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Kaufberatung Festplatten 


1. Nimm zwei

2. Intern oder Extern

3. Interne Festplatten

4. Externe Festplatten

5. Die Geschwindigkeit

6. Der Cache

7. Wechselplatten

8. Minifestplatten

9. RAID

10. Neue Festplattentechniken

11. Tipps für ältere Mainboards

12. Dateiformat

Direkt zu den Festplatten


Nimm zwei
Zu den Festplatten Fotos, Videos und MP3-Musik verlangen eine Menge Platz. Selbst die größte Festplatte füllt sich schneller als man denkt. Dann heißt es meist: Was kann weg? Doch Löschen mag keiner gerne und warum auch? Festplatten sind heute so groß und so günstig wie nie zuvor. Warum nicht eine zweite Festplatte kaufen?

Die alte Festplatte zu ersetzen kommt selten in Frage. Es ist einfach mit zuviel Aufwand verbunden, die Daten zu sichern und dann Betriebssystem und Programme auf der neuen Platte erneut zu installieren. Viel einfacher ist es, den Speicherplatz zu erweitern. Moderne PCs haben dafür in aller Regel einen freien Platz im Gehäuse. Wenn nicht, greift man zum externen Datenträger.

Ob intern oder extern, es gibt bei der Auswahl einer neuen Festplatte einiges zu beachten. Wir machen Sie in den nächsten Kapiteln mit den möglichen Alternativen vertraut und hoffen Ihnen dadurch die Auswahl des richtigen Gerätes erleichtern zu können. (pr)


Intern oder Extern
Zu den Festplatten Hat man sich für eine zweite Festplatte entschieden, gilt es zu festzulegen, ob es ein internes oder ein externes Laufwerk sein soll. In den meisten PC-Gehäusen ist Platz für mindestens eine weitere Festplatte, allerdings muss man technisch versiert genug sein, diese auch einbauen zu können. Scheut man davor zurück, sollte man den Einbau einem Fachmann überlassen und dafür den entsprechenden Arbeitslohn mit einkalkulieren.

Alternative zum Einbau ist der Kauf einer externen Festplatte. Da alle Festplatten auch in einem externen Gehäuse angeboten werden, bzw. eingebaut werden können, verringert sich die Auswahl somit nicht. Geschwindigkeitseinbußen sind kaum zu erwarten, können aber bei einigen Schnittstellentypen durchaus auftreten (dazu mehr im nächsten Kapitel). Externe Platten sind aber aufgrund des zusätzlichen Gehäuses und zusätzlicher Elektronik etwas teurer als interne. Obendrein benötigen sie Platz zum Aufstellen sowie fast immer eine eigene Steckdose.

Großer Vorteil ist die Portabilität. Eine externe Platte lässt sich ohne Probleme an mehreren PCs verwenden. Man kann auf diese Weise zudem komfortabel große Datenmengen transportieren.

Zu den Festplattengehäusen


Interne Festplatten
Zu den Festplatten Wer eine Festplatte in sein PC-Gehäuse integrieren möchte, hat die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Schnittstellen: IDE und Serial-ATA. Daneben gibt es zwar noch die SCSI-Schnittstelle und die Fibre-Channel-Lösung. Doch diese beiden sind eher für professionelle Anwender von Interesse. Auf sie gehen wir weiter unten ein.

Weit verbreitet in Privat-PCs ist immer noch die IDE-Schnittstelle. Sie gestattet es, neben der ersten Festplatte eine zweite im so genannten Slave-Modus zu betreiben. Die maximale Datenübertragungsrate liegt bei 133 Megabyte pro Sekunde, was für die meisten Anwender vollkommen ausreichend ist. Da moderne Festplatten in der Regel nicht einmal die 100 Megabyte-Marke erreichen, ist die Maximalgeschwindigkeit eher zu vernachlässigen. Nachteilig ist bei IDE der etwas komplizierte Anschluss durch den Master-/Slave-Betrieb sowie klobige Stecker und dicke Kabel, die für Unordnung und schlechte Luftzirkulation im Gehäuse sorgen.

Nachfolger Serial-ATA

Diese Nachteile sind ein Grund, warum sich die neue Serial-ATA-Schnittstelle (S-ATA) immer mehr verbreitet. Serial-ATA ist eine Weiterentwicklung der IDE-Schnittstelle. Sie gestattet deutlich höhere Datenübertragungsraten und macht endlich Schluss mit dem Master- und Slavemodus. Alle Geräte werden direkt an den Controller angeschlossen und von dort gesteuert. Dünnere Kabel und kleinere Stecker sorgen zudem für besseren Luftaustausch und somit für eine verbesserte Gehäusekühlung. Um Serial-ATA-Festplatten verwenden zu können, ist entweder ein entsprechender Controller nötig, oder ein Adapter für die Festplatte, damit sie auch in herkömmlichen Systemen betrieben werden kann. Bei letzterer Lösung fallen aber die Vorteile von S-ATA weg.

