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1. Musik ohne Lautsprecher
2. Unterschiedliche Ausführungen
3. Raumklang im Kopfhörer
4. Offene Kopfhörer
5. Geschlossene Kopfhörer
6. Halboffene Kopfhörer
7. Tragekomfort
8. Mit oder ohne Kabel
9. Unterschiedliche Tonerzeugung
10. Technische Werte
11. Tipps
Direkt zu den Kopfhörern
Musik ohne Lautsprecher
Nicht immer kann oder will man Musik über Lautsprecher hören. Unterwegs ist
es meist praktischer einen Kopfhörer zu benutzen. Doch auch zuhause gibt es
genügend Gründe, zu einem Kopfhörer zu greifen. Zum Beispiel, wenn man Mitbewohner
nicht stören, spät abends noch laut Musik hören oder Kinosound am Fernseher
genießen möchte.
Studiotechniker, Diskjockeys und Musiker sind wiederum oft auf Kopfhörer angewiesen
und können gar nicht auf Lautsprecher ausweichen. Sie haben zudem ganz andere
Ansprüche an die Geräte als Privatanwender.
Riesiges Angebot
Kopfhörer gibt es für jedes Anwendungsgebiet. Jedoch ist bei der Größe des Angebots
nicht immer sofort erkennbar, wofür sich welches Modell am besten eignet. Denn
nicht nur Preis und Größe unterscheiden die Kopfhörer. So finden unterschiedliche
Techniken Verwendung, die je nach Einsatzgebiet typische Vor- und Nachteile
haben.
Da ist es nicht leicht, Übersicht zu bekommen. Auch der Preis hilft nicht immer
als Entscheidungshilfe. Zwar reicht die Spanne von etwa zwei Euro bis weit über
tausend Euro, doch gibt es in jedem Preissegment eine Vielzahl von Modellen.
Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, erklären wir in den folgenden Kapiteln
die Unterschiede der jeweiligen Technik und sagen, für welche Anwendung sich
welches System am besten eignet. (pr)
Unterschiedliche Ausführungen
Die erste Hilfe beim Aussieben der Modelle gibt der Einsatzzweck. So sind kleine
Stöpsel eher für unterwegs, für die Bahn, zum Spaziergang oder zum Joggen geeignet.
Sie sind klein und leicht zu verstauen. Für entspannten Hifi-Genuss im Sessel
sind sie weniger zu gebrauchen. Dazu ist der Tragekomfort zu gering und der
Klang im Vergleich zu einem ausgewachsenen Modell nicht gut genug.
Stöpsel im Ohr
Für die kleinen Stöpsel verwendet man häufig den Begriff "In-ear", also "im
Ohr". Allerdings steckt man zwei unterschiedliche Varianten in diese Schublade,
beziehungsweise in die Ohren. Zum einen die weit verbreiteten kleinen runden
Hörer, die in der Ohrmuschel liegen. Zum anderen solche, die tiefer im Ohr stecken,
nämlich in den Gehörgang eingeführt werden.
Letztere sind besonders gewöhnungsbedürftig, da sie sich dadurch fixieren, dass
sie den Gehörgang ein wenig weiten. Dafür verrutschen sie nicht oder fallen
auch nicht bei ruckartigen Bewegungen heraus. Sie sind somit gut fürs Joggen
oder fürs Fitnessstudio geeignet.
Alternative mit Bügel
Eine Alternative zu den Stöpseln, sind einfache Kopfhörer mit einem Bügel, der
sich zusammenfalten lässt. Sie nehmen ebenfalls recht wenig Platz weg und werden
meist bei Nichtbenutzung in einer Box, ähnlich einem Brillenetui, aufbewahrt.
Die Hörmuscheln liegen nur auf den Ohren auf und dringen nicht in den Gehörgang
ein. Einen Mix aus beiden bieten Bügelkopfhörer mit Ohrstöpseln. Sie fixieren
den Kopfhörer stabil am Kopf und geben extra starken Halt.
Fürs Wohnzimmer eignen sich jedoch eher solche Modelle mit größeren Ohrkapseln,
die locker aufliegen oder das Ohr komplett umschließen. Sie verfügen über eine
größere Membran und können dadurch einen besseren Klang entwickeln. Zudem ist
der Tragekomfort deutlich höher, so dass man sie auch mehrere Stunden tragen
kann.
