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Strom kommt aus der Steckdose. So viel ist klar. Und jedes Gerät braucht eine Verbindung dorthin. Auch das ist klar. Doch kaum jemand macht sich Gedanken darum, wie diese Verbindung zustande kommt. So versteckt sich hinter Musik- und TV-Anlagen meist ein gewaltiger Kabelsalat. Schnell werden dort die Anschlüsse knapp. Dann kommt nicht selten der nächstbeste Mehrfachstecker oder eine Steckdosenleiste in eine freie Dose und die Verkabelung geht unbekümmert weiter.
Haben dann alle Geräte Strom, lassen sich anschalten und benutzen, ist alles gut. Oder? Nicht unbedingt. Denn es können versteckte Probleme lauern: Überlastung etwa oder auch Störungen, die nicht sofort erkennbar sind, mittelfristig jedoch Probleme verursachen können. Hinweise, wie warme Kabel, bleiben in der Regel unbemerkt. Wer greift schon regelmäßig hinter die Elektronik und befühlt die Strippen? Immer wieder auslösende Sicherungen sind schon eher auffällig, genauso wie Ton- oder Bildprobleme.
Planung wichtig
Auch wenn bei der Verkabelung meist scheinbar alles glatt läuft, ist es sinnvoll sich einige Gedanken darüber zu machen und vor dem Kauf von Kabeln und Steckdosenleisten zu überlegen, wie viele Anschlüsse man benötigt, welche Geräte man anschließen möchte und ob eine Steckdosenleiste mehr können soll, als nur Strom zu verteilen. Viele sind nämlich zusätzlich in der Lage, die angeschlossenen Geräte vor Spannungsschwanken und Störungen zu schützen oder können gar automatisch mehreren Geräten den Strom entziehen, wenn man ein angeschlossenes ausschaltet.
Wer lange Leitungen zur Steckdose benötigt oder Steckdosenanschlüsse in Auto oder Wohnmobil benötigt, ist ebenfalls gut beraten, sich einige Gedanken zu machen, denn auch hier können Fehlentscheidungen, sprich die falsche Hardware oder Verkabelung zu Problemen führen. Worauf Sie bei Auswahl und Kauf Ihrer Stromversorgung achten sollten, lesen Sie in den folgenden Kapiteln. (pr)
Welche Steckdose in der Wand steckt, kann man kaum beeinflussen, welches Kabel oder welche Steckdosenleiste daran steckt, hat man dagegen selbst in der Hand. Wichtigste Rolle bei der Auswahl einer Leiste spielt zunächst die Frage nach der Anzahl der Anschlüsse. Je mehr Geräte daran Platz finden, desto eleganter ist die Verkabelung. Besser eine Leiste mit neun Anschlüssen, als vier mit nur dreien. Da wäre der Platzbedarf bedeutend höher, die Anzahl der Anschlüsse jedoch nicht, denn jede Leiste belegt an der Leiste, an der sie man sie anschließt, ebenfalls einen Anschluss.
Die mögliche Anzahl pro Leiste schwankt in der Regel zwischen drei und zehn Dosen. Praktisch sind modular aufgebaute Steckerleisten, die sich bei Bedarf um zusätzliche Anschlüsse erweitern lassen. Sie sind etwa wie ein Turm aufgebaut, der aus verschiedenen Modulen mit Stromanschlüssen besteht. Werden die Anschlüsse knapp, setzt man einfach oben ein weiteres Modul mit zusätzlichen Anschlüssen auf.
Anordnung der Dosen
Bei den klassischen Steckerleisten unterscheidet man auch die Anordnung der Dosen. Weniger empfehlenswert sind solche, bei denen die Kontakte so angeordnet sind, dass die Kabelstecker rechtwinklig zum Leistenrand eingesteckt werden. Sie haben den Nachteil, dass klobige Netzteile ein oder gar zwei benachbarte Anschlüsse überdecken und somit unbrauchbar machen. Bei Steckerleisten, bei denen die Dosen um 45 oder 90 Grad gedreht sind, ist diese Gefahr geringer. Allerdings neigt solch eine Steckerleiste zum Kippen, wenn mehrere schwere Netzteile an einer Seite überhängen. Vermeiden lässt sich das Problem, wenn man diese abwechselnd an beiden Seiten überstehen lässt.
