|
Kaufberatung Navigationsgeräte
1. Nie mehr verfahren
2. Moderne Navigationssysteme
3. Darauf achten
4. Karten
5. Regional oder International
6. Verkehrsfunk
7. Radarwarner
8. Bedienung
9. Mehrwert und Erweiterungen
10. Navigation im Autoradio
11. Alternative: PDA oder Notebook
12. Alternative: GPS-Handgeräte und Handys
13. Empfangsgenauigkeit
14. Fazit: Anwendung entscheidend
Zu den Navigationsgeräten
Zu den Routenplanern
Zu den PDAs
Nie mehr verfahren
"Biegen Sie in 200 Metern rechts ab" tönt die Stimme aus dem Navigationssystem.
Es weiß genau, wo sich der Fahrer befindet, kennt alle Straßen, Fußgängerzonen
und Parkplätze und kann auch schon mal den Weg zur nächsten Apotheke erklären.
Purer Luxus? Nein, schon lange nicht mehr. Navigationssysteme sind so günstig
geworden, dass jeder auf den Zug aufspringen kann. Als Komplettpaket oder Erweiterung
für PDA oder Notebook, ab ein- bis zweihundert Euro kann man sich schon ein
einfaches Navigationssystem aufbauen.
Für Komplettsysteme geht auch längst kein Monatslohn mehr drauf. Hier kann man
zuweilen schon Schnäppchen ab 200 Euro finden. Gute Einstiegslösungen kosten
ab etwa 300 Euro. Somit steht dem GPS-Einsatz (GPS-> Global Positioning System)
im Auto, auf dem Motorrad oder zu Fuß im Wald kaum etwas im Wege. Lediglich
die Lösung, die den eigenen Ansprüchen am besten gerecht wird, gilt es zu finden.
Doch auch das ist kein Problem, die folgenden Kapitel helfen bei der Auswahl.
(pr)
Moderne Navigationssysteme
Besonders beliebt sind mobile Navigationsgeräte, die sich per Saugnapf an der
Windschutzscheibe befestigen lassen. Sie sind klein und kompakt, haben nicht
nur Karten und Empfangsantenne integriert, sondern auch noch einen kleinen Lautsprecher.
kurze präzise Kommandos teilen dem Fahrer mit, wann er abbiegen oder wo er sich
einordnen muss.
Vorteile
Der große Vorteil dieser Geräte: Dank leichter und schneller Installation kann
man sie schnell auch mal im Zweitwagen oder dem Mietwagen am Urlaubsort einsetzen.
Sie sind zudem günstiger als fest in den Wagen eingebaute Systeme. Für diese
müsste man sich schon vor dem Kauf eines Neuwagens entscheiden oder später teure
Nachrüstkosten einkalkulieren.
Ebenfalls vorteilhaft: Mobile Navigationsgeräte kann man auch auf dem Fahrrad
oder Motorrad benutzen. Darüber hinaus bieten sie auch am Zielort beim Fußweg
weitere Dienste, indem Sie direkt zu gesuchten Sehenswürdigkeiten führen können.
Nachteile
Nachteilig gegenüber der fest eingebauten Lösung ist, dass sich ein mobiles
Gerät bei einem Unfall aus der Halterung lösen und wie ein Geschoss durchs Fahrzeug
fliegen kann. Für die Insassen besteht dadurch erhöhte Verletzungsgefahr. Als
störend mag zudem mach einer das Stromkabel zum Zigarettenanzünder und das eventuell
vorhandene Antennenkabel für die Stauwarnungen empfinden, die lose am Armaturenbrett
hängen.
Weiterer Unterschied zwischen mobiler und fest integrierter Lösung: Mobile Navigationsgeräte
haben den Lautsprecher im Gehäuse und ignorieren das Autoradio. Das bedeutet,
dass es sich für eine Ansage gegen das Radio oder der CD-Player durchsetzen
muss und dieses nicht in der Lautstärke absenken kann. Somit besteht bei lauter
Musik die Gefahr, eine Anweisung zu überhören. Integrierte Systeme senken demgegenüber
die Musik ab, so dass man keine Ansage verpasst.
Darauf achten
Mobile Navigationsgeräte unterscheiden sich in Größe und Gewicht, aber auch
in der Ausstattung. Alle lassen sich zwar auch außerhalb des Autos einsetzen,
bieten dafür aber unterschiedliche Voraussetzungen. Für den Einsatz auf dem
Fahrrad oder zu Fuß, also dort, wo es keine Stromversorgung gibt, ist eine lange
Batterielaufzeit wichtig. Geräte, die nur zwei bis drei Stunden arbeiten, bevor
sie wieder ans Stromnetz müssen, sind hier nur bedingt einsetzbar.
Größe und Gewicht
Auch Größe und Gewicht spielen eine Rolle. Für die Jackentasche eignen sich
kleine, flache Geräte mit geringem Gewicht am besten. Oft muss man hier aber
einen Kompromiss eingehen. Denn in kleinen Geräten haben auch nur kleine Akkus
Platz, deren Stromvorrat schnell aufgebraucht ist. Doch auch von dicken, schweren
Geräten kann man trotz kräftigerer Batterie keinen tagelangen Einsatz erwarten,
da der Satellitenempfang, die ständige Positionsberechnung und ein leuchtstarkes
Farbdisplay große Stromverbraucher sind.
