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1. Praktischer Ausbau
2. Alle Anschlüsse belegt
3. USB 2.0
4. Firewire und Firewire 800
5. Serial-ATA
6. SCSI
7. RAID
8. Controller fürs Notebook
Zu den Controllern
Praktischer Ausbau
Stau im System. Haben Sie ein Schnittstellenproblem? Alle Anschlüsse sind bereits
belegt oder Ihrem PC fehlen wichtige Kontakte wie Firewire, USB. 2.0 oder andere?
Halb so schlimm, es muss nicht gleich ein neuer Computer her. Mit einer Erweiterungskarte
können Sie schnell und leicht neue Anschlüsse schaffen und die Leistungsfähigkeit
des PCs erhöhen.
Das gilt auch fürs Notebook. Auch ihm kann man sehr einfach neue Anschlüsse
spendieren, sogar noch viel komfortabler als beim Desktop-Rechner. Voraussetzung
für die Erweiterung sind mindestens ein freier PCI-Steckplatz beim PC sowie
ein PC-Card-Slot am Notebook.
Da die Controller oft auch gar nicht teuer sind, muss man keine große Angst
vor falschen Kaufentscheidungen haben. Damit Sie aber gleich beim ersten Mal
genau die Erweiterung Ihrer Wünsche bekommen, erklären wir die Unterschiede
der wichtigsten Controller und erläutern, worauf Sie beim Kauf achten sollten.
(pr)
Alle Anschlüsse belegt
Einen Controller kauft man meist aus zwei Gründen: entweder möchte man den PC
um eine neue Anschlussart erweitern, also beispielsweise einen Firewire-Controller
einsetzen, da der PC nicht über solch einen Anschluss verfügt oder zweitens,
weil man die Leistungsfähigkeit erhöhen möchte. So ist es möglicherweise Ziel,
eine schnellere als die integrierte Schnittstelle benutzen zu können.
Wer hingegen nach einem Controller Ausschau hält, über dessen Fähigkeiten der
PC eigentlich schon verfügt, dessen Steckkontakte aber alle belegt sind, sollte
überlegen, ob er nicht stattdessen zu einem Hub greift. Ein Hub ist quasi ein
Mehrfachstecker. Er bietet oft zwischen vier und acht Anschlüsse und wird mit
einem Kabel an eine gleichwertige Buchse am PC angeschlossen. Ein USB-Hub wird
also zum Beispiel an eine USB-Schnittstelle angeschlossen.
Mit einem Hub löst man eine zu geringe Schnittstellenzahl viel eleganter. Denn
man erspart sich das Öffnen des Computers und belegt auch keinen wertvollen
PCI-Steckplatz. Zudem kann man ihn direkt auf den Schreibtisch stellen und hat
so alle Anschlüsse schnell im Zugriff.
Setzen Sie beim Hub aber besser auf eine aktive Version, die über ein externes
Netzteil eigenen Strom bezieht, so haben Sie an jedem Anschluss volle Leistung.
Bekommt der Verteiler stattdessen den Strom ausschließlich über den USB-Port
vom PC können Probleme auftreten. Da die Schnittstelle nur begrenzt Strom liefern
kann, kommt es schnell zum Engpass, wenn mehrere Verbraucher am Hub gleichzeitig
Strom benötigen. Das ist vielleicht zu verschmerzen, wenn man den MP3-Player
gerade nicht mit neuem Sound betanken kann, aber höchst ärgerlich, wenn der
Drucker nur noch Fehler meldet anstatt zu drucken.
Hier
geht es zu den Hubs
USB 2.0
Ein USB-2.0-Controller ist eine sinnvolle Anschaffung für alle, deren PC bisher
nur über Standard USB-Anschlüsse verfügt, so genannte USB-1.1-Ports. Diese Schnittstelle
ist mit ihrer maximalen Übertragungsrate von gut einem Megabyte in der Sekunde
nicht mehr zeitgemäß. Wer seinen MP3-Player mit neuen Musikalben füllen oder
seine Urlaubsbilder von der Digitalkamera übertragen möchte, muss sich mit ihr
in Geduld üben.
Diesen Flaschenhals kann man mit einem USB-2.0-Controller weit öffnen. Fast
fünfzig Mal mehr Daten lassen sich durch den schnelleren Port transportieren.
