Eine Systemkamera ist ein perfekter Kompromiss für alle, die eine kompakte Digitalkamera suchen und gleichzeitig höchste Ansprüche an die Bildqualität haben. Sie ist klein, leicht und macht Bilder wie eine Spiegelreflexkamera. Trotzdem ist sie kinderleicht zu bedienen. Wie Sie die passende Systemkamera für Ihre Ansprüche finden, klärt diese Kaufberatung.
Kaufberatung Systemkameras
Zu den Systemkameras
- Wechselnde Aussichten
- Unterschiede
- Auflösung
- Sensorgröße
- Speicher
- Display und Sucher
- Objektive
- Bildstabilisator
- Blitz
- Strom
- Videofunktion
- Extras
- Fazit
Wechselnde Aussichten

Möchten Sie Fotos mit hoher technischer Qualität schießen haben aber großen Respekt vor dem Gewicht und den technischen Möglichkeiten einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR)? Dann finden Sie bei Systemkameras einen sicheren Hafen. Diese Gerätegruppe füllt exakt die Lücke zwischen einer Kompaktkamera und einer DSLR. Sie ist klein und leicht zu bedienen.
Mit Wechselobjektiven und größerem Bildsensor bieten Systemkameras dieselbe Bildqualität wie eine Mittelklasse-DSLR. Für die Bedienung ist jedoch keine Kenntnis von Kamerafachwissen nötig. Eine Systemkamera ist genauso leicht zu bedienen wie eine kompakte Digitalkamera. Dennoch haben alle, die wissen wie Blende und Belichtungszeit miteinander harmonieren, auf Wunsch schnellen Zugriff auf wichtige Steuerungsfunktionen.
Auch für Videos Eine Systemkamera hat einer DSLR sogar etwas voraus: Sie macht beim Aufzeichnen von Videos eine deutlich bessere Figur. Ihre Bilder sind ruhiger und schärfer. Wer nur hin und wieder Videos aufzeichnen möchte, kann mit einer Systemkamera somit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und das Geld für einen digitalen Camcorder sparen.
Vor dem Kauf steht die Wahl der richtigen Kamera. Dabei gibt es einiges zu beachten. Denn die Ausstattung und auch das zur Verfügung stehende Zubehör unterscheiden sich teilweise kräftig. Zudem müssen Sie auch innerhalb der Systemkamera-Klasse mit Unterschieden bei der Bildqualität rechen, da nicht alle verwendeten Bildsensoren so groß wie bei einer DSLR sind. Wie Sie sich im wachsenden Angebot zurechtfinden und worauf Sie bei der Auswahl einer Systemkamera achten sollten, klärt diese Kaufberatung. (pr)
Unterschiede

Genau genommen ist auch eine Spiegelreflexkamera eine Systemkamera. Denn eigentlich beschreibt das Wort, dass Kameragehäuse plus unterschiedliche Objektive und anderes Zubehör ein System bilden. Allerdings hat sich die Bezeichnung für die Kameragruppe, die mit Wechselobjektiven aber ohne Spiegel arbeitet, etabliert.
Kleines Gehäuse Das Gehäuse einer Systemkamera ist oft nicht größer als das einer Kompaktkamera. Der Verzicht auf aufwendige Spiegel- und Reinigungselektronik spart spürbar Platz. Durch den Wegfall des Spiegels entfällt zudem auch der Einsatz eines optischen Suchers, was wiederum Platz spart. Gleichzeitig sinken mit dem Wegfall dieser Komponenten auch Gewicht und Preis.
Die Objektive sind an die geringere Gehäusegröße angepasst und ebenfalls kleiner als bei den großen Geschwistern. Auch das trägt zur Reduzierung des Gewichts bei und sorgt dafür, dass eine kompakte Systemkamera gut in der Hand liegt. Wechselbare Objektive erlauben eine optimale Anpassung an das Fotomotiv und verbessern die Möglichkeit mit Tiefenschärfe zu experimentieren. Im Vergleich zu den DSLRs sind für Systemkameras bisher jedoch deutlich weniger Objektive erhältlich.
