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1. Kostenlose Kommunikation
2. Wieso sind Gespräche gratis?
3. Handgeräte
4. Unterschiedliche Funkstandards
5. Selektivruf
6. Stromversorgung
7. Spezialisten
8. Reichweite
9. Gateways
10. Amateurfunk
11. Mehrwert
12. Alternative zum Handy?
Zu den Funkgeräten
Kostenlose Kommunikation
Möchten Sie intensiven Kontakt zu Freunden, Familienmitgliedern oder Arbeitskollegen
halten und trotzdem Ihre Handytelefonate reduzieren? Dann wäre vielleicht ein
Funkgerät eine kostengünstige Alternative; zumindest wenn sich die Gesprächspartner
ganz in der Nähe aufhalten. Dann können Sie richtig viel Geld sparen.
Neben dem Anschaffungspreis fallen keine Gesprächsgebühren an. Schon zum Preis
eines Taschengelds gibt es Einstiegsgeräte, mit denen man kostenlos funken kann.
Anmelden muss man die Geräte nicht. Einfach auspacken und loslegen.
Also das nächstbeste Gerät kaufen und losfunken? Jein! Das wäre zwar möglich,
könnte aber zu späterer Reue führen. Denn die Funkgeräte unterscheiden sich
nicht nur in Ausstattung, Größe und Verarbeitung, sie funken auch in unterschiedlichen
Netzen. Deshalb gilt: Erst informieren, dann kaufen.
Worauf Sie vor dem Kauf eines oder mehrerer Funkgeräte achten sollten, erfahren
Sie in dieser Kaufberatung. (pr)
Wieso sind Gespräche gratis?
Abgesehen von unterschiedlicher Technik und anderen Sendefrequenzen unterscheiden
sich Mobilfunk und Funk in einem entscheidenden Punkt: Die Funkgeräte nehmen
keinen Kontakt zu einem Mobilfunkmast auf, der zwischen den Gesprächspartnern
vermittelt. Die Funkgeräte nehmen direkten Kontakt zueinander auf, ganz gleich,
wo man sich befindet.
Dadurch dass kein Netz miteinander kommunizierender Funkmasten beteiligt ist,
verringert sich allerdings die Reichweite, also der Abstand, der zwischen Sender
und Empfänger maximal möglich ist. Dieser vermeintliche Nachteil ist jedoch
genau der Grund, warum die Gespräche kostenlos sind. Denn kein Unternehmen muss
sich um Aufbau und Unterhalt eines Netzes kümmern.
Je nach Leistung der Geräte und Beschaffenheit der Umgebung, erstreckt sich
die Reichweite von wenigen hundert Metern bis auf einige Kilometer. Verwendet
man ein stationäres Funkgerät, das über eine sehr lange Antenne verfügt, lassen
sich deutlich größere Distanzen überbrücken.
Handgeräte
Weit verbreitet und sehr praktisch sind Handfunkgeräte. Günstige Versionen sind
etwa so groß wie ein Handy und etwa genauso schwer. Anders als ein modernes
Mobiltelefon besitzt ein Handfunkgerät jedoch eine - zumeist kleine - Antenne.
Für den schnellen Einstieg haben viele Hersteller preiswerte Doppelpacks mit
zwei Funkgeräten im Programm. Man kann aber auch einzelne Geräte kaufen, deren
Preis weit über 100 oder gar 1000 Euro reicht. Sie sind mit vielen Sonderfunktionen
ausgestattet und eher für den professionellen Einsatz oder den ambitionierten
Privatanwender konzipiert.
Unterschied zum Handy
Wie auch bei stationären Geräten üblich, muss man zum Sprechen eine Sendetaste
drücken, andernfalls kann der Empfänger nichts hören. Um selbst hören zu können,
muss man die Taste wieder loslassen. Gleichzeitiges Sprechen und Hören ist nicht
möglich. Dieses Übertragungsverfahren nennt man Halbduplex, im Gegensatz dazu
steht Vollduplex, bei dem beide Seiten gleichzeitig sprechen und hören können
so wie es bei Telefon und Handy möglich ist.