Auch die maximale Datenübertragungsrate steigt mit dem neuen Standard. Bisher gibt es zwei Versionen. Die einfache schafft theoretisch bis zu 150 Megabyte pro Sekunde. Version 2 bringt es auf die doppelte Menge und die künftige dritte Version erreicht gar 600 Megabyte pro Sekunde. Festplatte und Controller müssen jedoch Version 2 und die künftige Version 3 explizit unterstützen, um den Geschwindigkeitsvorteil nutzen zu können.

Serial-ATA hat gegenüber IDE eigentlich nur Vorteile, abgesehen davon, dass diese Technik ein wenig mehr Strom verbraucht. Auf die neuere Technik umzusteigen macht aber nur dann Sinn, wenn man schon einen entsprechenden Controller im PC hat oder wenn man einen neuen Computer anschaffen will. Aufgrund der relativ hohen Leistungsdaten kann man auch nach wie vor guten Gewissens auf die IDE-Schnittstelle setzen.

Fürs Notebook

Wer eine Festplatte fürs Notebook sucht, muss eine mit niedriger Bauhöhe, in der Regel eine 2,5" (Zoll) hohe Platte verwenden. Hier hat man ebenfalls die Wahl zwischen IDE und S-ATA und es gilt auch hier das bisher Gesagte. Möchte man eine Festplatte mit besonders hohem Fassungsvermögen, bleibt allerdings meist nur eine S-ATA-Version zur Auswahl. Bedenken sollte man jedoch, dass Notebook-Platten selbst bei identischen technischen Angaben langsamer sind als vergleichbare Desktopmodelle. Grund: Die physikalisch größeren Speicherscheiben können mehr Daten aufnehmen und rotieren zudem in den äußeren Bereichen effektiv schneller als die Notebookversionen mit geringerem Durchmesser.

SCSI

SCSI-Festplatten setzt man aufgrund Ihrer etwas höheren Leistungsfähigkeit und wegen sehr hoher Zuverlässigkeit häufig im professionellen Bereich ein. Gerade bei der Musik- und Videoproduktion, aber auch in Netzwerkservern, trifft man besonders oft auf diesen Festplattentyp.

Für den Betrieb einer solchen Platte ist eine Erweiterung für den PC, eine so genannte SCSI-Karte - auch SCSI-Controller genannt - nötig. Sie wird in einen freien PCI-Steckplatz des PC gesteckt. Im Laufe der letzten Jahre haben sich unterschiedliche Standards etabliert, aber selbst ältere Versionen gestatten den gleichzeitigen Betrieb von bis zu sieben Geräten. An modernen SCSI-Karten kann man gar bis zu 15 SCSI-Geräte zur gleichen Zeit betreiben. Mit installierter SCSI-Karte lassen sich entsprechende Festplatten sowohl intern als auch extern ohne nennenswerte Geschwindigkeitsunterschiede betreiben. Wer zu diesem Schnittstellentyp greifen möchte, sollte darauf achten, dass Erweiterungskarte und Festplatte den gleichen Spezifikationen entsprechen.

SAS

Auch von SCSI gibt es mit Serial Attached SCSI, kurz SAS inzwischen einen seriellen Nachfolger. Diese Technik arbeitet nicht mehr wie der Vorgänger parallel und kann auch deutlich mehr Geräte unterstützen. 128 Festplatten ließen sich anschließen und in Kombinationen mit anderen SAS-Festplattenverbünden bis auf über 16.000 aufrüsten. Die maximale Übertragungsrate liegt bei 600 Megabyte in der Sekunde. Diese Technik ist Serial-ATA überlegen, kommt aber bisher nur im professionellen Bereich zum Einsatz.

Fibre Channel

Fibre Channel ist kein Anschlusstyp sondern ein Protokoll. Es stammt aus der Netzwerktechnik für Speicherlösungen und wird überwiegend im Serverbereich eingesetzt. Es gibt zwei verschiedene Typen von Fibre-Channel-Techniken. Interessant für sehr ambitionierte Privatanwender und kleine Unternehmen ist die einfachere Version Arbitrated Loop (AL), bei der bis zu 127 Geräte im Kreis miteinander verbunden werden können. Die Distanzen zwischen den Festplatten können beim Einsatz von Netzwerkkabeln auf Kupferbasis bis zu 30 Meter betragen. Verbindet man die Datenträger per Glasfaserkabel, lassen sich Entfernungen bis zu 10 Kilometer überbrücken.