Größerer Sensor Besonderer Vorteil gegenüber einer Kompaktkamera: Eine Systemkamera besitzt einen größeren Bildsensor. Das führt zu höherer Bildqualität und weniger Bildrauschen. Letzteres setzt erst bei höherer Empfindlichkeit, also höheren ISO-Werten ein. Damit unterscheiden sie sich auch von einer Bridgekamera, also einer Kompaktkamera, die ein relativ großes, fest angebautes Objektiv hat und einer Systemkamera äußerlich ähnelt. Im Vergleich zu diesen ist jedoch der Brennweitenbereich und damit auch die Zoomleistung deutlich geringer, wenn man nicht zusätzliche Objektive anschafft.
Bedienhilfen Sehr schön: Für hohe technische Bildqualität sind nicht dieselben Fotografiekenntnisse nötig, wie sie viele DSLRs verlangen. Sämtliche Einstellungen für optimale Bildschärfe und Beleuchtung übernimmt eine Systemkamera selbst. Zudem bietet sie diverse technische Hilfsmittel, um diese Einstellungen einfach zu verändern, ohne dabei das Bild zu ruinieren, wie es schnell bei einer DSLR passieren kann. Ein Mittel, die Bedienung zu erleichtern, ist der Verzicht auf viele Knöpfe und Tasten. Zum Einstellen sind nur wenig Tasten und Einstellrädchen, manchmal sogar nur ein berührungsempfindliches Display, nötig. Systemkameras können, wie auch viele Kompaktmodelle, zudem oft Gesichter automatisch erkennen und die Schärfe und Belichtung ohne Zutun entsprechend optimieren.
Autofokus Eine Systemkamera sollte die Bildschärfe eigentlich schneller einstellen können als eine DSLR, da sie beim Auslösen nicht auf das Hochklappen eines Spiegels warten muss. Dennoch sind viele Systemkameras langsamer. Das liegt daran, dass sie die Bildschärfe auf anderem Weg ermitteln. Sie verwenden den sogenannten Kontrast-Autofokus. Eine DSLR verwendet demgegenüber den Phasen-Autofokus.
Der Kontrast-Autofokus arbeitet genauer als der Phasen-Autofokus. Jedoch erfordert er eine höhere Rechenleistung, was zulasten der Zeit geht und gleichzeitig auch den Akku mehr belastet. Der Phasen-Autofokus ist schneller aber auch teurer und komplexer. Zudem hat er den Nachteil, dass er im Videomodus nicht funktioniert. Der Videomodus ist demgegenüber für den Kontrast-Autofokus kein Problem. Er arbeitet hier genauso gut und zuverlässig wie bei Schnappschüssen. Deshalb eignet sich eine Systemkamera auch besser für Videoaufzeichnungen als eine DSLR.
Fokus-Spiegel Verwirrend: Manche Systemkameras besitzen einen Spiegel. Diesen nutzen sie aber nicht wie eine DSLR für das Sucherbild. Der Spiegel soll vielmehr den Autofokussensor mit Licht versorgen. Dadurch ist es möglich, im Videomodus den schnellen Phasen-Autofokus zu verwenden. Entsprechende Lösungen sind sowohl bei Systemkameras als auch bei DSLRs möglich.
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Auflösung

Für eine Systemkamera gilt wie auch für andere digitale Fotokameras: Mehr ist nicht gleichbedeutend mit besser. Oft versprechen Kameras, die weniger Auflösung bieten als andere, eine bessere Bildqualität. Denn zu viele Pixel sitzen auch auf größeren Sensoren eng beieinander und erhöhen die Gefahr des Rauschens. (Siehe folgendes Kapitel.)
Für Hobbyfotografen und ambitionierte Anwender sind bereits sechs Megapixel vollkommen genug. Das ist ausreichend für Ausdrucke bis zum DIN-A3-Format. Eine höhere Auflösung böte die Möglichkeit, Ausschnitte eines Bildes ebenfalls im Großformat drucken zu können. Moderne Kameras bieten jedoch mindestens zehn Megapixel. Kaufberatungstipp: Mehr brauchen Sie nicht! Kameras mit 20 Megapixeln und mehr sind nur für Profis interessant, deren Kamerasensoren im Vollformat (entspricht der Bildgröße eines Kleinbildfilms) arbeiten. Solche gibt es aber nur für DSLRs.
