- Musik ohne Lautsprecher
- Unterschiedliche Ausführungen
- Raumklang im Kopfhörer
- Offene Kopfhörer
- Geschlossene Kopfhörer
- Halboffene Kopfhörer
- Tragekomfort
- Mit oder ohne Kabel
- Lärmunterdrückung
- Unterschiedliche Tonerzeugung
- Technische Werte
- Tipps
- Bücher
Musik ohne Lautsprecher

Nicht immer kann oder will man Musik über Lautsprecher hören. Unterwegs ist es meist praktischer, einen Kopfhörer zu benutzen. Doch auch zuhause gibt es genügend Gründe, zu einem Kopfhörer zu greifen. Zum Beispiel, wenn man Mitbewohner nicht stören, spät abends noch laut Musik hören oder Kinosound am Fernseher genießen will.
Studiotechniker, Diskjockeys und Musiker sind wiederum oft auf Kopfhörer angewiesen und können gar nicht auf Lautsprecher ausweichen. Sie haben zudem ganz andere Ansprüche an die Geräte als Privatanwender.
Riesiges Angebot Kopfhörer gibt es für jedes Anwendungsgebiet. Jedoch ist bei der Größe des Angebots nicht immer sofort erkennbar, wofür sich welches Modell am besten eignet. Denn nicht nur Preis und Größe unterscheiden die Kopfhörer. So finden unterschiedliche Techniken Verwendung, die je nach Einsatzgebiet typische Vor- und Nachteile haben.
Da ist es nicht leicht, Übersicht zu bekommen. Auch der Preis hilft nicht immer als Entscheidungshilfe. Zwar reicht die Spanne von etwa zwei Euro bis weit über tausend Euro, doch gibt es in jedem Preissegment eine Vielzahl von Modellen.
Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, erklären wir in den folgenden Kapiteln die Unterschiede der jeweiligen Technik und sagen, für welche Anwendung sich welches System am besten eignet. (pr)
Unterschiedliche Ausführungen

Die erste Hilfe beim Aussieben der Modelle gibt der Einsatzzweck. So sind kleine Stöpsel eher für unterwegs, für die Bahn, zum Spaziergang oder zum Joggen geeignet. Sie sind klein und leicht zu verstauen. Für entspannten HiFi-Genuss im Sessel sind sie weniger zu gebrauchen. Dazu ist der Tragekomfort zu gering und der Klang im Vergleich zu einem ausgewachsenen Modell nicht gut genug.
Stöpsel im Ohr Für die kleinen Stöpsel verwendet man häufig den Begriff „In-ear“, also „im Ohr“. Allerdings steckt man zwei unterschiedliche Varianten in diese Schublade, beziehungsweise in die Ohren. Zum einen die weit verbreiteten kleinen runden Hörer, die in der Ohrmuschel liegen. Zum anderen solche, die tiefer im Ohr stecken, nämlich in den Gehörgang eingeführt werden.
Letztere sind besonders gewöhnungsbedürftig, da sie sich dadurch fixieren, dass Sie den Gehörgang ein wenig weiten. Dafür verrutschen sie nicht oder fallen auch nicht bei ruckartigen Bewegungen heraus. Sie sind somit gut fürs Joggen oder fürs Fitnessstudio geeignet.
Alternative mit Bügel Eine Alternative zu den Stöpseln sind einfache Kopfhörer mit einem Bügel, der sich zusammenfalten lässt. Sie nehmen ebenfalls recht wenig Platz weg und werden meist bei Nichtbenutzung in einer Box, ähnlich einem Brillenetui, aufbewahrt. Die Hörmuscheln liegen nur auf den Ohren auf und dringen nicht in den Gehörgang ein. Einen Mix aus beiden bieten Bügelkopfhörer mit Ohrstöpseln. Sie fixieren den Kopfhörer stabil am Kopf und geben extra starken Halt.
Fürs Wohnzimmer eignen sich jedoch eher solche Modelle mit größeren Ohrkapseln, die locker aufliegen oder das Ohr komplett umschließen. Sie verfügen über eine größere Membran und können dadurch einen besseren Klang entwickeln. Zudem ist der Tragekomfort deutlich höher, so dass man sie auch mehrere Stunden tragen kann.