Studio-Kopfhörer
Man unterscheidet zwischen Hifi- und Studio-Kopfhörern. Dabei bedeutet "Studio"
nicht automatisch bester, sondern vielmehr unveränderter Klang. Ein Hifi-Kopfhörer
soll die Musik gut, angenehm und warm klingen lassen, möglichst auch dann, wenn
die Qualität der Musik nicht sehr gut ist.
Studiokopfhörer sollen das gerade nicht. Sie sollen die Musik exakt so darstellen
wie sie ist, damit sie auf diese Weise Fehler und schlechtes Abmixen schonungslos
aufdecken können. Diese Kopfhörer sind wirklich für den Einsatz in einem Tonstudio
optimiert. So macht denn auch für diese Geräte eine Equalizer-Funktion zum Verändern
des Tons keinen Sinn, was für die Hifi-Versionen jedoch ein lohnendes Plus sein
kann.
Raumklang im Kopfhörer
Immer beliebter werden Kopfhörer, die Raumklang erzeugen, beziehungsweise wiedergeben
können. Mit ihnen holt man sich den Kinosound direkt in den Kopf. Jedoch meist
auch nur das. Wer ebenfalls Musik in Top-Qualität hören möchte, ist mit Raumklangmodellen
häufig nicht so gut bedient. Hier muss man entweder mit Kompromissen leben oder
gleich zwei Kopfhörer anschaffen.
Bei Raumklangmodellen kommen unterschiedliche Klangtechniken zum Einsatz. Meist
setzt man auf Dolby Digital oder Dolby Pro Logic II. Das sind auch zugleich
die wichtigsten Techniken, die der Kopfhörer beherrschen sollte. Mehr Informationen
zu Raumklangtechniken finden Sie in der Kaufberatung
AV-Receiver.
Dolby Headphone
Häufig kommt auch Dolby Headphone zum Einsatz. Diese Technik ist speziell für
den Einsatz in Kopfhörern entwickelt und soll eine ideale räumliche Abbildung
im Kopf schaffen. Dolby Headphone kann unterschiedliche Szenarien simulieren.
Das Spektrum reicht von kleinen Zimmern bis zu riesigen Kinosälen.
Besonderer Vorteil von Dolby Headphone: Jeder Kopfhörer kann diesen Raumklang
wiedergeben. Somit auch jeder Hifi-Kopfhörer, was die Anschaffung eines Extrahörers
überflüssig macht. Vorraussetzung ist jedoch, dass die Quelle (Fernseher, Verstärker,
AV-Receiver) das Signal entsprechend aufbereiten kann.
Offene Kopfhörer
Neben dem Einsatzzweck spielt auch die Gattung eine große Rolle. Man unterscheidet
hier zwischen offenen und geschlossenen Kopfhörern. Einen Kompromiss aus beiden
sollen halboffene Geräte bieten.
Offene Systeme charakterisieren sich dadurch, dass die Ohren nicht komplett
abgeschirmt sind. Die Kopfhörer sind nach außen offen, so dass noch Geräusche
hindurchdringen können; und zwar in beide Richtungen. So können Personen in
der unmittelbaren Umgebung ebenfalls hören, was der Kopfhörer wiedergibt. Der
Träger selbst kann genauso noch Geräusche wahrnehmen, was gut (klingelndes Telefon)
oder auch störend sein kann.
Durch die offene Bauweise wird nicht so viel Material benötigt, wodurch diese
Kopfhörer in der Regel leichter als geschlossene Versionen sind. Dadurch sind
sie auch nach mehreren Stunden noch angenehm zu tragen. Die offene Bauweise
entspricht dabei eher dem natürlichen Hören, hat jedoch durch die eng am Ohr
anliegenden Schallmembranen den Nachteil, dass sich die Schwallwellen nicht
optimal ausbreiten können.
Geschlossene Kopfhörer
Mehr Platz zum Ausbreiten haben die Schallwellen demgegenüber bei geschlossenen
Kopfhörern, da hier die Ohrkapseln größer sind. Dafür schirmen Sie den Hörer
komplett von der Außenwelt ab. Es dringen keine Geräusche hinein und auch nicht
hinaus. Damit ist dieser Typ ideal für den Einsatz im Tonstudio, wo keine Nebengeräusche
auf die Aufnahme gelangen dürfen. Auch Diskjockeys, die in lauter Umgebung arbeiten,
profitieren davon.