Zudem hört man den Gegenpart in der Regel über einen Lautsprecher, ohne das
Funkgerät dazu ans Ohr halten zu müssen. Gespräche ließen sich von Personen
in der unmittelbaren Umgebung somit einfach mithören. Um das zu vermeiden, kann
man eine portable Freisprecheinrichtung verwenden, was jedoch nicht alle Handgeräte
erlauben.
Unterschiedliche Funkstandards
Bei der Wahl des richtigen Funkgerätes gilt es nicht nur auf Ausstattung, Aussehen
und Preis zu achten. Wichtig ist auch der verwendete Funkstandard. Denn wenn
zwei Teilnehmer miteinander funken wollen, müssen beide Geräte den gleichen
Standard beherrschen.
Bei den anmelde- und gebührenfreien Standards kann man heute fünf Versionen
unterscheiden: LPD, PMR 446, DMR 446, FreeNet und CB-Funk.
LPD
Die drei Buchstaben stehen für Low Power Device, was ein Gerät mit geringer
Sendeleistung beschreibt. Neuerdings bezeichnet man den Standard auch mit den
drei Buchstaben SRD, die für Short Range Device stehen und Geräte mit kurzer
Sendereichweite beschreiben.
Für diesen Standard stehen in der Regel 69 Funkkanäle zur Verfügung, innerhalb
derer die Teilnehmer miteinander kommunizieren dürfen. Der Abstand zwischen
ihnen kann zwischen 500 Meter und drei Kilometer betragen, wobei die große Distanz
nur unter optimalen Bedingungen möglich ist, wenn keine Hindernisse die Funkwellen
blockieren. In engen Häuserschluchten kann es sogar sein, dass nicht einmal
die 500 Meter erreicht werden. Innerhalb geschlossener Fahrzeuge sollte man
diese Technik nicht verwenden, die Reichweite wäre zu gering.
Niedrige Sendeleistung
Der Grund für die geringe Reichweite ist die sehr niedrige Sendeleistung von
nur zehn Milliwatt. Das mag mancher als Nachteil ansehen, doch hat sie auch
Vorteile: So hält etwa der Akku länger durch, da er weniger stark strapaziert
wird und auch eine eventuelle gesundheitliche Beeinträchtigung durch die Funkstrahlen
ist hier extrem gering. Darüber hinaus gestattet der schwache Sender eine sehr
kompakte Bauweise und ermöglich damit kleine Gehäusemaße. Weiterhin spricht
für LPD, die Geräte in fast ganz Europa verwenden zu dürfen.
LPD nutz das gleiche Frequenzband wie Alarmanlagen mit Funkmodul, drahtlose
Kopfhörer und anderes. Störungen sollen zwar nicht auftreten, sind aber nicht
unmöglich. Gegen LPD spricht, dass die Bundesnetzagentur diesen Standard für
den Sprechfunk nicht mehr empfiehlt, was jedoch keinen Einfluss auf die Nutzungsmöglichkeit
hat.
PMR 446
Deutlich jünger als der zuvor beschriebene Standard ist PMR, das für Private
Mobile Radio steht. Aufgrund einer deutlich höheren Sendeleistung von 500 Milliwatt
überbrücken die Geräte Entfernungen von drei bis acht Kilometer. Doch auch hier
können viele Hindernisse den Empfang beinträchtigen, so dass der Aktionsradius
auf bis zu einen Kilometer schrumpft.
Mit bis zu acht Kanälen ist die Auswahl zwar deutlich geringer als bei LPD,
aber dennoch vollkommen ausreichend. PMR 446-Funkgeräte lassen sich ebenfalls
sehr kompakt bauen und günstig herstellen. Ebenfalls positiv: PMR-Funkgeräte
sind in fast jedem europäischem Land zugelassen, so dass man sie bedenkenlos
auch im Urlaub verwenden kann. Sie sind zudem schon sehr günstig zu bekommen
und sind somit für den privaten Einsatz guten Gewissens zu empfehlen.
DMR 446
Bei diesem Standard handelt es sich im Prinzip ebenfalls um PMR 446 doch in
digitaler Version, weshalb das "D" vorne steht. Sendeleistung und Reichweite
sind bei beiden identisch. DMR 446 bietet jedoch bis zu 16 Funkkanäle.