Leiste aufhängen
Seitlich überstehende Netzteile erhöhen allerdings den Platzbedarf einer Steckdosenleiste, was hinter Schränken und Regalen zu Problemen führen kann. Für solch einen Ort kann es sinnvoll sein, eine Leiste zu wählen, die sich an der Wand aufhängen lässt. Das gilt jedoch nur wenn Netzteile und Kabel weniger hoch stehen als diese breit wird.
Wichtig ist auch der Abstand der Dosen zueinander. Bei günstigen Leisten liegen diese nicht selten sehr dicht beieinander. Das kann bei dicken Steckern zu Problemen führen. Möchten Sie auch Netzteile einstecken, achten Sie neben dem Anordnungswinkel auch auf den Dosenabstand.
Zuleitung
Denken Sie auch an die Länge der Zuleitung. Oft haben die Kabel, mit denen die Steckdosenleiste mit einer Wandsteckdose verbunden wird, nur ein kurzes Kabel von etwa 1,5 Metern Länge. Das reicht nicht immer. Zwar ließe sich ein längerer Weg auch mit einem Verlängerungskabel überwinden, doch ist es vermutlich günstiger ein Modell mit langer Zuleitung zu wählen. Es gibt Leisten, deren Zuleitung bis zu zehn Meter lang ist, verbreitet sind 1,5, drei und fünf Meter.
Wer auf seinen Stromverbrauch achtet, sollte eine Steckerleiste mit Ein-/Aus-Schalter in Erwägung ziehen. Damit lässt sich der Stromkreis zu allen angeschlossenen Geräten mit einem Fingerdruck unterbrechen. Videorekorder und andere timergesteuerte Geräte sollte man dort aber nicht anschließen, sie benötigen ständigen Netzkontakt.
Master-Slave-Steckerleisten
Eine Stufe weiter gehen Master-Slave-Steckdosenleisten. Sie besitzen eine Hauptsteckdose (Master), die das Verhalten der übrigen Dosen (Slave) beeinflusst. Schaltet man das Gerät am Hauptanschluss aus, kappt die Leiste die Stromversorgung der anderen Dosen. So ist es nicht nötig, zahlreiche Geräte mit der Hand auszuschalten oder einen Schalter an der Steckdosenleiste zu drücken. Sehr praktisch für den Anschluss des PC und aller Zusatzgeräte oder auch den Fernseher, samt aller weiteren angeschlossenen Geräte – Videorekorder ausgeschlossen.
Heimliche Verbraucher
Strom sparen helfen solche Dosen jedoch nicht immer. Denn was viele nicht wissen: Entsprechende Steckdosenleisten verbrauchen Strom. Das kann schon soviel sein, wie eine herkömmliche Glühbirne. Daher sollten Sie unbedingt auf die technischen Daten schauen. Sparsame Modelle benötigen unter einem Watt und somit vermutlich weniger als viele angeschlossenen Geräte, die sich im Standby-Betrieb befinden.
Neben Technik und Dosenwinkel unterscheidet man auch beim verwendeten Material, einerseits des Gehäuses als auch bei den Steckkontakten. Die meisten Steckdosenleisten sind aus Kunststoff gefertigt. Es gibt aber auch robuste Metallausführungen. Welchem Material man den Vorzug gibt, ist mehr eine Geschmacksfrage. Bei den Steckkontakten trifft man mitunter auf hochwertige Versionen aus Gold. Das soll besser leiten und Korrosion vorbeugen; ein Nutzen, der bei Audio- und Videosteckverbindungen unbestritten, beim Einsatz an einer Steckdosenleiste aber nicht unbedingt nötig ist.
