Webcams & Netzwerkkameras

Kaufberatung Webcams
  1. Die Augen des Internet
  2. Der Anwendungszweck
  3. Anschluss
  4. Systemanforderungen
  5. Auflösung der Webcams
  6. Bildqualität
  7. Technik ist entscheidend
  8. Ton nicht vergessen
  9. Software
  10. Als Digicam einsetzbar
  11. Im Netzwerk
  12. Kabelloses Vergnügen
  13. Webcam als Überwachungskamera

Die Augen des Internet

Zu den Webcams Man schaut durch sie hindurch in alle Welt. Zum Beispiel auf Traumstrände, öffentliche Plätze, in fremder Leute Wohnungen oder einfach nur auf eine Kaffeemaschine. Webcams gibt es im Internet zu tausenden. Noch mehr stehen auf zahllosen Schreibtischen. Grund: Es macht einfach Spaß mit den kleinen Dingern herumzufuchteln, sich selbst und andere aufzunehmen. Mit ihrer Hilfe ist schnell ein Bild vom Versteigerungsobjekt geschossen oder ein einfaches Passfoto geknipst.

Praktisch und ebenfalls sehr populär ist die Videotelefonie, respektive der Videochat. So hört man nicht nur die Stimme seines Gegenübers oder liest nur sein Geschriebenes. Mit einer Webcam holt man die Gesprächspartner auf den Monitor, kann ihnen in die Augen sehen und sich gleichzeitig selbst präsentieren. Auch unterwegs muss die Kamera nicht fehlen, spezielle Versionen fürs Notebook garantieren auch dort uneingeschränkten Videospaß.

Besonders schön: Eine Webcam kann man bereits für wenige Euro kaufen, so dass selbst ein begrenztes Taschengeld-Budget dessen Investition verkraftet. Wer will, kann wie immer natürlich auch mehr ausgeben. Doch bedeutet teurer gleich besser? Wir zeigen in den folgenden Kapiteln dieser Kaufberatung, worauf Sie bei der Auswahl einer Webcam unbedingt achten sollten und worauf Sie guten Gewissens verzichten können. (pr)

Der Anwendungszweck

Zu den Webcams Bevor man sich über das große Angebot an Webcams hermacht, sollte man zunächst entscheiden, was man mit der Kamera machen möchte. Auch die Anbindung ans Internet spielt eine Rolle. Denn je nach Anwendungszweck und Internetverbindung muss man auf unterschiedliche Kriterien Wert legen.

Verbindungsgeschwindigkeit

So benötigt man beispielsweise für eine Modemverbindung ins Internet keine Kamera mit riesigem Auflösungsvermögen, da die große Datenmenge gar nicht ausreichend fix transferiert werden kann. Über eine schnelle DSL-Verbindung lassen sich demgegenüber auch Videos mit höherer Auflösung übertragen. Eine Flatrate für den Anschluss ist hier vorteilhaft, da Videobilder eine Menge Datenverkehr verursachen können.

Wer demgegenüber ausschließlich Bilder und Filme machen will, die er nicht live im Internet präsentieren möchte, braucht besonders detaillierte Bilder, also eine entsprechend leistungsfähigere Webcam.

Einsatzort

Ebenfalls Einfluss auf die Kaufentscheidung hat der Einsatzort. Soll die Webcam auf dem Schreibtisch stehen oder möchte man sie zusammen mit dem Notebook auch unterwegs benutzen können? Um die Mobilität nicht allzu sehr einzuschränken, ist die Wahl einer kleinen Kamera wichtig. Wichtig auch: Die Kamera sollte sich am Notebookdeckel/Bildschirm festklemmen lassen damit sie stabil ist. Damit ließe sie sich auch an jedem Flachbildschirm auf dem Schreibtisch befestigen. Eher ungünstig für den mobilen Einsatz und für die Verwendung mit Flachdisplays sind Webcams mit breiten, massiven Füßen. Solche stehen nur auf Röhrenmonitoren sicher und stabil.