Stromversorgung
Aufladen lassen sich sämtliche Navigationsgeräte wieder an Bord des Autos; viele
können auch Strom an einer Haussteckdose tanken, doch nicht alle. Einige lasen
sich ausschließlich am Zigarettenanzünder aufladen, andere können mittels USB-Kabel
immerhin noch Energie vom PC oder Notebook erhalten. Auf die Stromversorgung
sollten alle, die ein Navigationsgerät außerhalb eines Autos einsetzen möchten,
besonders achten.
Stromversorgung im Auto
Auch im Wagen kann die Stromversorgung Probleme bereiten. Nämlich dann, wenn
man mehrere Geräte zeitgleich über den Zigarettenanzünder mit Energie versorgen
möchte; also etwa auch das Handy laden oder eine Kühlbox betreiben. Wer dazu
nicht mehrere Anschlüsse im Wagen zur Verfügung hat, braucht einen Adapter,
der wie eine Mehrfachsteckdose, zwei oder mehr Anschlüsse bietet.
Karten
Ein entscheidender Unterschied in der Ausstattung der Navigationsgeräte ist
das zur Verfügung stehende Kartenmaterial. Es entscheidet zum größten Teil über
die Qualität eines Gerätes. Denn nur aktuelle und ausführliche Karten sind Garant
dafür, dass eine Route korrekt berechnet werden kann.
Bei alten Karten besteht die Gefahr, Umwege zu fahren oder auf Straßen geführt
zu werden, die es nicht mehr gibt, welche die Fahrtrichtung geändert haben oder
in eine Fußgängerzone gewandelt sind. Da aber selbst aktuelle Landkarten mit
der Zeit veralten, ist es wichtig, diese künftig aktualisieren zu können. Andernfalls
wäre man irgendwann gezwungen nur wegen des Kartenmaterials ein neues Navigationsgerät
kaufen zu müssen. Da jedoch nicht alle Hersteller eine Aktualisierung anbieten,
ist es sinnvoll sich schon vor dem Kauf über diese Möglichkeit zu informieren.
Updates möglich?
Schön wäre es auch, wenn der Hersteller Software-Updates anbietet, mit denen
man das Betriebsystem seines Gerätes auf dem neuesten Stand halten kann. So
kann man Nutzen von Fehlerkorrekturen und neuen Funktionen haben, die die Leistungsfähigkeit
unter Umständen sogar erweitern. Oft unterscheidet die Updatemöglichkeit die
guten Geräte von den schnellen Schnäppchen. Ein vermeintlicher Preisvorteil
relativiert sich also im Laufe der Zeit und wird später womöglich zu einem Nachteil.
Auf sehr günstigen Geräten befindet sich zudem häufig veraltetes Kartenmaterial
und/oder nur wenige Karten. Häufig wirbt man etwa dafür, die Hauptverkehrsstraßen
von Europa mit installiert zu haben. Diese reichen aber gerade mal, um ein Land
auf den Hauptstraßen, respektive Autobahnen zu durchqueren. Abseits dieser Routen
kennt sich das System aber genauso wenig aus wie Sie.
Regional oder International
Häufig findet man technisch identische Navigationsgeräte zu unterschiedlichen
Preisen. Grund: Die Ausstattung des Kartenmaterials. So lässt sich mancher Euro
sparen, wenn man weiß, dass man nur in Deutschland, der Schweiz oder Österreich
unterwegs ist. Teurer wird es zumeist wenn man Landkarten von ganz Europa haben
möchte. Zwar ist es praktisch, möglichst viele Karten zur Verfügung haben, doch
wenn man sich sicher ist, dass man diese nie nutzen wird, kann man genauso gut
einige Euros sparen.
Auf der anderen Seite haben Navigationsgeräte mit Europakarten an Bord den Vorteil,
diese im Mietwagen, bei einer Bergwanderung oder einer Fahrradtour im Urlaub
benutzen zu können. Regionale Lösungen fallen dafür aus. Geräte großer Markenhersteller,
die nur mit regionalen Karten bestückt sind, kann man später meist noch erweitern
und bei Bedarf fehlende Landkarten nachkaufen. Allerdings: Eine nachträglich
erweiterte Lösung ist in der Regel teurer als ein auf einmal angeschafftes Komplettpaket.
Inzwischen gibt es auch Geräte, die neben Europa auch Karten von Nordamerika
mit integriert haben, interessant für alle, die häufig in den USA sind. Wer
viel in der Welt unterwegs ist, sollte darauf achten, dass man für das gewünschte
Gerät Karten für die besuchten Länder nachkaufen kann.
Verkehrsfunk
Eine vermeintlich sinnvolle Erweiterung, die viele Navigationsgeräte inzwischen
im Lieferumfang haben, ist die Fähigkeit an Staus vorbeizuführen. Sie unterstützen
dafür den TMC-Service. Das Kürzel steht für Traffic Message Channel, was auf
Deutsch etwa Verkehrsfunkkanal bedeutet. Es sorgt dafür, dass das Navigationsgerät
per UKW pausenlos aktuelle Verkehrsfunkdaten erhält. Damit das klappt, muss
man jedoch per Kabel eine Antenne anschließen und auf dem Armaturenbrett befestigen.
Der Service ist im deutschsprachigem Raum und einigen europäischen Ländern verfügbar,
jedoch nicht europaweit.
Am Stau vorbei
Der Sinn des TMC-Service ist es, den Fahrer gar nicht erst in einen Stau fahren
zu lassen, sondern automatisch eine Ausweichstrecke zu berechnen. Das Problem
dabei ist allerdings, dass - zumindest bei viel befahrenen Straßen - bei einem
Stau schnell auch die Ausweichstrecken so stark frequentiert wird, so dass der
Umweg mehr Zeit beansprucht, als man für die "Durchfahrt" durch den Stau benötigen
würde.
