Bestellung & Service

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Kaufberatung Stative


  1. Für festen Stand
  2. Warum ein Stativ?
  3. Stativtypen
  4. Was ist wichtig?
  5. Die Materialfrage
  6. Tragfähigkeit
  7. Mit oder ohne Kopf
  8. Der Stativkopf
  9. Praktische Ausstattungsdetails
  10. Tipps

Zu den StativenEs ist verhasst und gleichzeitig am meisten unterschätzt: das Stativ. Vielen ist es lästig ein Gestell mit sich herumzuschleppen, das zudem spontanen Schnappschüssen im Weg steht. Sein umständlicher Aufbau ist nicht gerade beliebt.

Auf der anderen Seite gibt es kaum einen anderen Teil der Fotoausrüstung, der so viele Vorteile in sich vereint wie das Stativ. So ist es mit ihm problemlos möglich, bei Dunkelheit und schummrigem Licht Bilder zu machen, die nicht verwackeln. Auf den Blitz kann man dabei sogar verzichten. Auch bei langen Brennweiten, also Teleaufnahmen, schießt man verwacklungsfreie Fotos.

Sinnvoll auch bei Sonnenschein

Doch auch bei strahlendem Sonnenschein macht der Einsatz eines Stativs Sinn. Auf festen Beinen stehend machen Fotokameras nämlich knackscharfe Bilder, wie man sie aus der Hand kaum hinbekommt. Selbst Bildstabilisatoren können ein Stativ nicht ersetzen. Unerlässlich ist es zudem für Panoramafotografie und HDR-Aufnahmen.

Worauf kommt es bei einem Stativ an? Es gibt zahlreiche unterschiedliche Variationen mit Preisen von nur wenigen Euros bis zu mehreren hundert. Ist es egal, zu welchem man greift? Nein! Lesen Sie in den folgenden Kapiteln, worauf Sie beim Kauf eines Stativs achten sollten. (pr)

Zu den StativenWieso soll man die Kamera denn überhaupt auf ein Stativ schrauben? Es gibt doch Bildstabilisatoren, Blitze und lichtstarke Objektive, die auch verwacklungsfreie Schnappschüsse am Abend ermöglichen.

Gerade in kritischen Situationen sind Bilder aus der Hand geschossen immer ein Kompromiss. Die Kameraautomatik oder der Fotograf müssen Rücksicht auf die Beleuchtung nehmen und die Bildparameter so einstellen, dass nichts verwackelt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass man ein optimales Bild bekommt. Wieso das?

Sklave der Dunkelheit

Damit bei Dunkelheit nichts wackelt, ist es zunächst nötig die Empfindlichkeit, also den ISO-Wert, anzuheben. Das hat allerdings zur Folge, dass Bild- und Farbrauschen zunehmen. Das Bild wird körniger und wirkt leicht unscharf. Gleichzeitig ist die Wahl einer großen Blende (kleiner Wert) nötig, damit möglichst viel Licht in kurzer Zeit auf den Sensor gelangt. Problem hier: Fast alle Objektive bilden bei Offenblende leicht unscharf ab. Die Bilder wirken zudem verschleiert und die Farben wenig brillant. Obendrein neigen sie zu Randabschattungen (Vignettierung). Auch die Tiefenschärfe geht bei offener Blende verloren.

Zur Höchstform laufen die Objektive erst bei kleineren Blenden (höheren Werten) auf, meist zwischen 5,6 und 11. Als Faustregel gilt: um zwei Schritte abblenden. Dadurch erhalten die Fotos mehr Leuchtkraft und wirken insgesamt brillanter. Das ist aber ohne Stativ kaum möglich. Denn je weiter die Blende geschlossen ist, desto länger ist die Belichtungszeit.

Freiheit für den Fotografen

Setzt man ein Stativ ein, bekommt man die Hoheit über die Einstellungen zurück. Damit ist die Wahl eines geringen ISO-Wertes möglich, um Rauschen zu unterdrücken. Bei der Wahl der Blende kann man auf die Abbildungsleistung des Objektivs Rücksicht nehmen und auch über die Tiefenschärfe bestimmen. Zudem ist die Belichtungszeit frei wählbar. Ganz nebenbei erledigt sich auch das Problem schiefer Horizonte, da sich die Kamera mithilfe integrierter Wasserwagen leicht in waagerechte Position bringen lässt.