Studio-Kopfhörer Man unterscheidet zwischen HiFi- und Studio-Kopfhörern. Dabei bedeutet „Studio“ nicht automatisch bester, sondern vielmehr unveränderter Klang. Ein HiFi-Kopfhörer soll die Musik gut, angenehm und warm klingen lassen, möglichst auch dann, wenn die Qualität der Musik nicht sehr gut ist.
Studiokopfhörer sollen das gerade nicht. Sie sollen die Musik exakt so darstellen, wie sie ist, damit sie auf diese Weise Fehler und schlechtes Abmixen schonungslos aufdecken können. Diese Kopfhörer sind wirklich für den Einsatz in einem Tonstudio optimiert. So macht denn auch für diese Geräte eine Equalizer-Funktion zum Verändern des Tons keinen Sinn, was für die HiFi-Versionen jedoch ein lohnendes Plus sein kann.
Raumklang im Kopfhörer

Mehrwert fürs Wohnzimmer bieten Kopfhörer, die Raumklang erzeugen, beziehungsweise wiedergeben können. Mit ihnen holt man sich den Kinosound direkt in den Kopf. Jedoch meist auch nur das. Wer ebenfalls Musik in Top-Qualität hören möchte, ist mit Raumklangmodellen häufig nicht so gut bedient. Hier muss man entweder mit Kompromissen leben oder gleich zwei Kopfhörer anschaffen.
Bei Raumklangmodellen kommen unterschiedliche Klangtechniken zum Einsatz. Meist setzt man auf Dolby Digital, zuweilen auch noch auf das ältere Dolby Pro Logic II, das jedoch nicht digital arbeitet. Je mehr unterschiedliche Surroundsysteme der Kopfhörer beherrscht, desto besser sind die Anschlussmöglichkeiten. Mehr Informationen zu Raumklangtechniken finden Sie in der
Kaufberatung AV-Receiver.
Dolby Headphone Häufig kommt auch Dolby Headphone zum Einsatz. Diese Technik ist speziell für den Einsatz in Kopfhörern entwickelt und soll eine ideale räumliche Abbildung im Kopf schaffen. Dolby Headphone kann unterschiedliche Szenarien simulieren. Das Spektrum reicht von kleinen Zimmern bis zu riesigen Kinosälen.
Besonderer Vorteil von Dolby Headphone: Jeder Kopfhörer kann diesen Raumklang wiedergeben. Voraussetzung ist jedoch, dass die Quelle (Fernseher, Verstärker, AV-Receiver) das Signal entsprechend aufbereiten kann.
Offene Kopfhörer

Neben dem Einsatzzweck spielt auch die Gattung eine große Rolle. Man unterscheidet hier zwischen offenen und geschlossenen Kopfhörern. Einen Kompromiss aus beiden sollen halboffene Geräte bieten.
Offene Systeme charakterisieren sich dadurch, dass die Ohren nicht komplett abgeschirmt sind. Die Kopfhörer sind nach außen offen, so dass noch Geräusche hindurchdringen können; und zwar in beide Richtungen. So können Personen in der unmittelbaren Umgebung ebenfalls hören, was der Kopfhörer wiedergibt. Der Träger selbst kann genauso noch Geräusche wahrnehmen, was gut (klingelndes Telefon) oder auch störend sein kann.
Durch die offene Bauweise wird nicht so viel Material benötigt, wodurch diese Kopfhörer in der Regel leichter als geschlossene Versionen sind. Dadurch sind sie auch nach mehreren Stunden noch angenehm zu tragen. Die offene Bauweise entspricht dabei eher dem natürlichen Hören, hat jedoch durch die eng am Ohr anliegenden Schallmembranen den Nachteil, dass sich die Schallwellen nicht optimal ausbreiten können.
Geschlossene Kopfhörer

Mehr Platz zum Ausbreiten haben die Schallwellen demgegenüber bei geschlossenen Kopfhörern, da hier die Ohrkapseln größer sind. Dafür schirmen sie den Hörer fast komplett von der Außenwelt ab. Es dringen kaum noch Geräusche hinein und auch nicht hinaus. Damit ist dieser Typ ideal für den Einsatz im Tonstudio, wo keine Nebengeräusche auf die Aufnahme gelangen dürfen. Auch Diskjockeys, die in lauter Umgebung arbeiten, profitieren davon.