Letztendlich bekommt das Gerät die gleichen Meldungen, die man auch über den
Verkehrsfunk hört. Oft sind diese aber nicht korrekt. Häufig steht man in Staus,
die gar nicht gemeldet sind, oder gemeldete Staus gibt es gar nicht. Hier muss
jeder selbst entscheiden, für wie sinnvoll er eine Umleitfunktion hält.
TMCPro
Zuverlässigere Warnmeldungen verspricht der TMCPro-Service. Er ist im Gegensatz
zum kostenlosen TMC-Service gebührenpflichtig. Zudem ist er nicht über öffentlich-rechtliche
Radiosender, sondern nur über private Radiostationen zu empfangen. Anders als
TMC, das auf der Basis von Polizeimeldungen, ADAC-Warnungen und ähnlichen Quellen
beruht, wertet TMCPro automatisch erfasste Verkehrsdaten aus.
Automatische Datenauswertung
Hierzu greift es beispielsweise auf die Informationen der Module zu, die an
nahezu jeder Autobahnbrücke installiert sind und die Verkehrsdichte messen.
Weiterhin wertet es Daten von in der Fahrbahn angebrachten Sensoren aus und
erhält darüber hinaus Daten, die von über 40.000 Fahrzeugen - etwa Taxen und
LKWs - gesammelt werden. Diese Fahrzeuge sind dazu mit FCD-Technik (Floating
Car Data) ausgerüstet, die pausenlos Informationen über die Verkehrssituation
auswertet und an eine Zentrale sendet. Dort treffen auch die zuvor genannten
Daten ein, werden von Computer automatisch ausgewertet und per UKW an TMCPro-kompatible
Geräte gesendet.
Die so gesammelten Informationen sollen aktueller und verlässlicher sein. Für
den Empfang der Daten reicht der übliche TMC-Empfänger, die Software muss aber
einen Dekoder zum Entschlüsseln der Pro-Daten integriert haben. Auf diesen entfallen
die Gebühren. Meist bezahlt man sie einmalig in Form höherer Anschaffungskosten
für das Gerät, das sich dadurch um etwa 50 bis 60 Euro verteuert.
Radarwarner
Populär ist in letzter Zeit die Integration von Radarwarnern geworden. Diese
gehören entweder fest zum Leistungsumfang eines Gerätes, lassen sich kostenpflichtig
nachrüsten oder gegen eine Gebühr abonnieren. Das erscheint praktisch, ist rechtlich
jedoch ein zweischneidiges Schwert. So ist es in Deutschland zwar gestattet,
Geräte mit integriertem Radarwarner mit sich zu führen, doch dessen Einsatz
ist verboten.
Nicht verboten ist demgegenüber eine Funktion, die bei Überschreiten der erlaubten
Höchstgeschwindigkeit eine Warnung ausspricht. Mit ihr kann man ebenfalls vermeiden,
wegen zu schnellem Fahren geblitzt zu werden. Auf der anderen Seite ist mitunter
ein dickes Fell nötig, um bei ständigen Ermahnungen vom Navigationsgerät die
Ruhe zu bewahren.
Bedienung
Die Bedienung der meisten Geräte erfolgt per Fingerdruck direkt auf das Display,
einige bieten zur Hilfe einen kleinen Stift an. Die Steuerung per Finger hat
einige Vorteile. Es geht schnell und einfach. Selbst bei der Fahrt kann man
schnell mal aufs Display tippen, um eine Ansage zu wiederholen oder den Bildausschnitt
zu verändern. Andererseits verschmutzt dadurch das Display mit der Zeit und
muss gereinigt werden.
Steuerung per Stift
Bei der Steuerung per Stift bleibt das Display weitgehend sauber. Dafür ist
aber die Bedienung während der Fahrt kaum möglich. Denn einen Stift müsste man
zunächst aus dem Gehäuse herausziehen und später auch mühsam wieder einstecken,
was beides schon recht fummelig sein kann. Doch auch das Tippen ist nicht ganz
leicht, da sich die Spitze beim fahrenden, wackelnden Auto nicht so leicht positionieren
lässt. Zudem besteht die Gefahr, den Stift fallen zu lassen.
Steuerung per Tasten
Günstige Einstiegsgeräte lassen sich häufig nicht über ein berührungsempfindliches
Display steuern. Hier gibt man stattdessen alle Steuerbefehle über Tasten ein,
die links und rechts vom Bildschirm angebracht sind. Das ist weniger intuitiv
und erschwert die Bedienung während der Fahrt.
Displaygröße
Die Größe des Displays spielt für die Bedienung ebenfalls eine Rolle. Je größer
dieses ist, desto leichter fällt die Bedienung, da man nicht versuchen muss,
mit dickem Finger oder wackeligem Stift eine kleine Schaltfläche zu treffen.
Für Schaltflächen ist dann einfach mehr Platz vorhanden. Schattenseite der Medaille:
Ein großes Display verbraucht mehr Strom, was die Zeit zwischen den Ladevorgängen
verkürzt.
Für gute Lesbarkeit des Displays sollte dieses entspiegelt sein. Somit ist sichergestellt,
dass man auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch Kartendetails erkennen kann.
Ein spezieller Nachtmodus ermöglicht daneben eine nicht zu leuchtstarke Darstellung
in der Dunkelheit. Andernfalls könnte kräftiges Licht Fahrer und Beifahrer blenden.
