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Unsere Kaufberatung für Tablet-PCs erklärt die verschiedenen Techniken sowie Vor- und Nachteile. Ob Convertible oder Slate.
Tablet-PCs sind aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Seit Einführung des iPads von Apple, erlebt dieser Computertyp einen wahren Boom. Dabei gibt es ihn schon lange. Allerdings, so wie iPad und Co. kam ein Tablet-PC bisher selten daher. Es sah mehr aus, wie ein Notebook, dessen Display man um 180 Grad drehen und auf der Tastatur ablegen konnte. Versionen ohne Tastatur gab es zwar auch schon früher, doch blieben sie eher die Ausnahme.
Diese Ausnahme ist nun das große Zugpferd dieser Gattung und ein Produkt, das in jeden Haushalt passt. Es ist klein, leicht und ideal dazu geeignet, Informationen aus dem Internet zu holen oder dorthin zu übertragen. Statt mühselig den Computer anzuwerfen, genügt ein Fingerdruck auf den berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen) und schon steht das Internet offen. Genauso gibt es zahlreiche Kleinprogramme (Apps), die einfache PC-Programme ersetzen. Sogar spielen ist mit solch einem Pad, auch Tablet oder Surfpad genannt, (Pad: engl. für Block) möglich.
Notizblock
Als digitaler Notizblock kann ein Tablet-PC auch bei der Vorlesung, im Meeting oder bei der Datenaufnahme hilfreich sein. Für manche Versionen gibt es auch einen speziellen Stift, mit dessen Hilfe man genauso wie auf Papier schreiben und zeichnen kann. Gibt es eine Handschriftenerkennung, wandelt der PC die Notizen in getippte Buchstaben und Worte um; Zeichnungen und Skizzen legt er als Bilddateien ab.
Großer Mehrwert
In der Schule oder im Büro übernimmt ein Tablet-PC im Zusammenspiel mit einem Projektor die Funktion eines Overheadprojektors. Präsentationen lassen sich damit durch schnelle Skizzen, Diagramme, Abläufe und anderes auflockern und komplizierte Zusammenhänge einfach visualisieren. Es gibt sogar zahlreiche Tablet-PCs, die hart im Nehmen sind und die es verzeihen, wenn der Rechner mal vom Klapptisch im Hörsaal fällt, oder wenn man auf der Baustelle einen Schauer aufs Dach kriegt.
Ständig in Kontakt
Viele Versionen besitzen zudem ein UMTS-Modem und können Mobilfunkkarten aufnehmen. Somit ist es möglich auch unterwegs, wenn kein kabelloses Netzwerk erreichbar ist, über das Mobilfunknetz ins Internet zu gelangen. Gibt es ein Telefonprogramm, können diese Geräte auch das Handy ersetzen.
Sinkende Preise
Besonders schön: Viele Tablet-PCs sind bereits für wenige hundert Euro erhältlich, allen voran die kleinen Surfpads. Einige Netbook-Hersteller gehen ebenfalls dazu über, den kleinen Mobilrechnern Touchscreens zu spendieren. Wenn auch nicht alle einen dreh- und kippbaren Bildschirm besitzen, so lassen sich doch mehr und mehr Geräte wie ein Tablet-PC bedienen und das ebenfalls zu Preisen von nur einigen hundert Euros. Ausgewachsene Versionen, die ein vollwertiges und leistungsstarkes Notebook ersetzen, können aber nach wie vor die 1000-Euro-Marke überschreiten.
Eine Auswahl sehr preiswerter Tablets finden Sie z.B. hier: Tablets bis 300 Euro.
Bei einer großen Preispanne ist es nicht leicht, den geeigneten Tablet-PC für die eigenen Bedürfnisse herauszufinden. Wer nicht aufs falsche Pferd setzen möchte, sollte vor dem Kauf die Unterschiede genau studieren. Worauf Sie dabei achten sollten, lesen Sie in den folgenden Kapiteln dieser Kaufberatung. (pr)
Wichtige Frage zu Beginn: Soll es ein vollwertiger Computer sein, den man in einen digitalen Notizblock wandeln kann, oder reicht ein kleines Pad? Während Ersterer für alle anfallenden Aufgaben gerüstet ist, ersetzt Letzteres keinen Computer. Es ist vielmehr eine Ergänzung.