Das ist so fix, dass es sogar problemlos möglich ist, externe Festplatten oder
auch CD/DVD-Brenner dort anzuschließen. An den fixen Anschluss kann man auch
guten Gewissens langsamere Komponenten mit USB-1.1- Technik anschließen. Die
Schnittstelle ist abwärtskompatibel. Allerdings arbeiten diese auch am schnellen
Port weiterhin langsam.
Für den Einsatz von USB 2.0 sollte man aber idealerweise Windows XP auf dem
Computer installiert haben, da bei älteren Systemen die Gefahr besteht, dass
die Hardware nicht erkannt wird.
Um einem Engpass vorzubeugen, ist es sinnvoll eine Controller-Karte mit möglichst
vielen Anschlüssen zu kaufen, andernfalls ist bald eine Zusatzinvestition in
einen Hub fällig. Einige Anbieter umschiffen dieses Problem elegant, sie bieten
ein Bundle aus USB-Controller und Hub an. Mit solch einem Paket schlägt man
gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: man hat von Beginn an viele Anschlüsse
zur Verfügung und kann - dank Hub - das Krabbeln unter den Schreibtisch minimieren,
indem man diesen neben den Monitor stellt. So finden Drucker, Scanner und Co.
an der PC-Rückseite Anschluss, während man MP3-Player, Digicam, Speicherstift
und andere portable Geräte bequem auf dem Schreibtisch ankoppelt.
Firewire und Firewire 800
Ein Firewire-Anschluss ist sehr wichtig, wenn man eine digitale Videokamera
hat und seine Filme ohne Qualitätsverlust in den PC überspielen möchte. Nahezu
alle Kameras haben einen entsprechenden Ausgang, so dass nur noch ein Kabel
zwischen PC und Kamera fehlt. Neben einer Videokamera, lassen sich auch Scanner,
einige Digitalkameras sowie externe Festplatten an der Schnittstelle anschließen.
Sämtliche Geräte lassen sich - genau wie am USB-Port - während des Rechnerbetriebs
an- und abstöpseln.
Die Firewire-Schnittstelle - auch Firewire 400 oder iLink genannt - bietet nahezu
dieselbe Übertragungsgeschwindigkeit wie der USB-2.0-Port; Firewire bringt es
auf 400 MBit/s (Megabit pro Sekunde) wohingegen USB 2.0 480 MBit/s ermöglicht.
Inzwischen gibt es aber mit Firewire 800 eine Weiterentwicklung, die deutlich
schneller ist und satte 800 MBit/s über den Bus schaufelt. Um diesen Speed nutzen
zu können, bedarf es aber eines entsprechenden Controllers und einer solchen
Schnittstelle an den anzuschließenden Geräten.
Wer heute einen Firewire-Controller kaufen möchte, sollte sich überlegen, ob
er nicht gleich zu einer Firewire-800-Version greift, selbst wenn man (noch)
kein entsprechendes Gerät besitzt. Denn mit diesem Controller ist man für die
Zukunft gerüstet. Probleme mit langsameren Komponenten sind nicht zu erwarten,
da das System abwärtskompatibel ist, alle "alten" Firewire-Geräte lassen sich
daran nutzen.
Allerdings gilt auch für beide Firewire-Versionen wie für USB 2.0, man sollte
Windows XP einsetzen. Denn mit älteren Versionen sind Probleme zu erwarten und
der reibungslose Betrieb ist nicht gewährleistet.
Serial-ATA
Serial-ATA ist die Weiterentwicklung der IDE-Schnittstelle. An sie schließt
man Laufwerke wie vor allem Festplatten oder auch CD/DVD-Laufwerke an. Serial-ATA
bietet gegenüber dem herkömmlichen IDE-Controller diverse Vorteile. So steigt
die maximale Datenübertragungsrate von 133 Megabyte in der Sekunde (MB/s) auf
150 MB/s, später sogar bis auf 600 MB/s. Zudem gibt es den lästigen Master-/Slavemodus
nicht mehr, bis zu sechs Geräte lassen sich direkt an den Controller anschließen.
Da auch die Kabelstränge schmaler und dünner sind, gibt es weniger Kabelsalat
und bessere Luftzirkulation im PC-Gehäuse.