Ideal wäre es, wenn ein Dimmer integriert ist, der tagsüber und nachts, die
Leuchtstärke vom umgebungslicht abhängig optimal einstellt.
3D-Darstellung
Vorteilhaft ist zudem, wenn sich die Kartendarstellung zwei- und dreidimensional
anzeigen lässt. Bei zweidimensionaler Darstellung sieht man von oben auf einen
Kartenausschnitt, in dem man die eigene Position und die Fahrtrichtung ablesen
kann. Schaltet man um auf dreidimensionale Ansicht bekommt man etwa die Position
eines Hubschraubers, der Schräg oben hinter dem Fahrzeug fliegt. Man sieht Position
und Fahrtrichtung, kann aber gleichzeitig besser erkennen, was weiter vorne
geschieht. Kurz: Die Übersicht ist in dieser Darstellung besser.
Für bessere Übersicht an unübersichtlichen Plätzen, wie etwa Kreuzungen, ist
eine Zoomfunktion praktisch. Sie sollte sich mindestens nach einer kurzen Berührung
des Displays einschalten, besser jedoch automatisch einstellen, wenn es brenzlig
wird. Letztere ist schon deshalb vorzuziehen, da man in solchen Situationen
die Hände an Lenkrad und Schaltknüppel braucht und auch den Blick wegen erhöhter
Unfallgefahr nicht unnötig von der Straße nehmen sollte.
Mehr Rechenleistung
Die dreidimensionale Darstellung werden die meisten Anwender vermutlich vorziehen.
Jedoch sollte man wissen, dass diese Darstellung mehr Rechenleistung vom Prozessor
abverlangt. Das bedeutet einerseits: Besitzt das Navigationsgerät einen schwachen
Prozessor, ist die Darstellung ruckelig. Andererseits verbraucht ein stärker
arbeitender Prozessor mehr Strom und belastet den Akku stärker.
Planung am PC
Wer es vorzieht, eine Reise am Computer zu planen, sollte darauf achten, dass
sich das gewünschte Navigationsgerät an den PC anschließen lässt und dass sich
eine zum Navigationsgerät kompatible Routensoftware im Lieferumfang befindet.
Dann kann man die komplette Fahrt, inklusive aller interessanten Zwischenstationen,
am Computer eingeben und anschließend per Mausklick in das Navigationsgerät
übertragen.
Im Normalfall wird man aber kürzere Strecken vermutlich direkt am Gerät planen.
Dort gibt man Zieladresse exakt oder ungefähr ein, indem man nur den Zielort
oder eine bestimmte Kreuzung angibt eingibt. Das Gerät berechnet daraufhin einige
Sekunden lang die Route und beginnt sofort mit der Zielführung. Meist zeigt
es gleichzeitig auch die Gesamtdistanz und die zu erwartende Ankunftszeit an.
Mehrwert und Erweiterungen
Navigationsgeräte gibt es inzwischen von vielen Herstellern und jeweils in unterschiedlichen
Versionen. Um sich im zunehmend härter umkämpften Markt voneinander abgrenzen
zu können, integrieren die Firmen nicht nur unterschiedliche Karten, sondern
auch mehr und mehr Zusatzfunktionen über die Navigation hinaus. Sie erweitern
entweder das Einsatzgebiet oder sollen Mehrwert bieten, indem sie andere Geräte
ersetzen.
Freisprecheinrichtung
Eine durchaus sinnvolle Erweiterung mag für manchen eine integrierte Bluetooth
Sende- und Empfangseinheit sein. Besitzt man ein Handy mit Bluetooth-Unterstützung,
kann das Navigationsgerät als Freisprecheinrichtung, oder zumindest externes
Handydisplay dienen. Vorteil: Das Handy kann in der Tasche bleiben und man erspart
die Anschaffung einer Freisprechanlage, die man auch noch leicht mit in einen
Zweit- oder Mietwagen nehmen kann.
MP3-Player
Wer gerne Musik hört, hat sicher auch Nutzen von einem integrierten MP3-Player.
Das ermöglicht, die komprimierten Songs auch im Auto hören zu können. Hier gibt
es aber einiges zu beachten. So gibt das Navigationsgerät die Musik nur über
den eingebauten Lautsprecher oder über Kopfhörer wieder. Ersterer klingt mit
großer Sicherheit nicht zufrieden stellend und Kopfhörer darf man als Autofahrer
nicht verwenden. Hier müsste man also einen Adapter
verwenden, um die Musik in das Autoradio zu bekommen, was einerseits Extrakosten
verursacht und andererseits ein weiteres loses Kabel bedeutet.
Um das Gerät unterwegs als reinen Musik-Player nutzen zu können wäre es praktisch,
wenn man den GPS-Empfang ausschalten könnte, um Strom zu sparen. Auch ein abschaltbares
Display würde die Akkulaufzeit verlängern. Wichtig ist auch, wo die Musikdaten
gespeichert sind. Gibt es keinen oder nur sehr kleinen internen Speicher, müssen
die Daten auf einer Speicherkarte sein. Befinden sich auch die Karten nur auf
Speicherkarten, kann man nicht gleichzeitig navigieren und Musik hören, da immer
nur eine Speicherkarte im Gerät stecken kann.
iPod-Besitzer finden es vielleicht praktisch, den Player mit dem Navigationsgerät
verbinden und komfortabel über das Touchscreen bedienen zu können. Das bieten
längst nicht alle Geräte; man muss gezielt nach diesem Feature Ausschau halten.