Aufgrund der digitalen Arbeitsweise erreicht dieser Standard eine sehr hohe
Sprachqualität und ist zugleich schwerer abzuhören als die analogen Konkurrenten.
Die Verbreitung ist aber geringer als bei PMR 446. Davon abgesehen ist auch
dieser Standard für den privaten Einsatz zu empfehlen.
FreeNet
Ein Standard ohne kompliziertes Textkürzel. Das mag daran liegen, dass Motorola
ihn geschaffen hat und für die Vermarktung eine griffige Bezeichnung haben wollte.
Mit dem gleichnamigen Internetanbieter hat der Funkstandrad nichts zu tun.
FreeNet nutzt die freigewordenen Frequenzen des B-Netzes, das bis 1994 als Mobilfunknetz
in Betrieb war. Seit Beginn 2007 stehen sechs (zuvor drei) Kanäle zur Verfügung.
Die Funkgeräte senden ebenfalls mit 500 Milliwatt und überbrücken Abstände von
etwa drei bis sechs Kilometer.
Die Funkgeräte sind zumeist teurer als die zuvor beschriebenen und werden häufig
in Betrieben als kostengünstige Alternative zum teureren Betriebsfunk eingesetzt,
der nur Gewerbetreibenden gestattet ist. Alle haben Selektivruf (im nächsten
Kapitel beschrieben) integriert, lassen sich aber nur in Deutschland legal verwenden.
FreeNet ist für Privatanwender weniger interessant.
CB-Funk
Ein bereits älterer aber immer noch aktiver Funkstandard ist der CB-Funk. CB
steht für Citizens' Band und bedeutet etwa Bürgerband, also Jedermannfunk. Hier
findet man die meisten Funkkanäle, nämlich bis zu 80 Stück. 40 nutzt der Standard
international und weitere 40 innerhalb Deutschlands.
CB-Funk ist der einzige der anmeldefreien Standards, den man auch mit stationären
Geräten betreiben darf. Diese können mit starker Sendeleistung von bis zu vier
Watt und sehr hohen fest installierten Antennen bis zu 60 Kilometer weite Distanzen
überbrücken. Handfunkgeräte schaffen aufgrund geringerer Sendeleistung und kürzeren
Antennen demgegenüber meist nicht mehr als fünf Kilometer. Unter ungünstigen
Verhältnissen kann gar schon nach 500 Metern Schluss sein.
Externe Antenne anschließbar
Ein wichtiger Unterschied zu LPD, PMR/DMR und FreeNet: An CB-Handfunkgeräte
darf man eine externe Antenne anschließen, um den Empfang zu verbessern. Das
ist sehr praktisch, etwa für den Betrieb im Auto oder auch auf dem Motorrad.
Nachteil von CB-Handfunkgeräten: Sie sind in der Regel größer als die Mitbewerber.
Übrigens, fest in Autos montierte CB-Funkgeräte sind nicht wie Handys vom Gesprächsverbot
betroffen. Man darf sie auch ohne eine Freisprecheinrichtung legal benutzten.
Voraussetzung: Es muss eine geprüfte Außenantenne angebracht sein.
Fazit
Alle genannten Standards haben ihre Vor- und Nachteile. Entscheidend sind der
Einsatzzweck und die Frage, mit wem man Kontakt halten möchte. Geht es darum,
das zwei Personen Kontakt halten wollen, kauft man am besten Funkgeräte im Doppelpack,
wie sie häufig angeboten werden. Hier klappt die Verständigung auf Anhieb und
Probleme sind nicht zu erwarten, solange man die Abstände die Richtwerte des
jeweiligen Standards einhält.
Möchte man hingegen mit vielen Menschen in Kontakt kommen und auch neue Bekanntschaften
machen, informiert man sich am besten, auf welchen Standard Freunde und Bekannte
setzen und kauft ein entsprechendes Gerät. Setzen diese auf unterschiedliche
Standards oder ist man unsicher, welcher Standard der beste für die eigenen
Bedürfnisse ist, kann man auch zu Funkgeräten greifen, die zwei oder mehr Standards
beherrschen, etwa LPD und PMR. Man kann dort zwischen den Betriebsarten umschalten
und den Standard wählen, den man gerade benötigt; im genannten Beispiel etwa
LPD zum Strom sparen und PMR um größere Abstände zu überbrücken.