Convertibles als PC-Ersatz
Ein Tablet-PC, der auf den ersten Blick wie ein normales Notebook aussieht, ist ein vollwertiger, tragbarer Computer mit einem berührungsempfindlichen Monitor (Touchscreen). Diesen Typ nennt man auch Convertible. Man klappt das Display hoch und findet eine vollwertige Tastatur vor. Unterschied: Das Display lässt sich um 180 Grad drehen und mit Anzeige nach oben auf die Tastatur klappen. Ein Convertible lässt sich wie ein Notebook verwenden, bei Bedarf aber in einen Tablet-PC verwandeln. Praktisch: Verwendet man das Gerät wie ein Notebook, sind zeitgleich auch Eingaben über den Touchscreen möglich. Übrigens: Ist von einem Netbook, die Rede, das auch als Tablet-PC arbeiten kann, spricht man auch von Netvertible.
Bedienung per Finger und Stift
Im Tabletmodus erfolgt die Bedienung per Stift oder Finger; beides ersetzt Maus oder Touchpad. Allerdings besitzen nicht alle Convertibles einen vollwertigen Touchscreen. Ihre Monitore arbeiten wie Grafiktabletts, das heißt, die Bildschirmoberfläche kann nur in Verbindung mit einem speziellen, aktiven Stift die Position ermitteln und in den Computer übertragen. Die Bedienung mit anderen Stiften und auch den Fingern ist hier nicht möglich.
Bildschirm als Grafiktablett
Nachteil: Ist der Stift weg oder defekt, fällt die Bedienung per Bildschirm aus. Vorteil: Der Bildschirm lässt sich gleichzeitig als Grafiktablett verwenden, was beim Zeichnen und Fotos bearbeiten vorteilhaft ist. Ein adäquater Ersatz ist das aber nur, wenn der Stift genauso viele unterschiedliche Druckstufen verwenden kann, wie das bei einem Grafiktablett möglich ist. Touchscreens benötigen einen einfacheren, passiven Stift. Wer solch ein Gerät sucht, sollte aber darauf achten, dass es sich auch mit Fingern bedienen lässt. Das macht die Steuerung intuitiver. Wichtig hier: das Erkennen des Handballens, damit beim Auflegen der Hand, der Ballen nicht als Befehlseingabe interpretiert wird. Das würde die Bedienung besonders bei der Eingabe längerer Texte sehr unkomfortabel machen.
Weiterer Vorteil des Stifts: Schreiben geht damit schneller und intuitiver als mit einem Finger. Zudem benötigen per Finger gemalte Buchstaben deutlich mehr Platz auf dem Bildschirm. Schön ist in jedem Fall, wenn eine Handschriftenerkennung installiert oder erhä{ltlich ist, die Notizen in getippte Worte umwandelt. Solch eine gehört bei modernen PC-Betriebssystemen zum Lieferumfang. Bei einfachen Systemen für Tablets ist das nicht selbstverständlich und eher die Ausnahme (siehe Kapitel „Betriebssystem“).
Slates
Die zweite mögliche Bauform ist das so genannte Slate. Zu dieser Kategorie zählen auch die Tablets. Slate bedeutet wörtlich übersetzt „Schiefertafel“. Der Name rührt daher, dass der Tablet-PC nur ein Touchscreen für die Eingabe besitzt. Da man diesen Typ nicht aufklappen kann, fehlt eine Tastatur* Vorteil: Das Gerät ist in der Regel deutlich leichter. Nachteil: Wer eine Tastatur nutzen möchte, muss eine externe anschließen, ist dann aber nur eingeschränkt mobil. Alternative: Man verwendet eine ein- und ausblendbare Softwaretastatur. Das reduziert jedoch die Anzeigefläche und ist beim Tippen gewöhnungsbedürftig. Aus Gewichtsgründen verzichtet man zudem häufig auf ein DVD-Laufwerk.
Slates finden Sie in unserer Hauptgruppe für Tablet PCs: Zu den Slates.
Zwei Bildschirme
Eine Sonderform sind Geräte, die sich wie ein Convertible aufklappen lassen, jedoch über zwei berührungsempfindliche Bildschirme und nicht über eine mechanische Tastatur verfügen. Sie können auf einem der Bildschirme eine virtuelle Tastatur einblenden. Dann lässt sich das Gerät nahezu wie ein herkömmliches Notebook verwenden. Tippt man nicht, hat man zwei Bildschirme und damit eine größere Ansicht zur Verfügung. Man kann auch zwei Programme gleichzeitig im Blick haben und parallel verwenden. Die Bildschirme lassen sich normalerweise so weit auseinanderklappen, dass sie nebeneinander auf dem Schreibtisch liegen können. Solch einen Tablet-PC wie ein Convertible zusammenzuklappen und wie ein Slate benutzen zu können ist nicht selbstverständlich.