In die Dosen der Steckerleisten lassen sich Schuko- und Eurostecker einstöpseln. Zuweilen hat man die Auswahl einen Schuko- oder zwei Eurostecker einzustecken. Praktisch! Aber was sind denn eigentlich Schuko- und Eurostecker? Schuko ist die Abkürzung für Schutzkontakt. Das bedeutet, neben Leiter und Nullleiter besitzt der Stecker noch einen dritten Kontakt für die Erdung. Der Stecker ist breit und rund. Er füllt die gesamte Steckdose aus und benötigt für die Erdung Kontakt zu den Metallklemmen in einer Steckdose.
Ein Kabel mit Schukostecker hat am anderen Ende häufig eine Kaltgerätekupplung. Diese ist nahezu rechteckig und hat in der Regel drei Einfuhrhülsen für schmale, dünne Steckkontakte. Entsprechende Verbindungen sind für Geräte gedacht, deren Netzteile im Betrieb nicht oder nur mäßig warm werden (maximal 70 Grad). Man findet sie etwa an PCs oder auch Endstufen.
Eurostecker
Ein Eurostecker ist demgegenüber flach. Ihm fehlt die Erdung, wodurch auch das angeschlossene Kabel ein wenig dünner ist, da dieses nur zwei statt drei Adern aufnehmen muss. Eurostecker nennt man auch Kleingerätestecker, weil sie nur an kleinen Geräten, wie etwa an einem tragbaren Radio, verwendet werden. Ähnlich wie der Eurostecker sieht der Kleeblatt- oder Micky-Maus-Stecker aus, der über einen Schutzleiter verfügt. Entsprechende Stecker findet man häufig an Notebooknetzteilen.
Telefon, Video und Co.
Neben Steckdosen verfügen manche Leisten auch über weitere Anschlüsse, etwa für Telefon, Fax, Audio-/Videogeräte und Antennenkabel. Sie findet man jedoch nur an Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz, um den Geräten einen zusätzlichen Schutz bieten zu können. Für den Weg von und zur Leiste sind jedoch zusätzliche Kabel nötig, die man getrennt erwerben muss.
Zu den Audio- und Videokabeln
Zu Telefon- und sonstigen Kabeln
Bei der Wahl einer Steckerleiste zählt nicht nur die Zahl der Anschlüsse, sondern auch die Belastbarkeit der gesamten Leiste, also wie viel Strom sie den angeschlossenen Geräten maximal durchleiten kann. Besonders wichtig ist diese Frage für Leisten mit vielen Anschlüssen, an denen viele und vor allem starke Verbraucher Platz finden sollen. Denn eine Steckdosenleiste kann nicht unendlich viel Leistung bereitstellen. In der Regel können Steckdosenleisten 3.500 Watt durchleiten, was für die meisten Ansprüche genügen sollte.
Wissen Sie schon im Vorwege, dass Sie Großverbraucher anschließen möchten, ermitteln sie deren Strombedarf, indem Sie den Verbrauch der jeweiligen Geräte addieren und kontrollieren Sie, ob die gewünschte Leiste der Belastbarkeit standhalten kann. An die gesamte Belastbarkeit muss man auch denken, wenn man mehrere Leisten hintereinander koppelt. Die erste Leiste wird dabei sehr stark belastet. Sie sollte daher die kräftigste sein.
Leitungslänge beachten
Koppeln Sie jedoch nicht zu viele Leisten, denn durch die Leitungslänge und die Leisten selbst erhöht sich der Widerstand. Das kann dazu führen, dass die betreffende Sicherung die entnommene Leistung nicht mehr korrekt ermitteln kann und nicht mehr rechtzeitig auslöst. Gleiches gilt auch für die Kopplung von Verlängerungskabel und Steckdosenleiste. Andernfalls droht ein Kurzschluss und im schlimmsten Fall ein Brand, da Stromleitungen bei hoher Belastung viel Wärme entwickeln können.