Sensorgröße

Für hohe Bildqualität gilt die Faustregel: je größer die Fläche, desto besser die Bilder. Grund: Eine größere Fläche kann mehr Licht einfangen, ist also empfindlicher. Zudem haben darauf mehr Pixel, respektive größere Pixel Platz. Folge: Das gefürchtete Bildrauschen ist deutlich schwächer und setzt erst deutlich später ein als bei kleinen Sensoren. Gleichfalls erlauben größere Sensoren ein intensiveres Spiel mit der Schärfentiefe. So lässt sich leichter ein Objekt oder eine Person scharf in den Mittelpunkt stellen, während der Hintergrund unscharf ist.
Bei Systemkameras trifft man größtenteils auf Sensoren des Typs Micro-Four-Third, APS-C und 1/1,17 Zoll. Die größte Fläche dieser Drei hat ein APS-C-Sensor, gefolgt vom Micro-Four-Third-Modell. Ein 1/1,17-Zoll-Sensor ist deutlich kleiner. Seine Fläche beträgt nur etwa 20 Prozent der eines Micro-Four-Third-Sensors. Er ist aber immer noch größer, als die meisten Sensoren in Kompaktkameras der Mittelklasse und nur in Topmodellen der Kompaktklasse zu finden. Relativ neu ist das CX-Format. Die Sensorgröße dieses Typs liegt ziemlich genau zwischen Micro-Four-Thirds und 1/1,7 Zoll.
Im Vergleich zu einer Profi-DSLR mit Vollformatsensor erreicht aber auch ein APS-C-Sensor nicht einmal 50 Prozent dessen Fläche. APS-C-Sensoren sind relativ typisch bei digitalen Spiegelreflexkameras im Einstiegs- und Mittelklassesegment.
Speicher

Der interne Speicher einer Systemkamera, sofern er überhaupt vorhanden ist, hat nur Platz für eine handvoll Schnappschüsse. Daher ist eine Erweiterung durch Speicherkarten nötig. Sehr verbreitet sind SD-Karten (Secure Digital). Diese sind gleichzeitig auch sehr günstig. Sie kommen in vielen Geräten zum Einsatz und lassen sich vielseitig verwenden und austauschen.
SD-Karten Einfache SD-Karten haben nur begrenzt Speicherkapazität und erreichen bei der Datenübertragung keine Spitzenwerte. Größer und schneller ist der Nachfolger SDHC. Ihn gibt es in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlichen Übertragungsleistungen. SDHC-Speicher kann jedoch nicht jede Digitalkamera verarbeiten. Digitalkameras von Sony verwenden auch den hauseigenen Memory-Stick. In Olympus- und Fuji-Kameras finden Sie auch die xD-Karte. Diese drei Hersteller setzten jedoch ebenfalls vermehrt auf die SD-Karte.
Wie viele Bilder auf einer Speicherkarte Platz finden, ist abhängig von der Bildauflösung und dem Speicherformat. Den größten Platzbedarf hat das Rohdatenformat RAW. Hier kann ein Bild schon mal 30 Megabyte oder größer werden, während es im JPEG-Format nur ein Zehntel oder weniger davon benötigte. Auch Bilder im TIFF-Format verlangen sehr viel Platz. Im RAW-Format speichert die Systemkamera die Bilder ohne sie zu komprimieren, wie es im JPEG-Format der Fall ist.
RAW braucht Platz Darüber hinaus erweitert RAW die Möglichkeiten der Nachbearbeitung. Allerdings kann nicht jede Bildbearbeitungssoftware das RAW-Format verarbeiten. So ist es beispielsweise möglich, Weißabgleich und Belichtung nachträglich zu korrigieren. Zudem erfolgt die erste Kompression mit dem damit einhergehenden Qualitätsverlust erst nach der Bearbeitung. Beim JPEG-Format wäre dies bereits die zweite Kompression. Ein Nachteil ist jedoch die besagte Speichergröße, die auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit in der Systemkamera und dem Computer reduziert.
Trotz der genannten Vorteile ist das RAW-Format nur für Profis und ambitionierte Hobbyfotografen interessant. Denn JPEG-Fotos sehen selbst nach dem zweiten Stauchvorgang für Otto Normalverbraucher noch sehr gut es, wenn man die Kompression nur schwach verwendet. Wer hier den Hebel zu stark ansetzt, kann Bilder zwar so stark verkleinern, dass nur wenige hundert Kilobyte Speicherplatz nötig sind und mehrere tausend Fotos auf einen Speicherchip passen, doch bezahlt er das mit schlechterer Bildqualität.