Selektivruf
Sogenannte Selektivrufsysteme ermöglichen die Kontaktaufnahme zu bestimmten
Geräten oder einer eingegrenzten Gerätegruppe. Durch eindeutige Geräteidentifikation
lassen sich Teilnehmer gezielt anfunken und der restliche Verkehr im verwendeten
Kanal komplett ausblenden. Die Werbung beschreibt diese Fähigkeit häufig unter
dem Stichwort virtuelle Kanäle. Der Begriff ist aber irreführend. Denn selbst
wenn bestimmte Teilnehmer von der Kommunikation ausgeschlossen sind, können
diese den Funkverkehr stören, was bei einem wirklich zusätzlichen Kanal nicht
der Fall wäre.
Selektivruf ist recht praktisch, wenn man in dicht besiedelten Gebieten wohnt
und ungewollten Kontakt zu Fremden vermeiden möchte. In dünn besiedelten Gebieten,
ist es weit seltener zu erwarten, ungebetene Gäste hören zu können. Bedenken
muss man allerdings: Einen Kanal hat man nie für sich alleine, andere Teilnehmer
können das Gespräch trotzdem hören, auch wenn man den übrigen Funkverkehr ausgeblendet
hat.
Vorteilhaft für Babyfon-Betrieb
Praktisch sind Selektivrufsysteme auch wenn man zwei Funkgeräte als Babyfon
verwenden möchte. Denn damit kann man sicherstellen, dass das Kind nicht unfreiwillig
durch fremde Teilnehmer geweckt werden kann.
Es gibt unterschiedliche Selektivrufsysteme, die fast alle verwirrende Buchstabenkürzel
als Namen besitzen. Wichtig ist nur, dass die anzupiependen Stationen die gleiche
Technik verwenden wie das eigene Gerät.
Stromversorgung
Funkgeräte brauchen sehr viel Strom, besonders fürs Senden. Der Stromverbrauch
steigt zudem mit der Sendeleistung. Viele Geräte halten somit nur etwa einen
knappen Tag lang durch, bei sehr intensivem Gebrauch sogar nur wenige Stunden.
Somit ist es wichtig auf die Stromversorgung zu gucken. Je potenter diese ist,
desto länger hält der Funkspaß an.
Normalbatterien
Gerade Einstiegsgeräte arbeiten aus Kostengründen häufig mit normalen Batterien.
Was dem Hersteller Geld spart, kann für den Anwender aber schnell zur Kostenfalle
werden. Denn wer regelmäßig funkt und mehrmals pro Woche neue Batterien kaufen
muss, greift auf lange Sicht tief in die Tasche und produziert dazu viel gefährlichen
Müll. Vorteil jedoch: Im Notfall kann man Nachschub am Kiosk oder einer Tankstelle
bekommen. Wer auf solche Geräte setzt, sollte jedoch gleich auch in kräftige
wiederaufladbare Batterien investieren. Sie halten länger durch, sparen auf
Sicht Geld und schonen die Umwelt.
Akkus
Längeren Atem haben in der Regel speziell für die Geräte gefertigte Akkus. Sie
sollten sich aber gegen einen Reserveakku austauschen lassen, um ohne Unterbrechung
funken zu können. Nachteil: Reserveakkus sind oft nicht ganz billig, da sie
nur für wenige Gerätetypen produziert werden. Zudem kann man sie meist nicht
kurzfristig durch normale Batterien ersetzen.
Wer auf Akkus setzt, sollte Typen wählen, die keinen Memory-Effekt haben, also
nicht ihren vollen Leistungsumfang verlieren, wenn sie nicht stets voll entladen
werden. Gut geeignet sind Nickel-Metall-Hybrid-Akkus, ideal Lithium-Ionen-Akkus.
Spartipps
Um die Durchhaltezeit der Batterien oder Akkus zu verlängern, ist ein Standby-Modus
sinnvoll. Dieser reduziert den Stromverbrauch, wenn das Funkgerät nicht benutzt
wird, aber auf Empfang bleiben soll. Geht ein Ruf ein, wacht das Gerät automatisch
auf.