Die Festplatten rotieren sehr schnell, meist mit 10.000 oder gar mit 15.000 Umdrehungen in der Minute. Die theoretischen Übertragungswerte können mehrere hundert Megabyte erreichen. In der Praxis kann man aber von maximal 100 bis 130 Megabyte ausgehen. Auf den Festplattenverbund können mehrere PCs gleichzeitig zugreifen, die sich die zur Verfügung stehende Datenrate teilen müssen. Die relativ teuren Fibre-Channel-taugliche Festplatten sind für Privatanwender wenig interessant.


Externe Festplatten
Zu den Festplatten USB und Firewire

Für externe Geräte hat man neben SCSI auch die Wahl, eine Platte mit Firewire-, USB- oder eSerial-ATA-Anschluss einzusetzen. Für sämtliche Versionen ist ein entsprechender Anschluss am PC Voraussetzung. Bis auf SCSI bieten alle den Vorteil, Festplatten während des Betriebs an- und abzustöpseln zu können ohne einen Neustart des PCs durchführen zu müssen. Externe Festplatten in USB- oder Firewire-Gehäusen sind aber meist etwas langsamer als interne Versionen. Das liegt daran, dass in der Regel Festplatten des IDE-Typs eingesetzt werden. Bevor nun die Daten zur Festplatte bzw. von dort zum PC gelangen, müssen die unterschiedlichen Protokolle, mit der Festplatte und Schnittstelle arbeiten, übersetzt werden, was zu leichtem Geschwindigkeitsverlust führt.

Sehr große Einbußen bei der Geschwindigkeit gibt es beim älteren USB-Anschluss nach 1.0-Standard. Über diesen kann man nicht mehr als einen Megabyte Daten pro Sekunde übertragen. Anders die aktuelle USB 2.0-Version: Sie lässt bis zu 60 Megabyte Daten pro Sekunde passieren. Aus diesem Grund findet man meist auch nur Festplatten dieses Typs. Zwar kann man diese auch am Standard-USB-Anschluss betreiben, doch reduziert sich der Datenfluss auf die Leistung der langsameren Schnittstelle. Wer eine Festplatte mit USB 2.0-Schnitstelle verwenden möchte und keinen fixen USB-2.0- Anschluss am PC hat, sollte eine Erweiterungskarte installieren.

Firewire

Die Firewireschnittstelle verbreitet sich zunehmend und ist heute in nahezu allen neuen PCs zu finden, bei Bedarf lässt sich aber diese Schnittstelle ebenfalls über eine Einsteckkarte nachrüsten. Firewire überträgt bis zu 50 Megabyte Daten pro Sekunde und ist damit fix genug für eine Festplatte. Interessanterweise sind externe Firewireplatten etwas schneller als USB-2.0-Laufwerke, obwohl diese theoretisch im Vorteil sind und zwacken dem Prozessor zudem weniger Leistung für den Betrieb ab.

Welcher dieser beiden Schnittstellen man den Vorzug gibt, ist fast nebensächlich, da beide nahezu gleichwertig sind. Ausschlag gebend dürfte in aller Regel ein vorhandener Anschluss am Computer sein. Eines gibt es aber zu beachten: Beide Systeme gestatten es, mehrere Geräte in einer Kette zu betreiben. Daher sollten die Gehäuse unbedingt über einen Zweitanschluss verfügen, an den sich eine weitere Festplatte oder ein anderes Gerät gleichen Anschlusses ankoppeln lässt. Allerdings müssen sich alle die Bandbreite es PC- Anschlusses teilen.

Firewire 800

Relativ neu ist die Firewire-800-Schnittstelle. Dabei handelt es sich um die zweite Generation Firewire, dessen Grundform man inzwischen auch Firewire 400 nennt. Wie der Name schon andeutet, hat sich die theoretisch erzielbare Datenübertragungsrate bei diesem Port auf 800 Megabit pro Sekunde erhöht; das entspricht satten 100 Megabyte. In der Praxis bleiben davon immerhin knapp 60 Megabyte pro Sekunde über.

Noch besitzen relativ wenige PC von Haus aus einen entsprechenden Anschluss. Man kann aber verhältnismäßig unkompliziert eine Controller-Karte nachrüsten, sofern man einen PCI-Steckplatz frei hat. Am Firewire-800-Port lassen sich auch ältere Firewire-Geräte anschließen. Allerdings ist dafür ein spezielles Kabel nötig, da die Anschlüsse sich von den gewohnten unterscheiden.