Anschluss

Zu den Webcams Auch die freien Anschlüsse am PC spielen eine Rolle. Ein USB-Port nach 1.1-Standard sollte es mindestens sein. Da dieser seit Jahren Standard ist, sollte das kaum ein Problem sein. Für diesen Port gibt es die größte Auswahl Webcams. Für Videotelefonie sowie für sämtliche Internetverbindungen bis hin zum DSL-Anschluss sollte er fix genug sein, kann er doch bis zu einem Megabyte Daten in der Sekunde übertragen.

Wer dagegen Videokonferenzen über ein schnelleres Netz wie beispielsweise ein lokales Netzwerk übertragen möchte und allerhöchste Bildqualität sucht, sollte sich Webcams mit USB 2.0- oder Firewireschnittstelle ansehen. Beide Schnittstellen sind schnell genug, um unkomprimiertes Video in Fernsehbildqualität übers Netz schaufeln zu können.

Schnelle Ports

USB 2.0 gehört bei modernen PCs zum Standard. Auf Firewire trifft man hingegen nicht bei jedem PC. Allerdings spielt dieser Port für den Anschluss von Webcams nur eine untergeordnete Rolle, da die meisten Kameras per USB Kontakt suchen. Wessen Computer keine der beiden Schnittstellen besitzt, kann diese für wenig Geld leicht per Erweiterungskarte nachrüsten. Voraussetzung dafür ist allerdings ein einigermaßen aktuelles Betriebssystem. Problemlos werkelt USB 2.0 eigentlich erst ab Windows XP. Mit älteren Systemen kann es zu Problemen kommen, meist wird die Hardware nicht erkannt. Das gleiche gilt auch für Firewire.

Strom bekommen die meisten Webcams über die USB, respektive Firewirekabel, so dass keine weitere Steckdose blockiert werden muss und der Kabelsalat unter dem Tisch nicht zunimmt.

Zu den USB- und Firewire-Controllern

Systemanforderungen

Zu den Webcams Die Anforderungen an den PC sind relativ gering. Sogar mit einem mehrere Jahre alten PC kann man in die Videotelefonie einsteigen. Allerdings ist man dann meist auf kleine Bildauflösungen begrenzt. Auch flüssige, ruckelfreie Bilder dürfte man kaum erreichen: Grund: Die Rechenpower älterer Systeme reicht möglicherweise nicht aus, um die Bilder ausreichend fix zu berechnen. Kleine Videos und Standbilder in voller Größe sind aber auch mit betagten Systemen kein Problem.

Manche Hersteller, wie etwa Phillips, haben Geräte im Programm, die bis zu 90 Bilder pro Sekunde Bildwiederholung versprechen. Mit älteren PCs sind solche Werte nicht zu erreichen. Um so viele Bilder berechnen zu können, bedarf es mindestens eines aktuellen Mehrkernprozessors. Entsprechende Rechenkraft benötigt man auch, wenn man 30 Bilder oder mehr pro Sekunde mit einer Auflösung im Megapixelbereich erreichen möchte. Für Videochat sind aber Megapixelauflösung und extreme Bildwiederholraten nicht zu realisieren, dazu reicht in der Regel die Bandbreite der Verbindung nicht aus. Entsprechende Bildwiederholzahlen sind nur sinnvoll für schnelle, lokale Netzwerke oder zum Produzieren von Filmen am PC.

Für Videotelefonie über das Internet gelten 128 Kilobit Uploadgeschwindigkeit als absolute Untergrenze. Bei diesem Wert ist das Videofenster jedoch kaum größer als ein kleines Handydisplay. Wer es größer möchte, benötigt mindestens die doppelte Bandbreite. Kurz: Videotelefonie macht nur Spaß, wenn man eine schnelle DSL-Verbindung nutzen kann.

Auflösung der Webcams

Zu den Webcams Je mehr Auflösung eine Webcam bietet, desto mehr Details sind sichtbar, umso besser ist das Bild. Mitunter bieten moderne Webcams die gleiche hohe Auflösung wie Einsteiger-Digitalkameras. Nicht immer erreichen sie diese aber mit einer hochwertigen Optik. Manchmal tricksen sie auch. So übernimmt eine Software das Hochrechnen der Bilder zu einer höheren Auflösung. Dabei steigt allerdings nicht die Qualität. Entscheidend ist stets nur die Auflösung der Optik. Ist für Webcams aber eine besonders hohe Auflösung überhaupt wünschenswert? Jein! Hier entscheidet wieder der Anwendungszweck.