Mehr Speicherkarten Einmal zu stark komprimierte Daten lassen sich nicht wiederherstellen, auch nicht mit Hilfe eines Computers. Kaufberatungstipp: Wählen Sie besser die geringste Kompression, die höchste Bildauflösung und kaufen Sie einen weiteren Speicherchip. Die Kosten dafür sind nicht hoch. Wenn Sie die Fotos im PC bearbeitet haben und mit der Qualität zufrieden sind, können Sie dort immer noch eine stärkere Kompression wählen, um Platz auf Festplatte oder DVD zu sparen.
Möchten Sie auch regelmäßig Videosequenzen aufzeichnen, benötigen Sie relativ viel Speicherplatz. Auch hier spielt die verwendete Auflösung und das Kompressionsformat eine entscheidende Größe. Full-HD-Aufnahmen können bis zu fünfmal so viel Platz verschlingen, wie Videos mit alter PAL-Auflösung. Beim Speicherformat gilt der AVCHD-Codec als leistungsfähiger und vielseitiger als das ältere Motion-JPEG.
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Speicherkarten •
Speicherkartenlesegeräten Zu
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Bildbearbeitungsprogrammen
Display und Sucher

Statt eines optischen Suchers verwendet eine Systemkamera ein großes Display. Dieses ist zuweilen schwenkbar und reagiert bei einigen Kameras auch auf Berührung. Ein schwenkbares Display ist gut geeignet, um von hoch oben oder tief unten zu fotografieren. Sie müssen nur die Kamera entsprechend halten und sich nicht verrenken, um das Auge an der Kamera zu haben. Ein Touchscreen erlaubt eine besonders intuitive und somit einfache Bedienung. Praktisch ist etwa auch, mittels Fingerdruck auf das Display den jeweiligen Bereich scharfstellen und einen Schnappschuss auslösen zu können.
Auflösung und Diagonale Ein Display, das einen Sucher ersetzen können muss, benötigt eine hohe Auflösung und eine möglichst große Diagonale. So ist sichergestellt, dass es den zu fotografierenden Bereich sehr gut erkennen lässt und auch einen guten Eindruck von der Bildschärfe vermittelt. Pluspunkt ist eine Lupenfunktion, die einen gewünschten Ausschnitt vergrößern kann. Darauf ließe sich die Schärfe besonders gut kontrollieren.
Als Mindestgröße für ein Display gelten 2,5 Zoll, was knapp 6,4 Zentimeter entspricht. Weiteres wichtiges Detail: die Auflösung des Displays. Je mehr Bildpunkte dafür zur Verfügung stehen, desto detaillierter ist die Darstellung. Idealerweise stehen mindestens 300.000 Pixel zur Verfügung. Bedenken Sie: Je größer das Display ist, desto mehr Energie verbraucht es. Folge: Die Akkus ermüden schneller.
Elektronischer Sucher Einige Systemkameras besitzen neben einem Display einen elektronischen Sucher. Dieser kann einen optischen Sucher ersetzen, wenn er mit ähnlich hoher Auflösung arbeitet wie das Display. Nur dann lässt er zu, die Bildschärfe korrekt beurteilen zu können. Vorteil eines Suchers: Er erlaubt auch bei hellem Umgebungslicht, das Motiv auszuwählen und die Beleuchtung kontrollieren zu können. Ein Display hat dabei Probleme. Schön wäre, wenn eine entsprechende Kamera automatisch erkennen kann, wann sich das Auge dem Sucher nähert und auch wieder entfernt. Dann kann sie das jeweilige Display an- und ausschalten und so helfen, Energie zu sparen.
Kaufberatungstipp: Für einige Systemkameras gibt es einen elektrischen Sucher als Zubehör. Diesen schiebt man in der Regel in den so genannten Blitzschuh. Das ist der Anschluss für ein externes Blitzgerät. (Mehr zu Blitzen weiter unten.)
Zu
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Suchern
Objektive

Die wechselbaren Objektive für eine Systemkamera sind größer und hochwertiger als die integrierten Linsen von Kompaktkameras. Sie sind jedoch kleiner und leichter als die von normalgroßen Spiegelreflexkameras. Relativ verbreitet ist der Micro-Four-Thirds-Standard. Gängig sind bei Systemkameras Zoomobjektive, die sowohl Objekte in unmittelbarer Nähe auch entfernte vergrößert einfangen können.