Möchte man ein Funkgerät einsetzen, dass auch normale Batterien aufnehmen kann,
empfehlen sich solche, die mit Mignon-Zellen (AAA) arbeiten. Diese speichern
mehr Leistung als die kleineren Mikro-Zellen (AA) und verlängern dadurch die
Nutzungsdauer.
Übrigens, die Angaben der Hersteller zur Ausdauer beruhen häufig auf wenig Sendezeit
und sehr hoher Empfangsdauer. Da die Funkgeräte sich deutlich weniger Strom
genehmigen, wenn sie nur in Bereitschaft sind, lassen sich dadurch die Zahlen
verkaufsfördernd aufpolieren.
Zu Ladegeräten, Akkus und Batterien
Spezialisten
Für besondere Situationen braucht es spezielle Funkgeräte oder solche mit pfiffiger
Ausstattung. Ein Spezialfall ist zum Beispiel das Motorrad. Man braucht beide
Hände am Lenker und möchte sich eventuell auch bei hohen Geschwindigkeiten unterhalten
können. Ein normales Handfunkgerät scheidet aus.
Nötig ist ein Gerät, das fest an der Maschine montiert wird und Verbindung zum
Helm aufnimmt, in den Mikrofon und Ohrmuschel integriert werden. Da zum Senden
das Drücken einer Taste ungünstig wäre, sollte das Gerät über eine VOX-Funktion
(Voice Operated Transmission) verfügen. Sie schaltet den Funkkanal automatisch
frei, wenn man spricht und schließt ihn anschließend wieder.
Kontakt zum Beifahrer
Ist man öfter mit Beifahrer unterwegs, sollte man auf eine Interkom-Funktion
achten. Sie ermöglicht die Kommunikation zwischen Fahrer und Beifahrer. Zudem
kann der Begleiter die Gespräche mit externen Funkern mithören. Hierzu benötigt
auch er ein in den Helm integriertes Headset.
Luxusversionen lassen gar Anschluss und Nutzung eines Handys zu, je nach Ausführung
kann auch hier der Beifahrer mithören oder sich gar an Gesprächen beteiligen.
Lässt sich auch noch ein CD- oder MP 3-Player anschließen, können beide gemeinsam
Musik hören. Hier sollte man darauf achten, dass das System die Musik automatisch
absenken kann, wenn man funken oder sich unterhalten möchte.
Es gibt sogar Versionen fürs Motorrad, die die Zulassung für die Unterstützung
einer externen Antenne bekommen haben, obwohl das eigentlich nicht erlaubt ist.
Sie verbessert den Empfang, erhöht die Reichweite und erleichtert die Auswahl
des Montageortes für die Steuerungsanlage der Interkom-Funktion.
Reichweite
Wie schon mehrfach angeklungen, ist die Reichweite der Funksignale stark von
den Umgebungsbedingungen und auch von der Sendeleistung der Funkgeräte abhängig.
Grundsätzlich gilt: Je länger die Antenne, je höher der Standort und je höher
die Sendeleistung, desto größer die Reichweite.
Stolperfalle Sendeleistung
Beim Vergleich von Sendeleistungen kann man leicht dem Eindruck erliegen, dass
ein vielfach höherer Sendewert eine ebensogroße Verbesserung der Reichweite
bedeutet. Beispiel: zehnfach höhere Sendeleistung gleich zehnmal größere Distanz.
Das ist jedoch nicht der Fall. Vereinfacht kann man etwa damit rechnen, dass
für eine Verlängerung der Reichweite um 20 Prozent die Sendeleistung viermal
höher sein muss. Für weitere 20 Prozent muss man den Sendewert dann erneut um
400 Prozent erhöhen. Bei hohen Sendeleistungen gilt aber zu bedenken, dass dadurch
möglicherweise ein negativer Einfluss auf die Gesundheit entsteht. Ob oder inwieweit
das der Fall ist, ist aber noch nicht abschließend geklärt.
Hindernis eigener Körper
Neben echten Hindernissen wie Häuser, Bäume, Berge und anderes kann auch der
eigene Körper den Empfang negativ beeinflussen. Trägt man das Funkgerät eng
am Körper, leidet der Empfang. Dies umso mehr, je tiefer die tragenden Tasche
sitzt. Das ist der Grund, warum Polizisten, Sicherheitsleute und andere häufig
ein Funkgerät zwischen Brust und Schulter anbringen.