Unabhängig vom Betriebssystem

Firewire- und USB-Festplatten lassen sich nicht nur unter Windows, sondern auch problemlos unter Linux und dem Mac OS verwenden. Möglichweise trifft man dort aber nicht auf die gewünschte Schnittstelle, falls das Festplattengehäuse nur einen der genannten Anschlüsse bietet. Um solche Probleme von vornherein zu umschiffen, setzt man am besten auf ein Gehäuse, das über Firewire- und USB-2.0-Anschlüsse verfügt.

eSerial-ATA

Inzwischen trifft man auch auf externe Festplatten mit Serial-ATA-Anschluss. Man erkennt sie häufig am Kürzel "eSerial-ATA", wobei das kleine "e" für extern steht. Sie versprechen die volle Serial-ATA-Power auch für externe Geräte, also aktuell bis zu 300 Megabyte Datenübertragung pro Sekunde. Damit sind sie schneller als USB 2.0 und Firewire 400/800 und drängen etwa in die Region hochwertiger SCSI-Laufwerke vor. Zudem ist keine Umwandlung von Protokollen nötig wie bei USB und Firewire. Folge: höherer Datendurchsatz. Im Unterschied zur internen Version kommen hier andere Stecker zum Einsatz und die Kabellänge darf mit zwei Metern doppelt so lang sein.

eSerial-ATA-Festplatten kann man wie die USB- und Firewire-Geschwister an- und abstöpseln während der PC läuft. Beim Anschluss muss man dabei auf nichts achten, vor dem Abstöpseln ist es jedoch ratsam, die Festplatte beim Betriebssystem abzumelden, um Probleme zu vermeiden. Ähnlich einem USB- oder Firewire-Hub gibt es auch für diesen Typ kleine Anschlussdosen, so genannte Port Multiplier, die einen Anschluss in mehrere aufteilen. Bis zu 15 Geräte lassen sich so an nur einer Schnittstelle betreiben. Allerdings müssen sich alle Geräte die Bandbreite eines Anschlusse teilen. So macht es in der Praxis wenig Sinn, daran mehr als zwei oder drei Geräte anzuschließen.

Moderne Computer haben bereits einen externen eSerial-ATA-Anschluss am Gehäuse. Fehlt dieser, kann man ihn jedoch einfach nachrüsten, indem man ein entsprechendes Kabel vom Mainboard nach außen führt. Dafür gibt es spezielle Slotblech-Adapter, die einen oder mehrere eSerial-ATA Anschlüsse zur Verfügung stellen. Eine andere Alternative ist der Einbau eines Serial-ATA-Controllers, den man als Erweiterungskarte in einen freien Steckplatz einsetzen kann. Für Notebooks gibt es Controller für den PC-Card- und den neueren Express-Card-Schacht.

Schwere Brocken

Möchten Sie eine externe Festplatte häufig transportieren? Dann achten Sie auf die Gewichtsangaben, denn dort gibt es zum Teil deutliche Unterschiede. So findet man etwa Modelle mit nur 800 Gramm Gewicht, während andere auch mal mehr als das Doppelte, nämlich knapp zwei Kilogramm, auf die Waage bringen. Hinzu kommt möglicherweise noch das Gewicht des Netzteils, wenn dieses nicht ins Gehäuse integriert sein sollte. Wem ein knappes Kilo immer noch zu schwer ist, kann den Einsatz einer kleineren Festplatte mit 2,5 oder 1,8 Zoll Bauhöhe erwägen, muss dann aber mit Einschränkungen bei der Leistungsfähigkeit leben. Mehr dazu im Kapitel Minifestplatten.

Zu den externen Festplatten
Zu den Controllern


Die Geschwindigkeit
Zu den Festplatten Ein wichtiger Punkt beim Kauf einer Festplatte ist die Geschwindigkeit, mit der die Platte Daten verarbeiten und übertragen kann. Einfluss hierauf hat zwar auch die Schnittstelle, wie im vorherigen Kapitel beschrieben, doch ausschlaggebend ist die Leistung der Platte selbst.

Entscheidend ist zunächst, wie schnell die Festplatte rotiert. Im Desktopbereich trifft man heute kaum noch auf Modelle, die 5.400-mal pro Minute drehen. Hier sind bereits 7.200 Umdrehungen Standard. Ist man auf absolute Höchstleistungen angewiesen, kann man auch Festplatten wählen, die 10.000-mal pro Minute rotieren.

Notebooks

Anders bei Notebooks. Dort gelten 5.400 Umdrehungen nach wie vor als Standard. Man findet aber auch Versionen, die nur 4.200 Umdrehungen bieten, genauso wie solche, deren Scheiben 7.200-mal pro Minute kreisen. Im Lager der SCSI-Festplatten sind 10.000 Umdrehungen die Untergrenze und 15.000 Umdrehungen eine ebenso häufig zu findende Alternative. Ähnlich verhält es sich bei Fibre-Channel-Modellen.