Zoom Die Zoomleistung versteckt sich hinter der so genannten Brennweite. Ein Objektiv mit den Werten 18 – 55 mm (Millimeter) besitzt beispielsweise ein 3-fach-Zoom. Kaufberatungstipp: Zum Ermitteln der Zoomleistung teilen Sie einfach den höheren durch den niedrigeren Wert. Eine niedrige Brennweite bedeutet, dass Sie eine breite Abbildungsleistung dicht vor der Kamera haben. Das eignet sich für Gruppenfotos und auch Landschafts- und Architekturaufnahmen. Ein besonders hoher Wert deutet daraufhin, dass ein Objektiv auch weit entfernte Objekte nahe heranholen kann.
Kaufberatungstipp: Vermeiden Sie den Digitalzoom. Dieser kann die Leistung eines Objektivs vermeintlich steigern. Er holt jedoch nicht die Objekte dichter an den Betrachter heran, sondern errechnet lediglich einen Bildausschnitt. Folge: Die Bildqualität leidet.
Crop-Faktor Bei den angegebenen Brennweitenbereichen geben die Hersteller in der Regel nicht die Werte an, die sich auf das Kleinbildformat beziehen. Da nur dieses einen echten Vergleich ermöglicht, müssen Sie diese Werte mit dem so genannten Crop-Faktor multiplizieren. Dieser liegt in der Regel zwischen 1,5 und 2, bei einigen Herstellern aber auch fast bei 3. Im genannten Beispiel entspräche 18 – 55 mm bei einem Crop-Faktor von 1,5 auf das Kleinbildformat bezogen, 27 – 82,5 mm; bei einem Crop-Faktor von 2 folglich 36 – 110 mm und mit Crop-Faktor 3 immerhin 54 – 165 mm. Die beiden Letzteren bekommen eine höhere Zoomleistung, hätten aber große Probleme beim Klassentreffen alle Mitschüler aus der Nähe auf ein Bild zu bekommen. Mit Ersterem wäre das kein Problem. Zur Orientierung: Der natürliche Blickwinkel eines Menschen liegt etwa zwischen 40 und 45 mm.
Neue Objektive nötig Objektive einer alten Spiegelreflexkamera können Sie mit einer Systemkamera oft nicht verwenden. Aufgrund der meist großen Maße und des hohen Gewichts ist das auch nicht unbedingt wünschenswert. Für einige Systemkameras und Objektive gibt es Adapter, die den Anschluss einiger alter Versionen ermöglichen. Problem: Mit diesen lässt sich normalerweise der Autofokus nicht benutzen, so dass Sie die Bilder per Hand scharfstellen müssen. Nur Systemkameras, die wie oben angesprochen, einen speziellen Spiegel für den Autofokus haben, erledigen das auch mit alten Objektiven automatisch. Weiterhin kann bei Verwendung alter Objektive auch die Nutzung der Blendenfunktion eingeschränkt sein.
Anzahl prüfen Das Angebot an Objektiven für Systemkameras ist noch deutlich geringer als für DSLRs und ist auch nicht für alle Modelle gleich groß. Kaufberatungstipp: Prüfen Sie daher vor dem Kauf, ob es für Ihr Wunschmodell ausreichend Objektive gibt, ob diese Ihren Qualitätsanforderungen genügen und auch wie teuer diese sind. Denn die Objektive sind untereinander oft nicht austauschbar und lassen sich nur mit Systemkameras eines Herstellers verwenden.
Bei einigen Herstellern finden Sie auch Systemkameras, bei denen Sie nicht nur das Objektiv tauschen, sondern eine komplette Einheit, die aus Objektiv, Sensor und Bildprozessor besteht. Das soll besonders hohe Bildqualität gewährleisten, da alle Bauteile ideal aufeinander abgestimmt sind. Nachteil: Solch eine Kombination ist teurer als ein einzelnes Objektiv. Zudem kann die Bildqualität von Modul zu Modul variieren, wenn unterschiedliche Sensoren eingesetzt werden.
Extras Für manche Kameras gibt es Objektive, die 3D-Fotos erzeugen können. Für fast alle gibt es Filter und Adapter, mit denen Sie beispielsweise Linsen schützen oder das Bild beeinflussen. Letztere geben Fotos einen Farbstich oder eine weichere Zeichnung. Darauf können Sie guten Gewissens verzichten. Denn entsprechende Effekte können viele Kameras automatisch auf die Fotos anwenden oder sie lassen sich nachträglich mit einem Bildbearbeitungsprogramm anwenden.
