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1. Batterie-Tankstellen
2. Technische Unterschiede
3. Universalladegeräte
4. Ladegeräte mit Prozessorsteuerung
5. Spezialladegeräte für kompakte Akkus
6. Schnellladegeräte
7. Ladegeräte mit Zeitschaltuhr
8. Wärme
9. Extras und Tipps
Direkt zu den Ladegeräten
Batterie-Tankstellen
Technik macht Spaß, doch nur so lange auch Strom vorhanden ist. Der wird aber
oft schneller knapp als einem lieb ist, besonders bei tragbaren Geräten, die
nicht ans Stromnetz angeschlossen sind und Batterien brauchen. Manche Geräte
benötigen dabei so viel Strom, dass man bei Dauerreinsatz beinahe täglich die
Stromkonserven wechseln muss.
Häufiges Austauschen von Batterien ist jedoch recht teuer und zudem nicht sehr
umweltverträglich. Normalbatterien sind nämlich nicht wieder aufladbar und müssen
gesondert entsorgt werden - in den normalen Hausmüll dürfen sie nicht. Eine
clevere Alternative sind wiederaufladbare Batterien, also Akkus. Sie landen
nicht nach jedem Gebrauch auf dem Müll, sondern in einem Ladegerät, das ihnen
die verlorene Energie zurückgibt und sie wieder fit für den nächsten Einsatz
macht.
Eine Frage des Typs
Bis zu 1000-mal sind einige Akkus wieder aufladbar, vorausgesetzt man behandelt
sie gut. Mit aufladen ist es dabei oft nicht getan. Denn entscheidend ist die
Frage, mit welchem Typ Ladegerät man wieder Strom in die Akkus pumpt. Es gibt
unterschiedliche Techniken, mit denen die Stationen arbeiten und die jeweils
Einfluss auf die Akkus nehmen.
Nur wenn ein Ladegerät die Akkus gut behandelt, können diese ihre volle Lebenserwartung
erreichen. Es ist also wichtig, auf ein gutes Ladegerät zu setzen. Doch woran
erkennt man gute Ladegeräte? Lesen Sie in den folgenden Kapiteln, worauf Sie
beim Kauf achten sollten. (pr)
Technische Unterschiede
Warum sich überhaupt Gedanken über ein Ladegerät machen? Auch einfachste Geräte
machen doch ihren Job, oder? Jein! Strom in die Akkus schicken können alle.
Entscheidend sind jedoch die Fragen, wie viel, wie lange und was passiert wenn
der Akku voll ist? Vor der Kaufentscheidung sollte man daher die zur Verfügung
stehenden Typen kennen und sich gezielt auf die Suche nach der besten Alternative
machen. Denn selbst ein höherer Anschaffungspreis ist auf Dauer günstiger, wenn
die verwendeten Akkus doppelt so lange leben und man seltener Nachschub kaufen
muss.
Unterschiede
Grob gesagt unterscheidet man zwischen einfachen oder dummen und intelligenten
Ladegeräten. Einfache Versionen laden Akkus ununterbrochen mit konstantem Strom
und zwar solange bis man das Gerät ausschaltet oder vom Netz nimmt. Alle eingelegten
Akkus behandeln sie gleich, unabhängig von deren Leistungsdaten oder ihrem aktuellen
Ladezustand.
Intelligente Ladegeräte passen demgegenüber den Ladestrom mit Hilfe eines Prozessors
an. Sie schalten nach Erreichen der vollen Ladung den Ladevorgang ab und wechseln
zur Erhaltungsladung, sorgen also dafür, dass die Akkus stets auf vollem Niveau
bleiben und nicht wieder entladen. Zudem nehmen sie Rücksicht auf die jeweilige
Verfassung eines Akkus und behandeln nicht alle gleich.
Universalladegeräte
So genannte Universalladegeräte gehören zu den einfachen Ladegeräten. Sie können
meist mehrere Akkugrößen verarbeiten, von kleinen Mikrozellen (AAA) bis zu großen
Monozellen (D) und häufig auch 9-Volt-Blöcke. In der Regel sind sie für Nickel-Cadmium-
(NiCd) und Nickel-Metall-Hybrid-Akkus (NiMH) gleichermaßen geeignet. Beide Typen
dürfen jedoch nicht gleichzeitig im Gerät liegen. In der Regel besitzen sie
einen Schalter, mittels dem sie auf die eine oder die andere Version einzustellen
sind, auf eine Automatik verzichtet man hier.