Kennzeichnend für geschlossene Kopfhörer ist die bessere Basswiedergabe, da der Schalldruck nicht nach außen entweichen kann. Allerdings kann das Mitschwingen der Schale zu Resonanzproblemen führen, was zu einem unpräzisen Bass oder, im schlimmsten Fall, zu Brummen führt.
Das Ohr wird von geschlossenen Hörern meist komplett umschlossen und die Hörmuschel vom Bügel relativ fest an den Kopf gepresst, was nach längerem Tragen unbequem wird. Hinzu kommt das höhere Gewicht geschlossener Muscheln. Weiterhin nachteilig ist der Umstand, dass keine Wärme entweichen kann, die Ohren mit der Zeit heiß werden und mitunter anfangen zu schwitzen.
Halboffene Kopfhörer

Einen Kompromiss versucht man mit einem Zwitter zu schließen, den halboffenen Kopfhörern. Bei diesem System werden die Ohren ebenfalls komplett umschlossen, jedoch nicht schalldicht von der Außenwelt abgeschirmt. Tiefe Frequenzen werden nach außen durchgelassen, hohe jedoch nicht. Dadurch werden tiefe Töne naturgetreuer wiedergegeben als bei geschlossenen Systemen.
Wie bei einem offenen System kann also auch hier die Umgebung mithören und es können Störgeräusche von Außen an die Ohren gelangen. Durch die größeren Ohrmuscheln, die jedoch weniger Gewicht als bei geschlossenen Systemen haben, ergibt sich ein angenehmes Tragegefühl, das auch stundenlanges Benutzen möglich macht. Halboffene Kopfhörer sind deshalb sehr populär für Musikhören in den eigenen vier Wänden.
Tragekomfort

Auf den Tragekomfort hat die Bauweise entscheidenden Einfluss. Um den Kopfhörer nach einigen Minuten vergessen zu können, darf er weder zu leicht, noch zu schwer sein und vor allem keinen zu großen Druck auf Ohr und Kopf ausüben.
Aufliegende Ohrkapseln Grundsätzlich kann man Kopfhörer unterscheiden, die auf dem Ohr aufliegen und solche, die das Ohr komplett umschließen (plus die weiter oben bereits beschriebenen Ohrstöpsel). Bei den aufliegenden Versionen sind einfache kleine Modelle meist sehr leicht und liegen sehr locker auf dem Kopf. Dadurch sind sie relativ angenehm zu tragen, können jedoch leicht verrutschen.
Je größer und kompakter die aufliegenden Kopfhörer werden, desto höheren Druck müssen sie aufbringen, um fest anzuliegen und auch beim Senken des Kopfes nicht zu verrutschen. Das wird mit der Zeit schnell unangenehm, so dass man zu solch einem Hörer nur greifen sollte, wenn geringe Größe wichtig und kein stundenlanger Einsatz geplant ist.
Ohr umschließende Hörkapseln Kopfhörer, die das Ohr komplett umschließen, sind angenehmer zu tragen, da sich der Druck auf den Kopf auf eine größere Fläche verteilt und damit als geringer empfunden wird. Gleichzeitig verhindert das Ohr das Verrutschen des Hörers. Das konstruktionsbedingt höhere Gewicht macht sich meist durch den höheren Komfort nicht bemerkbar. Eine Ausnahme bilden hier einige kabellose Kopfhörer, die durch die integrierten Akkus etwas mehr wiegen.
Für beide Varianten gilt: Eine zusätzliche Polsterung des Bügels erhöht den Komfort. Sie sollten allerdings darauf achten, dass sich die Polster austauschen lassen. Da sie dem Verschleiß unterliegen und somit der Komfort mit der Zeit geringer wird.
Mit oder ohne Kabel

Wer heute einen Kopfhörer kauft, muss sich schon längst nicht mehr durch ein Kabel vorschreiben lassen, wo er zu sitzen hat. Inzwischen gibt es zahlreiche Geräte, die mit drahtloser Technik, mehr Freiheit für die Wahl des Sitzplatzes lassen. Allerdings muss man dafür oft mit anderen Nachteilen, wie Rauschen oder Störungen, leben.