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Objektiven
Bildstabilisator

Unscharfe Fotos entstehen häufig durch unruhige Hände oder durch längere Belichtungszeiten bei schummrigem Licht. Dann muss die Systemkamera länger belichten und ist anfälliger für Verwackeln. Hier hilft ein Bildstabilisator. Er gleicht die Bewegungen aus, so dass die Bilder auch in ungünstigen Situationen scharf werden. Das funktioniert allerdings nur bei leichtem Verwackeln. Bei kräftigen Bewegungen hilft ein Bildstabilisator nicht.
Optisch oder digital Man unterscheidet zwei Arten von Bildstabilisatoren: den mechanischen und den digitalen. Bei der mechanischen Lösung ist der Sensor beweglich aufgehängt und gleicht die Bewegungen der Kamera durch Gegenbewegungen aus. Eine andere mechanische Lösung sind beweglich aufgehängte Linsen im Objektiv. Dieses Konzept ist genauso effektiv, hat aber den Nachteil, dass es auf das jeweilige Objektiv beschränkt ist. Verwenden Sie ein Objektiv ohne bewegliche Linsen, verlieren Sie den Bildstabilisator.
Ein aufgehängter Sensor in der Systemkamera ist daher die bessere Lösung. Hier spielt das verwendete Objektiv keine Rolle. Positiver Nebeneffekt: Objektive ohne aufgehängte Linsen sind günstiger, da ihre Produktion weniger aufwendig ist. Arbeitet die Systemkamera mit einem digitalen Bildstabilisator, ändert die Kamera den ISO-Wert, um kürzere Belichtungszeiten zu erhalten und damit Verwackeln auszuschließen. Das ist ein Kompromiss, der in der Regel das Bildrauschen erhöht und somit zu schlechterer Bildqualität führt.
Blitz

Ein Blitz ist wichtig. Nicht nur bei Dunkelheit, auch bei Sonnenschein. Dann benötigen Sie ihn, wenn Sie gegen die Sonne fotografieren, um die Schattenbereiche aufzuhellen. Allerdings hat nicht jede Systemkamera einen Blitz eingebaut. Das gilt vor allem für besonders kompakte Systemkameras. Da fehlt es einfach an Platz im Gehäuse. Bei solchen Modellen sollten Sie darauf achten, einen externen Blitz anschließen zu können. Dafür gibt es den bereits angesprochenen Blitzschuh oben auf der Kamera. Problem: Verwenden Sie im Blitzschuh schon einen Aufstecksucher, müssen Sie diesen entfernen, um blitzen zu können.
Ein externer Blitz hat auch dann Vorteile, wenn bereits einer im Gehäuse steckt. Denn sein größeres Gehäuse erlaubt den Einsatz stärkerer Lampen. Folge: Der Blitz kann kräftiger leuchten und tiefer in den Raum vor der Linse eindringen. Allerdings müssen Sie ein weiteres Gerät mit sich herumtragen. Damit verliert die kompakte Systemkamera ein wenig von ihrer Handlichkeit.
Gibt es einen internen Blitz, ist es schön, wenn sich dieser ausklappen ließe und nicht starr ins Gehäuse integriert ist. Denn ein Blitz sollte soweit wie möglich von der Kamera abstehen, damit das aufgesteckte Objektiv keinen Schatten auf dem Foto hinterlässt. Insgesamt ist die Gefahr solch eines Schattens geringer, wenn Sie ein möglichst kurzes Objektiv verwenden. Kaufberatungstipp: Auch eine Sonnen- respektive Gegenlichtblende kann störende Schatten verursachen. Nehmen Sie diese daher vor dem Blitzen ab.
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Blitzgeräten Zu
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Sonnen- und Gegenlichtblenden
Strom

Der Einsatz großer Displays und potenter Bildprozessoren bei Systemkameras hat einen hohen Energiebedarf zur Folge. Gleichzeitig sind die Gehäuse sehr kompakt, so dass oft ein spezieller Akku des Herstellers zum Einsatz kommt. Vorteil: Dieser hält oft relativ lange, da die Hersteller auf potente Lithium-Ionen-Technik setzen. Nachteil: Ein zweiter Akku ist meist nicht ganz billig. Setzte man nur auf einen Stromspeicher, folgt nach Erschöpfung des Speichers eine Fotopause, bis der Akku wieder aufgeladen ist.