Wem Reichweiten sehr wichtig sind, der sollte auf ein System setzen, dessen
Leistung bei schlechten Bedingungen relativ hoch ist, etwa PMR/DMR446 oder auch
Freenet. Diese Standards erreichen im Durchschnitt die doppelte bis dreifache
Reichweite von LPD. Betrachten Sie zudem die Angaben der möglichen Maximalleistung
mit einer gewissen Skepsis. Diese gelten nur in optimalen Fällen, wie man sie
im Alltag meist nicht vorfindet.
Zusatzantenne
Um über die möglichen Reichweiten von PMR/DMR und FreeNet hinausgehen zu können,
benötigt man eine Zusatzantenne und damit ein CB-Funkgerät. Das Herumtragen
wird dadurch allerdings stark eingeschränkt. Daher eignen sich solche Zusatzantennen
entweder zur Festmontage an Haus oder Auto oder für den temporären stationären
Einsatz in der Natur.
Für den Anschluss muss ein CB-Funkgerät den passenden Stecker aufnehmen können.
In Frage kommen BNC (Bayonet Neill Concelman) und TNC (Threaded Neill Concelman).
Es handelt sich im Prinzip um die gleiche Art von Stecker, die sich lediglich
im Anschluss unterscheiden. BNC verwendet einen Bajonettverschluss, wie man
ihn auch bei Objektivanschlüssen in der Fotografie findet und TNC ein normales
Schraubgewinde.
Besserer Empfang mit Headset
Eine Möglichkeit, den Empfang von PMR und Co. zu verbessern, ist der Anschluss
eines Headsets. Dies gestattet, das Funkgerät während des Gesprächs hochzuhalten
oder auf einem höheren Gegenstand abzustellen. Hilfreich zur Kontrolle des Empfangs
ist eine Feldstärkeanzeige. Sie zeigt wie beim Handy die Empfangsqualität an.
Hier aber nicht zum nächsten Funkmast, sondern direkt zum Gesprächspartner.
Gateways
Eine pfiffige Möglichkeit, die Reichweite von Funkgeräten aller hier beschriebenen
Standards zu erhöhen, bieten sogenannte HF-Gateways. Sie vergrößern die Abstände
mit Hilfe des Internets, indem sie als Mittler zwischen Funkwelt und Netzwerk
auftreten. Ein HF-Gateway ist im Prinzip ein Funkgerät, das eine Verbindung
ins Internet hat und automatisch arbeitet. Es wandelt Töne in digitale Daten
um und versendet diese, das empfangene Gerät, ebenfalls ein HF-Gateway, wandelt
die Daten wieder in Töne um und schickt sie ab.
Amateurfunk
Neben den genannten Funkstandards gibt es auch noch den Amateurfunk, den viele
mit CB-Funk und Co. gleichsetzen. Amateurfunk darf aber, anders als die hier
beschriebenen Standards, nicht jeder ohne weiteres benutzen. Hierfür bedarf
es einer Zulassung von der Bundesnetzagentur, die diese erst nach Abschluss
einer Prüfung erteilt.
Um den Funk aufnehmen zu dürfen, muss man nach erfolgreicher Prüfung ein Rufzeichen
beantragen, unter dem man eindeutig identifizierbar ist. Ohne dieses Rufzeichen,
darf man nicht am Amateurfunk teilnehmen.
Amateurfunk findet nicht nur in den UKW-Frequenzen (Ultra Kurzwelle), sondern
auch in der Kurzwelle (KW) statt. Dadurch sind sehr viel höhere Reichweiten
möglich. Zudem darf die Sendeleistung bis zu 750 Watt betragen, was ebenfalls
die Reichweite dramatisch erhöht. Über ein Netz von Funksatelliten ist sogar
weltweiter Funkverkehr möglich.