Bildbetrachter
Ebenfalls praktisch: Die Anzeige von Bilddateien. Möchte man im Urlaub seine
Fotos ansehen, schiebt man einfach die Speicherkarte ins Navigationsgerät, ruft
den Bildbetrachter auf und schaut sich die Bilder einzeln oder als Diashow an.
Selbst kleine Videos aus der Digicam können manche Geräte anzeigen. Eine echte
Hilfe für Digitalfotografen wäre zudem, die Fotos von der Speichekarte ins Navigationsgerät
kopieren zu können. Dieses dient damit entweder als Sicherungskopie oder als
Zwischenspeicher. Dazu sind aber echte Luxusversionen mit integrierter Festplatte
nötig. Sie können nicht nur die Bilder zwischenspeichern, sondern auch komplette
Musiksammlungen aufnehmen.
Digicam inklusive
Manch ein Navigationsgerät kann gar eigene Fotos machen, da es eine Digitalkamera
integriert hat. Allerdings darf man hier nicht die gleiche Qualität wie von
einer ausgewachsenen Digicam erwarten. Meist reicht es nur für einfache Fotos
in geringer Auflösung. Die Qualität ist etwa mit der von Handykameras vergleichbar.
Reiseführer
Viele Navigationsgeräte wollen auch den Reiseführer ersetzen. Dafür bieten sie
Zusatzinformationen zu vielen Orten und so genannte PoIs (Points oft Intereset
- Orte von Interesse), dazu zählen nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch
Tankstellen und Unterkünfte, inklusive Telefonnummern. Diese Informationen können
aber meist keine gedruckten Reiseführer ersetzen und bieten lediglich Grundinformationen.
Zudem liegen diese meist nur für eine begrenzte Anzahl Orte vor, in der Regel
für touristisch besonders interessante Städte oder Plätze. Reiseführer, die
ein ganzes Land abdecken sind eher selten.
Wörterbuch
Für eine Auslandsreise kann ein Wörterbuch praktisch sein. Doch auch hier darf
man keinen Ersatz für umfangreiche gedruckte Exemplare erwarten. Der Umfang
ist etwa mit den Hilfen vergleichbar, wie man sie in gedruckten Reiseführern
findet, also einzelne Worte und gängige Phrasen für unterschiedliche Gelegenheiten.
Möglicher Vorteil hier: Liest das Gerät die Worte oder Sätze vor, lernt man
die korrekte Aussprache.
Zusatzfunktionen kosten Geld
So praktisch die genannten Zusatzfunktionen auch sein mögen. Man sollte sich
genau überlegen, ob man diese auch wirklich nutzen wird. Denn sie erhöhen den
Preis. Wer auch ohne auskommt, spart bares Geld, wenn er zu einem Navigationsgerät
greift, das nur Routen berechnet.
Extras
Möchte man das Navigationsgerät nicht nur im Auto, sondern auch auf Fahrrad,
Motorrad oder im Zweitwagen benutzen, ist es wichtig, dass der Hersteller die
passenden Erweiterungen im Programm hat und diese auch zu einem vernünftigen
Preis anbietet. Gehört etwa eine Schutztasche nicht zum Lieferumfang, wäre es
schön, eine passende günstig nachkaufen zu können.
Navigation im Autoradio
Wer gerne auf ein fest integriertes System setzen möchte, aber nicht das vom
Autohersteller angebotene Navigationssystem installieren will, kann ein Autoradio
einbauen, das über einen integrierten GPS-Empfänger verfügt; hinzu kommt eine
GPS-Empfangsantenne, die man fest im Wagen installieren muss. Diese Lösung bietet
die Vorteile einer fest integrierten Lösung, zu einem relativ günstigeren Preis.
Viele Hersteller haben Navigationsradios im Programm, die in den genormten Radioschacht
passen. Einfache Lösungen zeigen dann keinen Kartenausschnitt, sondern nur Richtungspfeile
auf einem kleinen Display an und geben gesprochene Ansagen.
Großes Display
Wer ein größeres Display möchte, kann in ein Radio investieren, das einen im
Gehäuse versenkbaren Bildschirm hat, der auf Knopfdruck herausfährt und sich
wie ein externer Monitor vor dem Gerät aufbaut. Dessen Display ist größer als
bei jedem portablen Gerät. Die Radios haben meist ein DVD-Laufwerk, über das
die Karten ins Gerät gelangen.
Musik und Videos
Daneben kann es Musik-CDs abspielen und oft auch DVDs wiedergeben. Die Kombination
mit Autoradio sorgt zudem dafür, dass die Musik abgesenkt wird, wenn eine Ansage
kommt. Nachteil allerdings: Braucht das Radio die Karten-DVD zur Navigation,
kann man nicht zeitgleich Musik von CD hören oder den Beifahrern einen Film
von DVD vorführen. Alternative: Besitzt das Radio auch einen Speicherkartensteckplatz
kann es darüber gespeicherte MP3-Songs abspielen. Sehr praktisch sind Geräte
mit integrierter Festplatte. Darauf lassen sich neben den Karten auch MP3s lagern.
Ein herausgefahrenes Display verdeckt aber eventuell Bedienelemente des Autos.
Um das zu vermeiden, gibt es Festeinbausätze, die einen externen Monitor verwenden.
Diesen kann man an der Windschutzscheibe oder auf dem Armaturenbrett befestigen.
Pfiffig sind Lösungen, die sämtliche Informationen auf einem in den Rückspiegel
integrierten Monitor anzeigen.