Kindersicherung
Sind Kinder oder Haustiere im Haus, ist eine Kindersicherung wichtig. Sie gibt die Kontakte nur nach Entfernen eines Deckels oder Lösen einer verstecken Kontaktsperre frei. Manche Dosen gibt es auch mit Klappdeckel, die automatisch nicht benutzte Dosen verschließen. Solche Modelle sind gut für Orte geeignet, an denen es schmutzig ist, wie beispielsweise im Hobbykeller. Als Kindersicherung reicht solch ein Klappmechanismus meist aber nicht aus. Für den Einsatz in feuchten Umgebungen, gibt es Leisten, die gegen Feuchtigkeit geschützt sind.
Einige Steckerleisten enthalten einen Netzfilter oder Überspannungsschutz, zuweilen auch beides. Ersteren nennt man auch Endstörfilter. Er ist nicht mit dem Überspannungsschutz zu verwechseln. Ein Netzfilter schützt nicht vor Blitzeinschlag. Er soll Brummen verhindern und Störungen im Stromnetz eliminieren. Netzfilter gibt es auch als separate Geräte.
Netzfilter
Der Einsatz eines Netzfilters ist sehr sinnvoll, denn die meisten sicht- und hörbaren Störungen sind durch Stromstörungen verursacht und nicht durch Gerätefehler. Zu solchen Störungen zählen beispielsweise Knacken oder Bildfehler, die etwa dann auftreten wenn andere Geräte eingeschaltet werden oder Großverbraucher wie Waschmaschine oder Staubsauger in Betrieb sind. Aber auch weniger offensichtliche Probleme, wie leichter Griesel im Bild oder fehlende Dynamik im Klangbild, kann ein Netzfilter beseitigen.
Wer auf diese Eigenschaften besonderen Wert legt, sollte sicherstellen, dass jede Dose einer Steckerleiste einen eigenen Netzfilter hat und nicht nur ein Filter für die gesamte Leiste zum Einsatz kommt. Grund: Ein Filter verändert den Netzwiderstand und verhindert, dass von den Geräten verursachte Störströme ungehindert ins Stromnetz abfließen können. Solche können hinter dem Netzfilter verstärkt auftreten und die angeschlossenen Geräte stören. Folge: Alle Geräte sind zwar gegen große Schwankungen von außen geschützt, die Stromqualität hat sich für alle jedoch insgesamt verschlechtert. Manche Filter können aber auch Störungen aus der Leiste wieder herauslassen. Kontrollieren Sie deshalb unbedingt wie der verwendete Filter wirkt.
Störenfriede
Verursacher von solchen Störungen sind in erster Linie digital arbeitende Geräte wie CD- oder DVD-Player. Leidtragende sind besonders analoge Geräte wie Verstärker, AV-Receiver oder Tuner. Um Störungen zu reduzieren ist es jedoch nicht ratsam, diese Komponenten an verschiedene Leisten anzuschließen, denn dann würden alle über eine unterschiedlich Erdung verfügen, was zu Problemen führen kann, da sich zwischen den Geräten unterschiedliche Spannungen aufbauen können. Manche Leisten haben besondere Anschlüsse für Digitalgeräte mit Einzelfiltern, so dass die analogen keinen internen Störströmen ausgesetzt sind.
Aktive und passive Filter
Man unterscheidet zwischen aktiven und passiven Netzfiltern. Aktive Filter schalten auftretende Störungen einfach aus. Manche Versionen wirken wie ein Stromklärwerk. Sie bereiten das Stromsignal auf, indem sie den Strom in einen Zwischenpuffer laden, alle Störungen herausfiltern und ein Stromsignal mit einer optimalen Sinuskurve erzeugen und den Geräten zu Verfügung stellen. Ein Passivfilter lässt demgegenüber den Strom unverfälscht passieren. Er beobachtet nur und unterdrückt Störungen, in dem Moment, indem er sie aufspürt.