Für die Videoübertragung über das Internet ist sehr viel Bandbreite nötig. Je höher die Bildauflösung, desto mehr Daten müssen übertragen werden. Selbst wer eine schnelle DSL-Leitung hat, kann kein Videobild in Fernsehgröße flüssig übertragen. Mehr als 640 mal 480 Bildpunkte muss eine Kamera in diesem Fall nicht bieten. Ein Viertel davon, also 320 mal 240 Pixel sind vollkommen ausreichend.

Hohe Auflösung für Standbilder

Anders sieht die Sache aus, wenn man nur gelegentlich Bilder über das Web übertragen möchte, ansonsten überwiegend Videos oder Fotos für den heimischen Gebrauch aufzeichnen will. Hier fällt der Flaschenhals Internet weg. In diesem Fall möchte man besonders gute, also detaillierte Bilder bekommen und sollte somit auf eine möglichst hohe Auflösung im Megapixelbereich setzen. Für den gelegentlichen Videochat setzt man dann die Auflösung kurzfristig herab.

Gerade für Fotos sind viele Bildinformationen wichtig. Wessen Schwerpunkt hier liegt, sollte eine Kamera wählen, die ein oder mehr Megapixel Bildauflösung bietet. Für Video darf es ruhig ein bisschen weniger sein, denn viele PCs dürften überfordert sein, wenn sie bei solch hohen Auflösungen bis zu 25 Bilder in der Sekunde digitalisieren müssten. Grundsätzlich gilt: Kleine Bilder belasten den PC weniger als große.

Bildqualität

Zu den Webcams Die in den Kamerabeschreibungen versprochene Bildqualität erreichen die meisten Webcams nur unter Idealbedingungen. Hohe Bildauflösung und flüssiges Bild schaffen sie beispielsweise nur unter sehr guten Lichtverhältnissen. Ist es dagegen dunkel oder schummerig, bekommt die Optik schnell Probleme. Die Kamera versucht dann länger zu belichten. Da das naturgemäß Zeit kostet, leidet die Bildwiederholfrequenz mitunter erheblich.

Wie bereits erwähnt, haben auch die Internetverbindung und der PC-Anschluss Einfluss auf die Qualität. Einige Webams versuchen dieses Manko elegant zu umgehen, indem sie die Farbanzahl reduzieren und das Bild selbst bereits komprimieren, bevor sie es an den PC weiterleiten. Das führt zu einer deutlichen Verbesserung der Bildqualität. So kann man selbst bei Webcams, die über die langsame USB 1.1-Schnittstelle angeschlossen sind, mitunter bessere Bilder oder zumindest gleichgute Signale bekommen, wie bei Kameras mit fixeren Anschlüssen.

Bildverbesserung

Ebenfalls der Bildqualität zugute kommen Bildverbesserungstechniken wie man sie von Fernsehgeräten kennt. Sie unterbinden etwa ein Verschwimmen des Bildes bei einem Kameraschwenk oder unterdrücken nerviges Farbflimmern bei Schwarzweiß-Mustern. Vergessen sollte man auch nicht die Brennweite mit der die Kamera arbeitet. Um auch dicht vor der Linse noch einen breiten Bildausschnitt aufzeichnen zu können, benötigt die Webcam ein großes Weitwinkel von mindestens 28 Millimeter. Damit ist sichergestellt, dass auch mehrere Personen bei einem Videochat ins Bild passen. Vorteilhaft ist ein Weitwinkel auch für Standbilder, etwa wenn man große Gegenstände für eine Online-Auktion ablichten möchte.

Übrigens, ein richtig flüssiges Bild bekommt man, wenn das Video wie im Fernseher aus 25 Bildern pro Sekunde aufgebaut wird. Doch bereits mit 15 Bildern in der Sekunde hat man den Eindruck eines nahezu flüssigen Videobildes.