Eine Alternative sind Systemkameras, die mit handelsüblichen Batterien arbeiten. Diese ließen sich gegen entsprechende Akkus austauschen, die günstig und wiederaufladbar sind. Praktisch: Wenn der Strom zu Ende geht, bekommen Sie fast überall auf der Welt zu jeder Tageszeit Standardbatterien und können schneller wieder knipsen. Nachteil: Nicht selten haben Akkus in Batterieform weniger Leistung als kompakte Lithium-Ionen-Modelle. Zudem benötigen diese mehr Raum in der Kamera und erfordern somit größere Gehäuse. Auch sind diese meist schwerer als ein integrierter Akku.
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Akkus •
Akkuladegeräten
Videofunktion

Jede Systemkamera bietet auch die Möglichkeit, Videos in hoher Auflösung aufzuzeichnen. Während sich einige Modelle auf die kleinere 720p-Auflösung beschränken, erreichen besonders leistungsfähige Kameras FullHD-Auflösung. Kaufberatungstipp: Da moderne Fernseher fast immer mit FullHD arbeiten, sollten Sie auf diese Auflösung Wert legen, wenn Sie regelmäßig filmen möchten. Andernfalls müsste das TV-Gerät die Videos etwas vergrößern, um die gesamte Anzeigefläche ausnutzen zu können. Darunter leidet allerdings die Bildqualität. Um Videos direkt an einem Fernseher anzeigen zu können, benötigt die Systemkamera einen HDMI-Ausgang.
Kaufberatungstipp: Flüssige Videos gibt es nur, wenn diese aus mindestens 25 Einzelbildern pro Sekunde aufgebaut sind. Diesen Wert sollte die Kamera folglich auch mit höchster Auflösung erreichen.
Für Videoaufzeichnungen ist ein in die Systemkamera integriertes Stereomikrofon wichtig. Vorteilhaft wäre der mögliche Anschluss eines externen Mikrofons. Das gilt zumindest dann, wenn Sie vorhaben, die Kamera als vollwertigen Ersatz für einen Camcorder zu nutzen. Der Anschluss kann über einen Klinkenstecker oder über den Blitzschuh erfolgen.
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Digitalen Videokameras •
HDTV •
Videoanschlüssen und -kabeln
Extras

Möchten Sie nicht nur die Automatiken verwenden, sondern auch die fortgeschrittenen Funktionen nutzen können? Dann ist es vorteilhaft, wenn die Systemkamera Hilfetexte für die jeweiligen Einstellungen einblenden kann. Diese sollten die Funktionen der Menüeinträge wie auch die Arbeitsweise von den vorhandenen Schaltern und Drehreglern erklären. Die Texte sollten sich aber abschalten lassen, da sie störend wirken können, wenn Sie die Funktionen bereits kennen oder erlernt haben. Praktisch ist auch ein in die Kamera integriertes Nachschlagewerk, das allgemeine Fototipps gibt.
Motivprogramme Hilfreich sind daneben auch voreingestellte Motivprogramme, mit denen sich die Kamera ideal an verschiedene Aufnahmesituationen anpassen lässt. Diese stellen alle wichtigen Bildparameter automatisch ein. Manche Systemkamera bietet für solche Programme auch die Möglichkeit an, den Schnappschüssen automatisch zur Aufnahmesituation passende Bildeffekte zu verpassen. Sie fügen etwa einen Farbstich zu, verändern die Bildschärfe oder Ähnliches. Kaufberatungstipp: Eine gute integrierte Kamerasoftware, die sinnvoll eingestellt ist, kann die Nachbearbeitung der Bilder am Computer überflüssig machen.
Wasserwaage Um schiefe Bilder zu vermeiden, bieten viele Systemkameras an, Gitternetzlinien auf dem Display einblenden zu können. Ein einfaches Mittel, um das Motiv auszurichten. Gibt es nichts im Motiv, an dem Sie sich orientieren können, kann eine einblendbare Wasserwaage hilfreich sein. Damit diese helfen kann, die Kamera exakt waagerecht auszurichten, benötigt die Systemkamera entsprechende Gyrosensoren, die die Neigung der Kamera analysieren können.