Mehrwert
Einstiegsgeräte verstehen sich oft nur auf das Mindeste, das Senden und Empfangen
von Funksprüchen. Weitere Funktionen können aber sehr hilfreich sein oder den
Komfort erhöhen. Dazu zählt etwa die bereits angesprochene VOX-Funktion. Sie
kann ein Funkgerät etwa in ein Babyfon verwandeln. Ohne diese Funktion wäre
eine entsprechende Verwendung nicht möglich, da das Kleinkind nicht die Sendetaste
drücken kann.
Regelbare Empfindlichkeit
Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Möglichkeit, den Lautsprecher deaktivieren
zu können, damit das Kind nicht durch Störgeräusche geweckt wird. Weiterhin
vorteilhaft wäre die Möglichkeit, die Einschaltempfindlichkeit verändern zu
können, um genau steuern zu können, bei welchem Geräuschpegel der Gesprächskanal
zu einem zweiten Funkgerät geöffnet wird. Gut wäre, wenn sich die Empfindlichkeit
stufenlos regeln ließe. Falls es nur feste Voreinstellungen gibt, sollten drei
Einstellmöglichkeiten die Untergrenze darstellen. Praktisch ist ein Vibrationsalarm.
Wie bei modernen Handys kann man damit ein eingehendes Gespräch entgegennehmen,
ohne dass die Umgebung gestört wird.
Um künftig das Gerät erweitern zu können, beispielsweise durch den Anschluss
eines Headsets, sollte man auf genormte Anschlüsse achten. Gleiches gilt auch
für Akkus. Insellösungen eines bestimmten Herstellers können schnell teuer werden,
da man nicht auf ein eventuell günstiges Angebot eines Mitbewerbers umsteigen
kann.
Verschlüsselung
Hat man hin und wieder Dinge zu besprechen, die andere nicht mithören dürfen,
sollte das Funkgerät mit einem so genannten Scrambler ausgerüstet sein. Dieser
verschlüsselt das gesendete Signal und macht es für Dritte unverständlich. Hochgeheime
Informationen sollte man aber auch auf diese Art nicht versenden, denn unknackbar
ist der Scrambler-Algorithmus nicht.
Für alle, die sich unterwegs Langeweile vertreiben oder stets auf dem Laufenden
bleiben wollen, ist ein integriertes Radio möglicherweise interessant. Jedoch
bieten die Stummelantennen der Funkgeräte dafür nur eine ausreichende Empfangsqualität.
Musik hören macht so oft weniger Spaß, für die Nachrichten oder die Konferenzschaltung
der Bundesligaberichterstattung reicht es aber meist.
Hart im Nehmen
Gegen Schmutz, Wasser und Schlamm sind Funkgeräte geschützt, wenn sie einer
bestimmten Schutzklasse angehören. Sie erkennt man am Kürzel IP (engl. International
Protection), gefolgt von einem X und einer Ziffer. So bedeutet etwa IP X4, dass
das Gerät gegen Spritzwasser geschützt ist. IP X5 steht für Schutz bei Überflutung,
IP X6 für Schutz gegen kurzes Eintauchen und IP X7 kennzeichnet den Schutz bei
kurzeitigem Untertauchen.
Muss man das Gerät in gefährlichen Umgebungen einsetzen, in denen Explosionsgefahr
bestehen kann, benötigt das Funkgerät entsprechenden Schutz nach ATEX-Standard.
Dieser wird von der EU geregelt. Je nach Einsatzgebiet unterteilt man verschiedene
Gerätegruppen in unterschiedliche Schutzklassen und verschiedene Gefahrenzonen.
Detaillierte Informationen hierzu finden Sie im Internetangebot
der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.
Anwenderschutz
Besondere Sicherheit für alle, die sich an gefährlichen Orten aufhalten oder
in riskante Situationen begeben, ist eine Mandown-Option. Ein solch ausgerüstetes
Funkgerät besitzt einen Bewegungssensor, der beispielsweise registriert, wenn
das Funkgerät in die Waagegerechte gelangt oder länger als eine frei einstellbare
Zeit nicht genutzt wurde. Tritt solch ein definierter Fall ein, schließt das
Gerät daraus eine Notsituation und schickt einen Alarm. Alternativ ließe sich
der Alarm auch für den Fall einstellen, da das Funkgerät nicht mehr in Bewegung
ist, oder auch, wenn es bewegt würde.