Technik ist entscheidend

Zu den Webcams Auch die verwendete Technik der Webcam hat Einfluss auf die Bildqualität. Eine besondere Rolle spielen hierbei die Sensoren, die das durch die Linse einfallende Bild aufnehmen und digitalisieren. Lange Zeit verwendete man dazu ausschließlich günstige CMOS-Sensoren, die leider einen Hang zum Bildrauschen haben. Inzwischen sind aber einige Hersteller dazu übergegangen hochwertige CCD-Sensoren in die Kameras einzubauen. Das sind Chips, die auch bei Digitalkameras und digitalen Videokameras zum Einsatz kommen.

Zwar sind längst nicht mehr alle CMOS-Chips minderwertiger als ihre CCD-Pendants. Wer aber auf sehr hohe Bildqualität Wert legt und auf der sicheren Seite sein möchte, sollte zu Webcams mit CCD-Sensor greifen.

Praktische Extras

Wichtige Zusatzfunktionen können den Nutzen einer Webcam erhöhen. Besonders praktisch für Videochats ist die Funktion der automatischen Gesichtsverfolgung. Die Kamera erkennt die Person vor der Linse und kann selbstständig leichte Schwenks machen, falls sich die Person bewegen sollte. So bleibt das Gesicht stets im Bild.

Eigene Beleuchtung

Bei nur schummriger Beleuchtung kann es leicht passieren, dass Gegenstände und Personen nur unzureichend beleuchtet sind. Am Schreibtisch kann man eine Lampe anschalten, unterwegs mit dem Notebook ist das aber unter Umständen nicht möglich. Dann ist es praktisch, wenn die Kamera selbst eine integrierte Beleuchtung besitzt. Diese sollte jedoch kräftig genug sein und mindestens einen halben Meter weit hell leuchten können. Allerdings benötigen Zusatzlampen Strom, der gerade am Notebook knapp ist. Vorteilhaft sind deshalb LED-Lampen. Sie sind relativ genügsam. Unterwegs spielen auch Größe und Packmaß der Webcam eine wichtige Rolle. Praktisch sind kleine Kameras. Manch ein Gerät lässt sich zusammenklappen und verbraucht so in der Tasche noch weniger Platz.

Scharfe Bilder

Für Schreibtisch und mobilen Einsatz gleichermaßen wichtig ist eine Autofokus-Funktion. Diese sorgt dafür, dass zentrale Bildteile, etwa das Gesicht, ständig scharf gestellt sind. Die Funktion sollte allerdings abschaltbar sein, weil der Autofokus bei schlechten Lichtverhältnissen sonst hyperaktiv werden kann und das Bild zu pumpen scheint. Grund: Der Autofokus findet keinen Fixpunkt, auf den er scharfstellen kann. Mindestens per Hand sollte man den Fokus verändern können, damit bei jeder Entfernung die Schärfe stimmt. Einige Kameras besitzen auch zwei Linsen. Eine für den Nah- und eine für den Fernbereich. Das sollte ein gutes und scharfes Bild in allen Situationen garantieren.

Aktivitätsanzeige

Der Sicherheit dient eine Leuchtdiode, die den Betrieb der Webcam anzeigt. Sie hilft, einer unbemerkten Überwachung zu entgehen, wenn die Kamera im Netzwerk arbeitet. Zumindest theoretisch ist es aber auch möglich, dass Hacker eine lokal angeschlossene Webcam anschalten können. Auch dieses würde ein entsprechendes Lämpchen anzeigen.

Ton nicht vergessen

Zu den Webcams Vorsicht Falle! Sie möchten gerne Videotelefonie nutzen oder peppige Filme zu Hause drehen? Dann dürfen Sie auf keinen Fall den Ton vergessen. Das haben aber leider viele Hersteller. So manche Webcam eignet sich nur als Stummfilmkamera, da man ihnen weder ein integriertes Mikrofon am Gehäuse noch ein externes spendiert hat.

Zwar bietet ein Mikro im kleinen Gehäuse einer Webcam keine HiFi-Qualität, doch für ein Telefongespräch reicht es allemal. Als Alternative für ein fehlendes Mikro oder zur Klangverbesserung kann man zu einem Headset greifen, dass man direkt an die Soundkarte anschließt. Damit landet der Ton ohne Nebengeräusche direkt im Mikro. Nachteil: Es kann immer nur einer kommunizieren. Auch ein Mikrofon plus PC-Lautsprecher erfüllen den gleichen Zweck. Nachteil: Wer diese Ausrüstung noch nicht besitzt, muss zusätzlich in sie investieren. Immerhin: Manche Webcams kommen gebundelt mit einem Headset. Das kann Kosten und eventuell auch Anschlüsse sparen, falls das Headset direkt mit der Webcam in Kontakt steht.