Gesichtserkennung Praktisch ist eine integrierte Gesichtserkennung, die automatisch Schärfe und Belichtung auf erkannte Personen einstellt. Die Systemkamera sollte möglichst viele Gesichter erkennen können, um auch bei Gruppenbildern automatisch gute Schnappschüsse zu liefern. Praktisch ist darüber hinaus eine Lächelautomatik. Sie erkennt, wenn Personen lächeln und löst automatisch den Schnappschuss aus.
GPS und WLAN Eine GPS-Antenne dient zur Bestimmung der Position. Diese wird in die EXIF-Informationen der Fotos eingebettet, so dass sich feststellen lässt, wo genau die jeweiligen Schnappschüsse entstanden sind. Sie benötigt jedoch freie Sicht zum Himmel und funktioniert somit nicht in Gebäuden. Kaufberatungstipp: Um dennoch nachträglich die Position ermitteln zu können, fotografieren Sie stets das jeweilige Gebäude auch von außen. Ein integriertes WLAN-Modul erlaubt die Einbindung in ein drahtloses Netzwerk, um etwa Fotos ohne Kabel in einen Computer übertragen oder drucken zu können. Auch ein Foto-Upload ins Internet ist damit möglich.
Bilderserien Eine Serienbildfunktion ist hilfreich, um bei sich schnell bewegenden Motiven einen guten Schnappschuss zu bekommen oder eine komplette Bildfolge zu erstellen. Sehr hohe Werte, wie man sie häufig in Beschreibungstexten findet, erreichen Systemkameras jedoch in aller Regel nicht bei höchster Bildauflösung. Oft sinkt mit steigender Bildzahl auch die Auflösung. Kaufberatungstipp: Wenn Sie höchste Bildqualität wünschen, beachten Sie nur die mögliche Bildfolge bei höchster Auflösung. Praktisch: Manche Kameras haben einen intelligenten Prozessor, der die Schnappschüsse analysieren kann und automatisch eine kleinere Anzahl mit den besten Ergebnissen auswählt, die die Kamera abspeichert. Das spart Zeit und Speicherplatz.
In diesem Zusammenhang kann es auch vorteilhaft sein, wenn die Kamera schon vor dem Druck auf den Auslöser und auch nach dem Loslassen Aufnahmen macht und diese in die Auswahl mit ein bezieht. Das verringert das Risiko, tolle Aufnahmen zu verpassen, weil Sie im falschen Moment gedrückt oder losgelassen haben. Schön ist, wenn man die entsprechende Bildanzahl in den Voreinstellungen verändern kann. Die höchste Serienbildfrequenz nutzt jedoch wenig, wenn der Speicher, die Fotos nicht schnell genug aufnehmen kann. Kaufberatungstipp: Kontrollieren Sie deshalb, welche Datenrate für höchste Leistung nötig ist und wählen Sie einen dazu passenden Speicherchip.
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Speicherkarten •
Zubehör für Digitalkameras
Fazit

Wer sehr hohe Bildqualität aber keine klobige Spiegelreflexkamera möchte und gleichzeitig auf einfache Bedienung Wert legt, kommt an einer Systemkamera nicht vorbei. Sie kombiniert die einfache Bedienung einer Kompaktkamera mit der hohen Bildqualität und den fotografischen Möglichkeiten einer Spiegelreflexkamera. Auch gegenüber einer Bridgekamera, die in Handlichkeit und Größe vergleichbar ist, hat sie eindeutige Vorteile: den größeren Sensor für höhere Bildqualität und die wechselbaren Objektive.
Eine Systemkamera eignet sich für jeden, Einsteiger wie Profis. Alle Einstellungen können vollautomatisch erfolgen. Gleichzeitig bieten die Kameras viele Möglichkeiten für alle, die sich mehr mit der Technik auseinandersetzen möchten. Sie können die Steuerung auch ganz übernehmen. Somit haben auch ambitionierte Anwender alle gestalterischen Möglichkeiten, wie sie auch eine DSLR bietet. Schöner Mehrwert ist die Möglichkeit, Videos in guter Qualität aufzeichnen zu können.
In Kauf nehmen müssen Sie jedoch den höheren Platzbedarf und das höhere Gewicht gegenüber einer Kompaktkamera. Beides steigt zudem mit der Anzahl verwendeter Objektive und Zubehör wie Aufstecksucher und externem Blitzgerät. Wer jedoch mit einem Standardobjektiv zufrieden ist und keine weiteren Extras braucht, trägt kaum mehr mir sich herum als bei einer größeren Kompaktkamera oder einer Bridgekamera.
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