Übrigens, selbst mit der höchsten Umdrehungszahl ist eine Festplatte immer noch der Flaschenhals in einem modernen PC. Stets müssen alle anderen Komponenten auf diesen langsamen Streiter warten. Man spürt das jedes Mal, wenn man große Datenmengen kopiert oder bewegen muss und auch beim Einschalten des Computers. In diesen Situationen kommt es immer wieder zu Wartenzeiten. Ursache: die Festplatte.

Zugriffszeit

Entscheidend dafür, wie schnell ein Programm startet oder ein Dokument geöffnet werden kann, ist die Zugriffszeit, auch Suchzeit genannt. Diese wird in Millisekunden gemessen. Je niedriger dieser Wert ist, umso schneller erscheinen die Daten auf dem Monitor. Sehr gute Festplatten erreichen etwa einen Wert von fünf, gute Platten etwa acht bis neun Millisekunden. Eine Platte, deren Zugriffszeit deutlich über zehn Millisekunden liegt, sollten Sie nur kaufen, wenn Zugriffsgeschwindigkeit für Sie keine so hohe Priorität hat.

Lärmentwicklung

Je schneller, desto besser? Jein! Hohe Geschwindigkeit hat nämlich auch eine Schattenseite: Lärm. Die sehr hohe Rotationsgeschwindigkeit lässt sich nicht ohne Geräuschentwicklung erreichen und der Pegel steigt umso höher je schneller die Festplatte arbeitet. Zusätzlich werden die Laufwerke entsprechend wärmer und erhöhen dadurch die Temperatur im PC-Gehäuse. Folglich müssen die Ventilatoren schneller rotieren, was ebenfalls die Lautstärke ein wenig erhöht. Wärme hat aber einen weiteren Nachteil: Da sich Teile der Festplatte bei Hitze ausdehnen, müssen die Köpfe und der Rest der Elektronik darauf reagieren. Das bedeutet: Die Festplatte wird langsamer.

Um den Lärm so gering wie möglich zu halten, haben viele Herstellern die Kugellagerung der Festplatten durch eine Flüssigkeitslagerung ersetzt, was Geräusche und Vibrationen schlucken und somit neutralisieren soll. Trotzdem arbeiten die Festplatten nicht geräuschlos. Wer empfindlich auf Lärm reagiert, sollte entweder eine etwas langsamere Festplatte verwenden oder auf eine effektive und möglichst leise Kühlung setzen.

Selbsthilfe

Laufwerksgeräusche lassen sich mitunter durch den Einsatz von gedämpften Einbaurahmen in den Griff bekommen. Diese besitzen bisweilen sogar einen integrierten Lüfter für die Festplatte. Die Rahmen sitzen zwischen Festplatte und PC-Gehäuse, schlucken Erschütterungen und fangen Laufgeräusche ab. Eine einfache Lösung, die nicht viel kostet. Ebenfalls einfach: Vermeiden Sie den PC oder das Notebook zu bewegen, während diese arbeiten, denn dadurch würden Sie leichte Erschütterungen verursachen, welche die Festplatte aus dem Takt bringen können. Diese muss dann stets die Köpfe neu ausrichten, was auf Kosten der Geschwindigkeit geht. Bei sehr starken Stößen könnte es sogar zu Datenverlust kommen.

Mehr Informationen zur Lärmdämmung von Festplatten und anderen PC-Komponenten finden Sie in der Kaufberatung PC-Kühlung.
Zum Festplattenzubehör


Der Cache
Zu den Festplatten Einfluss auf die Verarbeitungsgeschwindigkeit hat auch der Cache. Das ist ein Zwischenspeicher, in dem Daten aufbewahrt werden, bevor sie auf die Festplatte geschrieben oder an den Bus weitergegeben werden. Der Cache beschleunigt das Schreiben auf die Platte, weil er die Daten, die über den Bus kommen, sehr schnell aufnehmen kann und erst danach sortiert und auf die Platte schreibt. Vom Sortieren und Schreiben bekommt der Anwender nichts mehr mit. Für ihn scheint die Arbeit der Festplatte bereits abgeschlossen zu sein, wenn die Daten im Cache verschwunden sind. Selbst beim Auslesen der Daten ist ein Cache vorteilhaft. In ihn kann das Laufwerk die angeforderten Daten fix hineinkopieren, dort sortieren und dann in einem Rutsch durch den Bus schicken.