Sämtliche Vorteile gelten allerdings nur, wenn man ruhige Motive abfotografiert oder bewusst mit der Bewegung spielen möchte. Bewegte Motive schränken die Freiheit bereits wieder ein. Um diese einzufrieren sind kurze Belichtungszeiten Pflicht.

Knackscharfe Fotos

Interessanterweise hilft ein Stativ aber nicht nur bei schwierigen Lichtverhältnissen und langen Brennweiten. Es kann auch bei hellem Tageslicht ein Objektiv zum Aufblühen bringen. Manch einer reibt sich verblüfft die Augen, wenn er zum ersten Mal ein richtig scharfes Bild seines nur mittelmäßig geglaubten Objektivs sieht. Denn die absolute Ruhe der Kamera bei der Aufnahme verhindert selbst kleinste Unschärfen.

Dass aus der Hand geschossene Fotos nie wirklich ganz scharf sind, merkt man schnell, wenn man einen Ausschnitt vergrößert. Im Vergleich zum Stativbild verschwinden kleinste Details dabei deutlich schneller. So ruhig wie ein Stativ kann keiner seine Kamera halten. Auch ein Bildstabilisator ist nicht genauso effektiv.

Bessere Bildkomposition

Diesen ganzen Vorteilen stehen allerdings immer noch gewichtige Nachteile entgegen. Etwa das nervige Schleppen oder die lange Zeit des Aufbaus. Letzteres hat jedoch auch etwas Positives. Denn bevor man sich die Mühe macht das Stativ aufzustellen, denkt man sehr genau über das Motiv nach. Dadurch erhöht sich letztendlich die Qualität der Bildkomposition und als Ergebnis bekommt man bessere Bilder.

Zu den StativenStativ ja, aber welches? Die Auswahl an passenden Stützen ist sehr groß. Zunächst gilt die Frage dem Typ. Soll es klein sein oder groß? Muss es ein, drei, vier oder gar keine Beine haben? Hier sollte ausschließlich der Einsatzzweck den Ausschlag geben, nicht der Preis. Denn günstige Versionen gibt es von allen Typen.

Tischstative

Sie sind klein und transportabel. Besonders winzige Versionen finden sogar in einer Hemdtasche Platz und lassen sich spontan und schnell einsetzen. Sie benötigen einen Tisch oder eine andere feste Unterlage, wie zum Beispiel eine Mauer. Viele Vertreter dieser Gattung sind nur für sehr leichte Kameras geeignet und taugen nicht für schwere Spiegelreflexmodelle oder Videokameras. Doch findet man auch Modelle, die mehr Gewicht tragen können. Spezialversionen lassen sich auch an Gegenständen wie Laternenpfählen, Baumstämmen oder Autotüren befestigen. Entweder spannt man sie mit einem Riemen fest oder biegbare Beine mit Gummiüberzug halten die Stütze in Stellung.

Klemm- und Saugstative

Ein Klemmstativ findet Halt an Tischplatten, Regalbrettern, Türen oder ähnlichem. Auch wenn sich daran eine Kamera befestigen ließe, setzt man sie meist zur Fixierung externer Blitze ein. Mit einem Saugstativ finden Kameras festen Halt an Glasscheiben sowie ebenen Metall- und Kunststoffflächen.

Schulter- und Schwebestative

Mobilen Einsatz ermöglichen Schulter und Schwebestative. Erstere stützen Foto- oder Videokamera an der Schulter ab. Manche hängen auch um den Hals und finden in der Brust eine weitere Stütze. Tipp: Beim Fotografieren den Atem anhalten. Schwebestative eignen sich demgegenüber nur für Videokameras. Man trägt sie mit nur einer Hand. Das Stativ beruhigt die Kamerabewegungen durch einen halbrunden Rahmen, an dessen Ende sich ein kleines Gegengewicht befindet. Schwebestative eignen sich aber nur für Weitwinkelaufnahmen. Bei größeren Brennweiten und im Telebereich treten auch damit kräftige Wackler auf. Probleme kann auch starker Wind machen. Der Einsatz eines Schwebestativs erfordert eine gewisse Übung.