Zu den Autoradios mit Navigationssystem
Alternative: PDA oder Notebook
Erleichternd für die Kaufentscheidung ist, ob man schon einen PDA (Personal
Digital Assistent) oder ein Notebook besitzt. Für beide Gerätegattungen gibt
es Erweiterungen, die sie zu einem vollwertigen Navigationssystem ausbauen.
Einsteckmodul oder externe Antenne
Um Notebook und PDA zum Routenprofi aufzurüsten, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
Ohne viel Kabelwirrwarr und elegant geht es mit einem Steckmodul, an dessen
einen Ende sich die GPS-Antenne befindet. Es passt in jeden Standard-CompactFlash-Schacht
(CF). Mittels eines PC-Card-Adapters kann man es auch im entsprechenden Schacht
am Notebook betreiben. Diese Lösung setzt jedoch voraus, dass Notebook oder
PDA selbst freie Sicht zum Himmel haben, was besonders beim Notebook die Aufstellung
erschwert.
Weiterer Steckplatz nötig
Hinzu kommt, dass man am PDA neben dem Steckplatz (CF) für den Empfänger auch
einen Steckplatz für SD-Speicherkarten haben muss, da dort Speicherkarten mit
dem Kartenmaterial eingesetzt werden. Weil solch eine Lösung keine eigene Stromversorgung
mitbringt, saugt der GPS-Receiver mit am PDA/Notebook-Akku. Das reduziert sein
Durchhaltevermögen schnell um mehr als 50 Prozent. Bei der Fahrt mit dem Auto
ist das kaum ein Problem, kann der PDA doch Energie aus dem Zigarettenanzünder
saugen, beim Fahrradfahren oder Laufen sieht das aber schon anders aus.
Externe Antenne
Wer keinen CompactFlash-Steckplatz frei hat oder auf die große Portabilität
verzichten kann, greift zur externen Antenne. Sie findet per Kabel am Datenport
des PDA oder per USB am Notebook Anschluss. Wer Kabelsalat aus dem Weg gehen
möchte und Bluetooth-Funktechnik am jeweiligen Gerät verwendet, kann auch eine
kabellosen GPS-Antenne wählen.
Antennen mit Bluetooth-Technik lassen sich unkomplizierter platzieren, da man
nicht mühsam Kabel verlegen muss. Man bringt sie einfach dort an, wo der Empfang
am besten ist. Auch Fußgänger und Radfahrer können mit solch einer Lösung leben.
Den Empfänger tragen sie beispielsweise in der Jackentasche oder montieren ihn
am Lenker, während sie den PDA wie gewohnt bedienen. Aufgrund der sperrigen
Maße eines Notebooks, ist der Freiheitsgewinn durch eine drahtlose GPS-Maus
dort allerdings recht gering.
Um unter ungünstigen Bedingungen den Empfang der GPS-Empfänger verbessern zu
können, sollte man auf einen externen Antennenausgang an der GPS-Maus achten.
Dort ließe sich eine Antenne anstöpseln, die man beispielsweise außen auf dem
Autodach anbringen könnte.
Vorteile PDA
Ein PDA ist klein und leicht. Kaum größer als ein Skat-Blatt passt er bequem
in jede Jackentasche. Im Auto kann man ihn per Saugnapfhalterung schnell an
der Windschutzscheibe befestigen oder auch fest montieren. Halterungen fürs
Fahrrad, wie man sie von Handys kennt, machen ihn Radtour-kompatibel. In der
Jackentasche ist der Navigations-PDA schnell zur Hand, wenn man auf einer Sightseeing-Tour
ist oder in der Heide die Orientierung verloren hat.
Weiterhin besitzen PDAs relativ fixe Prozessoren, welche eine schnelle Routenberechnung
versprechen. Zudem sind sie ausgewachsene Taschencomputer, die erheblichen Zusatznutzen
bieten. Manche sind gar auch zum Telefonieren geeignet. Sie vereinen drei Geräte
in einem Gehäuse. Das schafft Platz in der Tasche.
Nachteile PDA
Die Größe des Bildschirms zeigt bei manchen Geräten nur einen sehr begrenzten
Kartenausschnitt an, so dass man häufig zur Zoomfunktion greifen muss, um Übersicht
zu behalten. Hinzu kommt möglicher Kabelsalat. Zumindest dann, wenn man einen
PDA ohne integrierten GPS-Empfänger einsetzt. Dann gibt es stets ein Kabel und
eine separat zu befestigenden Antenne, zusätzlich zum Kabel für die Stromversorgung.
Ein drittes Kabel wäre für den TMC-Service nötig, wenn der Empfänger diesen
bieten sollte. Besonders auf Fahrrädern und für Fußgänger ist das kaum akzeptabel.
Vorteile Notebook
Ein Notebook hat dank deutlich größerem Display wesentlich mehr Anzeigefläche
zur Verfügung. Selbst bei hohem Zoomfaktor ist noch viel von der Umgebung um
den eigenen Standpunkt herum zu erkennen, so dass es leichter fällt, die Orientierung
zu behalten. Zudem bietet die Festplatte ausreichend Platz, um sämtliche verfügbaren
Karten stets mit sich herumzutragen.
Wo genügend Raum zum Aufstellen ist, macht ein Notebook wegen der genannten
Vorteile eine besonders gute Figur. Für allein reisende Vertreter oder den Skipper,
der auf seiner Yacht genügend Stellfläche hat, ist ein Notebook sehr gut als
Navigationseinheit geeignet. Zudem hat man stets den kompletten PC dabei und
kann unterwegs auch arbeiten, spielen oder im Web surfen. Per integriertem oder
nachgerüstetem TV-Tuner, kann man gar fernsehen.