Wie viel Platz jeweils für gelesene oder zu schreibende Daten zur Verfügung steht, ändert sich ständig, je nach Anforderung. Somit wird schnell klar, dass ein großer Cache die Arbeit der Festplatte deutlich erleichtern und damit insgesamt beschleunigen kann. Daher gilt: je größer der Cache, desto besser. Doch gibt es eine Ausnahme von dieser Regel: So profitiert die Platte hauptsächlich vom Zwischenspeicher, wenn sie viele Daten auf ihr selbst verarbeiten muss. Dazu zählen etwa das Entpacken komprimierter Dateien, das Duplizieren von Daten oder das Kopieren innerhalb desselben Laufwerks. Tauscht man dagegen überwiegend große Datenmengen mit anderen Laufwerken aus, gibt es keinen nennenswerten Vorteil eines großen Cache.


Wechselplatten
Zu den Festplatten Ebenfalls zu den Festplatten zählen die Wechselplatten. Sie arbeiten im Prinzip wie ein Diskettenlaufwerk, in das Medien eingeschoben und auf Tastendruck wieder ausgeworfen werden. Bekanntester Vertreter war lange das inzwischen nicht mehr erhältliche Zip-Laufwerk. Seine Medien fassten zwischen 100 und 750 Megabyte Daten. Immerhin: Entsprechende Zip-Medien lassen sich heute immer noch kaufen. Wechselplatten eignen sich um Daten zwischen PCs auszutauschen, da nur das Medium und nicht das komplette Gerät transportiert werden muss. Auch für die Datensicherung, das sogenannte Backup, sind Wechselplatten geeignet.

Auf dem Markt tummeln sich unterschiedliche Wechselplattentypen, die oft nicht untereinander kompatibel sind. Das Fassungsvermögen der Medien reicht von einigen Megabyte bis zu mehreren Gigabyte. Wechselplattenlaufwerke lassen sich extern an den PC anschließen, aber auch intern einbauen.

Wechselplatten eignen sich aber kaum als Festplattenersatz, da sie in punkto Zugriffszeit und Datentransferleistung deutlich langsamer arbeiten. Für den schnellen Transport kleinerer und mittelgroßer Datenmengen setzt man heute zudem immer weniger auf Wechselplatten. Dieses Terrain haben inzwischen USB-Sticks fest im Griff. Nur für den Transport sehr großer Datenmengen greift man heute noch zu diesem Speichertyp. Für Backups kommen sie ebenfalls nur bedingt in Frage. Dafür eignen sich Bandlaufwerke mit ihren günstigeren Medien deutlich besser.

Zu den Wechselplatten
Zu den Wechselmedien
Zur Kaufberatung Backup-Laufwerke


Minifestplatten
Zu den Festplatten Für den Datentransport bieten sich auch externe Minifestplatten an. Sie sind klein und können viel speichern. Je nach Modell entspricht die Größe etwa einer Zigarettenschachtel oder einem Taschenbuch. Sie passen sogar in die Jackentasche und besitzen zudem häufig ein besonders schickes Gehäuse. Die dort eingesetzten Festplatten haben meistens eine Bauhöhe von 1,8 oder 2,5 Zoll. Solch ein Datenträger setzt kein entsprechendes Lesegerät beim Kunden oder Freunden voraus, da man es direkt an fast jeden Computer ankoppeln kann.

Leichtgewichte

Solche Festplatten sind nicht nur klein, sondern meist auch sehr leicht. Fliegengewichte wiegen kaum mehr als ein größeres Handy, etwa 100 Gramm. Selbst gewichtigere Vertreter bringen meist nur zwischen 200 und 300 Gramm auf die Waage. Dabei bieten sie trotzdem bis zu weit über 100 Gigabyte Speicherkapazität. Die großen Speichermengen von Desktop-Modellen erreichen sie jedoch nicht. Auch bei den Transferraten und Zugriffszeiten muss man mit Einschränkungen leben. Für Notebookbesitzer sind sie aber allemal interessant.

Ohne Netzteil

Oft besitzen solche Festplatten kein eigenes Netzteil und lassen sich über die PC-Schnittstelle mit Strom versorgen. Das spart Platz und reduziert das Gewicht der Tasche. Allerdings nagt solch ein Laufwerk am Notebook-Akku, so dass dieses schneller wieder an die Steckdose muss. Minifestplatten eignen sich somit nur für kurze Einsätze oder wenn sichergestellt ist, dass das Notebook Strom aus der Steckdose bekommt.