Die Auswahl solcher Multi-Display Convertibles ist zur Zeit noch sehr überschaubar. Aktuell finden Sie in unserem Shop das Toshiba Libretto sowie das neue Acer Iconia.
Jedes Slate ist nicht automatisch ein Tablet. Einige Versionen entsprechen eher einem vollwertigen Notebook, dem die Tastatur fehlt. Sie haben relativ große Anzeigeflächen, sehr kräftige Hardware und ein vollwertiges Betriebssystem, wie es auch auf einem Notebook zum Einsatz kommt. Anderes herum: Jedes Tablet ist ein Slate.
Tablet
Ein Tablet ist kein vollwertiger Computerersatz. Es ist vielmehr eine Ergänzung. Es stellt fernab des Schreibtischs Zugriff auf das Internet, gespeicherte Informationen und auch Unterhaltungsmedien zur Verfügung. Es schließt die Lücke zwischen Smartphone und Notebook. Ein Tablet ist ideal für alle, die auf dem Smartphone die oben genannten Anwendungen nutzen, jedoch mehr Nutzfläche und höhere Rechenkraft wünschen.
Das Aufrufen von Webseiten oder Abfragen und Verschicken von E-Mail lässt sich unkompliziert vom Sofa oder aus der Bahn erledigen. Ebenso sind auch der Lieblingsblog und soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. nur einen Fingerstreich entfernt. Daneben ist solch ein Pad auch gut geeignet, um Videos oder Fotos zu betrachten. So wird es zum digitalen Bilderrahmen, den man leicht herumreichen und auch im Regal aufstellen kann.
Als E-Book-Reader
Aufgrund der geringen Größe und bei geringem Gewicht eignet sich diese Version auch zum Lesen elektronischer Bücher, so genannter E-Books. Das gilt allerdings nur mit Einschränkungen. Die hintergrundbeleuchteten Farbdisplays der Tablets ermüden die Augen bei längerer Betrachtung schneller als reine E-Book-Lesegeräte. Sie eignen sich somit nur, um gelegentlich kürzere Texte zu lesen. Für das Schmökern langer Romane sind E-Book-Reader deutlich besser geeignet. Grund: Sie arbeiten mit elektronischem Papier als Anzeige. Dieses ermüdet die Augen kaum stärker als Papier und benötigt zudem weniger Strom als ein Tablet-Display.
Spezielle E-Book Reader finden Sie in der Gruppe für E-Book Reader.
Weitere Informationen in den Kaufberatungen zu
• Notebooks
• Netbooks
• E-Book-Readern
• Grafiktabletts
• Digitalen Bilderrahmen
Beim Notebook muss ich der Nutzer nach der Technik richten. Will er Daten eingeben, geschieht das wenig intuitiv mit Tastatur und Maus. Verwendet man ein Grafiktablett, zeichnet die Hand nicht dort, wo sich der Stift bewegt. Folge: Man sieht schwerer die unmittelbare Reaktion der Handlung. Beim Tablet-PC ist das anders. Hier richtet sich die Technik nach dem Nutzer. Buchstaben und Zeichnungen erscheinen direkt dort, wo man sie schreibt oder zeichnet. Fenster verschiebt man, indem man sie direkt anfasst, ohne Umweg über ein Mauspad. Dadurch eignet sich diese Gattung sehr gut für Computer-Einsteiger, die Schwierigkeiten mit der Mausbedienung haben.
Der Platzhirsch bei den Tablet-PCs, das iPad von Apple, hat am wenigsten Anschlüsse. Ob das ein Nachteil ist oder nicht, ist abhängig davon, was man mit dem Gerät machen möchte. Eine reine Websurfstation benötigt kaum Verbindungsmöglichkeiten. Je mehr man das Gerät wie einen vollwertigen PC nutzen möchte, desto wichtiger werden Anschlussmöglichkeiten.
Bei der Wahl des Betriebssystems gilt es ebenfalls, zwischen dem Einsatz als Tablet und als Notebookersatz zu unterscheiden. Bei den Tablets dominiert zurzeit das iOS den Markt. Das ist Apples Betriebssystem, das auf dem iPad aber auch auf dem iPhone und dem MP3-Player iPod Touch installiert ist. Eine große Anzahl von Tablets, die in direkter Konkurrenz zum iPad stehen, verwendet das Betriebssystem Android. Es stammt von Google und hat seinen Ursprung im Smartphone-Segment.