Wer zu einem Serial-ATA-Controller greift, macht seinen PC schlanker und gleichzeitig
leistungsfähiger. Deshalb sollte man den IDE-Controller direkt aufs Altenteil
schicken und nicht nur eine neue Festplatte an den Controller anschließen, sondern
auch die übrigen Komponenten. Zwar sind die Steckerverbindungen unterschiedlich,
doch mittels Adapter finden auch alte Laufwerke den Anschluss an den neuen Controller.
Serial-ATA-Controller setzen nicht zwingend Windows XP voraus, sie arbeiten
auch mit älteren Versionen. Allerdings sollte der Rechner nicht allzu alt sein,
damit der den ungeheuren Datenstrom auch verarbeiten kann. Denn die schönste
Serial-ATA-Festplatte nützt wenig, wenn die übrigen Hardwaremitstreiter wegen
Altersschwäche die Leistung ausbremsen.
SCSI
Die SCSI-Schnittstelle (sprich Skasi) wird heute überwiegend in professionellen
Video- und Audio-Schnittsystemen sowie in Servern eingesetzt. Grund: SCSI-Festplatten
gelten als extrem schnell und sehr zuverlässig, sie arbeiten mit bis 15.000
Umdrehungen in der Sekunde. Bis zu 320 Megabyte in der Sekunde können fixe Platten
mit einem Spitzencontroller untereinander austauschen, atemberaubend.
Zudem lassen sich an einen SCSI-Controller bis zu 15 Festplatten oder andere
Geräte anschließen. Die Geräte kann man sowohl intern wie auch extern an den
Controller anstöpseln. Neben Festplatten trifft man relativ häufig auch auf
Scanner mit SCSI-Anschluss. Grund: der ungeheure Datenberg, soll möglichst schnell
in den PC.
Obacht ist aber bei der Auswahl geboten. Viele verschiedene SCSI-Versionen tummeln
sich auf dem Markt. Sie bieten unterschiedliche Übertragungsgeschwindigkeiten
und unterscheiden sich in der Anzahl unterstützter Geräte. Weiterer wichtiger
Unterschied: die Verbindungsstecker. Es gibt kleine schmale mit vielen Steckkontakten
(Pins) genauso wie große breite mit unterschiedlich vielen Steckkontakten. Zwar
gibt es Adapter zur Überbrückung, doch sollte man von vornherein auf ein einheitliches
System setzen.
SCSI-Controller arbeiten auch in älteren Windowsversionen. Bei der Auswahl von
Controller und Hardware sollte man aber darauf achten, dass man Hardware wählt,
die den jeweiligen PC nicht überfordert und er die Daten ausreichend schnell
verarbeiten kann. Übrigens: SCSI-Geräte sollte man möglichst nicht während des
PC-Betrieb an- oder abstöpseln, das kann irreparable Schäden zur Folge haben.
Immer erst den PC ausschalten, Geräte anschließen und vor dem PC-Start einschalten.
RAID
RAID steht für "Redundant Array of Independent Disks" und bedeutet, dass mehrere
Festplatten in einem Verbund zusammenarbeiten. Für den Einsatz eines solchen
Festplattenverbundes sprechen zwei wichtige Gründe: höhere Datenübertragung
und höhere Datensicherheit. Beides ist aber nicht immer gleichzeitig zu bekommen,
meist entscheidet man sich für das eine oder das andere. RAID-Controller gibt
es für die IDE-, Serial-ATA- und SCSI-Schnittstelle.
Welche Technik ein RAID-Controller unterstützt erkennt man am Modus, auch Level
genannt. Es gibt die RAID-Level 0, 1, 1.5, 5 und 10 (auch 0+1 genannt). Im Level
0 wird die Übertragungsrate dadurch erhöht, dass man den Datenstrom auf zwei
identische Festplatten aufteilt. Da jede Platte nur jeweils die Hälfte aller
Daten aufnimmt und somit nur ihre halbe Leistungsfähigkeit dazu benötigt, verdoppelt
dieser Modus die Übertragungsgeschwindigkeit. Nachteil: fällt eine Platte aus,
sind alle Daten verloren. Dieser Level bietet somit keine erhöhte Datensicherheit.