Einbeinstativ

Wie der Name sagt, bestehen diese Stative aus nur einem Bein. Sie lassen sich je nach Version so weit ausfahren, dass der Fotograf sich kaum bücken muss. Einbeinstative sind nicht so stabil wie ein klassisches Dreibein, erlauben aber längere Belichtungszeiten und kleinere Blenden. Sie sind transportabel, benötigen wenig Platz und sind schnell einsatzbereit. Es gibt Sonderformen, die einen dreiteiligen Fuß besitzen und damit alleine stehen können. Dadurch werden sie etwas stabiler, stehen aber nicht so fest wie ein Dreibein. Einbeinstative sind ideal für Sport- und Tierfotografie, wo man aufgrund langer Brennweiten einen stabilen Stand braucht, gleichzeitig aber schnell den Standort wechseln können muss.

Dreibeinstativ

Der Klassiker unter den Stativen, auch Tripod genannt. Dank dreier Beine steht das Gestell absolut stabil, auch auf unebenem Untergrund. An ihnen führt kein Weg vorbei, wenn man höchste Bildqualität erzielen möchte. Hier ist die Auswahl am größten. Man trifft auf günstige Universalstative für Foto und Video, wie auch auf sündhaft teure Spezialisten. Mehr Einzelheiten zu Dreibeinstativen finden Sie in den folgenden Kapiteln.

Flaschen- und Ballstative

Auf dem Markt tummeln sich noch weitere Sonderformen. Zu ihnen zählt beispielsweise das Flaschenobjektiv, das eine Flasche als Standbein verwendet. Eine mögliche Alternative zum Tischobjektiv, allerdings nur für sehr leichte Kameras zu empfehlen. Auch ein Ballstativ, dessen Runde Kugel auf drei zusammengestellten Ski- oder Walkingstöcken Halt findet, lässt sich nur guten Gewissens für den gelegentlichen Einsatz empfehlen. Denn diese Lösung ist nur begrenzt stabil. Zudem ist die Sturzgefahr für die Kamera sehr hoch.

Bohnenbeutel

Bohnenbeutel sind mit Bohnen gefüllte Säcke. Sie dienen entweder als stabile Unterlage oder beruhigen Kamera und Objektiv zusätzlich, wenn man sie auf das Objektiv legt. Das ist besonders sinnvoll bei Einsatz eines langen Teleobjektivs, um ein Mitschwingen durch Wind oder Spiegelauslösung zu unterdrücken.

Vierbeinstative

Neuerdings findet man auch Vierbeinstative. Sie versprechen sehr stabilen Halt auf ebenen Untergründen und können mehr Gewicht tragen. Um bei unebener Unterlage nicht zu wackeln, lässt sich ein Bein entfernen, so dass die Stative zu klassischen Dreibeinern werden. Eine interessante Alternative.

Zu den StativenDie Wahl eines Stativs ist stets mit Kompromissen behaftet. Einerseits soll es klein zu verpacken sein und geringes Gewicht haben. Auf der anderen Seite soll es dennoch stabil stehen, schwingungsarm sein und eine ausreichende Arbeitshöhe bieten. Geht man vom Bild aus, ist absolute Ruhe das wichtigste Kriterium. Somit stehen stabiler Stand und Schwingungsarmut an oberster Stelle. Erst danach dürfen Packmaß, Gewicht und Arbeitshöhe eine Rolle spielen. Wie stark man diese drei Faktoren berücksichtigt, hängt vor allem davon ab, wo man das Stativ einsetzen möchte.

Legt man zum Motiv nur kurze Strecken zurück, spielen Gewicht und Packmaß keine allzu große Rolle. Soll das Stativ allerdings mit auf einen Tagesausflug zu Fuß, sieht die Sache anders aus. Dann sollte es in einen Rucksack passen und nicht zu schwer sein, dennoch aber einen möglichst stabilen und ruhigen Stand gewährleisten.