Ist die Mandown-Option nicht von Haus aus in das Funkgerät integriert, lässt
sie sich, Steckplatz vorausgesetzt, als Erweiterungskarte ins Funkgerät integrieren.
Zu den Babyfones
Alternative zum Handy?
Ein Funkgerät kann vieles, das auch ein Handy kann. Darüber hinaus sind alle
Gespräche kostenlos. Kann man folglich aufs Handy verzichten? Nein. Ein Funkgerät
ist eine sinnvolle und kostengünstige Ergänzung. Die begrenzte Reichweite sowie
Probleme mit Hindernissen, etwa durch Häuser, Wälder oder Berge machen eine
Kommunikation aber zuweilen unmöglich.
Wer indessen häufig Kontakt zu den gleichen Personen hält, die sich alle in
der näheren Umgebung befinden, ob nun zu Hause oder unterwegs, bekommt mit einem
Funkgerät eine ideale Ergänzung zum Handy. Die Anschaffung macht sich zudem
durch die eingesparten Mobiltelefongebühren schnell bezahlt.
Handy als Funkgerät
Umgekehrt können Mobiltelefone mit so genannter Push-to-talk-Funktion eine Alternative
zum Funkgerät darstellen. Push-to-talk ermöglicht, die Handys wie ein Funkgerät
verwenden zu können. Zum Sprechen drückt man eine Sprachtaste, die einen Funkkanal
zu einem anderen Handy oder zu einer ganzen Gruppe Mobiltelefonen öffnet. Wie
bei einem Funkgerät kann immer nur einer sprechen während die anderen zuhören
(Halbduplex).
Push-to-talk wandelt die Töne in Daten um und überträgt diese via GPRS über
einen Mobilfunkmast an die Empfänger. Damit ist diese Funktion nicht kostenlos
wie bei Funkgeräten aber in der Regel günstiger als ein normales Gespräch. Die
Kosten fallen also für jedes Gespräch an, solange man keine Datenflatrate besitzt.
Nachteile sind daneben, dass nicht jeder Provider diesen Service bietet und
dass nur Gespräche innerhalb eines Providernetzes möglich sind.
Auf der Habenseite hat dieser Service dafür eine sehr viel höhere Reichweite
sowie deutlich geringere Empfangsprobleme; oft ist sogar in Tunneln, U-Bahn-Stationen
und ähnlichen Orten der Empfang möglich. Allerdings ist der Empfang nur innerhalb
des Serviceprovidernetzes möglich, also in der Regel nur in Deutschland und
nicht weltweit.
Selbst wenn die Funkgespräche günstiger sind, können schnell hohe Beträge entstehen.
Obendrein sind Mobiltelefone nicht zu den erwähnten Funkstandards kompatibel,
so dass man nur mit anderen Mobiltelefonen kommunizieren kann. Mehr als zur
gelegentlichen Anwendung ist die Push-to-talk-Funktion somit nicht geeignet.
Sie stellt eher eine kostengünstige Ergänzung zum Funkgerät dar.
DECT Walkie-Talkies
Auch DECT-Telefone, also drahtlose Telefone für den stationären Betrieb in Haus
oder Wohnung, besitzen manchmal eine Walkie-Talkie-Funktion. Setzt man zwei
oder mehr Handgeräte ein, können alle ohne Basisstation, also auch unterwegs,
miteinander Kontakt halten. Die Reichweite ist allerdings wegen sehr geringer
Sendeleistung auf maximal 300 Meter begrenzt.
Aufgrund der äußerst geringen Reichweite sind die Einsatzmöglichkeiten sehr
gering. Denn zuhause, macht der Einsatz gar keinen Sinn, da an der Basisstation
angemeldete Handgeräte sowieso gratis interne Gespräche führen können. Dort
erhöht die Basisstation den maximal möglichen Abstand der Handgeräte sogar auf
bis zu 600 Meter, wenn sie sich genau in der Mitte zwischen den Geräten befindet.
Gegen den Einsatz zuhause spricht zudem, dass beim Walkie-Talkie-Betrieb die
Telefonfunktion zumeist inaktiv ist, so dass man keine Telefonate führen oder
entgegennehmen kann.
Zu den Mobiltelefonen
Zu den DECT-Telefonen
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