Lösungen für unterwegs

Für den mobilen Einsatz ist ein integriertes Mikrofon in jedem Fall vorteilhaft, sollte das Notebook keines besitzen. Andernfalls müsste man dieses zusätzlich mit sich herumschleppen. Bei vorhandenem Mikrofon am Notebookdeckel kann es aber dennoch sinnvoll sein ein externes zu kaufen; etwa wenn die Tonqualität nicht ausreichend ist oder zu viele Nebengeräusche mit aufgezeichnet werden. Dann sollte man zu einem Richtmikrofon greifen. Es zeichnet nur Geräusche direkt von vorne auf und blendet somit Nebengeräusche wie den Staubsauger oder Verkehrslärm fast komplett aus.

Zu den Headsets
Zu den PC-Lautsprechern
Zur Kaufberatung Mikrofone

Software

Zu den Webcams Fast jeder Hersteller liefert seine Webcams mit zusätzlicher Software aus. Für den Betrieb ist die meist nicht unbedingt nötig. Windows und andere Betriebssysteme unterstützen viele Geräte bereits ohne Treiberinstallation; was in jedem Fall auch vorteilhaft ist. Grund: Es ist nicht nur komfortabler, den PC vor der Erstbenutzung nicht neu starten zu müssen, damit der Treiber aktiv wird. Ein treiberloser Betrieb minimiert auch die Gefahr von Softwarekonflikten mit dem Betriebssystem oder der Software anderer Hersteller.

Software kann kaufentscheidend sein

Überflüssig ist ein Softwarepaket deshalb jedoch nicht. Im Gegenteil. Zuweilen kann es den Ausschlag zum Kauf geben. Etwa dann, wenn man gleichwertige Modelle ins Auge gefasst hat und auf der Suche nach kaufentscheidenden Unterschieden ist. Praktisch ist etwa eine Bildbearbeitung, mittels derer man Video- oder Standbilder verändern kann. Eher lustigen Charakter haben Tools, mit denen man Bildeffekte wie in einem Spiegelkabinett erzeugen kann. So lassen sich Wangen aufblähen, Kopfe schrumpfen und vieles mehr.

Für Videochats bei denen man die Unordnung im Zimmer verbergen möchte, sind Programme ideal, die Bildhintergründe austauschen können. Wie bei einer Bluebox im Fernsehstudio überblendet die Software den Hintergrund und platziert die Person etwa an einen Südseestrand.

Zeitraffer

Wer seine Blumen wachsen sehen möchte, sollte auf eine Zeitrafferfunktion achten. Dann macht die Kamera über einen langen Zeitraum zu festen Zeitpunkten Standbilder. Die Software fügt diese dann zu einem Bild zusammen. Problem jedoch: Für optimale Ergebnisse darf man die Webcam die gesamte Zeit nicht anrühren. Videochats und anderes müssen solange ausfallen. Auf der anderen Seite erlaubt die Zeitrafferfunktion, Filme über lang gezogene Vorgänge, wie etwa den Zusammenbau eines komplizierten Gerätes, deutlich zu verkürzen.

Praktisch für den Schutz der Wohnung ist eine Software, mit der die Webcam zur Überwachungskamera mutiert und Alarm schlägt, wenn Einbrecher den Raum betreten. Mehr dazu im letzten Kapitel.

Als Digicam einsetzbar

Zu den Webcams Zwei Fliegen mit einer Klappe kann man schlagen, wenn man zu einem Zwitter greift. Gemeint ist eine Webcam, die man auch als Digitalkamera benutzen und mit sich herumtragen kann. Entsprechende Kameras nutzen den Vorteil, dass bei Standbildern häufig eine höhere Auflösung möglich ist, als beim bewegten Videobild. Bei diesen Geräten ist eine hohe Auflösung besonders wichtig, damit man zufrieden stellende Bilder schießen kann. Gleichzeitig sollte nicht nur ein fester Speicher integriert sein, sondern die Möglichkeit bestehen, Speicherkarten einzusetzen. Ansonsten ist nach einer handvoll Fotos der Speicher voll. Dem Objektiv kommt bei Verwendung als Fotokamera ebenfalls eine höhere Bedeutung zu. Es sollte möglichst optisches Zoom bieten.

