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Kaufberatung IDE, ATA , ATAPI & Co. 


1. IDE, ATAPI & Co. - Standards und ihre Bedeutung

2. IDE / ATA

3. ATA-2

4. Fast ATA / Fast ATA-2

5. ATA-3

6. ATAPI

7. S.M.A.R.T.

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1. IDE, ATAPI & Co. - Standards und ihre Bedeutung

Festplatten mit IDE-Schnittstelle gehören seit fast 20 Jahren zu den Standardbauteilen im PC. Bei der Verbindung zum Motherboard kommt ein 40-poliges Kabel zum Einsatz, das sich leicht auch von ungeübten Anwendern anschließen lässt. Obwohl sich das äußere Design der Schnittstelle nicht verändert hat, hat es dennoch zahlreiche technologische Weiterentwicklungen bei der Übertragung der Daten von der Festplatte zum Computer gegeben. Protokolle nennen sich die Spezifikationen, nach deren Regeln die Kommunikation zwischen den Geräten erfolgt. Im Folgenden stellen wir die Begriffe rund um IDE und deren wichtigste Eigenschaften vor: (pr)

 

2. IDE / ATA

IDE bedeutet Integrated Drive Electronics. Der Standard wurde entwickelt, da es in der Anfangszeit der Festplatten Probleme bei deren Ansteuerung gab. Die Elektronik, die für die Steuerung der Festplatte verantwortlich ist, saß früher auf dem Motherboard des PCs. Die Steuerelektronik und die Festplatten der verschiedenen Herstellen passten jedoch oft nicht zusammen. Zu Beginn der 80er Jahre wurde die Elektronik direkt auf der Festplatte untergebracht, was zu erheblichen Verbesserungen führte, da die Signalwege der Steuerbefehle jetzt viel kürzer waren.

ATA bedeutet AT Attachment und wird oft mit IDE gleichgesetzt. Während IDE allerdings den elektrischen Anschluss der Festplatte definiert, wird mit ATA das Protokoll beschrieben, mit dem die Daten über die Leitungen transportiert werden. Mit ATA konnten gleichzeitig zwei Festplatten vom PC aus angesteuert werden, deren Übertragungsrate bei maximal 4 MB pro Sekunde lag. Nachteil von ATA: Sowohl die Befehle zur Steuerung der Festplatte, als auch die Daten wurden nacheinander über die Leitungen transportiert. Die Daten konnten also nicht ungehindert in den PC fließen.

Kennzeichen von ATA:

  • Die Ansteuerung der Festplatten erfolgt über einen Kanal, den sich zwei Festplatten teilen können. Dazu werden sie als Master und Slave angeschlossen.
  • ATA unterstützt die PIO Modi 0, 1, und 2
  • ATA unterstützt die Single Word DMA Modi 0, 1 und 2, sowie den Multiword DMA Modus 0.

 

3. ATA-2

1994 wurde ATA durch den Standard ATA-2 abgelöst. Hier wurde der Flaschenhals des vorherigen Standards beseitigt: Die Daten und die Befehle zur Steuerung der Festplatte wurden durch den "synchronous transfer" gleichzeitig, also synchron, übertragen. Zur Steigerung der Übertragungsgeschwindigkeit wurden zusätzlich die Busmaster-Modi PIO Mode 4 und DMA Mode 2 eingeführt. Die Festplatten waren nun in der Lage, mehr als 16 MB pro Sekunde zu übertragen.

Kennzeichen von ATA-2:

  • ATA-2 unterstützt die PIO Modi 0, 1, 2, 3 und 4
  • ATA-2 unterstützt die Single Word DMA Modi 0, 1 und 2, sowie die Multiword DMA Modi 0, 1 und 2
  • ATA-2 ermöglicht Block Transfers
  • ATA-2 ermöglicht Logical Block Adressing (LBA). LBA muss sowohl von der Festplatte, als auch vom BIOS des Computers unterstützt werden.
  • In ATA-2 können die Festplatten mit Hilfe des "Identify Drive"-Befehls Auskunft über ihren Aufbau an die Software liefern

Obwohl ATA-2 die korrekte Bezeichnung für den Standard ist, haben viele Firmen eigene Namen wie E-IDE, Fast ATA, oder Fast ATA-2 eingeführt. Diese Laufwerke beruhen zwar auf dem ATA-2 Standard, jedoch gibt es beispielsweise leichte Unterschiede bei der Unterstützung der verschiedenen Übertragungsmodi.