Nachteile Notebook
Wichtigste Argumente gegen ein Notebook sind Größe und Gewicht. Ein Notebook
nimmt selbst im Auto so viel Platz weg, dass für den Beifahrer kaum noch ausreichend
Raum übrig bleibt. Zudem muss man eine aufwendige Halterung im Wagen montieren,
um den Schirm während der Fahrt komfortabel einsehen zu können.
Auf dem Rad oder zu Fuß lässt sich das Notebook gar nicht einsetzen, es sei
denn man ist bereit, zur Wegkontrolle anzuhalten, das Notebook aus der Tasche
zu nehmen und den Standort und die Richtung zu kontrollieren. Auch hier droht
Kabelsalat durch eine externe Antenne, falls diese nicht per Bluetooth Daten
ans Notebook funkt.
Fazit
Ob Notebook oder PDA, beide sind schnell durch eine günstige GPS-Antenne zum
Navigationsgerät erweitert und haben den Vorteil mobil zu sein. Selbst fest
montierte Halterungen lassen sich rückstandslos wieder entfernen und beim Fahrzeugwechsel
mit in den nächsten Wagen übernehmen.
Zu GPS-Empfangsmodulen
Zu TV-Tunern fürs Notebook
Zu Karten für PDA und Notebook
Alternative: GPS-Handgeräte und Handys
Statt eine GPS-Antenne für PDA oder Notebook zu kaufen, könnte man auch zu einem
GPS-Handy greifen. Diese sind etwa so groß wie ein Mobiltelefon und lassen sich
somit ebenfalls leicht überall einsetzen. Hinzu kommt, dass sie meist wasserdicht
und stoßfest sind und somit ideal für den harten Einsatz in freier Natur.
Per Datenkabel kann man sie an PDA und Notebook anschließen und zur externen
Antenne versklaven. Das bietet sich vor allem bei GPS-Empfängern ohne internes
Kartenmaterial an, die neben Längen- und Breitengraden, Richtungspfeilen und
Minisymbolen für Laien kaum brauchbare Informationen angeben. Luxusversionen
haben Karten integriert und lassen sich als vollwertiges Karten gestütztes Navigationswerkzeug
verwenden. Sie kosten dann aber auch schon so viel wie ein mit PKW-Navigationssystem,
oft sogar noch mehr. Obendrein ist ihr Kartenspeicher häufig stark begrenzt.
Hart im Nehmen
Vorteil dieser Gattung neben der größeren Leidensfähigkeit: Sie sind meist genauso
leicht zu bedienen wie PKW-Navigationssysteme. Grund: GPS-Handys beschränken
sich nur auf das Wesentliche, die Orientierungshilfe. Auf einem PDA oder Notebook
ist die Navigationsanwendung dagegen eine von vielen und man muss wesentlich
mehr Bedienungsfunktionen für die ideale Handhabung der Geräte erlernen.
GPS im Handy
Eine Sonderstellung nimmt eine Navigationslösung im Handy ein. Hier sind GPS-Empfänger
und Mobilfunk in einem Gerät vereint. Das ist nicht unpraktisch aber mit einigen
Kompromissen verbunden.
So ist etwa die Auswahl verfügbarer Geräte noch relativ gering. Einige bieten
nur Schwarzweiß-Karten oder beschränken sich auf Navigation per Pfeilen und
Kommentaren. Allen gemein ist die relativ kleine Displayfläche. Vorteilhaft
ist demgegenüber, dass man kein weiteres Gerät benötigt, da das Handy stets
dabei ist.
Smartphone plus GPS-Antenne
Für alle, die ein Smartphone mit Windows Mobile oder Symbian Betriebssystem
(Serie 60) einsetzen, bietet sich die Möglichkeit, Navigationssoftware zu installieren
und per Bluetooth Kontakt zu einer GPS-Antenne zu nehmen. So wird das Handy
zum vollwertigen Navigationssystem. Nachteil: Der Speicher der Geräte ist oft
begrenzt, so dass sich häufig nur Karten von einem oder wenigen Ländern zurzeit
nutzen lassen und man am PC stets die gewünschten Karten auf eine Speicherkarte
aufspielen muss.
Empfangsgenauigkeit
Wie genau ein GPS-Empfänger die Position ermitteln kann, hängt davon ab, wie
viele Satelliten er zur Berechnung des Standortes heranziehen kann. Angegeben
wird diese Eigenschaft durch den Ausdruck Kanäle. So kann ein 12-Kanal-Empfänger
bis zu zwölf Satellitensignale gleichzeitig auswerten. Zwölf ist übrigens die
maximal mögliche Zahl, da sich zwölf der insgesamt 24 GPS-Satelliten stets auf
der anderen Seite der Erdkugel befinden.
Die absolute Untergrenze zur Positionsbestimmung sind drei Satelliten. Stehen
dem Empfänger aber aufgrund von Empfangsschwierigkeiten nur so wenige Signale
zur Verfügung, dauert die Auswertung, also die Positionsberechnung relativ lange,
so dass es zu Verzögerungen kommen kann. Besonders die Genauigkeit der Höhenmessung
leidet bei schlechtem Empfang.