Ausgelaufen

Kaum noch am Markt zu finden ist das Microdrive. Das ist eine Minifestplatte von der Größe einer CompactFlash-Speicherkarte. Haupteinsatzgebiet für diesen Festplattentyp sind Digitalkameras. Dort boten sie eine Zeit lang die einzige Möglichkeit, mehrere Gigabyte Daten auf einem Chip zu speichern. Die steigende Speicherkapazität und wachsende Geschwindigkeit kleiner Speicherkarten, wie etwa die SD-Karte, haben das Microdrive inzwischen fast verdrängt.

Ein ähnliches Schicksal ist PC-Card-Festplatten beschieden. Auch sie sind dabei vom Markt zu verschwinden. Es handelt sich dabei um kleine Festplatten. Die in einem PC-Card-Modul Platz finden und samt diesem in einen PC-Card-Schacht eines Notebooks geschoben werden. Ihr großer Vorteil: Sie verschwinden komplett im Gehäuse, stehen nicht wie USB-Sticks ab und müssen auch nicht separat transportiert werden, wie eine externe Festplatte.

Zu den externen Festplatten
Zur Kaufberatung USB-Speicherstifte


RAID
Zu den Festplatten Ein RAID ist ein Festplattenverbund innerhalb eines PC-Gehäuses. Das Kürzel steht für "Redundant Array of Independent Disks". In kleinen Versionen, wie sie sich für normale PCs anbieten, arbeiten meist zwei Festplatten zusammen. Man könnte aber auch mehrere Festplatten miteinander verbinden und extern verwenden. Die Steuerung übernimmt ein RAID-Controller, den man zunächst in das Gehäuse einbauen muss. Dieser lässt den PC glauben, dass er weiterhin nur eine Festplatte an Bord hat und verteilt die Daten entsprechend der vorgenommenen Konfiguration.

Es gibt unterschiedliche Arten eines RAID. Möchte man etwa eine höhere Datenübertragungsrate erhalten, setzt man auf den RAID-Level 0, der dafür sorgt, dass die Daten je zur Hälfte auf zwei Festplatten verteilt werden. Ist jedoch Sicherheit ein großer Aspekt kann man auch RAID-Level 1 aktivieren und auf beide Festplatten jeweils identische Daten schreiben lassen.

Auch wenn es nach Spezialanwendung klingt, ein RAID-Level 0 kann die günstigere und leisere Lösung sein, wenn fixe Datenübertragung an oberster Stelle steht. Zwei günstige, normal schnelle Festplatten plus RAID-Controller sind oft günstiger als sehr schnell rotierende Einzelfestplatten, die zudem meist hörbar lauter rotieren. Nachteil allerdings: Fällt nur eine der beiden Festplatten aus, sind alle Daten verloren.

Mehr Informationen zu RAID finden Sie in der Kaufberatung Controller.
Zu den Controllern


Neue Festplattentechniken
Zu den Festplatten Wie zuvor schon angesprochen, ist die Festplatte immer noch das langsamste Gerät in einem PC. Daher forschen die Hersteller stets nach neuen Methoden, diese weiter zu beschleunigen. Gleichzeitig tüfteln sie aber auch über ganz neue Techniken, die Massenspeicher auf ein ähnliches Leistungsniveau hieven können, auf dem sich der Rest der Komponenten bereits befindet.

Um die physikalischen Grenzen der aktuellen Festplattentechnik weiter nach hinten verschieben zu können, hat man eine neue Speichertechnik entwickelt. Damit werden Bits nicht mehr liegend, sondern stehend fixiert. Somit vergrößert man die maximale Speicherkapazität bei gleich großer Fläche bis auf das Zehnfache. Da die Daten enger liegen, rotieren sie auch schneller an den Köpfen vorbei, so dass diese Technik die Datenträger gleichzeitig deutlich schneller macht. Man nennt diese Speichertechnik "Perpendicular Magnetic Recording" (PMR). Besonders anschaulich erklärt diese Werbeanimation (engl.) der Firma HitachiGST dessen Funktionsweise.

Hybrid-Festplatten

Ein weiterer Versuch, der alten Technik mehr Feuer zu machen, ist die Entwicklung von Hybrid-Festplatten. Hier kombiniert man herkömmliche Festplatten-Technik und Flash-Speicher, wie er beispielsweise in USB-Speichersticks eingesetzt wird und nutzt die Vorteile der jeweiligen Gattung. So ist Flash-Speicher sehr viel schneller, weshalb er bei einer Hybrid-Platte häufig vom PC genutzte Daten speichert. Die Arbeit mit dem Computer wird dadurch deutlich schneller. Für die dauerhafte Datenspeicherung und Verwaltung der Daten, die der Anwender nur selten benutzt, ist die normale Festplatte verantwortlich. Da diese seltener arbeiten muss, reduzieren sich auch der Lärm und der Stromverbrauch.