iOS
Das iOS ist eine an Fingerbedienung angepasste Version des Desktop-Betriebssystem Mac OS X von Apple. Das System ist einfach zu bedienen, reagiert schnell und arbeitet ohne Verzögerungen. Die Steuerung erfolgt mit einem oder mehreren Fingern gleichzeitig. Auch Menschen, die Berührungsängste vor technischen Geräten haben, kommen schnell mit dem System zurecht. Obwohl das Mac OS X zugrunde liegt, lassen sich jedoch keine Schreibtischprogramme verwenden. Für das iOS sind speziell angepasste Programme nötig. (Siehe nächstes Kapitel). Um Geräte mit iOS verwenden zu können, ist ein Computer mit einer aktuellen Version des Programms iTunes von Apple Voraussetzung. Darüber erfolgt die zum Betrieb notwendige Aktivierung und die Datensicherung. iTunes ist kostenlos und für Computer mit den Betriebssystemen Mac OS X und Windows bei Apple erhältlich.
Android
Android ist laut Google bis zur Version 2 nicht für die Fingerbedienung auf Tablets optimiert. Eine explizierte Tablet-Version wird es erst mit der Version 3 geben. Um es dennoch derauf verwenden zu können, müssen die jeweiligen Hersteller dieses an ihre Hardware anpassen. Wie gut das funktioniert, hängt von den Bemühungen des Pad-Herstellers ab. Nicht immer klappt die Bedienung reibungslos. Soll die Wahl auf ein Gerät mit Android-System fallen, ist es ratsam, sich genau über das entsprechende Tablet zu informieren.
Andere Betriebssysteme spielen auf Tablets eine untergeordnete Rolle. Man trifft auf zahlreiche Linux-Versionen, die den Namen Linux jedoch selten im Namen tragen und zunehmend auch auf Geräte, die auf dem Microsoft-Betriebssystem Windows 7 basieren.
Direkt zu den Tablets mit Android Betriebssystem.
Windows 7
Noch weiter verbessert ist die Tablet-PC-Unterstützung bei Windows 7. Gegenüber den Vorgängern bietet das Betriebssystem die so genannte Multitouch-Funktion. Sie erlaubt eine Bedienung des PCs, wie man es von modernen Smartphones kennt. Dieses muss aber auch der Bildschirm unterstützen. Die Bedienung ist für die Nutzung mit dem Finger optimiert. Windows 7 unterstützt zudem die Eingabe per Stift. Bei Windows 7 hat Microsoft das Stifthandling nochmals komfortabler gemacht und vor allem auch die Handschrifterkennung weiter optimiert, so dass der PC die Eingaben noch besser erkennt.
Prinzipiell ist auch ein Update von einem Tablet-PC, auf dem Windows XP oder Vista installiert ist, auf Windows 7 möglich. Allerdings kann es zu Treiberproblemen kommen. Wer Windows 7 verwenden möchte, sollte darauf achten, dass die Hardware dazu kompatibel ist.
Hardwareanforderungen
Stiftbedienung von Computern ist auch mit anderen Betriebssystemen wie Linux oder Mac OS X möglich. Allerdings sind entsprechende Geräte nur spärlich im Markt vertreten. Größtes Manko von Linux und dem Mac OS X ist die unzureichende Handschrifterkennung. Hier hat Microsoft eindeutig die Nase vorn.
Weitere Informationen zu Betriebssystemen in Handys und Tablets in der Kaufberatung zu Mobiltelefonen
Zu den Tablets mit Windows Betriebssystem.
Mit Einführung des iPhone und damit des iOS-Betriebssystems hat Apple einen neuen Begriff für kleine Programme geschaffen: App. Ein App ist ein kleines Programm, das man nicht im Geschäft oder online bei einem Computerhändler kaufen kann, sondern direkt auf einem so genannten Marktplatz. Es gibt mehrere Marktplätze, die sich jeweils nach dem verwendeten Betriebssystem unterscheiden und auch nur für entsprechende Geräte zugänglich sind. So heißt dieser Marktplatz beispielsweise bei Apple „App-Store“ und bei Android-basierten Pads „Android Market“.
Nicht bei allen Convertibles lassen sich die Displays sowohl rechts als auch links herum drehen, um sie rücklings auf der Tastatur abzulegen. Ein Tablet-PC, der nur eine Drehung zulässt, zeigt eventuell eher Ermüdungserscheinungen am Drehgelenk, falls man wiederholt versucht, den Monitor anders als vorgesehen zu schwenken. Auch wichtig: Das umgedrehte Display sollte sich idealerweise fest arretieren lassen, damit es beim Benutzen nicht wackelt. Ein vibrierendes Oberteil macht nicht nur die Bedienung unkomfortabler, es belastet zugleich das Dreh- und Kippgelenk unnötig.