Leider können die meisten Webcams nicht mit reinrassigen Digitalknipsen konkurrieren und eignen sich unterwegs nur für einfache Spaßfotos. Meist fehlt es an Auflösung, optischem Zoom, der Möglichkeit zur Speichererweiterung und anderem. Auch bei der Detailgenauigkeit und der Farbtreue muss man bei diesen Versionen mit Kompromissen leben. Wer trotzdem auf solch eine Cam setzen möchte, kann sich in der Kaufberatung zu Digitalkameras informieren, worauf es bei guten Kameras ankommt.

Im Netzwerk

Einige Webcams lassen sich per Kabel oder auch drahtlos in ein Netzwerk integrieren. Das hat den Vorteil, dass alle angeschlossenen PCs vollen Zugriff auf die Kamera haben können, so ihnen per Software diese Rechte zuerkannt sind. Hauptsächlich setzt man solche Kameras aber zur Überwachung ein (dazu mehr im letzten Kapitel), da sie selbständig Bilder oder Videos zu unterschiedlichen PCs und auch über das Internet versenden können.

Kabelloses Vergnügen

Zu den Webcams Wer auf eine drahtlose Kamera setzen möchte, braucht bereits eine entsprechende Ausrüstung für kabellose Netze (WLAN) nach WiFi-Standard, um mit der Webcam kommunizieren zu können. Ist diese nicht vorhanden, muss man sie extra anschaffen.

Eine Alternative sind Kameras, die nicht nach WiFi-Standard funken, sondern Daten nur mit einem einzigen Empfänger per Funk austauschen können. Sie sind günstiger als die zuvor genannten, erlauben dafür aber auch nur eine geringere Entfernung vom PC. Etwa zehn bis zwanzig Meter darf die Cam entfernt stehen, allemal ausreichend, um im Kinderzimmer nachsehen zu können, ob das Baby wach ist oder wer an der Tür klingelt. In ein Netzwerk lassen sich solche Webcams aber nicht ohne weiteres integrieren. Damit entfällt die Steuerungsmöglichkeit über das Internet.

Zur Kaufberatung Funknetzwerke

Webcam als Überwachungskamera

Zu den Webcams Herkömmliche Videoüberwachungssysteme sind sehr teuer. Obendrein braucht man für die Auswertung der Aufzeichnung viel Zeit und Geduld, gilt es doch stundenlange Videoaufnahmen auszuwerten.

Viel praktischer und auch billiger geht das mit einer oder mehreren Webcams. Sie machen die zeitaufwendige Auswertung überflüssig. Grund: Man kann sie so konfigurieren, dass sie nur Bilder schießen, wenn sich im Bildausschnitt etwas verändert, also beispielsweise eine Person den Raum betritt. Kommt man nach Hause, braucht man nur nachzusehen, ob Bilder auf der Platte abgelegt sind.

Verdächtige Bilder ans Handy senden

Ist der PC dank Flatrate ununterbrochen mit dem Internet verbunden, kann man noch einen Schritt weitergehen und den Computer anweisen, jedes Mal wenn die Kamera ein Bild schießt, eine Nachricht per E-Mail oder mit Hilfe eines Webdienstes per SMS zu senden. Auf diesem Wege lässt sich sogar das Bild per MMS ans Handy schicken. So wissen Sie schon Sekunden nach der Aufnahme, was sich in Ihren vier Wänden tut. Eine entsprechende Software liegt bereits einigen Webcams bei. Wenn nicht, kann man zu einer Shareware wie zum Beispiel "Supervisioncam" greifen. Zum Download bitte hier entlang.

Der Versand der Bilder über das Internet, ob nun auf ein Handy oder zu einem FTP-Server, hat den entscheidenden Vorteil, dass der Dieb die Spuren nicht einfach durch Zerstören oder Mitnehmen des PC auslöschen kann. Nachteil allerdings: Hat man nur eine Standardwebcam, braucht diese einen ständig laufenden PC, um Bilder speichern und versenden zu können.