Solid-State-Disk - Flash-Platten

Ganz ohne herkömmliche Festplattentechnik kommen Solid-State-Disks (SSD) aus. Sie speichern nur noch auf Flash-Bausteinen. Dadurch kommt dieser Typ ganz ohne bewegliche Teile aus, was ihn äußerst robust und unanfällig gegen Stöße macht. Zudem sind diese Festplatten herkömmlichen in der Geschwindigkeit überlegen, haben keine Laufgeräusche und verbrauchen deutlich weniger Strom. Sie eignen sich somit ideal für den Einsatz in Notebooks. Allerdings ist der maximale Speicherplatz zurzeit noch sehr begrenzt.

Hybrid-Festplatten und Flash-Platten sind noch nicht sehr verbreitet und auch noch teurer als herkömmliche Laufwerke. Auch die Modellauswahl ist nicht allzu üppig. SSD bietet zudem nicht viel Speicherkapazität. Für normale Standard-PCs sind beide Typen somit nur bedingt interessant. Mit steigender Verbreitung und sinkenden Preisen werden sie aber in Zukunft sicher die Führung übernehmen.


Tipps für ältere Mainboards
Zu den Festplatten Festplatten mit einer Kapazität von über 120 Gigabyte machen älteren PCs unter Umständen Probleme. Ist Ihr Mainboard bereits mehrere Jahre alt, besteht relativ große Gefahr, dass Sie nicht die gesamte Kapazität nutzen können. Grund: Alte Mainboards können nicht mehr als 128 Gigabyte Daten verwalten. Dabei gilt der Wert für alle Laufwerke, so dass ein Aufteilen einer großen Festplatte in kleinere Partitionen keine Lösung bietet.

Voraussetzung, um überhaupt Festplatten mit mehr als 128 Gigabyte Fassungsvermögen verwenden zu können, ist Windows XP. Haben Sie diese Hürde genommen, schauen Sie im Handbuch Ihres Mainboards nach, ob mindestens der Intel-Chipsatz mit ICH5 (Input/Output Controller Hub 5) verwendet wird. Dieser ist in der Lage, auch größere Laufwerke zu adressieren. Finden Sie im Handbuch einen anderen Chipsatz, schauen Sie auf der Webseite des Herstellers nach, welche Festplattenkapazität dieser verarbeiten kann.

Treten Probleme auf, obwohl der Chipsatz kompatibel ist und Windows XP auf dem Rechner läuft, ist möglicherweise ein Update des BIOS nötig. Informationen und die nötige Anweisung zur Durchführung des Updates, finden Sie auf der Webseite des Mainboard-Herstellers.

Zur Kaufberatung Mainboards


Dateiformat
Zu den Festplatten Festplatten sind in aller Regel bereits formatiert, wenn man sie zu Hause auspackt. Man kann nach dem Anschließen meist direkt mit der Nutzung loslegen. Trotzdem macht es Sinn, zu überprüfen, welches Dateisystem der Hersteller auf der Festplatte verwendet. Meistens ist das FAT32, mit dem Windows 98, Me, XP und Vista gut zurechtkommen. Da dieses System aber nur Dateigrößen bis zu vier Gigabyte verwalten kann, ist es für manche Dinge ungeeignet. Dazu zählen beispielsweise der Videoschnitt und das Speichern von DVD-Images, also Dateien, die eine komplette Kopie einer DVD beinhalten.

Wer nicht mit dieser Bremse leben will, auch wenn er zunächst nicht mit solch großen Daten arbeiten möchte, sollte die Platte neu formatieren und dazu auf das NTFS-Dateisystem setzen. Das Kürzel steht für "New Technology File System". Es wurde früher nur von Windows NT verwendet und kommt inzwischen auch bei Windows 2000, XP und Vista zum Einsatz. NTFS kennt praktisch keine Grenze bei der Dateigröße; theoretisch wäre bei 16 Terabyte (16000 Gigabyte) Schluss.


Buchtipps

Weitere Informationen zum Thema Festplatten und PC Hardware finden Sie in diesen Fachbüchern.


Auszüge der neuesten Beiträge im Forum Festplatten:
 
Neue HDD und VistaNEU!
 Moin,
bekomme eine neue HDD, und will alles inkl. OS von der Altrn kopieren. Habe unter Vista X64 S...

 
AW:Neue HDD und VistaNEU!
 Am besten nimmst du dafür ein program wie Norton Ghost oder acronis true image.
mit dieser software...

 
AW:Schreibcache/Cache und IndizierungNEU!
 Hallo Diabolo.

Zu deinen Fragen: Der interne Cache der Festplatte wird durch diese Option deakti...


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