Kennzeichnend für geschlossene Kopfhörer ist die bessere Basswiedergabe, da
der Schalldruck nicht nach außen entweichen kann. Allerdings kann das Mitschwingen
der Schale zu Resonanzproblemen führen, was zu einem unpräzisen Bass oder, im
schlimmsten Fall, zu Brummen führt.
Das Ohr wird von geschlossenen Hörern meist komplett umschlossen und die Hörmuschel
vom Bügel relativ fest an den Kopf gepresst, was nach längerem Tragen unbequem
wird. Hinzu kommt das höhere Gewicht geschlossener Muscheln. Weiterhin nachteilig
ist der Umstand, dass keine Wärme entweichen kann, die Ohren mit der Zeit heiß
werden und mitunter anfangen zu schwitzen.
Halboffene Kopfhörer
Einen Kompromiss versucht man mit einem Zwitter zu schließen. Bei diesem System
werden die Ohren ebenfalls komplett umschlossen, jedoch nicht schalldicht von
der Außenwelt abgeschirmt. Tiefe Frequenzen werden nach außen durchgelassen,
hohe jedoch nicht. Dadurch werden tiefe Töne naturgetreuer wiedergegeben als
bei geschlossenen Systemen.
Wie bei einem offenen System kann also auch hier die Umgebung mithören und es
können Störgeräusche von Außen an die Ohren gelangen. Durch die größeren Ohrmuscheln,
die jedoch weniger Gewicht als bei geschlossenen Systemen haben, ergibt sich
ein angenehmes Tragegefühl, das auch stundenlanges Benutzen möglich macht. Halboffene
Kopfhörer sind deshalb sehr populär für Musik hören in den eigenen vier Wänden.
Tragekomfort
Auf den Tragekomfort hat die Bauweise entscheidenden Einfluss. Um den Kopfhörer
nach einigen Minuten vergessen zu können, darf er weder zu leicht, noch zu schwer
sein und vor allem keinen zu großen Druck auf Ohren und Kopf ausüben.
Aufliegende Ohrkapseln
Grundsätzlich kann man Kopfhörer unterscheiden, die auf dem Ohr aufliegen und
solche, die das Ohr komplett umschließen (plus die weiter oben bereits beschriebenen
Ohrstöpsel). Bei den aufliegenden Versionen sind einfache kleine Modelle meist
sehr leicht und liegen sehr locker auf dem Kopf. Dadurch sind sie relativ angenehm
zu tragen, können jedoch leicht verrutschen.
Je größer und kompakter die aufliegenden Kopfhörer werden, desto höheren Druck
müssen sie aufbringen, um fest anzuliegen und auch beim Senken des Kopfes nicht
zu verrutschen. Das wird mit der Zeit schnell unangenehm, so dass man zu solch
einem Hörer nur greifen sollte, wenn geringe Größe wichtig und kein stundenlanger
Einsatz geplant ist.
Ohr umschließende Hörkapseln
Kopfhörer, die das Ohr komplett umschließen sind angenehmer zu tragen, da sich
der Druck auf den Kopf auf eine größere Fläche verteilt und damit als geringer
empfunden wird. Gleichzeitig verhindert das Ohr das Verrutschen des Hörers.
Das konstruktionsbedingt höhere Gewicht macht sich meist durch den höheren Komfort
nicht bemerkbar. Eine Ausnahme bilden hier einige kabellose Kopfhörer, die durch
die integrierten Akkus etwas mehr wiegen.
Für beide Varianten gilt, dass eine zusätzliche Polsterung des Bügels den Komfort
erhöht. Sie sollten allerdings darauf achten, dass sich die Polster austauschen
lassen. Da sie dem Verschleiß unterliegen und somit der Komfort mit der Zeit
geringer wird.
Mit oder ohne Kabel
Wer heute einen Kopfhörer kauft, muss sich schon längst nicht mehr durch ein
Kabel vorschreiben lassen, wo er zu sitzen hat. Inzwischen gibt es zahlreiche
Geräte, die mit drahtloser Technik, mehr Freiheit für die Wahl des Sitzplatzes
lassen. Allerdings muss man dafür oft mit anderen Nachteilen, wie Rauschen oder
Störungen, leben.