GPS-Empfangschip
Um schnellen Satellitenkontakt und eine fixe Positionsberechnung nach dem Einschalten
zu erhalten, sollte man auf Geräte achten, die mit dem GPS-Chip Sirf III ausgerüstet
sind. Diese Chips sind sehr empfindlich und empfangen selbst unter schlechten
Vorraussetzungen noch Satellitensignale. Ein Gerät mit Sirf-III-Chip benötigt
für die Positionsbestimmung meist nur ein knappe halbe Minute. Navigationsgeräte
mit älterem Sirf-II-Chip benötigen dafür mehrere Minuten. Zudem haben diese
oft Empfangsprobleme bei schlechten Sichtverhältnissen, etwa unter Bäumen oder
in engen Häuserschluchten.
Fixer Prozessor
Daneben ist auch ein fixer Prozessor im Gerät wichtig, der die Routen schnell
berechnet, damit die Gesamtwartezeit bis man die Reise beginnen kann, nicht
zu lang wird. Wer meint, hier Geduld haben zu können, sollte bedenken, dass
bei Neuberechnung einer Route, weil man die Anweisung des Gerätes überhört hat,
die Rechengeschwindigkeit wiederum ein große Rolle spielt. Braucht das Navigationsgerät
sehr lange, verpasst man unter Umständen die nächste mögliche Abfahrt.
Im Tunnel
Guter Empfangschip und fixer Prozessor helfen aber wenig, wenn sich man außerhalb
des Empfangssignals befindet, etwa in einem Tunnel. Hier sollte ein gutes Gerät
nicht schlapp machen und Darstellung und Ansage einfrieren, sondern aufgrund
errechneter Werte - auf Basis erlaubter oder bisher gefahrener Geschwindigkeit
- die Fortsetzung der Fahrt simulieren und auch bei Abzweigungen im Tunnel entsprechende
Kommentare liefern.
GPS und Galileo
Die GPS-Satelliten werden vom amerikanischen Militär kontrolliert, das sich vorbehält, in Krisengebieten eine Signalstörung einzuschalten. In diesem Fall sinkt die Genauigkeit der Empfänger bis auf über hundert Meter Toleranz ab. Im Extremfall kann das GPS-Signal auch abgeschaltet werden. Daher arbeitet die europäische Union an einem Alternativsystem "Galileo", um von dem amerikanischen GPS-System unabhängig zu sein. Es ist aber noch nicht einsatzbereit, wird jedoch kompatibel zu GPS ein. Beide Systeme sollen sich sogar ergänzen können und so eine noch höhere Genauigkeit der Positionsbestimmung ermöglichen. Um künftig auch Galileo einsetzen zu können, wird man jedoch ein neues Navigationsgerät benötigen. Aktuelle Navigationsgeräte werden auch künftig nur GPS-Signale auswerten können.
Empfangsprobleme
Unabhängig vom eingesetzten Empfangschip und amerikanischen Störsignalen können
auch andere Dinge den Empfang behindern. Probleme machen beispielsweise Autoscheiben,
die mit einer Metallschicht bedampft sind. Sie wirken wie ein undurchdringlicher
Käfig, der übrigens auch keine oder kaum Handysignale nach außen lässt. Die
Wärmedrähte beheizbarer Scheiben können den Empfang ebenfalls beeinträchtigen.
Darauf sollten Sie besonders achten, wenn Ihr Wagen über eine beheizbare Windschutzscheibe
verfügt, da fast alle Lösungen für den Empfang vorne im Wagen ausgelegt sind.
Im Problemfall kann dann nur eine externe Antenne helfen.
Fazit: Anwendung entscheidend
Zu welcher Navigationslösung man greift, ist also in erster Linie davon abhängig,
wo man sie ein einsetzen möchte. Wer das GPS mit sich herumtragen will, braucht
ein möglichst kompaktes Gerät mit integrierter Antenne.
Externe Antennen mit Kabeln würden den Einsatz zur Geduldsprobe machen. Ein
gangbarer Weg wäre eine Lösung mit drahtloser Bluetooth-Antenne. Doch sollte
man bedenken, dass die Antenne so groß sein kann wie ein PDA. Für dauerhaften
Outdooreinsatz ist somit auch diese Lösung nicht geeignet.
Im Auto tut es ein Navigationsgerät, genauso wie ein PDA mit interner oder externer
Antenne, oder ein ins Radio integriertes Navigationssystem. Vorteil von Navigationsgerät
und PDA: beide lassen sich auch außerhalb des Wagens nutzen. Beim PDA hat man
zudem stets Termine, Adressen, Notizbuch und mehr dabei.
Auch ein Notebook lässt sich überall mit hinnehmen, ist aber für einen Satelliten
geführten Spaziergang völlig ungeeignet. Beim Einsatz im Auto muss entsprechend
viel Platz für eine Halterung sein. Solch ein Einsatz ist meist nur sinnvoll,
wenn der Beifahrersitz leer bleibt. Gegen den Einsatz eines Notebooks spricht
also relativ viel.
Andererseits kann das eine sehr gute Lösung für Geschäftsreisende sein, die
stets alleine fahren und sowieso ein Notebook im Gepäck haben. Für relativ wenig
Geld bekommen sie eine komfortable Navigationslösung. Auch für den Einsatz auf
einer Yacht kann man guten Gewissens zum Notebook als Navigator greifen.
Der beste Rat kann also nur lauten: Stecken Sie genau Ihre Bedürfnisse ab, dann
haben Sie den Kreis der in Frage kommenden Geräte schon so weit eingegrenzt,
dass die Auswahl nicht mehr schwer fällt.
Buchtipps
Mehr Informationen zum Thema Navigation finden Sie in
unserer Bücherecke.
|