Überspannungsschutz
Ein Überspannungsschutz filtert keine Störungen aus dem Stromnetz. Er soll vor großen Spannungsspitzen schützen, wie sie etwa Blitze verursachen können. Diese würden nicht nur Bild und Ton stören, sondern können die Geräte komplett beschädigen. Besonders ärgerlich: Solche Schäden decken viele Hausratversicherungen nicht mit ab. Ein entsprechender Schutz ist also wichtig, besonders weil Blitzschäden nicht nur dann entstehen, wenn dieser ins eigene Haus einschlägt. Für Geräte schädigende Spannungsschwankungen genügt es, wenn der Einschlag im Umkreis von drei Kilometern stattfindet. Somit ist man auch mit einem eigenen Blitzableiter nicht aus dem Schneider. Allerdings schützt ein guter Filter in der Regel nicht bei direktem Blitzeinschlag, so dass ein Blitzableiter sehr wohl Schlimmeres verhindern kann.
Ein-/Aus-Schalter
Ein Ausschalter an der Steckdose alleine hilft ebenfalls nicht bei direktem, sondern nur bei indirektem Einschlag, wenn die Leiste ausgeschaltet ist. Grund: Der Abstand zwischen den Kontakten an der Leiste ist zu gering, um eine Überspringen extrem hoher Ströme zu verhindern. Abhilfe schafft nur, die Netzleiste aus der Wandsteckdose zu nehmen.
Wie verhindert denn der Überspannungsschutz das Beschädigen der Hardware? Ganz einfach: Registriert die Leiste eine Überspannung, leitet sie diese auf die Erdung um, so dass der Strom abfließt ohne Schaden anrichten zu können. Bis zu welcher Stromstärke dieser Mechanismus funktioniert, ist in den technischen Daten angegeben, in der Regel in Ampere (A). Meist verkraften die Leisten ein Vielfaches von 10.000 Ampere.
Versteckte Probleme
Tückisch: Spannungsschwankungen führen nicht unbedingt zum Totalausfall eines Gerätes. Zuweilen leiden nur einige Komponenten, so dass sich ein Gerät weiter betreiben lässt, jedoch Ton oder Bild schlechter sind als zuvor. Die Investition in eine entsprechende Steckdosenleiste ist also sehr sinnvoll.
Thermosicherung
Nicht unwichtig ist ein zusätzlicher Schutz, eine so genannte Thermosicherung. Sie verhindert, dass die Leiste zu warm wird und es dadurch zum Brand kommen kann. Ein Fühler misst kontinuierlich die Temperatur und schaltet die Stromversorgung bei Erreichen eines kritischen Punktes ab, in der Regel bei etwa 70 Grad.
Tipp: Auch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) schützt Ihre Geräte vor Spannungsschwankungen. Sie ermöglicht zudem den kurzzeitigen Betrieb der Geräte bei Stromausfall.
Zu den Unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USV)
Für längere Wege zur Steckdose sind Verlängerungskabel nötig. Als Kurzzeitlösung eignet sich beispielsweise eine Kabeltrommel. Sie bietet neben der Verlängerung in der Regel auch eine integrierte Mehrfachsteckdose. Dabei sollte man darauf achten, welche Leistung die Mehrfachstecker maximal abgeben können oder dürfen. In diesem Zusammenhang wichtig: Die volle angegebene Leistung sollte man nur bei abgewickeltem Kabel ausnutzen. Ist das Kabel aufgerollt, kann man nur einen Teil der Leistung nutzen. Grund: Der Stromfluss durch das Kabel erzeugt Wärme. In aufgerolltem Zustand kühlt das Kabel jedoch schlecht ab, die Wärme staut sich und es kommt zur Überhitzung, im Extremfall gar zu einem Kabelbrand. Um das zu verhindern, sollte die Trommel eine Sicherungsfunktion integriert haben, die den Stromfluss im Notfall unterbricht.
Kabeltrommeln gibt es in unterschiedlichen Längen, meist zwischen zehn und 50 Meter. Viel länger sollte der Weg zur Wandsteckdose auch nicht werden. Denn mit der Länge des Kabels steigt auch der Innenwiderstand und damit die Gefahr, dass die Sicherung die gezogene Last nicht mehr identifizieren kann und nutzlos wird. Das Gleiche gilt für lose Verlängerungskabel. Zur Gesamtlänge zählt auch die Zuleitung eines Gerätes, die schon mal recht lang sein kann, wie beispielsweise bei einem Staubsauger.