Kabelgebundene Kopfhörer
Hier findet man vor allem Hifi- und Studiokopfhörer. Für beide Welten ist höchste
Klangqualität ohne Neben- oder Störgeräusche wichtig. Beides garantiert ein
hochwertiges Kabel. Unterschiede gibt es aber oft bei der Ausführung des Kabels
und des jeweiligen Steckers.
Passende Stecker
Für den Studio- und den Heimgebrauch an der Hifi-Anlage ist ein dicker Stecker
mit sechs Millimeter Durchmesser nötig. Für Discman, MP3-Player und andere tragbare
Geräte jedoch meist eine kleinere Version mit 3,5 Millimeter Durchmesser. Um
den Kopfhörer an beiden Buchsen einsetzen zu können, sollte man auf einen beiliegenden
Adapter achten, der die Verbindung zum jeweils anderen Kontakt ermöglicht.
Verschiedene Kabeltypen
Auch bei den verwendeten Kabeln gibt es Unterschiede. Viele Hersteller verwenden
glatte Versionen, während andere auf Wendelkabel setzen. Das sind Kabel, die
wie eine Spirale gewunden sind. Sie benötigen weniger Platz, da sie ungespannt
nur etwa ein Drittel ihrer maximalen Länge haben. Dadurch ist auch das Risiko,
Kabelsalat zu bekommen minimiert, denn das Kabel zieht sich auseinander und
auch wieder zusammen, je nachdem wie viel Freiheit man benötigt. Allerdings
hat das auch einen Nachteil: benötigt man nahezu die gesamte Kabellänge, ist
immer ein leichter Zug am Kopfhörer, der auf Dauer stört.
Bei beiden Versionen sollte man darauf achten, das Kabel selbst austauschen
zu können. Kommt es zu einem Schaden, zum Beispiel weil man mit dem Bürostuhl
darüber gerollt ist, wäre andernfalls der teure Kabeltausch durch einen Fachhändler
nötig. Zudem gilt es zu entscheiden, ob man einen Kopfhörer möchte, dessen Kabel
nur an einer Ohrmuschel hängt oder an beiden. Erstere Lösung verspricht mehr
Bewegungsfreiheit, während bei der zweiten der Kopfhörer nicht gleich verrutscht,
wenn ein wenig Zug auf dem Kabel lastet.
Kabellose Kopfhörer
Funkkopfhörer sind ideal für alle, die nicht still sitzen können oder wollen.
Sie bestehen aus einer Sendeeinheit und dem Kopfhörer mit integriertem Empfänger.
Dadurch entgeht man lästigem Kabelsalat. Zudem gestatten manche Systeme, mehr
als einen Kopfhörer mit nur einer Sendeeinheit zu betreiben. Dadurch sind sie
vor allem zum Fernsehgucken geeignet, was auch für eine Person gilt, da der
Abstand zwischen Sessel und Fernseher oft größer ist als die Standardlänge von
kabelgebundenen Systemen.
Rauschen
Ein Problem, mit dem diese Technik zu kämpfen hat, sind Störgeräusche. Ein gewisses
Grundrauschen ist normal. Auch das spricht eher für den Einsatz am Fernseher
und weniger fürs Musik hören. Grundsätzlich sollte man auf einen sehr hohen
Rauschabstand achten, um nur ein möglichst geringes Grundrauschen zu bekommen.
Zusätzlich sollten mindestens drei verschiedene Sendefrequenzen wählbar sein,
um bei Störungen auf einen anderen Kanal ausweichen zu können. Diese können
unter anderem kabellose Geräte wie Handys oder Schnurlostelefone verursachen.
Zudem nimmt das Rauschen meist zu, wenn der Abstand zwischen Sender und Empfänger
größer wird.
Reichweite
Die Reichweite der Systeme erstreckt sich zumeist auf die gesamte Wohnung und
reicht oft auch bis auf den Balkon oder in den Garten hinein. Es gibt auch mobile
Systeme, die sich an MP3-Player und Co. anschließen lassen. Dadurch erhöht sich
jedoch das Gewicht des Players nicht unerheblich. Da auch der Sender in diesem
Fall mit Batterie arbeitet, muss man eine weitere Quelle mit Strom versorgen.
Akkustrom
Auch stationäre Funkkopfhörer benötigen Strom für den integrierten Empfänger.