Unerwünschte Schwingungen

In jedem Fall darf ein Stativ nicht mitschwingen, wenn starker Wind bläst. Noch mehr Gefahr droht dem Foto durch das Drücken des Auslösers und das Hochklappen des Spiegels, bei einer Spiegelreflexkamera. Beides stört die Ruhe. Nur ein schwingungsarmes Stativ wird mit diesen Herausforderungen fertig. Bei anderen gibt es eine leichte Unschärfe im Bild, die auf den ersten Blick oder bei einer Ausschnittsvergrößerung sichtbar ist.

Einfluss auf die Stabilität und das Mitschwingen haben verschiedene Faktoren. So stehen schwere Stative viel stabiler als leichte. Zu viel schleppen möchte aber niemand und ein Stativ, das zu Hause bleibt, weil es zu schwer ist, hat keinen Wert. Auch das verwendete Material entscheidet über die Stabilität (siehe nächstes Kapitel), wie auch die Anzahl der Beinteile. Aus je mehr Gliedern ein Bein besteht, desto instabiler ist die Konstruktion. Somit sind drei Beinteile besser als vier, wenn man auf Stabilität Wert legt. Genau anders herum verhält sich aber, wenn man auf maximale Mobilität achtet.

Maximalhöhe

Die Anzahl der Beinteile hat auch Einfluss auf die Gesamthöhe des Stativs. Dreigliedrigere Versionen erreichen oft nur geringere Höhen oder besitzen ein höheres Packmaß. Dafür sind sie meist leichter, da sie weniger Schrauben und Klemmen benötigen.

Bei der Frage nach der Maximalhöhe gibt es noch weiteres zu bedenken: Hohe Stative stehen stabiler. Einerseits, weil lange Beine ein höheres Gewicht bedeuten, andererseits weil lange Beine Schwingungen besser kompensieren können. Als Berechnungsgrundlage für die Höhe, sollte man stets die Mittelsäule unberücksichtigt lassen. Denn sie ist der kritischste Teil der Stütze. Je weiter man sie herauszieht, desto instabiler wird die Konstruktion.

Zu den StativenNicht unwichtig ist die Frage nach dem Material, aus dem ein Stativ gefertigt ist. Denn dieses hat maßgeblichen Einfluss auf Gewicht und Schwingungsverhalten. Günstig und leicht ist Kunststoff. Es ist jedoch instabil und empfindlich, daher kann man davon nur abraten.

Aluminium

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet Aluminium. Das Metall ist relativ leicht und stabil. Man findet es bei Einsteigerstativen bis hin zu semiprofessionellen Modellen. Nachteil ist allerdings, dass Aluminium Schwingungen recht gut leitet und relativ weich ist. Bei rauer Behandlung kann es Beulen geben. Problematisch kann es bei niedrigen Temperaturen werden. Das Metall wird sehr kalt und es besteht die Gefahr festzufrieren. Dieses Problem lösen viele Hersteller jedoch, indem sie die oberen Beinteile mit Schaumstoff oder Gummi ummanteln.

Carbon

Deutliche Vorteile hat die Kohlefaser. Das Material ist leichter als Aluminium und kann zudem höheres Gewicht tragen. Daneben dämpft es ausgezeichnet unerwünschte Schwingungen. Bei Minusgraden fühlt es sich nicht genauso kalt an wie Metall. Carbon besitzt jedoch eine empfindliche Oberfläche, die schnell verkratzt. Zudem ist es relativ teuer.

Basalt

Einen Kompromiss zwischen Aluminium und Carbon kann man mit Basalt eingehen. Die aus Stein gefertigte Basaltfaser ist robuster als die Konkurrenten und ebenfalls leichter als Aluminium. Besser sind auch die Dämmeigenschaften, erreichen jedoch nicht ganz die guten Werte der Kohlefaser. Auch bei Kälte liegt es angenehmer in der Hand. Preislich rangiert es zwischen Aluminium und Carbon.

Holz

Altmodisch aber praktisch. Holz besitzt hervorragende Dämmeigenschaften und kann hohes Gewicht tragen. Zudem wird es bei Frost nicht unangenehm kalt. Nachteilig ist aber das vergleichbar hohe Gewicht sowie die Bruch- und Splittergefahr. Holzstative werden in der Regel aus Esche oder Eiche gefertigt.