Kabelgebundene Kopfhörer Hier findet man vor allem HiFi- und Studiokopfhörer. Für beide Welten ist höchste Klangqualität ohne Neben- oder Störgeräusche wichtig. Beides garantiert ein hochwertiges Kabel. Unterschiede gibt es aber oft bei der Ausführung des Kabels und des jeweiligen Steckers.
Passende Stecker Für den Studio- und den Heimgebrauch an der HiFi-Anlage ist ein dicker Stecker mit sechs Millimeter Durchmesser nötig. Für Discman, MP3-Player und andere tragbare Geräte jedoch meist eine kleinere Version mit 3,5 Millimeter Durchmesser. Um den Kopfhörer an beiden Buchsen einsetzen zu können, sollte man auf einen beiliegenden Adapter achten, der die Verbindung zum jeweils anderen Kontakt ermöglicht. Für gute Verbindungen zur Elektronik sorgen goldene Stecker. Dieser Vorteil wirkt doppelt, wenn auch die Buchse vergoldet ist. Grund: Gold hat ideale Leiteigenschaften. Es unterliegt keiner Korrosion, kann also nicht rosten oder anlaufen und stellt sicher, dass alle Informationen verlustfrei von der Buchse in den Stecker übergehen.
Verschiedene Kabeltypen Auch bei den verwendeten Kabeln gibt es Unterschiede. Viele Hersteller verwenden glatte Versionen, während andere auf Wendelkabel setzen. Das sind Kabel, die wie eine Spirale gewunden sind. Sie benötigen weniger Platz, da sie ungespannt nur etwa ein Drittel ihrer maximalen Länge haben. Dadurch ist auch das Risiko, Kabelsalat zu bekommen minimiert, denn das Kabel zieht sich auseinander und auch wieder zusammen, je nachdem wie viel Freiheit man benötigt. Allerdings hat das auch einen Nachteil: Benötigt man nahezu die gesamte Kabellänge, ist immer ein leichter Zug am Kopfhörer, der auf Dauer stört.
Bei beiden Versionen sollte man darauf achten, das Kabel selbst austauschen zu können. Kommt es zu einem Schaden, zum Beispiel weil man mit dem Bürostuhl darüber gerollt ist, wäre andernfalls der teure Kabeltausch durch einen Fachhändler nötig. Zudem gilt es zu entscheiden, ob man einen Kopfhörer möchte, dessen Kabel nur an einer Ohrmuschel hängt oder an beiden. Erstere Lösung verspricht mehr Bewegungsfreiheit, während bei der zweiten der Kopfhörer nicht gleich verrutscht, wenn ein wenig Zug auf dem Kabel lastet.
Kabellose Kopfhörer Funkkopfhörer sind ideal für alle, die nicht still sitzen können oder wollen. Sie bestehen aus einer Sendeeinheit und dem Kopfhörer mit integriertem Empfänger. Dadurch entgeht man lästigem Kabelsalat. Zudem gestatten manche Systeme, mehr als einen Kopfhörer mit nur einer Sendeeinheit zu betreiben. Dadurch sind sie vor allem zum Fernsehgucken geeignet. Hier hat auch für eine Person einen großen Vorteil. Grund: Der Abstand zwischen Sessel und Fernseher ist oft größer als die Standardlänge von kabelgebundenen Systemen.
Rauschen Ein Problem, mit dem diese Technik zu kämpfen hat, sind Störgeräusche. Ein gewisses Grundrauschen ist normal. Auch das spricht eher für den Einsatz am Fernseher und weniger fürs Musikhören. Grundsätzlich sollte man auf einen sehr hohen Rauschabstand achten, um nur ein möglichst geringes Grundrauschen zu bekommen. Zusätzlich sollten mindestens drei verschiedene Sendefrequenzen wählbar sein, um bei Störungen auf einen anderen Kanal ausweichen zu können. Diese können unter anderem kabellose Geräte wie Handys oder Schnurlostelefone verursachen. Zudem nimmt das Rauschen meist zu, wenn der Abstand zwischen Sender und Empfänger größer wird oder Hindernisse im Weg stehen.
Reichweite Die Reichweite der Systeme erstreckt sich zumeist auf die gesamte Wohnung und reicht oft auch bis auf den Balkon oder in den Garten hinein. Es gibt auch mobile Systeme, die sich an MP3-Player und Co. anschließen lassen. Dadurch erhöht sich jedoch das Gewicht des Players nicht unerheblich. Da auch der Sender in diesem Fall mit Batterie arbeitet, muss man zudem eine weitere Quelle mit Strom versorgen.