Liegen Nickel-Cadmium-Akkus im Gerät, werden diese zunächst entladen bevor der
Ladevorgang beginnt. Das soll dem gefürchteten Memoryeffekt vorbeugen, bei dem
ein Teil der Kapazität verloren geht, wenn die Akkus stets nur teilentladen
sind. Universalladegeräte sind relativ günstig, laden zuverlässig, bieten jedoch
keinen Schutz vor dem Überladen und behandeln alle Akkus gleich.
Selbstengagement nötig
Wer zu solch einem Gerät greift und eine möglichst lange Lebenserwartung seiner
Akkus erzielen möchte, muss sich selbst einige Gedanken über Ladezustand und
erforderliche Ladezeit seiner Akkus machen. Es gilt die Akkus voll zu laden
ohne zu überladen. Nicht ganz geladene Stromspeicher machen schnell wieder schlapp
und überladene nehmen Schaden. Dieser ist nicht sofort spürbar, resultier aber
in einer deutlich verringerten Anzahl maximaler Ladezyklen. Statt bis zu 1000-mal
lassen sich regelmäßig überladene Akkus nur wenige hundert Mal laden, zuweilen
ist schon nach einhundert Durchgängen Schluss.
Um Überladung zu vermeiden und den Akku nicht zu früh zu entnehmen, muss man
genau errechnen, wie lange die Ladezeit für den jeweiligen Akku sein darf. Dazu
benötigt man drei Angaben: Die Kapazität des Akkus, den Ladestrom des Gerätes
und den so genannten Ladefaktor. Dieser stellt das Verhältnis zwischen zugeführter
und entnommener Energie dar. Bei Nickel-Cadmium-Akkus liegt dieser in der Regel
bei 1,4 und bei Nickel-Metall-Hybrid-Versionen bei 1,2.
Ladezeit errechnen
Die beiden erstgenannten Werte sollte man auf Akku und Ladegerät ablesen können.
Zum Errechnen verwendet man folgende Formel: Kapazität mal Ladefaktor, geteilt
durch den Ladestrom in Milliampere. Das sieht dann beispielsweise für einen
NiMH-Akku so aus: (2000 mAh x 1,2 = 2400): 600 mA = 4 Stunden.
Nicht immer geht es aber bei Universalladegräten so fix, mitunter laden diese
mit sehr geringem Ladestrom, um die Folgen bei Überladen möglichst gering zu
halten. So kann es in Extremfällen schon mal bis zu 24 Stunden dauern, bis ein
Akku voll geladen ist. Normal sind aber etwa 6 bis 16 Stunden, abhängig vom
eingelegten Akku.
Ladegeräte mit Prozessorsteuerung
In einem intelligenten Ladegerät steckt ein Prozessor, der dem Anwender die
zuvor beschriebene Berechnung abnimmt. Zudem erkennt dieser den Zustand aller
eingelegten Akkus und behandelt sie getrennt entsprechend ihrem Zustand. Sollte
es nötig sein, entladen sie den Speicher zunächst, bevor sie einen schonenden
Ladevorgang starten. Sind die Speicher voll, unterbrechen sie den Ladevorgang
und wechseln zur Erhaltungsladung. Dabei ist gewährleistet, dass die Akkus stets
ihre volle Kapazität erreichen, halten und nicht überladen werden. Schäden werden
somit vermieden.
Unkompliziert und sicher
Einem solchen Ladegerät sollte man den Vorrang geben, wenn man sich selbst keine
Gedanken über die Akkus machen möchte, jedoch deren Lebenserwartung soweit möglich
ausschöpfen will. Allerdings überwacht nicht jedes Gerät, das mit einem Prozessor
arbeitet automatisch alle Schächte getrennt. Hier sollte man stets einen Blick
in die technischen Daten werfen, andernfalls besteht doch die Gefahr des Überladens,
wenn das Gerät erst stoppt, wenn auch der letzte Akku voll ist.
In aller Regel arbeiten die Geräte aber stets optimal. Somit benötigen sie auch
keine Entlade- oder Auffrischfunktion, um älteren Akkus mehr Kapazität zu entlocken.
Das bedeutet, man kann auch problemlos halb gefüllte Akkus aufladen, ohne dass
diese Schaden nehmen oder ihre volle Kapazität verlieren. Am besten geeignet
sind Ladegeräte, die nach dem so genannten Peak-Voltage-Detektion-Verfahren
(PVD) oder mittels Delta U-Erkennung den Ladezustand ermitteln und die Ladeströme
dahingehend anpassen, wobei erste Methode die genauere ist.