Füße

Ebenfalls wichtig: das Material der Füße. Bei einfachen Einstiegslösungen trifft man häufig auf Kunststoff. Dessen Dämpfungseigenschaften sind nur minimal, lassen sich aber vernachlässigen. Problematisch kann es jedoch auf glatten Böden (Fliesen, Marmor, Parkett, etc.) werden. Dort besteht Rutschgefahr. Besser sind Gummifüße. Die rutschen nicht weg und dämpfen zudem besser. Auf erdigem Boden, sowie Eis und Schnee haben Spikes eindeutige Vorteile. Praktisch sind kombinierte Füße, bei denen sich ein Gummischutz über die Spikes schrauben lässt.

Zu den StativenEinfluss auf die Stabilität hat vor allem auch die Tragkraft. Einfache Stative sind schon bei einer Spiegelreflexkamera überfordert. Entweder ist es sehr kippanfällig, die Beine biegen durch oder das Gewicht des Objektivs zieht den Kopf nach unten. Als Richtwert gilt: Die Tragkraft sollte mindestens das Zweieinhalbfache des Kameragewichts samt Objektiv betragen. Mehr ist besser, besonders wenn sich am Stativ ein Haken anbringen lässt, um dieses mit Zusatzgewichten weiter stabilisieren zu können. Denn das angehängte Gewicht muss man zur Tragfähigkeit hinzurechnen. Solch eine Lösung ist sehr praktisch, da sie die Standfestigkeit deutlich erhöht.

Zu den StativenNicht jedes Stativ wird mit einem Kopf ausgeliefert. Besonders bei anspruchsvollen Versionen muss man diesen getrennt erwerben. Das erweitert die Auswahl, erhöht aber auch den Preis. Mit welcher Version fährt man am besten? Das hängt von den persönlichen Ambitionen und vom Einsatzzweck ab.

Komplettstative

Bei Stativen, die mit einem Kopf ausgestattet sind, muss man unterscheiden zwischen günstigen Universalstativen für den Foto- und Videoeinsatz und solchen, die nur für ein Einsatzgebiet taugen. Einfache Universalstative sind in der Regel eine Kompromisslösung. Sie bieten schweren Fotokameras keinen stabilen Stand. Die Kippgefahr mit einer Spiegelreflexkamera ist hoch, besonders dann, wenn man die Kamera für ein Hochformat um 90 Grad zur Seite kippen muss. Häufig ist es nicht möglich, einen schiefen Horizont grade zu rücken. Dem gelungenen Videodreh stehen meist einfache Köpfe mit hakeligem Gelenk im Wege. Sie machen flüssige Schwenks nahezu unmöglich.

Hochwertigere Einzellösungen sind demgegenüber eine praktische Komplettlösung für alle, die nur gelegentlich zum Stativ greifen. Sie sind günstiger als Einzelkomponenten, abgestimmt auf den Einsatzzweck und ersparen dem Anwender die Suche nach einem passenden Kopf. Stellt man jedoch später fest, dass ein anderer Kopf besser wäre, lässt sich dieser meist nicht austauschen, so dass man zu einem neuen Stativ greifen muss.

Kopflos

Der Vorteil der kopflosen Stative ist die freie Wahlmöglichkeit für den Kopf. Man kann zwischen unterschiedlichen Modellen wählen und auch verschiedene Einsatzgebiete kombinieren. Ein und dasselbe hochwertige Stativ ist für Foto- wie für Videokameras nutzbar. Man muss lediglich den Kopf tauschen. Köpfe und Stative lassen sich beliebig kombinieren. Um Geld zu sparen, kann man zunächst auf ein einfaches Modell mit geringer Tragfähigkeit greifen und dieses später gegen ein aufwendigeres austauschen. Übrigens, wer auf hochwertige Stativmaterialien Wert lägt, bekommt fast immer eines ohne Kopf.

Zu den StativenDie Wahl des Stativkopfes hängt vom Einsatzzweck und der persönlichen Vorliebe ab. Abgesehen von Spezialversionen unterscheidet man zwei unterschiedliche Typen: den Kugelgelenkkopf und den Neigekopf.