Akkustrom Auch stationäre Funkkopfhörer benötigen Strom für den integrierten Empfänger. Hierzu sind Akkus integriert, die an der Sendestation aufgeladen werden. Achten Sie darauf, dass diese zum Aufladen im Hörer bleiben können. Ständiges Entnehmen und Einlegen wäre lästig. Zudem sind Akkus ohne Memory-Effekt vorteilhaft, da sie eine längere Lebensdauer versprechen. In Frage kommen etwa Lithium-Ionen- (Polymer) oder Nickel-Metall-Hybrid-Akkus. Zum Schutz der Akkus ist es weiterhin günstig, wenn sich die Empfangseinheit automatisch ausschaltet, wenn man den Kopfhörer vom Kopf nimmt. So entladen sich die Speicher nicht gleich, falls man das Abschalten mal vergessen sollte. Bedenken Sie auch, dass Sie eine freie Steckdose für den Sender benötigen.
Unterschiedliche Sendetechniken Man unterscheidet grob drei unterschiedliche Sendetechniken bei Funkkopfhörern: infrarot, analog und digital. Bei der Infrarot-Übertragung schickt der Sender ein Lichtsignal aus, gleich einer TV-Fernbedienung. Für den Empfang ist ununterbrochener Sichtkontakt zwischen Sender und Kopfhörer nötig. Man kann den jeweiligen Raum folglich nicht verlassen, ohne dass der Ton abreist. Zudem ist bei dieser Technik das Rauschen relativ stark zu hören.
Analoge Funktechnik Schickt der Sender die Signale demgegenüber per analoger Funktechnik aus, ist kein direkter Sichtkontakt nötig. Man kann sich folglich freier im Haus bewegen. Auch bei diesem Verfahren ist relativ hohes Grundrauschen hörbar. Hinzu kommt eine hohe Anfälligkeit für Störgeräusche, die andere Geräte verursachen können, welche die Funkspezifikationen nicht exakt einhalten.
Digitaltechnik Die beste Qualität bietet eine digitale Lösung. Auch wenn das Rauschen nicht ganz verschwunden ist, so ist es doch nahezu nicht hörbar. Zudem gibt es Klang und Dynamik in Topqualität. Ebenso kann man die Anfälligkeit für analoge Störgeräusche ausschließen. Auch wenn diese Technik die teuerste ist, verspricht sie doch das beste Ergebnis und die größte Zufriedenheit. Einige Kopfhörer können zwischen Digital- und Analogtechnik umschalten. Das ist sehr praktisch, da man je nach Umgebung die beste Variante einsetzen kann.
Ebenfalls zur Digitalseite kann man Funkübertragung per Bluetooth rechnen. Jedoch arbeitet diese Technik anders als die zuvor angesprochene. Sie hat zudem eine geringere Reichweite und erreicht heute auch noch nicht das gleiche Klangniveau. Für die Bluetooth-Technik spricht jedoch, dass man einen entsprechenden Kopfhörer mit dem Handy oder auch am PC benutzen kann, sofern diese ebenfalls mit Bluetooth ausgestattet sind.
Lärmunterdrückung

Manchmal reicht ein Kopfhörer alleine nicht aus, um effektiv von der Außenwelt abzuschirmen, Störgeräusche draußen und Musik drinnen zu lassen. In lauten Umgebungen stören hohe Umgebungsgeräusche den Musikgenuss. Das ist besonders in Bussen, Bahnen und Flugzeugen der Fall, aber auch zuhause in der Nähe einer belebten Straße oder in der Einflugschneise eines Flugplatzes.
Schall und Gegenschall Für solch ein Dilemma haben die Hersteller eine aktive Geräuschkompensation entwickelt. Sie soll nur die Musik ans Ohr lassen und den Lärm abschotten. Dazu haben sie kleine Mikrofone in die Ohrmuscheln integriert, die den Originalton der Musikquelle mit dem Ton vergleichen, der wirklich am Ohr ankommt. Eine spezielle Elektronik analysiert das Signal und erzeugt einen Gegenschall zu den Störgeräuschen. Diesen sendet sie ebenfalls an die Ohren, um den Lärm dadurch unhörbar zu machen.