Display vorteilhaft
Weiterhin sollte man auf ein LCD-Display Wert legen, das den aktuellen Zustand
der Akkus nicht nur grafisch, sondern auch in Prozentwerten angibt. Einfachere
Ladegeräte zeigen nur per roter und grüner Leuchtdiode an, ob die Akkus geladen
sind. Manche haben dabei die Angewohnheit, schon auf grün - also "voll" - zu
schalten, bevor die Akkus wirklich komplett aufgeladen sind. Zuweilen haben
diese aber erst zwischen 70 und 80 Prozent Ihrer Kapazität erreicht. Zwar sind
sie dann einsatzbereit, halten allerdings nicht so lange durch. Bei einem Display
mit Prozentanzeige ist man demgegenüber auf der sicheren Seite.
Im Vergleich zu einfachen Ladegeräten sind prozessorgesteuerte Versionen etwas
teurer. Durch längeres Leben der Akkus ist dieser Aufschlag jedoch schnell wieder
eingespart. Hinzukommt ein deutlich höherer Komfort.
Spezialladegeräte für kompakte Akkus
Kleine Geschwister der Universalladegeräte sind Spezialversionen, die nur ein
oder zwei Batterietypen aufladen können. Meistens sind das kleine Mikrozellen
oder Mignonzellen (AA), von denen jeweils bis zu vier gleichzeitig hineinpassen.
Überwiegend kommen diese Versionen nur mit Nickel-Metall-Hybrid-Typen zurecht.
Ihr Vorteil: Sie sind klein, günstig und für manchen ideal für den Einsatz unterwegs.
Handelt es sich um ein nicht intelligentes Ladegerät, gelten zudem die oben
gemachten Einschränkungen, wie beispielsweise der fehlende Überladeschutz. Es
gibt solche Versionen allerdings auch prozessorgesteuert. Lange Lebensdauer
versprechen Kombipakete, die aus Ladegerät und Akkus bestehen. In der Regel
sind beide aufeinander abgestimmt, so dass man eine hohe Lebensdauer erwarten
kann.
Nachteile dieser Gattung: Möchte man andere Akkutypen aufladen, benötigt man
ein weiteres Ladegerät. Zudem braucht man bei vielen Versionen recht viel Platz
an der Steckdose. Denn häufig sitzt der Stecker direkt am Gehäuse, so dass das
komplette Gerät an die Dose muss. Dadurch blockiert es dabei benachbarte Steckdosen.
Praktischer sind Ladegeräte, die per Kabel angeschlossen werden.
Schnellladegeräte
Hohen praktischen Nutzen versprechen Schnellladegeräte, die nur wenige Minuten
benötigen sollen, bis die Akkus voll und einsatzbereit sind. Ganz so schnell
wie die Hersteller versprechen geht es zwar oft nicht, denn die kurzen angegeben
Zeiten lassen sich nur unter optimalen Bedingen erreichen. Meist dauert es aber
weniger als eine halbe Stunde, bis der Ladevorgang abgeschlossen ist.
Die Geräte sind sehr praktisch und arbeiten ebenfalls prozessorgesteuert. Trotzdem
gibt es einen Nachteil, dessen man sich vor dem Kauf bewusst sein muss: Um so
kurze Ladezeiten erreichen zu können, pumpen die Geräte sehr hohe Ladeströme
in die Akkus. Für diese ist das allerdings nicht sehr gut, so dass sie sich
nur etwa zweihundert- bis dreihundertmal aufladen lassen.
Wer sich für solch ein Gerät interessiert und unterschiedliche Angebote miteinander
vergleichen möchte, sollte bei den angegebenen Zeitwerten stets kontrollieren,
für welchen Akkutyp die angegebene Zeit ermittelt ist. Der sollte bei den Herstellern
idealerweise identisch sein, damit ein Vergleich der Geräte möglich ist.
Ladegeräte mit Zeitschaltuhr
Praktisch erscheinen Geräte, mit integrierter Zeitschaltuhr. Dabei handelt es
sich um Universalladegeräte, bei denen die Uhr ein Überladen der Akkus verhindern
soll. Die Funktionsweise: Die Geräte laden eine bestimmte Zeit und schalten
anschließend einfach ab.
Sind die Akkus zu diesem Zeitpunkt exakt gefüllt, ist alles in bester Ordnung.