Hierzu sind Akkus integriert, die an der Sendestation aufgeladen werden. Achten
Sie darauf, dass diese zum Aufladen im Hörer bleiben können. Ständiges Entnehmen
und Einlegen wäre lästig. Zudem sind Akkus ohne Memory-Effekt vorteilhaft, da
sie eine längere Lebensdauer versprechen. In Frage kommen etwa Lithium-Ionen-
(Polymer) oder Nickel-Metall-Hybrid-Akkus. Zum Schutz der Akkus ist es weiterhin
günstig, wenn sich die Empfangseinheit automatisch ausschaltet, wenn man den
Kopfhörer abnimmt. So entladen sich die Speicher nicht gleich, wenn mal einmal
nicht ans Abschalten denkt. Bedenken Sie auch, dass Sie eine freie Steckdose
für den Sender benötigen.
Unterschiedliche Sendetechniken
Man unterscheidet grob drei unterschiedliche Sendetechniken bei Funkkopfhörern:
infrarot, analog und digital. Bei der Infrarot-Übertragung schickt der Sender
ein Lichtsignal aus, gleich einer TV-Fernbedienung. Für den Empfang ist ununterbrochener
Sichtkontakt zwischen Sender und Kopfhörer nötig. Man kann den jeweiligen Raum
folglich nicht verlassen, ohne dass der Ton abreist. Zudem ist bei dieser Technik
das Rauschen relativ stark zu hören.
Analoge Funktechnik
Schickt der Sender die Signale demgegenüber per analoger Funktechnik aus, ist
kein direkter Sichtkontakt nötig. Man kann sich folglich freier im Haus bewegen.
Auch bei diesem Verfahren ist relativ hohes Grundrauschen hörbar. Hinzu kommt
eine hohe Anfälligkeit für Störgeräusche, die andere Geräte verursachen können,
welche die Funkspezifikationen nicht exakt einhalten.
Digitaltechnik
Die beste Qualität bietet eine digitale Lösung. Auch wenn das Rauschen nicht
ganz verschwunden ist, so ist es doch nahezu nicht hörbar. Zudem gibt es Klang
und Dynamik in Topqualität. Ebenso kann man die Anfälligkeit für analoge Störgeräusche
ausschließen. Auch wenn diese Technik die teuerste ist, verspricht sie doch
das beste Ergebnis und die größte Zufriedenheit. Einige Kopfhörer können zwischen
Digital- und Analogtechnik umschalten. Das ist sehr praktisch, da man je nach
Umgebung die beste Variante einsetzen kann.
Ebenfalls zur Digitalseite kann man Funkübertragung per Bluetooth rechnen. Jedoch
arbeitet diese Technik anders als die zuvor angesprochene. Sie hat zudem eine
geringere Reichweite und erreicht heute auch noch nicht das gleiche Klangniveau.
Für die Bluetooth-Technik spricht jedoch, dass man einen entsprechenden Kopfhörer
mit dem Handy oder auch am PC benutzen kann, sofern diese ebenfalls mit Bluetooth
ausgestattet sind.
Unterschiedliche Tonerzeugung
Dynamisch
Die Art wie ein Kopfhörer den Ton erzeugt, hat Einfluss auf seine Klangqualität.
Am gebräuchlichsten ist das elektrodynamische Verfahren; meist nennt man es
kurz "dynamisch". Die Arbeitsweise unterscheidet sich hier kaum von der eines
normalen Lautsprechers. Es gibt pro Hörmuschel einen Magneten und eine schwingfähige
Membran mit einer Spule in der Mitte. Fließt Strom (Musiksignal) durch die Spule
hindurch macht das diese dadurch ebenfalls zum Magneten. Durch das Anziehen
und Abstoßen der Magneten wird die Membran in Schwingung versetzt und Schallwellen,
also der Ton, erzeugt. Die Schwingung breitet sich dabei ringförmig von Innen
nach Außen aus, wie Wellen, die ein ins Wasser geworfener Stein erzeugt.