Um Geräte und auch Steckerleiste im Urlaub in fremden Ländern benutzen zu können, sind häufig Adapter nötig. Man nennt sie auch Reisestecker. Sie stellen den Kontakt zu mechanisch anders ausgelegten Steckdosen her, an die sich in Deutschland gebräuchliche Stecker nicht anschließen lassen. Um in möglichst vielen Ländern einsetzbar zu sein, besitzen diese Adapter oft zahlreiche, unterschiedliche Steckkontakte.
Für den Geräteanschluss steht aber in der Regel nur eine Dose zur Verfügung. Manchmal lassen sich aber auch zwei Geräte gleichzeitig andocken. Wer mehr Anschlüsse benötigt, schließt eine deutsche Steckerleiste an. Beachten Sie aber, dass die angedockten Geräte nicht mehr Strom benötigen als der Adapter bereitstellen kann.
Netzspannung beachten
Möchten Sie auch in Länder reisen, in denen nicht die in Deutschland übliche 230-Volt-Netzspannung herrscht, muss der Stecker einen Transformator enthalten, der die Spannung umwandelt. Beherrschen die Netzteile der Geräte, die Sie verwenden möchten, jedoch auch die fremde Spannung, ist der integrierte Transformator nicht unbedingt nötig. Achten Sie darauf, dass der Stecker für den Anschluss von Schuko-Steckern entsprechende Metallableiter hat, andernfalls fehlt die Erdung, was bei vielen Adaptern leider häufig der Fall ist.
Auch im Auto lassen sich Geräte betreiben, die keinen Akku besitzen oder diesen aufladen müssen. Den nötigen Strom können sie über den Zigarettenanzünder von der Autobatterie beziehen. Dafür sind zwei Dinge nötig: eine passende Steckdose und ein Gerät, das die im Auto übliche Gleichspannung in die für technische Geräte übliche Wechselspannung umwandelt. Beide Jobs übernimmt ein Wechselrichter.
12 und 24 Volt
Davon gibt es zwei unterschiedliche Versionen; eine für ein 12-Volt- und eine für ein 24-Volt-Bordnetz. Die 12-Volt-Variante verwendet man bei Pkws, die 24-Volt-Version bei LKWs, Bussen und häufig auch in Wohnmobilen. Für den Einsatz in Pkws erreichen die Wechselrichter häufig Ausgangsleistungen von 80 bis 150 Watt. Große Verbraucher, wie etwa Föhn oder Heizlüfter lassen daran nicht betreiben. Sie sind eher für Notebooks, Funkgeräte und andere Geringverbraucher geeignet.
Nur begrenzte Leistung möglich
Der Grund für die relativ niedrige Leistung der meisten Wechselrichter liegt darin, dass bei der Umwandlung einerseits sehr große Wärme entsteht und zum anderen die Pkw-Sicherung bei höherem Verbrauch die Stromzufuhr unterbrechen würde. Da eine solche Stromentnahme die Batterie in jedem Fall stark belastet, sollte man einen Wechselrichter guten Gewissens nur bei laufendem Motor betreiben und nicht wenn das Auto parkt. Andernfalls besteht die Gefahr, die Autobatterie zu entladen.
Kraftpakete
Es gibt auch Wechselrichter, die mehrere tausend Watt bereitstellen. Diese saugen so kräftig an einer Autobatterie, dass man sie ausschließlich während der Fahrt nutzen oder eine zweite Autobatterie für die Stromversorgung nutzen sollte. Um die zwangsläufig entstehende Wärme im Zaum zu halten, arbeiten diese mit einem oder mehreren Lüftern. Auch wenn man nur Geringverbraucher nutzen möchte, kann der Einsatz eines solchen Kraftpakets Sinn machen. Nämlich immer dann, wenn man Geräte nutzen möchte, die einen sehr hohen Einschaltstrom benötigen. Dazu zählen etwa Fernseher, die beim Einschalten kurzzeitig bis zur zehnfachen Leistung benötigen.
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