Die nötige Elektronik steckt bei vielen Kopfhörern direkt in den Hörmuscheln, genauso wie die dazu nötige Stromversorgung – Batterien oder Akkus. Bei leichten, kleineren Kopfhörern steckt diese mitunter aber auch in einem kleinen Extragehäuse, das am Kabel zwischen Kopfhörer und Stecker sitzt.
Keine absolute Ruhe Sorgen solche Kopfhörer für absolute Ruhe? Nein! Die Lärmunterdrückung arbeitet gut aber nicht perfekt. Sie schirmt leider nicht alles ab. In der Regel hilft sie sehr gut gegen tieffrequente Geräusche, wie etwa den typischen Flugzeuglärm oder auch das Schleudern einer Waschmaschine. Hohe Töne bleiben jedoch weiterhin deutlich hörbar. Ein entsprechender Kopfhörer schützt somit etwa nicht gegen kreischende Kinder. State-of-the-art-Hörer arbeiten oft effektiver als günstigere Einstiegslösungen. Mitunter bieten sie sogar unterschiedliche Voreinstellungen, die jeweils für die Unterdrückung verschiedener Umgebungsgeräusche optimiert sind.
Rauschen Nachteil der allermeisten Lösungen: Bei leisen Passagen ist meist ein Rauschen wahrnehmbar. In lauten Umgebungen fällt dieses jedoch nicht auf. Daher ist solch ein Kopfhörer eigentlich nur unterwegs nutzbar. Zuhause sollte man ein anderes Modell einsetzen, zumindest wenn man auch ruhige Musik genießen möchte. Alternative: Die Lärmunterdrückung ist abschaltbar. Dann verstummt das Rauschen und der Ton klingt freier und dynamischer. Das Abschalten hat einen zusätzlichen Vorteil: Der Kopfhörer ist auch dann noch nutzbar, wenn die Batterien leer sind. Lässt sich anders herum die Lärmunterdrückung auch ohne Musik verwenden, kann sie wertvolle Ruhe in lauten Umgebungen spenden.
Um die Wirkung der Geräuschkompensation zu erhöhen, setzen einige Hersteller auf geschlossene Kopfhörer. Ein Großteil der Abschirmung entsteht dabei von der Bauweise und weniger von der Lärmreduzierung. Ähnlich ist das bei In-ear-Lösungen, die ebenfalls von Haus aus Umgebungsgeräusche unterdrücken, indem sie den Gehörgang verschließen.
Unterschiedliche Tonerzeugung
Dynamisch Die Art wie ein Kopfhörer den Ton erzeugt, hat Einfluss auf seine Klangqualität. Am gebräuchlichsten ist das elektrodynamische Verfahren; meist nennt man es kurz „dynamisch“. Die Arbeitsweise unterscheidet sich hier kaum von der eines normalen Lautsprechers. Es gibt pro Hörmuschel einen Magneten und eine schwingfähige Membran mit einer Spule in der Mitte. Fließt Strom (Musiksignal) durch die Spule hindurch macht das diese dadurch ebenfalls zum Magneten. Durch das Anziehen und Abstoßen der Magneten wird die Membran in Schwingung versetzt und Schallwellen, also der Ton, erzeugt. Die Schwingung breitet sich dabei ringförmig von innen nach außen aus, wie Wellen, die ein ins Wasser geworfener Stein erzeugt.
Elektrostatisch Ganz anders arbeitet das elektrostatische Verfahren. Hier ist eine Membran aus Polymerfolie zwischen zwei Flächenelektroden gespannt, was zur Folge hat, dass die gesamte Membran gleichmäßig schwingt. Die Membran schwingt dabei extrem schnell und gibt dadurch das Ursprungssignal fast originalgetreu, ohne Fehler und Verzerrungen wieder. Ein Kopfhörer, der mit diesem Verfahren arbeitet, klingt folglich meist besser als ein dynamischer Hörer. Jedoch ist der Produktionsaufwand elektrostatischer Kopfhörer so hoch, dass diese deutlich teurer sind.