Kugelgelenkköpfe

Der Kugelgelenkkopf ist besonders bei Fotografen beliebt. Er lässt sich mit nur einem Handgriff lösen und in alle Richtungen schwenken. Er ist sehr kompakt und es gibt nur wenig abstehende Schrauben oder Klemmen. Schieflagen lassen sich mit einem Kugelgelenkkopf sehr leicht ausgleichen. Vorteilhaft ist, wenn man den Widerstand (Friktion) bei der Kugelbewegung justieren kann. Eine trägere Kugel eignet sich besser für große und schwere Kameras, da sie weniger leicht die Einstellung verstellt und einen Absturz der Kamera verhindert

Ebenfalls praktisch: ein Schnellverschluss. Dieser nimmt nach dem Lösen einer Klemme mit einem Handgriff die Kamera auf, an die man zuvor die dazugehöre Schnellwechselplatte montiert hat. Langwieriges Fummeln und Schrauben zum Aufsetzen der Kamera entfällt damit.

Neigeköpfe

Anders als Kugelgelenkköpfe lassen Neigeköpfe nur Bewegungen in zwei Richtungen zu: horizontal und vertikal. Kann man den Kopf auch verschwenken, spricht man von einem Dreiwegeneigekopf. Neigeköpfe lassen sich präziser justieren. Man benötigt dafür jedoch mehr Zeit. Es ist immer nur eine Richtung veränderbar. Hat man etwa die Vertikale eingestellt, kann man sich um die Horizontale kümmern, ohne fürchten zu müssen, die Vertikale dabei zu verändern. Ein Neigekopf bietet zudem die Möglichkeit, die Fotokamera auch mit einem Objekt mitziehen zu können. Sie sind deshalb für Videofilmer die bessere Wahl. Achten Sie darauf, dass der Kopf auf Flüssigkeit gelagert ist. Man spricht auch von Fluid-Köpfen. Denn diese garantieren absolut ruckelfreie Bewegungen.

Harmonie entscheidend

Für beide Typen gilt: Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass Kopf und Kamera harmonieren. Die maximale Tragkraft spielt auch hier eine entscheidende Rolle. Wichtig ist auch das Material, aus dem der Kopf gefertigt ist. Kunststoff ist maximal für Einstiegsmodelle akzeptabel. Besser geeignet, weil haltbarer und präziser bei der Arbeit, sind Metalle wie Aluminium, Magnesium, Titan oder auch Stahl.

Für optimale Ergebnisse setzen Sie den Kopf immer entsprechend der Anwendung ein. Also einen Fotokopf für Standbilder und einen Videokopf für Bewegtbilder. Bei Einsatz eines Videokopfes für Fotoaparate besteht die Gefahr, dass sich der Bildausschnitt während des Einstellens verändert, da sich der Kopf leicht zur Seite drehen kann. Ein Fotokopf garantiert demgegenüber für Videoaufzeichnungen keine flüssigen Schwenks.

Panoramafotografie

Neben den genannten, gibt es auch spezielle Köpfe für Panoramafotografie. Sind Sie an solch einem interessiert, achten Sie darauf, dass dieser einen so genannten Nodalpunktadapter besitzt. Er sollte zum Liferumfang gehören oder zumindest als Zubehör erhältlich sein. Ein Nodalpunktadapter verhindert Fehler an der Parallelachse beim Zusammenfügen der Einzelbilder.

Befestigungsschrauben

Kaum Gedanken muss man sich um die Schrauben machen, mit denen die Kamera am Stativ oder einer Schnellwechselplatte befestigt wird. Diese sind genormt und passen an alle Kameras. Ausnahme: Bei Profistativen für Mittel- und Großformatkameras trifft man auf Schrauben mit einem größeren Durchmesser. Bei guten Stativköpfen sind die jeweiligen Schrauben jedoch austauschbar, so dass man nicht in der Sackgasse landet. Spätestens ein zweiter Schnellverschluss mit anderem Schraubendurchmesser stellt die Kompatibilität her.