In der Praxis wird es aber vermutlich selten so genau passen. Oft dürfte es
eher so kommen, dass die Akkus schon vor dem Abschaltzeitpunkt voll geladen
sind oder ihre Kapazität noch nicht erreicht haben. In letzterem Fall machen
die Akkus schon früher wieder schlapp, in ersterem nehmen sie gar Schaden durch
Überladen. Setzt man solch ein Gerät ein, kann es hilfreich sein, ein Akku-Prüfgerät
zu verwenden. Dies gibt genau Auskunft über den Ladezustand der Akkus.
Zu Akku-Prüfgeräten
Wärme
Beim Laden werden die Akkus warm, was durchaus in Ordnung ist (bis etwa 50 Grad).
Werden sie jedoch sehr warm oder heiß, sollte man sie umgehend entfernen. Dann
sind sie entweder überladen oder defekt. Test: Man sollte die Akkus unmittelbar
nach dem Aufladen in der Hand halten können. Dann sind sie nicht zu warm.
Einige Ladegeräte besitzen einen Kühler, um die Temperatur der Akkus niedrig
zu halten. Das ist aber eher ein schlechtes Zeichen, denn wenn das Gerät seine
Leistung ideal auf die Akkus abstimmt, werden diese nicht so warm, dass eine
Kühlung notwendig wäre. Eine Kühlung könnte vielmehr einen Überladeeffekt verschleiern,
weshalb man nicht guten Gewissens zu solch einem Gerät raten kann.
Ein gutes Ladegerät sollte immer eine Temperaturüberwachung haben, auch wenn
es mit Prozessor arbeitet. Diese würde den Ladevorgang immer dann unterbrechen,
falls es einmal zu warm werden sollte. Ein Überladen ist somit in jedem Fall
ausgeschlossen.
Extras und Tipps
Bei der Wahl des Ladegerätes sollte man stets darauf achten, dass man alle im
Haushalt verwendeten Akkus damit aufladen kann, um eine Zweitanschaffung zu
vermeiden. Diese kann aber immer dann sinnvoll sein, wenn man ein kleines Ladegerät
mit in den Urlaub nehmen möchte. Dafür kann es dann unter Umständen auch wichtig
sein, wenn Adapter für ausländische Steckdosen zum Lieferumfang gehören oder
als Zubehör erhältlich sind.
Nützliches für die Reise
Auch ein 12-Volt-Adapter fürs Auto kann sehr hilfreich sein. Fürs Ausland ist
es zuweilen nötig, die Geräte auch mit 110 Volt betreiben zu können. Dies ist
in der Regel mit allen möglich, man sollte aber sicherheitshalber immer einen
Blick in die technischen Daten werfen. Wer in sonnige Gefilde fährt, könnte
auch auf ein Solarladegerät setzen. Das ist aber nur zu empfehlen, wenn man
den Strom dringend braucht und sonst keine Gelegenheit zum Aufladen hat. Denn
diese Typen liefern nur sehr geringe Ströme, so dass ein Akku extrem lange braucht
bis er gefüllt ist. Problem auch: Der Ladestrom ist nicht konstant, was die
Lebensleistung genauso verkürzen kann, wie Überladen.
Viele Geräte, wie beispielsweise Digitalkameras, die mit handelsüblichen Batterien
betrieben werden, benötigen häufig vier Akkus. Ein Ladegerät sollte für solch
einen Fall auch in der Lage sein, die entsprechende Anzahl zeitgleich aufladen
zu können. Um während des Ladens das jeweilige Gerät trotzdem nutzen können,
kann man mit einem zweiten Satz Akkus arbeiten.
Im Doppel laden
Manche Geräte, in der Regel einfache Universalladegeräte, verlangen, dass Akkus
immer paarweise aufgeladen werden müssen; sie kommen mit einzelnen Akkus nicht
zu recht oder können diese beschädigen. Ausnahmen machen hier allerdings 9-Volt-Blocks.
Sie lassen sich von jedem kompatiblen Ladegerät auch einzeln aufladen. Ja oft
gibt es sogar nur einen entsprechenden Steckplatz.
Übrigens, auch Akkus können auslaufen. Das ist sogar gewollt. Und zwar immer
dann, wenn sie zu stark überladen werden. Dann bilden sich Gase, die aus Sicherheitsgründen
entweichen müssen, um eine Explosion zu verhindern. Dazu öffnet sich ein Sicherheitsventil
und der Akku läuft aus. Ist das geschehen, muss er entsorgt und darf nicht mehr
wieder verwendet werden.
Zu den Akkus
Zu Batterien
Buchtipps
Weitere Informationen zum Thema Strom und Batterieladegeräte finden
Sie in diesen Fachbüchern.
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