Technische Werte

Eine Hilfe bei der Wahl des richtigen Kopfhörers kann auch ein Blick auf die technischen Werte bieten. Hier findet man Informationen zu Frequenzgang, -bandbreite, Impedanz und anderem. Um den Wert der Frequenzbandbreite einordnen zu können, ist es wichtig zu wissen, welche Töne die Ohren überhaupt wahrnehmen. Bei einem gut geschulten Ohr reicht die Spanne von 20 bis zu 20.000 Hertz. Höhere Werte bei den technischen Angaben sehen zwar sehr gut aus, sagen aber kaum etwas über die Qualität.
Frequenzgang Für den Frequenzgang gilt: Er sollte über das gesamte Spektrum möglichst linear (gerade) verlaufen. Das bedeutet, dass alle Bereiche gleich laut sind und unverfälscht wiedergegeben werden. Ob Musik verzerrt, beziehungsweise ab welcher Lautstärke das geschieht, gibt der Schalldruck an. Er wird in Dezibel (dB) gemessen. Hier gelten 90 dB schon als voll ausreichend, ja eigentlich schon fast zu laut. Für Diskjockeys trifft diese Aussage jedoch nicht zu. Sie müssen auch in sehr lauten Umgebungen, die Musik im Hörer noch sehr gut wahrnehmen können. Entsprechende Kopfhörer sollten folglich lauter spielen können.
Achtung! Vom Einsatzzweck her ideal ist dafür ein Schalldruck von über 100 dB. Für die Ohren sind solch hohe Lautstärken jedoch keinesfalls zu empfehlen, da dabei das Gehör auf Dauer Schaden nimmt.
Klirrfaktor Wichtig ist ein niedriger Klirrfaktor. Auch er gibt Aufschluss über Verzerrungen. Liegt er über einem Prozent, muss man mit Verzerrungen auch bei niedrigen Lautstärken rechnen. Auf der sicheren Seite ist man mit Werten unter 0,1 Prozent.
Widerstand Sehr wichtig ist der Widerstand (Impedanz). Er wird in Ohm gemessen. Je höher dieser Wert ist, desto mehr Energie muss die Musikquelle aufbringen, um Töne wiederzugeben. Für die HiFi-Anlage oder das Studio sind meist auch hohe Widerstände kein Problem. Anders sieht das für Soundkarten am PC oder für mobile Geräte aus. Die meisten Soundkarten bekommen Probleme, wenn ein Kopfhörer mehr als 64 Ohm Widerstand bietet. Auch tragbare Player bekommen ab dieser Grenze Probleme, die Musik laut genug wiederzugeben. Für beide Einsatzzwecke gilt: Je geringer der Widerstand, desto besser.
Tipps
Lautstärkereglung Wer einen kabelgebundenen Kopfhörer vorzieht, sollte überlegen, einen zu wählen, der die Lautstärkereglung am Kabel gestattet. So muss man nicht extra aufstehen oder erspart sich unterwegs dass Kramen nach dem Player. Einige Kopfhörer haben auch Regler an den Ohrkapseln. Die ist zwar etwas umständlicher zu bedienen aber immer noch besser, als gar keinen Regler zu haben.
Strahlung Wer viel und lange hört und sich Sorgen um elektromagnetische Strahlung macht, kann guten Gewissens zu einem Kopfhörer greifen, der den Anwender mittels spezieller Technik vor diesen Strahlen aus den Ohrkapseln schützt.
Störsignale Kabellose Kopfhörer haben nicht nur Probleme mit Signalen von Telefonen und Radios, sondern mitunter auch mit Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren. Sollten Sie eine Störung nicht in den Griff bekommen, versuchen Sie es mit Licht ausschalten. Vielleicht hilft es. Probleme könnte übrigens auch eine Türklingel, die mit Funktechnik arbeitet machen.
Korrektes Stereosignal So wie es wichtig für Lautsprecher ist, die rechte und linke Box an den jeweiligen Anschluss zu koppeln und auf der richtigen Seite der Musikanlage aufzustellen, zählen die Muschelpositionen auch für Kopfhörer. Ein korrektes Stereosignal hört nur, wer die linke Muschel am linken Ohr und die rechte am rechten Ohr trägt. Damit es nicht zu Verwechslungen kommt, sollte auf dem Kopfhörer die jeweilige Seite gekennzeichnet sein.
Bücher
Mehr Informationen zum Thema Lautsprecher finden Sie
in diesen Büchern.
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