Beim Level 1 werden die exakt gleichen Daten dagegen auf zwei identische Festplatten
geschrieben, so dass eine immer ein Spiegelbild der anderen ist. Die Geschwindigkeit
bleibt davon unberührt, doch die Sicherheit ist enorm: fällt eine Platte aus,
bleibt die Kopie auf der zweiten erhalten.
Level 1.5 ist der neueste Sprössling in der RAID-Familie. Auch er benötigt zwei
identische Festplatten und spiegelt den Inhalt der ersten Platte auf der zweiten,
ganz so wie es auch unter Level 1 geschieht. So lassen sich auch hier beim Ausfall
einer Platte die Daten der intakten weiter verwenden. Unterschied zu Level 1:
diese Technik gestattet die Daten mit doppelter Geschwindigkeit auszulesen.
Beim Schreibvorgang gibt es aber keinen Speedzuwachs.
Schnell und sicher schreibt man Daten mit dem Level 5. Hiefür sind mindestens
drei identische Festplatten nötig. Alle drei werden wie ein Laufwerk behandelt
und können entsprechend schnell beschrieben und ausgelesen werden. Damit ähnelt
dieser Level dem Level 0. Unterschied ist aber: etwa ein Fünftel der Gesamtkapazität
steht nicht für die Daten zur Verfügung, denn dort speichert der Controller
wichtige Informationen (Parity-Daten) zur Wiederherstellung bei Systemausfall.
Satte vier baugleiche Festplatten sind für den RAID-Level 10, auch 0+1 genannt,
nötig. Denn hier werden jeweils zwei Festplatten per Level 0 kombiniert, so
dass die Datenrate sich verdoppelt, während die beiden anderen Festplatten per
Level 1 jeweils ein Spiegelbild der ersten beiden Platten speichern. Somit ist
auch diese Lösung sehr schnell und sehr sicher, aber auch nicht ganz billig.
Eine Ausnahme und kein RAID-Level im üblichen Sinne ist JBOD. Das Kürzel steht
für "Just a Bunch Of Disks" und bedeutet, dass mehrere Platten gleicher oder
unterschiedlicher Größe zu einem großen Laufwerk kombiniert werden. Dadurch
ergibt sich aber weder ein Geschwindigkeitsvorteil noch erhöhte Datensicherheit.
Controller fürs Notebook
Einen zusätzlichen Controller kann man nicht nur dem Desktop-PC, sondern auch
seinem Notebook spendieren. Dank PC-Card-Schacht ist dessen Erweiterung sogar
ungleich einfacher. Man braucht lediglich die entsprechende Karte in den Schacht
stecken und nicht extra das Gerät mit dem Schraubenzieher zu öffnen.
Für das Notebook gibt es USB-, USB 2.0-, Firewire- und auch SCSI-Controller
als einsteckbare PC-Card. Praktisch sind Karten, die zwei Techniken kombinieren.
So findet man beispielsweise solche, die USB und Firewire auf einer Karte bieten.
Das spart Platz, denn Kartenschächte sind sehr begrenzt; viele Notebooks besitzen
nur einen Schacht. Wer zwei unterschiedliche Controller einsetzen möchte, muss
also - wenn möglich - zu einer Kombikarte greifen oder PC-Card-Jockey spielen,
was auf Dauer lästig wird.
Selbst wessen Notebook zwei Schächte bietet, fährt mit einer kombinierten Karte
besser. Denn so spart man einen wichtigen Steckplatz, der beispielsweise für
eine drahtlose Netzwerkkarte zur Verfügung stehen muss. Sollte es eng werden,
bleibt aber die Möglichkeit, die Karten nach Bedarf zu tauschen. Denn man braucht
ja nicht ständig sämtliche Anschlüsse.
Wer mit Windows XP arbeitet, kann die Controller sogar während des Betriebs
austauschen. Das Tool "Hardware sicher entfernen", das man unten rechts in der
Taskleiste findet, macht es möglich. Für ältere Systeme liefern die Controllerhersteller
oft ein entsprechendes Utility mit, so dass auch hier ein Neustart überflüssig
ist.
Mehr Informationen zu Controllern und Schnittstellen finden Sie in
unserer Bücherecke.
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