Eigenständige Kameras

Praktischer sind da Kameras, die ohne PC auskommen und bereits einen kleinen Webserver im Gehäuse integriert haben. Sie können direkt an die Telefon-, ISDN-Leitung oder den Netzwerkrouter angeschlossen werden. Registrieren sie eine Bewegung, bauen sie eine Verbindung auf und versenden umgehend die Bilder.

Ist solch eine Webcam mit einem PC-Netz verbunden, das Kontakt zum Internet hat, kann man von jedem Ort der Welt die Kamera ansteuern und live in seine Wohnung oder ins Büro blicken. Das klappt mit jedem Standardbrowser. Zur Anwahl gibt man lediglich die IP-Adresse der Kamera an. Soll nicht jeder Zugriff auf das Videobild haben, kann man eine Kennwortsperre dazwischenschalten. Das ist zudem sinnvoll, da man die Kameraeinstellungen direkt übers Web verändern kann.

Per Funk oder Kabel

Eine Netzwerkkamera schließt man direkt mit einem Ethernetkabel oder kabellos nach WiFi-Standard ans Netz an. Für den kabellosen Betrieb ist ein entsprechender Empfänger (Accesspoint) notwendig, von dem die Kamera aber immerhin bis zu 300 Meter entfernt montiert sein kann. Die drahtlose Übermittlung ist besonders praktisch, wenn man die Kamera an einer schwer zugänglichen Stelle montieren möchte. Allerdings ist trotzdem noch ein Kabel für den Stromanschluss nötig.

Auf einen Stromanschluss kann man bei Kabel gebundenen Versionen häufig verzichten. Meist sind sie in der Lage, Strom direkt aus einer ISDN-Leitung oder über das Ethernetkabel zu bekommen. Für die letztere Lösung ist allerdings zuweilen ein zusätzlicher Kabeladapter nötig.

Bilder stets verschicken

Einige Cams können die geschossenen Bilder auch intern speichern. Doch trotz dieser Möglichkeit, sollte man die Bilder möglichst auf einen entfernten Rechner - beispielsweise einen FTP-Server im Internet - übertragen, damit man selbst bei Diebstahl oder Zerstörung der Kamera noch Beweise in der Hand hat. Alternativ bietet sich auch ein Videoserver an, der sämtliche Bilder speichert und über das Web zugänglich macht. Dieser ist aber mehr zur Entlastung der Netzwerkrechner geeignet, da er die Verwaltung der Bilder und Videos komplett übernimmt. Vor Diebstahl ist solch ein Videoserver auch nicht sicher.

Schwenkbar muss sie sein

Wichtig für die Überwachung: Die Kamera sollte einen beweglichen Objektivkopf haben. Mittels internen Motors ist sie somit horizontal und idealerweise auch vertikal schwenkbar. Je größer der Schwenkbereich, desto größere Bereiche des Raumes oder der Wohnung kann die Kamera erfassen. Gleichzeitig ist es möglich, die Bewegung einer Person oder eines Haustieres zu verfolgen. Gibt es keinen oder nur einen kleinen Schwenkbereich, müsste man eine zweite oder noch mehr Webcams einsetzen, um bis in die letzte Ecke blicken zu können. Wichtig: Klinkt man sich über das Internet in die Kamera ein, sollte man diese auch manuell schwenken können. So lassen sich gezielt Dinge betrachten.

Webcams mit Webserver sind deutlich teurer als die einfacheren Cams. Einige Hersteller bieten hochwertige (Wireless-) Netzwerkkameras an, die ausschließlich für die professionelle Nutzung (z. B. Überwachung) gedacht sind. Diese Kameras gibt es häufig auch mit wetterfesten, sogar beheizten Gehäusen, so dass man sie bedenkenlos auch außen am Haus montieren kann. Entsprechende Webcams sind somit hauptsächlich für alle interessant, die Wohnung, Büro oder Ferienhaus ununterbrochen überwacht wissen wollen. Für Videotelefonie oder zur Aufnahme von Standbildern reichen günstigere Modelle.

Buchtipps

Weitere Informationen zu Webcams und Kameras finden Sie in unserer Bücherecke.

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