Zu den StativenNicht zwingend erforderlich aber praktisch ist, wenn sich die Stativbeine sehr weit auseinanderspreizen lassen, so dass es fast einen Spagat macht. Auf diese Weise kommt man mit der Kamera dem Boden so nahe, dass sich auch Makroaufnahmen schießen lassen. Spreizen Sie aber die Beine nur so weit, wenn es nötig ist. Denn den besten Stand haben Stative, wenn die Beine zwischen 30 und 40 Grad von der Mittelsäule abgewinkelt sind. Lassen sie sich einzeln in unterschiedlichen Winkeln positionieren, stellt das einen sicheren Stand auch bei sehr unebenem Boden sicher. So ist es beispielsweise möglich, das Stativ auf einem schmalen Bergpfad mit einem Bein gegen den Hang zu lehnen.

Der Makrofotografie kommt auch eine neigfähige oder von unten einsetzbare Mittelsäule zu Gute. Mit ihrer Hilfe erreicht das Objektiv fast den Boden. Die Säule sollte sich idealerweise per Schraub- oder Klemmverschluss feststellen lassen. Das ermöglicht schnelles Ein- und Ausfahren. Bei vielen Modellen muss man dafür kurbeln, was deutlich umständlicher ist und auch länger dauert.

Transporttasche

Passt das Stativ nicht in den Rucksack oder möchten Sie es lieber getrennt transportieren, ist es ein Vorteil, wenn der Hersteller eine Schultertasche beilegt. Darin ist es gegen Verschrammen geschützt und lässt sich einfacher transportieren. Zur besseren Stabilisierung trägt der bereits angesprochene Haken bei, der sich bei manchen Stativen an der Mittelsäule befestigen lässt. Ist das möglich, sollte auch ein kleiner Steinsack zum Lieferumfang gehören, um das Stativ mit einem Stein beschweren zu können. Dessen begrenzte Größe verhindert, dass man zu viel Gewicht an den Haken hängt.

Die Verschlüsse an den Beingliedern sind ebenfalls einen prüfenden Blick wert. Sie dürfen nicht zu groß sein, damit man nicht ungewollt irgendwo hängen bleibt, aber auch nicht zu klein. Im Winter sollte man die Klemmen auch mit Handschuhen lösen und spannen können.

Zu den StativenArbeiten Foto- oder Videokamera mit einem Bildstabilisator, kann es bei der Nutzung eines Stativs zu Problemen kommen. Denn die Stabilisatoren erwarten eine Bewegung und reagieren beim Ausbleiben mitunter mit Verwackeln. Schalten Sie den Stabilisator aus, wenn Sie entsprechende Probleme bemerken.

Vibrationen vermeiden

Stellen Sie fest, dass Ihre Kamera beim Auslösen vibriert, verwenden Sie einen Fernauslöser. Am besten eignet sich ein Infrarotauslöser, da damit kein physischer Kontakt zur Kamera besteht. Alternativ können Sie auch den Selbstauslöser verwenden. Löst der Spiegel Ihrer Spiegelreflexkamera Vibrationen aus, sollten Sie die Spiegelvorauslösung verwenden. In diesem Fall klappt die Kamera nach dem Scharfstellen den Spiegel hoch und wartet einige Sekunden oder verlangt einen zweiten Klick bis sie auslöst.

Besser stützen

Benötigen Sie nicht die gesamte Arbeitshöhe, müssen aber ein oder zwei Beinsegmente herausschreiben, beginnen Sie mit den dickeren. Denn diese sind stabiler als die dünneren Segmente. Sie erhöhen die Stützwirkung bei normalen aber besonders bei größeren Objektiven, wenn ein Bein in Motivrichtung zeigt, sich also direkt unter dem Objektiv befindet. Manchmal wackelt auch der Batteriegriff, weil er nicht bombenfest mit der Kamera verbunden ist oder die Verbindung zwischen Griff und Stativ nicht optimal ist. Daher am besten die Kamera ohne den Extratank aufschrauben.

Objektiv montieren

Große Teleobjektive machen das Stativ topplastig und erhöhen die Schwingneigung. In solch einem Fall ist es besser, das Objektiv und nicht die Kamera am Stativ festzuschrauben. Viele Teleobjektive haben dafür ein eigenes Gewinde, falls nicht kann man spezielle Halterungen erwerben. Alternativ lässt sich auch eine Schiene am Kopf montieren, auf der sich die Kamera frei bewegen und arretieren lässt und so der Schwerpunkt verlagern.

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