Elektrostatisch
Ganz anders arbeitet das elektrostatische Verfahren. Hier ist eine Membran aus
Polymerfolie zwischen zwei Flächenelektroden gespannt, was zur Folge hat, dass
die gesamte Membran gleichmäßig schwingt. Die Membran schwingt dabei extrem
schnell und gibt dadurch das Ursprungssignal fast originalgetreu, ohne Fehler
und Verzerrungen wieder. Ein Kopfhörer, der mit diesem Verfahren arbeitet, klingt
folglich meist besser als ein dynamischer Hörer. Jedoch ist der Produktionsaufwand
elektrostatischer Kopfhörer so hoch, dass diese deutlich teurer sind.
Technische Werte
Eine Hilfe bei der Wahl des richtigen Kopfhörers kann auch ein Blick auf die
technischen Werte bieten. Hier findet man Informationen zu Frequenzgang, -bandbreite,
Impedanz und anderem. Um den Wert der Frequenzbandbreite einordnen zu können,
ist es wichtig zu wissen, welche Töne die Ohren überhaupt wahrnehmen. Bei einem
gut geschulten Ohr reicht die Spanne von 20 bis zu 20.000 Hertz. Höhere Werte
bei den technischen Angaben sehen zwar sehr gut aus, sagen aber kaum etwas über
die Qualität.
Frequenzgang
Für den Frequenzgang gilt, er soll über das gesamte Spektrum möglichst linear
(gerade) verlaufen. Das bedeutet, dass alle Bereiche gleich laut sind und unverfälscht
wiedergegeben werden. Ob Musik verzerrt, beziehungsweise ab welcher Lautstärke
das geschieht, gibt der Schalldruck an. Er wird in Dezibel (dB) gemessen. Hier
gelten 90 dB schon als voll ausreichend, ja eigentlich schon fast zu laut. Für
Diskjockeys trifft diese Aussage jedoch nicht zu. Sie müssen auch in sehr lauten
Umgebungen, die Musik im Hörer noch sehr gut wahrnehmen können. Entsprechende
Kopfhörer sollten folglich lauter spielen können.
Achtung! Vom Einsatzzweck her ideal ist dafür ein Schalldruck von über 100 dB.
Für die Ohren sind solch hohe Lautstärken jedoch keinesfalls zu empfehlen, da
dabei das Gehör auf Dauer Schaden nimmt.
Klirrfaktor
Wichtig ist ein niedriger Klirrfaktor. Auch er gibt Aufschluss über Verzerrungen.
Liegt er über einem Prozent, muss man mit Verzerrungen auch bei niedrigen Lautstärken
rechnen. Auf der sicheren Seite ist man mit Werten unter 0,1 Prozent.
Widerstand
Sehr wichtig ist der Widerstand (Impedanz). Er wird in Ohm gemessen. Je höher
dieser Wert ist, desto mehr Energie muss die Musikquelle aufbringen, um Töne
wiederzugeben. Für die Hifi-Anlage oder das Studio sind meist auch hohe Widerstände
kein Problem. Anders sieht das für Soundkarten am PC oder für mobile Geräte
aus. Die meisten Soundkarten bekommen Probleme, wenn ein Kopfhörer mehr als
64 Ohm Widerstand bietet. Auch tragbare Player bekommen ab dieser Grenze Probleme,
die Musik laut genug wiederzugeben. Für beide Einsatzzwecke gilt: Je geringer
der Widerstand, desto besser.
Tipps
Lautstärkereglung
Wer einen kabelgebundenen Kopfhörer vorzieht, sollte überlegen, einen zu wählen,
der die Lautstärkereglung am Kabel gestattet. So muss man nicht extra aufstehen
oder erspart sich unterwegs dass Kramen nach dem Player. Einige Kopfhörer haben
auch Regler an den Ohrkapseln. Die ist zwar etwas umständlicher zu bedienen
aber immer noch besser als gar keinen Regler zu haben.
Strahlung
Wer viel und lange hört und sich Sorgen um elektromagnetische Strahlung macht,
kann guten Gewissens zu einem Kopfhörer greifen, der den Anwender mittels spezieller
Technik vor diesen Strahlen aus den Ohrkapseln schützt.
Störsignale
Kabellose Kopfhörer haben nicht nur Probleme mit Signalen von Telefonen und
Radios, sondern mitunter auch mit Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren. Sollten
Sie eine Störung nicht in den Griff bekommen, versuchen Sie es mit Licht ausschalten.
Vielleicht hilft's. Probleme könnte übrigens auch eine Türklingel, die mit Funktechnik
arbeitet, machen.
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