 

4. Fast ATA / Fast ATA-2

Fast ATA und Fast ATA-2 erwecken den Eindruck, dass es sich hierbei um schnellere Versionen des ATA bzw. des ATA-2 Standards handelt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Beide Begriffe wurden aus Marketinggründen von Herstellerfirmen wie Seagate oder Quantum eingeführt. Fast ATA-2 ist identisch mit dem ATA-2 Standard. Bei Fast ATA gibt es nur leichte Unterschiede zum ATA-2 Standard, so wird der PIO Modus 4 nicht unterstützt, zudem gibt es lediglich eine Unterstützung für den DMA Modus 1.

 

5. ATA-3

1996 wurde ATA-2 durch ATA-3 abgelöst. Die Geschwindigkeit wurde dabei nicht verbessert, wohl aber die Sicherheit der Daten auf der Harddisk durch S.M.A.R.T.. ATA-3 wurde nie groß vermarktet, da lediglich minimale Veränderungen zu ATA-2 vorhanden sind. ATA-3 darf übrigens nicht mit Ultra-ATA verwechselt werden.

Kennzeichen von ATA-3:

  • ATA-3 unterstützt die PIO Modi 0, 1, 2, 3 und 4
  • ATA-3 unterstützt die Single Word DMA Modi 0, 1 und 2, sowie die Multiword DMA Modi 0, 1 und 2
  • ATA-3 ermöglicht Block Transfers
  • ATA-3 ermöglicht Logical Block Adressing (LBA). LBA muss sowohl von der Festplatte, als auch vom BIOS des Computers unterstützt werden
  • In ATA-3 können die Festplatten mit Hilfe des "Identify Drive"-Befehls Auskunft über ihren Aufbau an die Software liefern
  • ATA-3 verbessert die Zuverlässigkeit der Laufwerke durch die Self-Monitoring Analysis and Reporting Technology (SMART)

 

 

6. ATAPI

Die IDE/ATA Schnittstelle war ursprünglich nur für die Verwendung mit Festplatten vorgesehen. Die ersten CD-ROM Laufwerke und Tape-Streamer benutzten für deren Ansteuerung eigene Controller. Schnell wurden Überlegungen der Hardwarehersteller laut, auch diese damals neuen Laufwerktypen über die IDE / ATA-Schnittstelle zu unterstützen. Allerdings gab es zunächst Probleme bei der Ansteuerung der Laufwerke. Erst ein spezielles Protokoll mit der Bezeichnung ATA Packet Interface(ATAPI) ermöglichte die gleichzeitige Verwendung von CD-ROM-Laufwerken und Festplatten mit gemeinsamer Verkabelung und der Fähigkeit, einzelne Geräte als Master und Slave zu definieren. CD-ROM-Laufwerke, die als IDE-Laufwerk angeboten werden, lassen sich also über ATAPI ansteuern. ATAPI benutzt dazu einen Treiber, der in das Betriebssystem des Computers eingebunden wird. Aktuelle BIOS-Versionen gestatten das Booten des PCs von ATAPI CD-ROM-Laufwerken.

 

7. S.M.A.R.T.

Eine Festplatte ist ein kleines Wunderwerk, dessen Innenleben an den Grenzen der Physik arbeitet. Der Schreib-/Lesekopf schwebt auf einem winzigen Luftkissen in enormer Geschwindigkeit über die Plattenoberfläche, vergleichbar mit einem Jumbo-Jet, der in Schallgeschwindigkeit in einer Höhe von 5 Metern über der Erde fliegt.

Bereits kleinste Störung in Form von Staub haben fatale Folgen. Der Kopf wird aus der Bahn geworfen, federt zurück und gräbt sich in die Oberfläche der Festplatte ein. Head-Crash nennen Profis diese Form der Zerstörung, bei der die Daten hoffnungslos verloren gehen. Das Problem eines solchen Schadens besteht darin, dass er sich nicht andeutet. Alles scheint reibungslos zu funktionieren, doch plötzlich leitet ein Klack-Geräusch das Ende der Festplatte ein.

Um dies zu verhindern wurde die Self Monitoring And Analysis Technology (S.M.A.R.T.) eingeführt. Sobald die Elektronik der Festplatte feststellt, dass sich das Verhalten der Harddisk verändert - so kann die Umdrehungsgeschwindigkeit langsamer werden - meldet sie dies an das BIOS des Computers, der daraufhin eine Warnmeldung ausgibt. So lassen sich wichtige Daten eventuell noch sichern. Die Unterstützung für S.M.A.R.T. muss in der Regel im BIOS aktiviert werden.

 

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Text von Oliver Kürten, 24.02.2000
 

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