegen einen Türrahmen, wenn man die Kamera nur über der
Schulter hängen hat.
Zu Reinigungszubehör
für Kameras und Objektive
Zu Objektivdeckeln
Sonnenblende
Nicht nur gegen störenden Lichteinfluss, sondern auch gegen leichte Stöße und
ungewollte Berührungen der Frontlinse, eignet sich eine Sonnenblende, auch Streulicht-
oder Gegenlichtblende genannt. Das ist ein Kunststoff- oder Gummivorsatz, den
man vorne am Objektiv befestigt. Er soll Licht, das nicht zum Motiv zählt, am
Eindringen in die Kamera hindern. Das verbessert die Bildqualität indem es Leuchtkraft,
Schärfe und Kontrast steigert. Aufgrund dessen sollte man die Blende kontinuierlich
verwenden und nicht nur bei Sonnen- oder Gegenlicht.
Setzt man einen Filter ein, dessen Wirkung sich mit einem kleinen Drehregler
ändern lässt, etwa einen zirkularen Polfilter, ist es schön, wenn die Blende
ein Filter-Einstellfenster besitzt. Das ist eine kleine Öffnung, durch die der
Regler hinausragen kann. Ohne Fenster ließe sich die Einstellhilfe nicht verwenden.
Nicht möglich ist der Einsatz oft bei kräftigem Weitwinkel oder einem Fischaugenobjektivs.
Dort ist eine Sonnenblende dann entweder störend im Bild sichtbar oder sie dunkelt
die Bildecken zu stark ab.
Immer am Objektiv
Die meisten Sonnenblenden muss man per Hand befestigen. Einige Objektive haben
diese aber fest integriert, so dass man sie einfach nach vorne schieben kann.
Bei nicht integrierten Modellen ist es praktisch, wenn man diese bei Nichtgebrauch
am Objektivrohr befestigen kann. So sind sie stets zur Hand, gehen nicht verloren
und sind auch gleichzeitig geschützt.
Die Blenden sollten so am Objektiv Platz finden, dass sich Filter weiterhin
anschrauben lassen. Das ist nicht immer der Fall. Einige Blenden lassen sich
nur am Filtergewinde anbringen. Möchte man einen Filter anbringen, muss dann
erst die Sonnenblende ab, der Filter dran und dann die Sonnenblende wieder drauf.
Diese wird dann an den Filter angeschraubt.
Zu
den Sonnenblenden
Günstig und gut?
Es gibt immer wieder preiswerte Objektive, die gute Dienste leisten und überzeugende
Bildqualität bieten. Entscheidend, was gut und was nicht gut ist, sind vor allem
die eigenen Ansprüche an die Bildqualität. Sind diese sehr hoch, fährt man in
der Regel nicht sehr gut mit günstigen Schnäppchenangeboten. Den bei diesen
muss man häufig mit Kompromissen leben.
Hoher Fertigungsaufwand
Gute Qualität erfordert viel Aufwand und ist der Grund für hohe Preise. Ein
Beispiel ist etwa der Einsatz asphärischer Linsen. Sie helfen Bildfehler zu
vermeiden. Entsprechende Linsen sind aufwendig und kompliziert herzustellen.
Hinzu kommt eine aufwendige Vergütung sämtlicher im Objektiv arbeitenden Linsen.
Mit Vergütung bezeichnet man aufwendige Beschichtungen, die die Lichtbrechung
verändern und Reflexionen unterdrücken, ohne dabei Licht zu schlucken. Ergebnis:
Es gelangt mehr Licht zum Sensor. Besonders hochwertige Linsen sind mehrfach
vergütet (engl. Multi-Coating), wodurch sich der positive Effekt verstärkt.
Vorteil Innenfokussierung
Ebenfalls gut aber aufwendig ist die so genannte Innenfokussierung. Ist sie
integriert, wird beim Zoomen nicht die gesamte Optik, sondern nur eine oder
mehrere Linsen bewegt. Vorteil: Die Linsen können kleiner sein, was Gewicht
spart. Zudem muss die Frontlinse nicht mitdrehen. Letzteres ist besonders wichtig
beim Einsatz von Pol- oder Verlaufsfilter. Diese Methode ist darüber hinaus
schneller beim Fokussieren. Weiterhin wirken sich der Einsatz von Ultraschallmotoren
(siehe oben) und Bildstabilisator auf den Preis aus.
Chromatische Aberration
Um zu sparen, müssen die Hersteller folglich Kompromisse eingehen und weniger
Aufwand treiben. So kommt es bei günstigen Objektiven leicht vor, dass Abbildungsfehler
auftreten, etwa Unschärfe und Farbsäume an Kontrastkanten, die so genannte chromatische
Aberration. Der Fehler entsteht, weil die Luft zwischen den Linsen im Objektiv
das Licht anders bricht als das Glas. Nur eine teure Beschichtung kann dieses
Problem minimieren.
Vignettierung
Daneben kämpfen die Objektive mit der Vignettierung. Damit ist das Abdunkeln
des Bildes in den Ecken gemeint. Dieser Effekt ist umso stärker, je schwächer
die Lichtstärke ist, wie es bei preiswerteren Objektiven oft der Fall ist. Ebenfalls
ein Knackpunkt: die Verzeichnung. Das ist eine kissenförmige Verzerrung des
Bildes, das zum Betrachter hin aufgebläht wirkt; gerade Kanten sind gebogen.
Besonders kräftige Zoomobjektive haben damit gerade bei kleinen Brennweiten
Probleme.
Auch hochwertige Objektive sind nicht frei von den genannten Fehlern, haben
diese aber besser im Griff. Bei vielen der genannten Probleme hat man die Möglichkeit,
die Nachteile per Software nachträglich ausgleichen zu können, was jedoch Zeit
und Mühe kostet und nicht immer problemlos funktioniert. Um das zu umgehen,
könnte man beim Kamerakauf sparen, ein kleineres Modell wählen und das gesparte
Geld in ein hochwertiges Objektiv stecken. Auf diese Wiese lassen sich oft bessere
Ergebnisse erzielen als anders herum mit einer sehr hochwertigen Kamera in Kombination
mit einem mittelmäßigen Objektiv.
Fazit
Objektiv ist nicht gleich Objektiv. Was für Hobbyfotografen und Profis klar
ist, überrascht Neueinsteiger immer wieder: Objektive könne genauso so viel
oder mehr kosten als die Kamera, auf die man sie schraubt. Sieht man dann auch
noch Vergleichsfotos, wird schnell auch Laien klar, dass der Preisunterschied
meist gerechtfertigt ist und hochwertigere Objektive sichtbar mehr Bildqualität
bieten. Und das ist gut so. Denn es bleibt das gute Gefühl, die Qualität einer
guten Kamera auch künftig mit einem besseren Objektiv noch steigern zu können,
ohne gleich ein neues Kameragehäuse kaufen zu müssen. Vergessen sollte man dabei
jedoch nicht: Eine gute Ausrüstung kann keinen guten Fotografen ersetzen, sie
ist lediglich sein Handwerkszeug.
Buchtipps
Weitere Informationen zum Thema Objektive und Digitalfotografie finden Sie in
diesen Fachbüchern.
| | | noch eine kleine Ergänzung: Der vordere Objektivdeckel ist im Zusammenhang mit der Geli nicht zu ...
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| | | | Hab auch die 40d hier bei computeruniverse erworben.Das erste mal hier bestellt und gleich über 2000...
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| | | | Hallo an alle Schnorchel-Freaks, ich habe in 10/2006 besagte Kamera gekauft und gleich im Frühjahr ...
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